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Er ist todkrank

6. Februar 2005 um 13:54

Ich kenne ihn seit gut 4 Jahren, wir waren immer gute Freunde. In der Zeit hat er erfahren das er einen Gehirntumor hat, ist operiert worden, hat Chemo gekriegt, nix hat geholfen, aber ich war immer für ihn da. Irgendwann haben wir uns aus den Augen verloren, wohnen ca 400 km von einander weg. Ich habe Ende 2003 ein Kind bekommen, habe ihm Anfang letzten Jahres ein Photo von dem Kleinen und mir geschickt und da wurde der Kontakt wieder intensiver. Im Mai hat der Kindsvater mich verlassen. Seit Herbst smsen und telefonieren Er und ich wieder regelmäßig, inzwischen täglich, er war dieses Jahr schon zweimal bei uns zu Besuch und ich habe mich in ihn verliebt. Er hat sich in mich verliebt und es könnte alle so schön sein. Mit meinem Sohn versteht er sich supergut, beschäfdtigt sich mit ihm als wärs sein eigenes Kind. Am Mittwoch kommt er wieder her, bleibt dann über Nacht, ich bin mir sicher das dann was passiert, mit Sicherheit sind wir dann auch ein Paar, aber ich habe Angst. Angst, weil ich jetzt schon weiß das es net für immer ist, Angst weil ich weiß das wir uns nicht trennen werden weil wir uns streiten oder Probleme haben sondern weil wir uns trennen werden weil er stirbt. Er hat gesagt wenn er merkt das es zu Ende geht wird er sich von mir und meinem Kind distanzieren, er will nicht das wir leiden, er will nicht das wir sehen wie er zerfällt. Ich dachte immer das hätte noch Zeit. Seit Freitag weiß er das er kein Fußball mehr spielen darf, das war immer sein Leben. Und jetzt habe ich Angst das es schneller zu Ende geht als erwartet.
Bitte bitte, kann mir einer sagen was ich machen soll? Oder war/ist jemand in einer ähnlichen Situation? Ich weiß nicht mehr weiter und muß doch stark für mein Kind sein!

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6. Februar 2005 um 14:20

Hallo Rotlocke,
leider kann ich dir keinen wirklichen Tip geben wie du am Besten deine Trauer und den Verlust eines geliebten Menschen verarbeiten kannst. Dies ist individuell und jeder hat da so seine eigenen Möglichkeiten. Aber wenn es dir hilft, dann sprech dich in diesem Forum darüber aus und du bekommst vielleicht von anderen Teilnehmern bessere Hilfe als von mir.

Aber eins weiß ich, man darf nie die Hoffnung aufgeben und ihr müsst eure kostbare Zeit miteinander genießen so gut es geht und so lange es geht.
Es tut mir sehr Leid für dich und deinen Freund und wenn du mal ein offenes Ohr brauchst, dann schick mir ruhig eine PN.

Ich wünsche euch Beiden von Herzen alles Gute...Kopf hoch und bleib stark für deinen Freund, für dich und nicht zuletzt für dein Kind.....

Ganz, ganz liebe Grüße

Snakini

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6. Februar 2005 um 20:31

Wo lebst du?
"Manchmal verschwinden Krankheiten ganz von selber"

GEHIRNTUMOR!!!! Klingelts?



Ich finde es schön dass du den Mut hast, diese Partnerschaft einzugehen, obwohl du weisst dass du den Menschen mit dem Du sicher eine schöne Zeit haben wirst, verlieren wirst, nicht wie du sagtest weil ihr euch streitet, sondern weil er stirbt!
Ich bewunder Dich und wünsch euch alles Glück der Welt!

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6. Februar 2005 um 21:21
In Antwort auf turin_12366424

Wo lebst du?
"Manchmal verschwinden Krankheiten ganz von selber"

GEHIRNTUMOR!!!! Klingelts?



Ich finde es schön dass du den Mut hast, diese Partnerschaft einzugehen, obwohl du weisst dass du den Menschen mit dem Du sicher eine schöne Zeit haben wirst, verlieren wirst, nicht wie du sagtest weil ihr euch streitet, sondern weil er stirbt!
Ich bewunder Dich und wünsch euch alles Glück der Welt!

Hm, Slat3r,
ich begleite im Hospiz seit einigen Monaten einen jungen Mann, der ebenfalls einen Gehirntumor hat und dessen Tumor kleiner geworden ist - ja, zumindest *das* gibt's.

