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Er ist sich plötzlich nicht mehr sicher ...

10. Juli 2015 um 10:35 Letzte Antwort: 24. August 2015 um 10:02

Das ist das erste Mal dass ich in einer Online-Community um Rat suche, denn ich bin wirklich unheimlich verzweifelt.

Mein Freund (27) und ich (27) sind bereits fast 7 Jahre zusammen. Wir haben sehr viel zusammen durchgestanden (3 Jahre Fernbeziehung, Tod meines Elternteils im letzen Jahr), ich liebe ihn wirklich über alles, fühle mich auch nach den Jahren immer noch wahnsinnig zu ihm hingezogen.

Er war nie der Mann, der große Gefühle zeigte und dem es leicht fiel, diese in Worte zu fassen. Auch hatten wir (aufgrund unseres unterschiedlichen Temperaments - ich leidenschaftlich, laut, hoch emotional, er eher pragmatisch, weniger gefühlsbetont) häufiger Streits, die ich meistens aufgrund des Gefühls mangelndes Interesse seinerseits "vom Zaun brach", was, wie mir nun im nachhinein klar geworden ist, mit eine der Hauptursachen für die momentane verflixte Situation ist.

Wir sind nun endlich zusammen gezogen, und für mich waren die ersten 1 1/2 Monate wie im 7. Himmel. Wir haben uns super verstanden, uns ein gemeinsames Heim eingerichtet, zusammen gekocht, Spaß gehabt, gut zusammen gearbeitet was den Haushalt angeht.

Vor etwa 2 Wochen bemerkte ich dann, dass er immer abweisender wurde, er hatte starken Stress bei der Arbeit. Ich weiß nun schon selber was mein Fehler war, anstatt in zu unterstützen setzte ich ihn unter Druck, buhlte um Aufmerksamkeit, auch wenn er sich nur ausruhen wollte und eine Weile z.B. Playstation spielen wollte, ich machte ihm eine Szene.


Dann lies er vor einer Woche die Bombe platzen, er sei sich nicht mehr sicher, fühle sich nicht mehr wohl, er fühle sich als hätte er kein eigenes Leben mehr, er sei sich nicht sicher ob er mich noch liebte (das sagte er nicht selbst, ich legte ihm die Worte "in den Mund", er verneinte es aber auch nicht) Er meinte aber auch, dass er die Beziehung nicht aufgeben wollte, nahm mich in den Arm, küsste mich auch.

Seit einer Woche schleichen wir nun umeinander rum, ich versuche ihm Freiraum zu geben, ihn nicht unter Druck zu setzen (ich habe den Fehler bereits gemacht und wollte ihn zu einem "Liebesgeständnis" zwingen, so nach dem Motto dass er sagt "Schatz war alles nicht so gemeint" .... natürlich vergeblich und völlig kontraproduktiv in der Situation... mir zereißt es jedoch das Herz, ich kann nichts essen, kann nicht schlafen ...

ich will ihm Freiraum geben, mich aber nicht selbst verlieren, nehme mehr Kontakt zu Freunden auf, doch ich bin so erfüllt von Liebeskummer dass mir momentan zu allem die Kraft fehlt.

Vor 2 Wochen war noch alles in Ordnung, und nun?

Er sagt er hat keine andere kennengelernt..

Hat unsere Beziehung noch eine Chance? Wie soll ich mich verhalten, um ihn nicht noch weiter von mit weg zu treiben? Auch er wirkt sehr unglücklich und bedrückt ...

Vielleicht weiß jemand einen Rat?

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3. August 2015 um 16:49

Tja ....
...leider ist es inzwischen zur Trennung gekommen. Nachdem er sich nach 3 Wochen immer noch "nicht sicher" war, habe ich die Beziehung beendet, da ich es nicht mehr ausgehalten habe. Er wollte "Zeit zum Nachdenken", ich konnte sie ihm in dieser Form nicht geben, da ich spürte, dass er sich letztendlich so oder so gegen die Beziehung entschieden hätte, zumindest glaube ich das ... Als er seine Unsicherheit äußerte war das "Kind wohl schon in den Brunnen gefallen".

Dabei glaube ich gar nicht mal, dass er mich nicht mehr liebt, sondern dass er tatsächlich eher von der Gesamtsituation überfordert war/ist. Und das sich bei uns eine Art negative Spirale eingependelt hat, aus der wir nicht in der Lage waren auszusteigen (ich die Klette - er, der sich noch mehr eingeengt fühlt, was aus mir noch eine stärkere Klette macht ... usw. usw.) Das fiel vorher wahrscheinlich nicht so sehr ins Gewicht, da wir uns ja nur 2 bis 3 Mal in der Woche gesehen haben, da hatte jeder noch genug Zeit für sich selbst.

Ich danke dir für deine Antwort, da ich mittlerweile selber eingesehen habe, dass ich ihn wohl mit meinen Gefühlen regelrecht belagert habe. Ich habe auch probiert, ihm zu erklären, dass ich mich in dieser Hinsicht ändern kann und möchte. Er ist berufstätig, ich habe gerade meine Abschlussarbeit fertig und suche nach Jobs, gibt's in meinem Feld leider nicht wie Sand am Meer, daher habe ich auch viel mehr Freizeit als er. Wenn wir da erstmal beide den gleichen Tagesablauf hätten, da wären meiner Meinung nach schon ein großer Teil der Probleme von alleine gelöst. Ich habe wirklich eingesehen, dass ich mich viel zu stark auf ihn fixiert habe und habe mich z.B. auch bei meinem alten Sportverein angemeldet um da wieder aktiv zu werden.

