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Er ist unglücklich im neuen Job und ich bin mit schuld-und dann noch ein peinlicher abend

12. Mai 2003 um 10:22

Hallo,

mein Freund und ich sind seit 6Jahren zusammen. Vor 3J. nach beendigung seines Studiums, zog er wegen seinem Job 400km weit weg. Zusammen mit meinen Auslandsaufenthalten hatten wir 4,5J. eine Entfernungsbeziehung.

Seinen Job dort mochte er ganz gerne, allerdings fühlte er sich dort wo er lebte nicht ganz wohl. Er hatte kaum Freunde, mochte die Stadt nicht etc. Immer wenn ich mich besuchte, schwärmte er davon wie schön es hier doch war, war auch froh seine Freunde zu sehen usw.

Letztes Jahr merkte ich wie ich langsam müde in unserer Entfernungsbeziehung wurde und ihm ging es nicht viel anders. Da es für ihn leichter war hier einen Job zu finden als für mich bei ihm und er ausßrdem gerne wieder hier leben wollte, bewgete ich ihn dazu, sich hier in der Gegend zu bewerben.

Nun wohnen wir seit über 1Monat zusammen und vor 3Wochen fing er an zu arbeiten, nur die neue Arbeit gefällt ihm nicht. Jeden Abend bekomme ich neue Probleme von im zu hören. Wenn wir uns mit Freunden treffen meckert er den ganzen Abend über seine Firma rum und wie toll seine alte Firma doch war etc.
Er ist ständig gnatzig und schlecht gelaunt, so kenne ich ihn gar nicht.

Tja und ich stehe daneben und fühle mich schuldig. Ich habe das ganze in Gang gebracht. Hätte ich meine Klappe gahalten, hätten wir immer noch unsere Entfernungsbeziehung und er wäre zufrieden.
Vielleicht war ich zu egoistisch.
Ich will ihm helfen weiss aber nicht wie .

Am WE waren wir auf einer Hochzeiteines ehemaligen Arbeitskollegen von ihm. Ich hatte einiges getrunken und war ziemlich schräg drauf. Ich hatte eine ziemlich aggressive Diskusssion mit seinem ehemaligen Chef, der wohl noch betrunkener als ich war. Er hat mich ziemlich angepöbelt, dass ich meinem Freund die Zukunft versaut habe, dass ich ein egoistisches karrieregeiles Weib wäre usw.
Ich habe darauf natürlich ziemlich aggressiv reagiert und igrendwann hab ich stehen lassen und bin ins Bett gegangen.

Mein Freund meinte dann im Zimmer zu mir, er hätte mich schon lange nicht mehr so agressiv und frustiert erlebt. Ich habe ihn dann vollgeheult, daß es mir so leid tut, daß es ihm meinetwegen schlecht geht und daß ich ja Schuld bin, daß er sich in der Firma nicht wohl fühlt, blabla.

Er meinte, dass er erwachsen wäre und das ich endlich aufhören sollte, mir die Verantwortung für sein handeln aufzubürden. Wenn er es nicht gewollt hätte, wäre er nicht geangen.

Er hat ja recht damit und anstatt im zu helfen lade ich ihm noch meine Schuldgefühle auf, toll gemacht. Heute nach durchstandenem Kater finde ich den Abend unheimlich peinlich und meine Schuldgefühle sind eher größer als kleiner.

LG

RedDevil

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12. Mai 2003 um 10:54

Nicht schuldig ...
Hallo RedDevil,

dein Freund hat recht - er ist erwachsen ...
Im übrigen wollte er doch auch umziehen, das war doch eine gemeinsame Entscheidung.
Ziemlich unverschämt, der Ex-Chef ... so wie er über deinen Freund redet, traut er ihm ja kaum eine eigene Meinung zu, oder? Der arme Freund, wird von seiner karrieregeilen Freundin aus seiner Traumfirma gerissen ... sorry, aber abgesehen davon, dass das hohler Quatsch ist, wäre ich als dein Freund ziemlich sauer über diese Bemerkungen.

Ich finde es auch unfair deinem Freund gegenüber, dass du die Verantwortung für sein Handeln übernehmen willst. Du bist nicht dafür verantwortlich, dass es ihm gut geht!!!
Das ist ganz allein seine Sache.
Natürlich kannst du ihn unterstützen ... z.B. mit ihm nach Alternativen kramen und ihm z.B. Jobangebote heraussuchen etc.
Aber letztendlich entscheidet er doch, oder?!

Außerdem hat er auch viel gewonnen, er wohnt jetzt mit dir zusammen - warum geht das so unter?

Ich finde das nicht peinlich, wie du an dem Abend reagiert hast. Der Typ hat zielsicher in deine offene Wunde gestochen ...

Mach dich davon frei, dass du dafür Sorge tragen musst, dass dein Freund glücklich und zufrieden ist. DAMIT kannst du ihn unterstützen.

Gehören Kompromisse nicht zu einer Beziehung dazu? Ihr wolltet doch beide zusammenziehen und er wollte wieder in deiner Region leben ... da habt ihr doch ganz klar Prioritäten gesetzt.

