Forum / Liebe & Beziehung

Er macht mich zum Buhmann

1. November 2020 um 15:44 Letzte Antwort: 2. November 2020 um 1:14

Hallo
mein Partner und ich sind nun schön seit mehreren Jahren zusammen.

Er ist eher introvertiert, spricht nicht viel über seine Gefühle und reflektiert (so sehe zumindest ich das) nicht sehr oft sein Verhalten.
Leider starb eine ihm sehr nahestehende Person und wie man es sich denken könnte, kommt da nicht sehr viel ihm, was auch völlig in Ordnung ist.
Jeder braucht seine Zeit.

Nun möchte ich ihn natürlich unterstützen und helfen wo es geht aber ich werde fast zur gänze abgeblockt.
Was grundsätzlich auch ok wäre, wenn er auch sein Umfeld so behandeln würde.
Mit mir spricht er wenig bis gar nichts, mit seinen Verwandten, Freunden hingegen sehr viel und lange.
Auf meine Frage warum das so ist, bekomme ich nur "ich habe dir nichts zu sagen".
Wenn ich mit Argumenten auffahre und ihm vor Augen führe wie er mit mir umgeht im Vergleich zu den anderen, kocht er hoch und spielt sich beinahe wie ein Kind auf und kontert mit unfairen Dingen, die mich verletzen.
Es kommt auch schon mal vor, dass ich deshalb weinen muss, weil es mich so trifft.
Dafür werde ich dann manchmal sogar verspottet..

Ich weiß dass er eine schwere Phase durchmacht aber ich verstehe nicht, weshalb ich als einzige auf das Abstellgleis verfrachtet werde und man mich auf Abstand hält..
Irgendwann kann man nicht mehr..

Hat jemand ähnliches erlebt oder kann mir vielleicht Tipps geben?

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1. November 2020 um 16:03

Ich finde es traurig, dass es dir wichtiger ist, mit wem er über seine Trauer spricht, statt dass es ihm hilft.

Wenn es ihm damit besser geht, wenn er mit den Personen spricht, dann solltest du nicht so egoistisch sein und Stress machen, weil du zu dieser Gruppe nicht gehörst.

Hauptsache es geht ihm besser.

Jeder durchlebt Trauer und Verlust anders und nicht jeder, kann das mit jedem Teilen. Das hat aber nichts mit dir zu tun, sondern mit ihm.

Dir scheint es schwer zu fallen, dass er deine Unterstützung nicht möchte und dich nicht zum verarbeiten braucht.

Fühlst du dich damit überflüssig? 
Brauchst du so sehr das Gefühl, gebraucht zu werden ?

Dass er unfair zu dir wird, ist absolut nicht ok. Kann es sein, dass er davon genervt ist und du das Thema zu oft ansprichst?

Ich finde Trauer ist so etwas individuelles, dass es dort kein richtig und kein Falsch gibt.

Freu dich doch, das er Menschen hat, denen er sich öffnen kann und die ihn helfen, den Verlust zu verarbeiten.

Du solltest nicht sauer sein, weil du mal kein Teil von etwas bist, dass er gerade braucht. Das gehört dazu, jemanden etwas zu gönnen, auch wenn man selber mal außen vor bleibt.

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1. November 2020 um 18:03
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Hallo
mein Partner und ich sind nun schön seit mehreren Jahren zusammen.

Er ist eher introvertiert, spricht nicht viel über seine Gefühle und reflektiert (so sehe zumindest ich das) nicht sehr oft sein Verhalten.
Leider starb eine ihm sehr nahestehende Person und wie man es sich denken könnte, kommt da nicht sehr viel ihm, was auch völlig in Ordnung ist.
Jeder braucht seine Zeit.