@rotlocke:
wenn du ihn liebst, dann zeige ihm Deine Liebe wann, wo und wie auch immer dies möglich ist; aber bitte denke auch an Dein Kind (ich weiß, dass das ein Spagat sein kann).
Lebe und liebe so intensiv und bewußt Du nur kannst, sei dankbar für den Augenblick und für die Zeit, die ihr noch habt.

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft!

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6. Februar 2005 um 23:10

Habe leider keinen Tip für Dich
ist eine so unbeschreiblich schwierige Situation für Dich, dass ich mich noch nicht mal traue, Dir zu sagen, dass Du Deine Liebe leben sollst, weil das so schmerzhaft werden kann und ich mir ehrlich auch gar nicht vorstellen kann, wieviel Stärke man dafür braucht.

Vielleicht nur eine Anregung wegen Deines Kindes:
Ich habe selber auch ein Kind (3 1/2), lebe vom Kindsvater seit letztem März getrennt,seit Oktober gar keinen Kontakt mehr, habe zwischenzeitlich mit einem Mann, der sich super mit meiner Tochter verstanden hat, für 3 Monate eine Beziehung gehabt. Jetzt ist der ins Ausland gegangen. Für meine Tochter sind alle Abschiede seit dem ein regelreches Drama, weil sie vorläufig das Vertrauen darin verloren hat, dass sie denjenigen, der da gerade geht, wiedersieht. Was ich daraus gelernt habe, ist dass man Kindern nach Möglichkeit nicht zuviele Abschiede zumuten sollte, zumal wenn sie absehbar sind. Ist zwar hart, aber vielleicht solltest Du Dein Kind von vorneherein so weit wie möglich aus Eurer Beziehung raushalten, damit es sich nicht zu sehr an Deinen Freund gewöhnt. DEnn auch so kleine Kinder bauen ganz schnell Verlustängste auf, die ihnen dann möglicherweise hinterher das Leben schwer machen.

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft
Tikopia

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7. Februar 2005 um 2:15

Ja Tress
Ein schwieriges Thema, aber Du hast dazu die richtigen Worte und Gedanken empfunden.

Deine Stimme ist hier nicht "eine" unter vielen, sondern es sind auch Gedanken anderer und manche haben den grauen Schimmer eines Wolfes.

Liebe Grüße
Estonia

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7. Februar 2005 um 7:18

Rotlocke
Die Psyche eines Todkranken tickt etwas anderes. Er sagt, du sollst gehen, weil er so denkt erkönnte dir Leid ersparen aber erfreut sich, wenn du da bleibst. Es ist also eine Art treuetest auch wenn sogar er denkt, daß er es so meint.
Da ich schon zweimal in meinem Leben (mindestens) in einer kritischen Situation steckte, weiß ich, wie wichtig es ist, den lieben Partner bei sich zu haben.
Eimal hatte ich nach einer Herzoperation gemerkt, ich könnte den ersten Besuch von ihr nicht vertragen so habe ich ihr mit der Hand gedeutet, sie soll gehen. Schon eine halbe Stunde später war ich traurig, daß sie es nicht noch einmal versucht hat.
Auf dich bezogen, solltest du , solltet ihr, seine Krankheit mit in euer Leben einbeziehen. Du glaubst gar nicht, wie einfach Kinder so etwas können.
Alles geht einmal zuende, das ist nicht so ungewöhnlich. Dann aber doch mit einem ruhigen Gewissen und auch der Gewissheit eure Liebe hat euch zusammengehalten eben bis das der Tod euch scheidet.
Auch dann, wenn es schneller sein sollte als erwartet. Aber wer sagt denn das. Das kann noch sehr lange gehen.
Noch einmal zu meinen Gedanken in kritischen Situationen. Dort hatte ich den Wunsch, wenn schon sterben, dann in den Armen meiner Frau.
Also, wenn du schon so fühlst, lass ihn nicht alleine.

LG

Teddy

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7. Februar 2005 um 13:05

Vielen vielen Dank ...
Ich bin überwältig von eurer Unterstützung, ihr habt mir alle sehr viel Mut gemacht. Ich werde mit ihm und um ihn kämpfen und hoffe das wir noch eine sehr schöne Zeit miteinander vor uns haben. Es hat unendlich gut getan sich das alles von der Seele zu schreiben und von Leuten die das ganze objektiv sehen so viel Zuspruch zu bekommen, DANKE!!