Lass den Kopf nicht hängen, verkrieche dich nicht!
Alles Gute von peas

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12. Mai 2003 um 11:16
In Antwort auf winnie_12164884

Nicht schuldig ...
Hallo RedDevil,

dein Freund hat recht - er ist erwachsen ...
Im übrigen wollte er doch auch umziehen, das war doch eine gemeinsame Entscheidung.
Ziemlich unverschämt, der Ex-Chef ... so wie er über deinen Freund redet, traut er ihm ja kaum eine eigene Meinung zu, oder? Der arme Freund, wird von seiner karrieregeilen Freundin aus seiner Traumfirma gerissen ... sorry, aber abgesehen davon, dass das hohler Quatsch ist, wäre ich als dein Freund ziemlich sauer über diese Bemerkungen.

Ich finde es auch unfair deinem Freund gegenüber, dass du die Verantwortung für sein Handeln übernehmen willst. Du bist nicht dafür verantwortlich, dass es ihm gut geht!!!
Das ist ganz allein seine Sache.
Natürlich kannst du ihn unterstützen ... z.B. mit ihm nach Alternativen kramen und ihm z.B. Jobangebote heraussuchen etc.
Aber letztendlich entscheidet er doch, oder?!

Außerdem hat er auch viel gewonnen, er wohnt jetzt mit dir zusammen - warum geht das so unter?

Ich finde das nicht peinlich, wie du an dem Abend reagiert hast. Der Typ hat zielsicher in deine offene Wunde gestochen ...

Mach dich davon frei, dass du dafür Sorge tragen musst, dass dein Freund glücklich und zufrieden ist. DAMIT kannst du ihn unterstützen.

Gehören Kompromisse nicht zu einer Beziehung dazu? Ihr wolltet doch beide zusammenziehen und er wollte wieder in deiner Region leben ... da habt ihr doch ganz klar Prioritäten gesetzt.

Lass den Kopf nicht hängen, verkrieche dich nicht!
Alles Gute von peas

Hast ja recht
Hallo peas,

rational gesehen weiss ich es auch.
Ich bin gerade noch dabei, das WE zu verdauen.

Die Initiative zum Jobwechsel ging damals von mir aus, ich habe damals geäußert das ich Angst habe, daß die Entfernungsbeziehung nicht ewig gut geht. Er war von meinem Vorschlag erst geschockt, dann aber mehr Feuer und Flamme als ich.

Vielleicht muß ich mich ertsmal daran gewöhnen, daß er stärker geworden ist.
Als ich ihn vor 6J. kennenlernte war ich 21 und er 25, aber er wirkte viel jünger.
Er hatte eine sehr schwierige Beziehung zu seinem Vater, der ihn ständig niedermachte und war voller Selbstzweifel, was ihn z.b. auch das Studium oft schwer machte. Ich habe ihn viel unterstützen müssen und habe es auch gerne getan.
Ich war damals das absolute Gegenteil, zynisch, cool, nach aussen stark und ließ niemanden nah an mich ran. er hat mir ein Stück Lebensfreude und vetrauen in ander Menschen zurückgegeben.

Ich mag an ihm, dass er im Gegensatz zu den meisten Männern auch mal Schwäche zeigen kann, vielleicht habe ich vergessen, daß er auch stark sein kann.

Er ist leicht durch andere beeinflußbar, vielleicht deswegen meine Angst, daß ich ihn zu einer entscheidung genötigt habe, die er selber nicht wollte.

Tja unser zusammenleben- in den letzten Wochen waren wir soviel am machen und tun in der neuen Wohnung, daß wir die positiven Aspekte noch gar nicht bemerkt haben. Es war einfach nur stressig, aber jetzt ist alles fertig.

Vielleicht sollte ich das beherzigen was ich ihm immer in Bezug auf seinen Job sage- der neuen Situation ein bißchen Zeit geben.

LG

RedDevil

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12. Mai 2003 um 20:36

Den Schuh brauchst Du dir nicht anzuziehen!
Warum Schuldgefühle? Klar bist Du einer der (bzw. DER) Grund gewesen, warum er wieder zurückgekommen ist, aber das war doch seine Entscheidung. Es ist schade, daß ihm sein neuer Job nicht so gut gefällt, aber mal ehrlich, bei welchem Job kann man das nach drei Wochen auch schon sagen. Da ist soviel Neues dabei, daß er sich erst eingewöhnen muß, frag' ihn nochmal in einem halben Jahr. Und was sein alter Chef sagt, ist ja wohl kaum ernst zu nehmen, wahrscheinlich ist der einfach nur sauer, das er einen guten Mitarbeiter verloren hat und macht Dich dafür verantwortlich.
Dein Freund hat doch viel gewonnen; ihr seid zusammen, er ist in der Stadt, die er mag und in seinem Freundeskreis. Und alles andere wird sich schon geben. Und was den Abend betrifft: wer hat denn im beschickerten Zustand noch nicht emotional reagiert und Sachen gesagt, die er nicht sagen wollte. Dein Freund hat toll reagiert, und er hatte recht, er hat sich entschieden.
Also hak' den Abend ab und sieh es positiv; dein Freund kann daran auch erkennen, daß Du dir um ihn gedanken machst und dich sorgst.
Liebe Grüße
Jane

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13. Mai 2003 um 10:16

Hallo nochmal
vielen Dank für euren zuspruch. Heute mit etwas mehr Distanz zum Wochenende, kann ich das ganze schon etwas lockerer sehen.
Das Forum ist immer wieder eine große Hilfe, beim Reflektieren, der eigenen gedanken.

LG

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