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Er liebt mich nicht mehr, trotzdem sind wir noch zusammen

12. März 2015 um 17:54

Hallo zusammen

Ich habe viel mit Freunden gesprochen, doch nichts will mir so richtig helfen. Ich durchlebe zur Zeit meinen allergrössten Albtraum und weiss einfach keinen Ausweg. Ich weiss nicht ob ich mir hier mit diesem Text ernsthafte Antworten erhoffe, denn die Entscheidung kann mir niemand abnehmen, oder ob ich einfach mal alles aufschreiben muss.
Ich entschuldige mich jetzt schon, der Text ist wirklich unglaublich lang. Aber ich hoffe trotzdem, jemand findet Zeit, mir einige Tipps zu geben.

Zur Geschichte: Mein Freund und ich sind jetzt 8 Monate zusammen. Ich weiss, das ist noch recht frisch und auch für uns beide ist es die erste "richtige" Beziehung mit allem drum und dran. Trotzdem ist er meine erste Liebe und im Moment schien doch alles so perfekt.
Wir hatten noch letzte Woche eine super schöne Zeit miteinander, wir gingen spazieren, er hat öfters für mich gekocht, eben alles was man sich wünscht. Kleinere Probleme waren natürlich da, sei es dass ich oft das Gefühl hatte, ich wäre ihm nicht wichtig genug. Er ist nun mal ein Mensch der viel Freiheit benötigt, welche ich ihm aber immer gegeben habe. Allem dazu war ich auch noch eine längere Zeit krank, wo ich mich natürlich noch einsamer fühlte. Er stand mir immer bei, doch wie es so manche Frau tut, erwartete ich öfters, dass er meine Gedanken liest. Natürlich kann er das nicht, und so war ich wieder und wieder enttäuscht. (Mittlerweile habe ich aber daraus gelernt.) Ich habe ihn darauf angesprochen, dass mich das alles traurig macht und ob er mich denn überhaupt von Herzen liebe. Und dann kam der Schock; Er sagte er habe mich sehr gern, ich bedeute ihm wahnsinnig viel, doch es sei keine wahre Liebe mehr. Seine Gefühle reichen für ein "gern haben" aus, doch es sei keine Liebe. Er sei einfach nicht mehr so verliebt wie am Anfang und denke, es wäre das beste, sich zu trennen.
Ich war völlig überrumpelt und konnte nicht mehr klar denken, es kam einfach so aus dem Nichts. Klar gab es Anzeichen, aber ich hab mir selbst nicht wirklich geglaubt bzw. wollte es nicht wahrhaben. Ich musste seine Entscheidung aber trotzdem akzeptieren, und habe (ich weiss auch nicht wieso) alle schönen Dinge, die uns betreffen, aufgezählt und auf die ich nicht verzichten möchte. Ich habe ihm gesagt, wie sehr ich ihn liebe und ob er sich denn auch wirklich sicher sei. Denn bei mir sei noch alles so wie am Anfang. Und da meinte er wieder, dass er eigentlich auch nicht auf all das verzichten möchte. Dass er mich ja nach wie vor sehr gerne hatte und wir wirklich nie grossen Streit und eine schöne Zeit hatten. Er war selbst verwirrt und fand keine richtige Lösung. Schlussendlich änderte er seine Meinung und sagte, er wolle es nochmals probieren. Vielleicht kämen seine Gefühle ja wieder. Ich sagte mehrmals, dass er sich sicher sein soll und dabei nicht auf mich Rücksicht nehmen soll, denn aus Mitleid möchte ich keine Beziehung führen. Er sagte er sei sich ganz sicher. Ich war natürlich froh, denn ich wollte ihn um keinen Preis verlieren.
Als er dann weg war wurde mir das alles erst richtig bewusst. Er liebt mich nicht mehr. Ich wusste bzw. weiss noch immer nicht, ob ich mit diesem Gedanken leben kann. Mit dem Schmerz zu wissen, dass ich ihn mehr liebe als er mich. Mein Kopf sagt mir, ich soll ihn gehen lassen. Ich werde einige Zeit leiden, doch es wird mir besser gehen und irgendwo wartet ein Mann auf mich, der mir all das geben kann, was ich mir wünsche. Ich habe es verdient, von Herzen geliebt zu werden. Doch mein Herz schreit so sehr nach ihm. Alles was ich tue erinnert mich an ihn. Ich kann mir momentan ein Leben ohne ihn einfach nicht vorstellen. Ich kann mir nicht vorstellen, ihn nicht zu umarmen, nicht in seinen Armen zu liegen, mich nicht mir ihm zu unterhalten. Immer wieder sage ich mir, dass ich doch alles einfach locker nehmen soll. Warten was die Zeit bringt, und sollte es doch zu schwer für mich sein, kann ich mich ja immer noch trennen. Aber es zerreisst mir das Herz. Ich übergebe mich jeden Tag, kann nicht essen und nicht schlafen, Tränen habe ich auch schon genug verschüttet. Und frage mich wieder, wäre eine Trennung das beste? Denn das jetzt ist kein Dauerzustand, es macht mich kaputt. Es ist ein Teufelskreis, denn ich weiss einfach nicht was ich tun soll. Ich bin so unglaublich verzweifelt. Die meisten werden wohl sagen, ich sei dumm, mich so von ihm runterziehen zu lassen, ich soll mein Ego wieder raufholen und mich trennen. Ich weiss selber dass es die richtige (was ist schon richtig und was falsch?) bzw. bessere Lösung wäre. Denn wenn man sich nach 8 Monaten nicht mehr sicher ist, wie solls dann nach 60 Jahren sein? Die Ungewissheit bleibt; trennt er sich in einem Monat, in einem Jahr, oder schon morgen? Mein Kopf ist klar und weiss eigentlich, was zu tun ist: ihn gehen zu lassen.
Und trotzdem ist da noch der Funken Hoffnung, dass alles wieder so wird wie vorher, oder sogar noch besser. Die letzte Hoffnung, die mich weiterkämpfen lässt, obwohl alles aussichtslos erscheint.
Denn auch er kämpft wahnsinnig. Er geht auf alle meine Wünsche ein, versucht, mich glücklich zu machen. Alle "Verbesserungsvorschläge", auf die wir uns geeinigt haben, versucht er "einzuhalten", und auch ich arbeite an mir. Er meldet sich jeden Tag bei mir, fragt, wies mir geht, was ich tu. All das, was ich mir vorher immer gewünscht habe. Er zieht sich auch nicht zurück, sondern kommt noch mehr auf mich zu. Und gleichzeitig, entferne ich mich Stück für Stück von ihm. Und wenn ich das sehe, frage ich mich wieder, ob es sich nicht doch lohnt, zu kämpfen? Ich kann einfach nicht abwägen, ob wir noch eine Chance haben, oder nicht.
Was soll ich nur tun?

