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Er macht mich psychisch fertig

26. Dezember 2015 um 13:39

Hallo ihr Lieben!

Ich bin mittlerweile mit den Nerven am Ende und würde euch hier um Hilfe bitten.

Es begann im Oktober 2013 als ich durch eine zufällige Flirt-App den vermeintlichen "Mann meiner Träume" kennenlernte. Ich bin aus aus Deutschland und er war aus Skandinavien. Schnell kamen wir ins Gespräch und skypten von dort an jeden Tag miteinander bis wir uns schließlich im Februar 2014 das erste Mal bei mir trafen. Es war alles perfekt, mit der Zeit bemerkte ich, dass er meinen Freunden gegenüber sehr aufmüpfig und redestark war. Ich sprach ihn darauf an und er erzählte mir von allen seinen Problemen aus seiner Kindheit und Pubertät (Vater Schläger und Alkoholiker, die Frauen hätten ihn ausgenutzt, er wurde falsch eines "Schizotyps F21" diagnostiziert, Angststörungen, Panikattacken etc) und ich versprach ihm, dass wir das schon gemeinsam packen. Er flog zwei Wochen später wieder nach Hause, wir zofften uns ab und an auf Skype, wie ein normals Paar halt, wegen Kleinigkeiten und zwei Monate später kam er wieder zu Besuch.

Meine Intuition sagte mir, dass irgndwas komisch ist. So schaute ich auf seine Handy-Gallerie, da er mir zuvor eh sagte, ich könne alle seine Passwörter, etc. haben, da er eh nichts zu verbergen hatte. Dort sah ich unmengen an Pornographie und Bilder von Mädls und deren Füßen von seinem Facebookprofil, mit denen er auch befreundet war. Das mit den Pornos fand ich zunächst nicht schlimm, nur, dass er diese ihm bekannten Frauen als W***vorlage benutze und mir zudem den Sex verweigerte, da er angeblich keine Lust hatte. Ich schrie ihn darauf weinend an und war zutiefst gekränkt. Er wurde sehr handgreiflich mir gegenüber und zerschlug eines meiner Regale und nannte mich eine Schlampe. An diesem Punkt hätte ich eigentlich einen Schlussstrich ziehen sollen. Ich bereue dies heute sehr, dass ich es nicht gemacht hatte... Jedoch hat mich diese Person so in ihren Bann gezogen, dass es mir nicht einfach fiel.

Von hier an wurde es nur mehr schlimmer. Zwischendrinn schrieb und skypte er Nächtelang mit seiner Ex, was er mir verschwieg und ich es aus Zufall erfuhr und wir natürlich heftig stritten. Natürlich war ich von dem Tag an sehr misstrauisch und wurde sofort nervös, als er wieder in sein Land flog. Wochen drauf als er wieder bei mir war, bekam seine Mutter die Diagnose: Krebs. Natürlich war er total fertig und ich versprach ihm, dass ich für ihn da bin und er jederzeit nach Hause fliegen kann, wenn er seine Mutter sehen will. Machte er aber nicht, wir waren dann auf Urlaub und er bekam einen Anruf, dass seine Mutter plötzlich verstorben war. Darauf flogen wir dann zusammen nach Skandinavien und ich stand ihm und seiner Familie bei der Beerdigung bei und im Nachhinein zur Trauer. Er war wieder viel fröhlicher und unser Sexleben total ausgestorben. Ich sprach ihn einmal vorsichtig darauf an und er sagte, dass er zzt für nichts sexuelles Lust habe. Ich verstand ihn natürlich, bis ich herausfand, dass er täglich auf der Toilette masturbierte, wieder zu solchen Bildern von Füßen irgndwelcher Mädchen. Ich brach in Tränen aus und in diesem Moment kippte ein Schalter bei ihm um. Er begann mich zu schubsen und stieß mich aufs Bett, sodass ich eine kleine Kopfschramme und blaue Flecken am Arm davontrug. Sofort bereute er es und entschuldigte und sagte, es liegt an dem Tod seiner Mutter. Ich Idiot gab ihm noch eine Chance und wir lebten unsere Fernbeziehung weiter.