Nun möchte ich ihn natürlich unterstützen und helfen wo es geht aber ich werde fast zur gänze abgeblockt.
Was grundsätzlich auch ok wäre, wenn er auch sein Umfeld so behandeln würde.
Mit mir spricht er wenig bis gar nichts, mit seinen Verwandten, Freunden hingegen sehr viel und lange.
Auf meine Frage warum das so ist, bekomme ich nur "ich habe dir nichts zu sagen".
Wenn ich mit Argumenten auffahre und ihm vor Augen führe wie er mit mir umgeht im Vergleich zu den anderen, kocht er hoch und spielt sich beinahe wie ein Kind auf und kontert mit unfairen Dingen, die mich verletzen.
Es kommt auch schon mal vor, dass ich deshalb weinen muss, weil es mich so trifft.
Dafür werde ich dann manchmal sogar verspottet..

Ich weiß dass er eine schwere Phase durchmacht aber ich verstehe nicht, weshalb ich als einzige auf das Abstellgleis verfrachtet werde und man mich auf Abstand hält..
Irgendwann kann man nicht mehr..

Hat jemand ähnliches erlebt oder kann mir vielleicht Tipps geben?

Jeder Mensch hat unterschiedliche Ansprechpartner für unterschiedliche Themen. Du bist für ihn in diesem Thema nicht die richtige Bezugsperdon. Das ist nicht schlimm. Er teilt mit dir dafür andere Dinge. Das solltest du akzeptieren. Ich finde es unklug ihm ein Gespräch aufzudrücken, welches er nicht will. Das hat er dir unmissverständlich klar gemacht und dann wunderst du dich über diese Reaktion. 

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2. November 2020 um 1:14
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Hallo
mein Partner und ich sind nun schön seit mehreren Jahren zusammen.

Er ist eher introvertiert, spricht nicht viel über seine Gefühle und reflektiert (so sehe zumindest ich das) nicht sehr oft sein Verhalten.
Leider starb eine ihm sehr nahestehende Person und wie man es sich denken könnte, kommt da nicht sehr viel ihm, was auch völlig in Ordnung ist.
Jeder braucht seine Zeit.

Nun möchte ich ihn natürlich unterstützen und helfen wo es geht aber ich werde fast zur gänze abgeblockt.
Was grundsätzlich auch ok wäre, wenn er auch sein Umfeld so behandeln würde.
Mit mir spricht er wenig bis gar nichts, mit seinen Verwandten, Freunden hingegen sehr viel und lange.
Auf meine Frage warum das so ist, bekomme ich nur "ich habe dir nichts zu sagen".
Wenn ich mit Argumenten auffahre und ihm vor Augen führe wie er mit mir umgeht im Vergleich zu den anderen, kocht er hoch und spielt sich beinahe wie ein Kind auf und kontert mit unfairen Dingen, die mich verletzen.
Es kommt auch schon mal vor, dass ich deshalb weinen muss, weil es mich so trifft.
Dafür werde ich dann manchmal sogar verspottet..

Ich weiß dass er eine schwere Phase durchmacht aber ich verstehe nicht, weshalb ich als einzige auf das Abstellgleis verfrachtet werde und man mich auf Abstand hält..
Irgendwann kann man nicht mehr..

Hat jemand ähnliches erlebt oder kann mir vielleicht Tipps geben?

Er hat es dir doch deutlich gesagt: Er hat dir nichts (mehr) zu sagen. 

Das hat mit schwerer Phase nichts zu tun, sondern vielmehr damit, dass eure Beziehung vorüber ist. Mit seinem ekelhaften Verhalten dir gegenüber will er dich dazu bringen, dich von ihm zu trennen. Dann muss er das nämlich nicht tun.

Ein Verlust einer Person, die einem nahesteht, bewirkt oft ein Umdenken, ein Hinterfragen des eigenen Lebens. Man wird sich der eigenen Sterblichkeit bewusst und dass das Leben zu kurz ist, um Zeit zu verschwenden. Das führt dann oft dazu, dass man in seinem Leben "ausmistet": den Job kündigt, den man eigentlich schon lange nicht mehr mochte, sich von Freunden verabschiedet, Beziehungen beendet. 

Mein Rat ist: zieh aus, wenn ihr zusammen wohnt. Trennt euch zumindest auf Zeit. Wenn es wirklich nur eine Phase bei ihm ist, dann wird er dich vermissen und auf dich zukommen. Wenn nicht, dann ist ein klarer Schlussstrich das Beste, was du dir tun kannst. 

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