Ich bitte euch einzig darum, euch Kommentare wie "Ihr seid ja noch nicht lang zusammen, übertreib mal nicht" zu verklemmen. Glaubt mir, ich habe solche Geschichten auch nie ernst genommen, doch jetzt weiss ich, dass man auch nach 8 Monaten, und auch wenn man jung ist, verdammt viele Gefühle entwickeln kann. Man kann sehr wohl Vertrauen und Geborgenheit aufbauen. Auch wenn ich mir selbst immer wieder sage: "Nun hab dich nicht so, ist doch kein Weltuntergang", zeigen mir meine körperlichen sowie psychischen Reaktionen, dass es doch schlimmer für mich ist als gewollt.

Danke für alle, die es bis hier hin geschafft haben.

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12. März 2015 um 18:14

Er hat dich sehr gern.
Wenn du erst mal älter geworden bist und eine gewisse Reife und Lebenserfahrung gesammelt hast, wirst du wissen, dass ein Mensch, der dich "sehr gern" hat, etwas sehr Wertvolles ist und dass eine Beziehung mit einem Menschen, den man "sehr gern" hat, weitaus langlebiger sein kann als eine, wo sich beide die "Unendliche Liebe" schwören und auf der rosaroten Wolke sitzen.

Dein Freund ist noch bei dir und gibt sich alle Mühe, dir zu gefallen.

Was willst du denn noch mehr?

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12. März 2015 um 18:45
In Antwort auf stahltrasse

Er hat dich sehr gern.
Wenn du erst mal älter geworden bist und eine gewisse Reife und Lebenserfahrung gesammelt hast, wirst du wissen, dass ein Mensch, der dich "sehr gern" hat, etwas sehr Wertvolles ist und dass eine Beziehung mit einem Menschen, den man "sehr gern" hat, weitaus langlebiger sein kann als eine, wo sich beide die "Unendliche Liebe" schwören und auf der rosaroten Wolke sitzen.

Dein Freund ist noch bei dir und gibt sich alle Mühe, dir zu gefallen.

Was willst du denn noch mehr?

Vielen Dank
für deine liebe Antwort.