Nun im November 2015 bemerkte ich wochenlang, dass was mit ihm nicht stimmt. Ich war am Ende so verzweifelt, dass ich ihn anschrie und bat mir zu sagen, was los ist. Er sagte mir, dass er Depressionen habe und diese wohl von seiner Kindheit kommen würden und all das, was ihm sein Vater angetan hat ( Anmerkung, er lebt zzt bei seinem Stiefvater, der auch Alkoholiker ist) und dass er auch den Tod seiner Mutter nie verkraften konnte. Ich wurde total hysterisch, konnte dies leider nicht kontrollieren und wir stritten von da an häufig, warfen uns Dinge an den Kopf, aber entschuldigten uns jedes Mal. Er sagte dann, er geht in Behandlung, ich versprach ihm, dass ich und meine Familie ihm immer beistehen werden. Er hatte große Angst, mich zu verlieren und von da an, war ich immer nett zu ihm und sehr vorsichtig mit meinen Worten.


Als er nun in eine Klinik kam, hatte mich sein Stiefvater angerufen und ich bot ihm an, dass ich im Januar 2016 raufkomme und ihm zur Seite stand. Sein Stiefvater sagte dann, dass hier kein Platz für mich sei. Ich war total baff. Mein Freund hatte danach wohl in der Klinik kein Internet, bis ich dann eines Tages durch Zufall seinen Google Verlauf sah, wo ich sah, dass er sich erneut Fußfotos ansah und Telefonnummern von Fremden Frauen heraussuchte, mich aber NULL kontaktierte ( Er war zu dem Zeitpunkt noch in der Psychiatrie, ich schrieb ihm jeden Tag auf Facebook meinen Tagesablauf und dass wir ihn hier sehr vermissen und ihm beistehen)

Ich war so wütend, sein Vater verweigerte mir komplett den Kontakt, ging nie an sein Handy ran und wollte mir gar keine Auskunft über seinen Stiefsohn geben. Ich war fertig mit den Nerven, da ich nur wissen wollte, ob es meinem Schatz gut geht, was er denn nun genau hat und ob er überhaupt noch lebt. Dann sowas...

Zu Weihnachten rief ich seinen Stiefvater noch einmal am Handy an. Er war total betrunken und beschimpfte mich als "Diebin (Vorgeschichte dazu: Mein Freund gab mir sein Paypal-Passwort und sagte mir, er überweist mir den Teil seiner Miete für die Wohnung in der ich lebe und er borgt mir auch was, damit ich für meine Familie und ihn Weihnachtsgeschenke kaufen kann. Das Geld hab ich mir dann selbst von seinem Konto überwiesen, da für mich die Sache vorher abgeklärt war und ich ihm auch per Email und auf Facebook schrieb, dass ich ihm das Geld nach den Weihnachten zurücküberweise, hab es mittlerweile auch plus seiner Miete zurücküberwiesen) und dass ich ein großer Grund wäre, dass sein Sohn in der Psychiatrie gelandet ist und dass er mich als Stalkerin bei der Polizei anzeigen wird, wenn ich mich noch einmal bei seiner Familie meldet.


Ich war total geschockt, konnte seit Anfang Dezember, als er in die Psychiatrie kam eh nicht mehr gescheid essen, und die Schuldgefühle fraßen mich auf. Ich denke mir bis jetzt ( es ist nun zwei Tage nach Weihnachten) was habe ich in dieser Beziehung falsch gemacht? Er hat keine Ausbildung und rauchte regelmäßig Canabis, ich habe im Juli 2015 meinen Master-Abschluss bestanden, verzichte auf Drogen und führe ein "für mich normales Leben" ohne psychische Vorgeschichten, ohne Depressionen etc und mache mich einfach so selbst fertig, wie ich in solch eine Geschichte geraten konnte... Ich habe ihn wirklich geliebt, aber er und seine Familie machen nun mich psychisch fertig und allen Anscheins verantwortlich dafür, dass er in der Psychiatrie ist. Ich bin ein sehr friedfertiger Mensch und will niemandem etwas tun... Klar hatten wir jede Menge Streitereien, wobei er der Auslöser dafür war. Ich war ihm immer treu und habe ihn nie angelogen.... Die Schuldgefühle zerfressen mich dennoch und ich gehe daran zugrunde.....


Ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen. Habe zudem seine ganze Krankenakte auf meinem PC gefunden, da er noch seine ganzen Dokumente darauf gespeichert hatte. Mir verschlägt es den Atem.. das geht von sozialem Rückzug und Tiermissbrauch in der Kindheit bis halt zu dieser schizotypen Persönlichkeitsstörung, PTSD, Angststörungen, Paranoia...

und dann will sein betrunkener Stiefvater mir am Telefon weismachen, dass ich Schuld an dem Unglück seines Sohnes bin... Ich kann nicht mehr, es zerfrisst mich und bei meinem Freund ist seit seiner EInweisung Funkstille, obwohl er Internet und Tablet dort hat.. Ich habe jegliche Gefühle für ihn verloren, da mir diese Situation und wie man mich behandelt hat, so fertig macht... Ich kann es mir nicht erklären, wie ich so dumm sein konnte und mich so von einem Menschen manipulieren lassen konnte... Natürlich haben wir danach oft wegen Pornos und Betrügen gestritten, da er mich so oft angelügt hatte und mich sexuell einfach so dermaßen vernachlässigt hat, dass ich ihm wahrscheinlich damit "auf die Nerven gegangen" bin.

Ich hatte dieses Jahr ein echt schlechtes Weihnachten und mir war der ganze Weihnachtstumult egal. Meine ganze Familie hat geweint und mit mir mitgelitten. Ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen und mir mit eurem Beistand ein kleines persönliches Weihnachtsgeschenk geben. Ich entschuldige mich für jegliche Tippfehler, aber meine Nerven gehen mit mir seit Wochen durch den Wind und ich fühle mich schon sehr schwach. DANKE!

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10. Februar 2016 um 21:13

Dem kann ich mich nur anschließen
Ich kenne solche Schwankungen von einem Exfreund, die ewigen Schuldzuweisungen usw. Ich weiß, wie sehr es alles einen beutelt, man helfen will usw.

Aber dann las ich irgendwann einen Spruch:

MACH NIEMANDEN ZUR NR 1 IN DEINEM LEBEN
FÜR DEN DU NICHT DIE NR 1 IN SEINEM LEBEN BIST.

Das passt hier ganz gut, denke ich.

Warum sich für jemanden aufreiben, der null Empathie dir gegenüber besitzt, tut was er will, nur dann jammert und sein schlechtes Verhalten durch eine ehemals psychische Diagnostik (und ich denke, die ist berechtigt anhand seines Verhaltens) rechtfertigt, wenn es ihm in den Kram passt.

Auch noch internetsüchtig ist, sich mit anderen Weibern abgibt und eine Pornosucht hat? Ebenso keine Lust darauf hat, mit dir zu schlafen? Was ist das für eine kranke Beziehung?

ER hat Probleme mit Nähe und Distanz.
Deshalb kann er keine Sexualität zulassen.
http://www.narzissmus.net/?p=233

Frag dich doch mal:

Wo tut ER DIR gut?
Wo ist ER für DICH da?

Ja, ich weiß, lieben ist schöner als geliebt werden, aber er ist ein Egoist hoch zehn und ich weiß nicht, ob du dich mit schizoiden Persönlichkeitsstörungen auskennst: lies es einfach mal hier nach. Er kann nicht anders, seine sozial mangelhaften Fähigkeiten sieht er nicht und wird immer alles abstreiten und dir die Schuld in die Schuhe schieben!

http://www.therapie.de/psyche/info/index/diagnose/persoenlichkeitsstoerungen/schizotypie/

Du kannst ihn nicht "retten" das muss er selbst machen!
Ich wünsche dir viel Kraft und Stärke, ich weiß wie schwer es fällt wenn man mit einem Helfersyndrom gesegnet ist, den Absprung zu schaffen und einem Menschen dem es schlecht geht zu sagen "ich kann nicht mehr".

Aber es geht hier auch um dich.
Um DEIN Leben.
Um DEIN Wohlbefinden.

Ich kann aus deinen Zeilen hier nichts dergleichen mehr rauslesen, er zieht dich in seine Sachen mit rein.

Trenne dich und grenze dich ab!

Geh zu Al-Anon. Das hat mir sehr geholfen.
Die Frauen dort sind nicht alle mit einem Alkoholiker zusammen gewesen, die meisten schon, aber dort lernst du, dich zu distanzieren und erst einmal dich um deine eigenen Bedürfnisse unabhängig von der Psyche deines Freundes zu kümmern.

Mit der Unterstützung dieser Frauen wird es dir gelingen wieder zu sehen, wer du (noch) bist und du kannst aufhören, dich in seinem Problemstrudel zu verlieren.

Ich wünsche dir viel Licht & Liebe und viel Glück

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