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9. Februar 2005 um 10:17

Weisst Du was Du tust?
Ich habe das Problem hinter mir. Seit 1989. Es gibt bis heute immer noch Momente, in denen mich Kleinigkeiten an Sie erinnern und ich merke, dass 15 Jahre keine Zeit sind und wie duenn das Vergessen ist. Bei Ihr war es kein Hirntumor sondern Krebs. Die schlimmste Zeit ist die kurz vor dem Ende, wenn all die wohlmeinenden Freunde verschwunden sind, wenn Du die Hand, die Du haelst nicht mehr wiedererkennst, wenn der finale Moment in einem Kellerflur kommt, weil Personal knapp und der Priester noch im Stau steht.
Wer wirklich liebt, laesst nicht im Stich. Schaffst Du das?

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9. Februar 2005 um 20:39
In Antwort auf desi_12514376

Weisst Du was Du tust?
Ich habe das Problem hinter mir. Seit 1989. Es gibt bis heute immer noch Momente, in denen mich Kleinigkeiten an Sie erinnern und ich merke, dass 15 Jahre keine Zeit sind und wie duenn das Vergessen ist. Bei Ihr war es kein Hirntumor sondern Krebs. Die schlimmste Zeit ist die kurz vor dem Ende, wenn all die wohlmeinenden Freunde verschwunden sind, wenn Du die Hand, die Du haelst nicht mehr wiedererkennst, wenn der finale Moment in einem Kellerflur kommt, weil Personal knapp und der Priester noch im Stau steht.
Wer wirklich liebt, laesst nicht im Stich. Schaffst Du das?

Eine schwierige Frage ...
wo er mich jetzt schon oft genug vor den Kopf stößt. er kommt zu mir und tut als ob nix wär, er spielt mit dem Kleinen obwohl er eigentlich nicht toben soll und wenn er`s doch macht seh ich in seinen Augen das er Schmerzen hat aber er kann`s/will`s nicht zugeben und ich kann nichts weiter tun als ihm zur Seite zu stehen aber ich will für ihn da sein, ich liebe ihn von ganzem herzen und auch wenn es mit Sicherheit schlimmer wird als alles was ich bisher im Leben erlebt habe, ja ich will bis zum bitteren Ende für ihn da sein!

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9. Februar 2005 um 21:33

Test
test

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17. Februar 2005 um 12:15

Er hat mir versprochen ...
das er ehrlich zu mir sein wird wenns ihm schlechter geht. Im Moment gehrt es ihm wohl ganz gut, er sagt er ist glücklich mit mir und Zwergnase (so nennt er mein Kind) und wir würden ihm unheimlich Kraft geben. Trotzdem bin ich mir net sichér ob er da ganz ehrlich zu mir ist und wenn ich nachfrage sagt er immer nur "Mach Dir keine Sorgen Süße, paßt schon alles wie`s ist".

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17. Februar 2005 um 12:24
In Antwort auf grethe_12641201

Er hat mir versprochen ...
das er ehrlich zu mir sein wird wenns ihm schlechter geht. Im Moment gehrt es ihm wohl ganz gut, er sagt er ist glücklich mit mir und Zwergnase (so nennt er mein Kind) und wir würden ihm unheimlich Kraft geben. Trotzdem bin ich mir net sichér ob er da ganz ehrlich zu mir ist und wenn ich nachfrage sagt er immer nur "Mach Dir keine Sorgen Süße, paßt schon alles wie`s ist".

Liebe Rotlocke
Ich lese immer wieder gerne von Dir. Hoffe, dass es Dir trotz den Umständen gut geht. Geniesst Euer kleines Glück, so lange es noch geht. Und zehrt von der Erinnerung an die schönen Momente, wenn's mal nicht so gut geht.

Wünsche Euch dreien viel Glück, viel Hoffnung und viel Kraft.

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18. Februar 2005 um 17:47
In Antwort auf cyndi_12185744

Liebe Rotlocke
Ich lese immer wieder gerne von Dir. Hoffe, dass es Dir trotz den Umständen gut geht. Geniesst Euer kleines Glück, so lange es noch geht. Und zehrt von der Erinnerung an die schönen Momente, wenn's mal nicht so gut geht.

Wünsche Euch dreien viel Glück, viel Hoffnung und viel Kraft.

Danke
Das ist wirklich lieb von Dir, gestern abend hat er mich angerufen weil er auf ner tagung ist und wir uns erst nächste Woche wieder sehen. Er hat mir erzählt wie sehr er mich vermißt und das er noch sehr sehr viel zeit mit mir verbringen will ich weiß, die Hoffnung stirbt zuletzt, die vielen lieben Zuschriften hier geben mir jeden Tag wieder neue Kraft und freue mich wahnsinnig darauf ihn am Mittwoch ( noch ganze 5 Tage ) wiederzusehen

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