Das hat mich sehr zum Nachdenken gebracht und du hast tatsächlich recht. Ich hoffe, auch er kann sich im klaren werden, ob das "sehr gern" für ihn ausreicht. Ich hoffe es allemal.

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12. März 2015 um 18:59

Ha,
da hast du sogar Recht. Zart und zerbrechlich bin ich, aber ich arbeite schon länger an mir, endlich etwas stärker zu werden.

Genau das habe ich ihm auch mitgeteilt. Bei mir ist es auch nicht mehr wie am Anfang. Ich bin nicht mehr jedes mal nervös, wenn ich sein Haus betrete. Für mich ist es gewissermassen "normal" geworden, ihn zu sehen. Und trotzdem ist es für mich eines der schönsten Dinge, auch wenn dabei nicht jedesmal Schmetterlinge durch die Luft fliegen. Doch er konnte mir darauf auch nicht wirklich etwas sagen. Ich weiss eben nicht, wie genau es in ihm aussieht. Eben nur, dass er mich "sehr sehr gern" hat, aber eben keine Liebe da ist.

Ich habe keine Ahnung, woher er dieses Bild hat. Ich denke, ihm wird wohl schon etwas in der Beziehung fehlen, nur kann er selber nicht sagen, was es ist.

Genau das tu ich im Moment. Ich bemühe mich nicht um ihn. Mir ist nämlich auch bewusst worden, dass ich ihm vorher alles viel zu Leicht gemacht habe. Während der Beziehung bin ich ihm oft hinterhergelaufen, dies habe ich nun geändert. Ich werde wieder Samstag Nachmittage mit Freundinnen verbringen und mir nicht alle Zeit für ihn freihalten. Habe bereits Pläne für dieses Wochenende

Ja klar habe ich Zukunftspläne mit ihm. Deshalb erscheint es mir auch so ernst, da ich das noch nie zuvor in einer Beziehung empfunden habe. Ich habe öfters von Haus und Kindern geträumt, doch ihn hat das alles immer nur eingeengt. Auf seine Bitte hin habe ich damit aufgehört...

Eigentlich teile ich ihm meine Wünsche und Ziele immer mit. Er mir aber nicht, und genau DAS sehe ich als Fehler. Er hat mir am Dienstag das erste mal gesagt, was ihn an mir stört. In einer Partnerschaft soll man dies doch einander mitteilen können, nicht nur dann, wenn bereits alles ausgeartet ist. Hätten wir keinen Streit gehabt, hätte ich wahrscheinlich nicht erfahren, dass er keine Gefühle hat. Ich hoffe, er wird in Zukunft früher auf mich zu kommen.

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12. März 2015 um 19:09

@lana:
Hilfreiche Kommentare habe ich von dir noch nicht gelesen.

Nur Ein-Wort-Sätze.

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12. März 2015 um 19:19

Gott sei gelobt und gepriesen,
sind nicht alle Menschen gleich.

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12. März 2015 um 21:02

Der erste Liebeskummer ist der Schlimmste.
Aber du wirst es überleben, glaub mir - auch wenn du dir das im Moment nicht vorstellen kannst.
Du wirst sicher noch Zeit brauchen, bis dein Herz auch deinem Verstand folgt, der die Situation ja richtig erkannt hat.
Ich befürchte, man kann dir leider keinen wirklichen Rat geben. Das Ding ist für ihn einfach durch und das wird leider auch nichts mehr. Eure 8 Monate haben gezeigt, dass in eurer Beziehung kein Potential für eine gemeinsame Zukunft steckt.
Für die nächste Zeit kann ich dir nur den Tipp geben... Weine, wenn dir danach ist, so oft es eben "raus" muss. Aber lass dich nicht zu sehr hängen. Weihe ein paar Freunde ein und bitte sie, dir nach paar Tagen zu helfen, aus dem Loch herauszukommen, indem sie dich ablenken mit Unternehmungen etc.
Du wirst sicher noch viel an den (Ex-) Freund denken. Aber dir hilft nur Zeit und viel Ego-Aufpäppeln!
Alles Gute für dich und Kopf hoch. Ihr hattet eine schöne Zeit und du wirst viele Erfahrungen für deine weitere Entwicklung mitnehmen!

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12. März 2015 um 21:32

Wenn du ihn liebst
dann halte an ihm fest.Vielleicht kommen auch die Gefühle bei ihm wieder.Liebe ist etwas wunderbares.Und Liebe zu empfinden,,dafür sollte man dankbar sein.

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