Er meinte darauf hin, dass er mir momentan nicht gerecht werden kann, nicht mehr 100 Prozentig hinter der Beziehung steht. Als ich dann die Trennung ausgesprochen hatte fing er direkt davon an, dass er sich vorstellen kann, dass wenn er jetzt erstmal sein eigenes Leben lebt wir beide wieder zusammen kommen ... ? Dazu sollte ich vllt. sagen dass ich seine erste Freundin bin und ich auch die Vermutung habe, dass er jetzt durch das Zusammenziehen Angst bekommen hat, so nach dem Motto "das war's jetzt"..?

Ich bin daraufhin ausgezogen (wieder ins Haus meiner Eltern) und wir klären gerade die Einzelheiten was die Wohnung angeht.

Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung wie es weiter geht und ich bin unheimlich traurig ... Ich habe mich schon wieder etwas gefangen, letzte Woche dachte ich noch ich kann ohne ihn nicht weiter leben.

Ich verstehe einfach nicht, warum er nicht früher mal was gesagt hat, dass er ernsthaft unsere Beziehung in Frage stellt, auf diese Idee wäre ich im Traum nicht gekommen. Aber das war ehrlich gesagt schon immer ein Punkt, der mich massiv gestört hat, dass er immer so verschlossen war und nie über seine Gefühle gesprochen hat.

Ob wir noch einmal zusammen kommen weiß ich ehrlich gesagt nicht, da ich ihn kenne, und wenn er einmal einen Entschluss gefasst hat, dann wird er diesen auch nicht mehr so schnell ändern.

Und schließlich weiß ich selbst nicht, ob es Sinn macht, weiter an der Beziehung festzuhalten. Meine oberste Priorität ist nun erstmal die Jobsuche und mich wieder mehr auf mich zu konzentrieren. Ich habe mich viel zu stark von dieser Beziehung abhängig gemacht, das merke ich jetzt.

Vielleicht sind wir auch schlicht und ergreifend zu unterschiedlich...

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24. August 2015 um 10:02

Wenn er einen Entschluss gefasst hat...?
Hallo.

Verzwickte Situation, das muss ich zugeben. Wie es überhaupt soweit gekommen ist, hast du dir ja bereits selbst soweit beantwortet, wobei ich meiner Vorrednerin recht geben muss, wahrscheinlich ist keiner alleine schuld daran, es gehören immer Zwei dazu und in diesem Fall liegt es sicher auch nicht nur an diesem einen Fehlverhalten, sondern an vielen verschiedenen Faktoren die zusammenspielen.

Aber was ich nicht verstehe, du sagst, du bist unendlich traurig, weil du ihn noch liebst, glaubst aber nicht daran, dass ihr nochmal zusammenkommt, weil ER meist zu SEINEM Entschluss steht? Nur kann ich hier nirgends erkennen, dass er diesen Entschluss gefasst hat. Sorry, aber du schreibst selbst, dass er nur Zeit wollte und letztendlich DU SELBST die Beziehung beendet hast, also war das nicht sein Entschluss. So wie du schreibst, hat er mit seinem Kommentar, naja wenn jeder jetzt erst mal Zeit für sich hat, vielleicht klappt es ja dann doch noch mal, die Beziehung noch nicht komplett aufgegeben.
Ich denke ihm geht es sicher nicht besser als dir mit dieser Situation, denn andersherum er fühlt sich eingeengt, äußert seine Bedenken (klar das dich das verletzt hat, das ist wie ein Schlag ins Gesicht) und anstatt, dass ihr gemeinsam nach einer Lösung sucht und mal in Ruhe die Ursache sucht, bleibt die Sache so zwischen euch stehen und am Ende machst du Schluss. Ich glaube kaum, dass er diesen Ausgang wollte, sonst hätte er wohl kaum gesagt, dass er die Beziehung nicht aufgeben wolle. Und du selbst sagst, dass du denkst, dass es doch viel dein Verhalten war, dann wäre es auch mit an dir gewesen, dass du auf ihn zugehst und ihn fragst wie er sich das vorstellt, was ihr machen sollt, woran es seiner Meinung nach liegt, was du vielleicht anders machen sollst. Stattdessen lässt du ihn damit allein, er soll sich klar werden und am Ende machst du Schluss.

Vielleicht gehst du einfach nochmal ehrlich auf ihn zu, sagst ihm, dass er dir jeden Tag fehlt, weil du ihn noch liebst und du auch wenn du sie ausgesprochen hast eigentlich keine Trennung wolltest, dass du euch gerne noch eine Chance geben würdest, sofern er sich das Selbe wünscht. Entschuldigst dich dafür, dass du ihn so unter Druck gesetzt hast und dann geht gemeinsam hin und analysiert wie es dazu kommen konnte, wobei es da dann auch an ihm ist, mal offen über seine Gefühle zu reden und dir ehrlich zu sagen, was du vielleicht falsch machst und warum er das so empfindet und du versuchst ihm zu erklären, wieso du so klammerst oder was auch immer noch sich eventuell als mögliche Ursachen herausstellt. Ich denke, euer Hauptproblem ist, dass ihr nicht offen miteinander über dieses Problem gesprochen habt. Ich denke schon, dass ihr noch eine Chance habt, fast sieben Jahre gibt man nicht einfach so auf, von beiden Seiten nicht. Ich denke du solltest einfach mal auf ihn zugehen und ihm dann einfach mal nur zuhören, dass er sich mal alles von der Seele reden kann und dann schaut ihr selbst noch Hoffnung für eure Beziehung habt.

Ich wünsche euch viel Glück, dass ihr wieder zueinander findet.

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