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Er hat im Affekt Schluss gemacht. Nach 2 Jahren. Borderliner? Was empfindet er jetzt?

14. Juni 2012 um 18:47

Mein ehemaliger Lebensgefährte litt womöglich unter der s.g. Borderlinestörung. Dies MUSS aber auch nicht zwingend so sein, es handelt sich um eine Vermutung, die ich für sehr wahrscheinlich halte.

Die Trennung liegt nun fast 8 Wochen zurück. Ich selbst leide unvorstellbar stark. Ich weine manchmal so intensiv, dieser Schmerz ist wirklich von einer unglaublichen Kraft, kaum Auszuhalten.

Ich weiss auch, um über alles besser wegzukommen sollte ich mir im geringsten keine Gedanken darum machen, wie ER empfindet. Aber: Er ist nun mal der Mensch über den ich mir 2 Jahre den Kopf zerbrochen habe, den ich über alles geliebt habe, der mir auch sehr weh getan hat, immer wieder, aber ich träume, weine ständig von, um ihn. Ich habe in vielen Aspekten unseres Lebens viel vorangetrieben. Habe sehr viel Kraft investiert. Er auch. Alles war auf eine gemeinsame Zukunft ausgerichtet, gedanklich und praktikabel.

Ich muss mich auch zudem mit der Trennung wohl von einem weitern Kinderwunsch verabschieden, was zusätzlich sehr schnmerzlich für mich ist. Ich bin fast 40 und da müsste ich wohl schon sehr großes Glück haben, es bis dahin mit einem neuen Mann zu bringen, ich meine an den Punkt jemanden z u vertrauen, den gleichen Wunsch zu haben ...

Aber gut. Was mich wurmt ist der Gedanke wie er mit all dem Leben kann. WIE kann ein Mensch einfach so ausbrechen aus einer Beziehung, die er immer in den höchsten Tönen gelobt hat, aus einer Beziehung von der er immer behauptet hat sie würde ewig dauern. Er war zudem wie ich sehr stark und langanhaltend verliebt. Er steuerte immer auf gemeinsame Ziele, Zukunft, stellte mich seiner Familie vor und ich weiss dass er das, schon allein aus religiösen Gründen sonst niemals so leichtfertig gemacht hätte, wenn er keine wirklich festen Absichten gehabt Je

Er meldete sich nach einigen Wochen, gelobte, seine Tat wäre das aller schlimmste was er in seinem Leben getan hätte. Er würde mich über alles lieben, wolle mich heiraten, ein Kind von mir und er würde Jahre bereuen was er getan habe.

Nur war dies nicht das erste Mal. Jedes Mal, wenn er so abrupt Schluss machte fiel ich in ein tiefes Loch, bis hin zu Depressionen. Es kostete mich alle Kraft wieder einigermaßen normal weiterzuleben.

Ich bin diesmal hart geblieben. Denn ich habe auch ein Kind und möchte nie wieder in dieser Unsicherheit leben das alles könne sich wiederholen. Mein Kind kriegt das ja immer wieder mit. Das Grundvertrauen ist gestört.

Was mich aber beschäftigt ist wie es emotional jetzt für ihn weitergeht. Ich meine: Hat er eine neue Partnerin, muss er doch wieder damit rechnen, dass er WIEDER vollkommen unberechenbar die Beziehung beendet. Da ist doch kein Fundament für ihn worauf er bauen kann: Beim kleinsten Konflikt macht er die Biege.

Ich bin mir nun übrigens auch sicher, dass er ebenso in dieser Art seine Exfrau und seine damals zwei kleinen Kinder verlassen hat.

Wie kann ein Mensch so weitermachen? Also, es gab ja ncihts ausschlaggebendes was ihn in unserer Beziehung hätte flüchten lassen müssen: Im Gegenteil er war intensivst verliebt, gelobte immer ich sei sein ALLES, gebe ihm Halt, er fühle sich so sehr aufgehoben und glücklich. Ich bin überzeugt davon, dass das nicht gelogen ist.

Ich meine, ich muss nun lernen einem anderen Mann wieder einen Vertrauensvorsprung geben zu können. Das werde ich irgendwann können, denn ich habe ein relativ gesundes Umfeld um mich herum, sehe dass Beziehungen, Ehen, lange verlässlich, glücklich sein können.

Aber ER kann SICH doch gar nicht vertrauen. Wie sieht es in ihm aus? Ich meine das ist ja so, als ob ich irgendwann merke, Mensch ich bin in meinem Job nicht unglücklich weil es an dem Job liegt, sondern weil ich in JEDEM Job unglücklich sein werde, weil es an mir liegt und nicht an denj Jobs.

Was ich sagen will: Ist das nicht für einen solchen Menschen wie meinen Ex total frustrierend, aussichtslos?

Ich weiss nicht wie ich es auf den Punkt bringen soll, mich würde halt einfach interessieren, wie es tief innerlich in ihm aussieht. Denn ich werde diesen Mann, trotz seiner grausamen Schwächen iirgendwie immer lieben. Komme einfach nicht drüber weg.

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14. Juni 2012 um 19:09

Du...
kannst einem anderen immer nur VOR aber niemals in den Kopf und seine Seele sehen.

Und wenn du tausend Jahre grübelst wirst du auf deine Fragen keine Antwort bekommen.

Solange das alles noch frisch ist, ist es zwar relativ normal sich diese Fragen zu stellen aber mit der Zeit wirst und mußt du lernen, dass das was ihn bewegt, was in ihm vorgeht und wie er mit sich selber klarkommt, nicht deine Baustelle ist.

Du solltest dich um deine eigenen Baustellen kümmern, dass macht Sinn, ist wichtiger und angebrachter.

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14. Juni 2012 um 19:57

Deine Geschichte...
ähnelt meiner eigenen sehr und berührt mich dadurch natürlich besonders. Ich verstehe genau was du meinst wenn du dich fragst wie es ihm wohl geht, denn genau die gleiche Frage stelle ich mir auch.
Wenn es mal wieder so weit war, dass er die Beziehung beenden wollte, habe ich offen mit ihm darüber gesprochen. Er konnte mir aber nicht sagen wie es in Zukunft für ihn weitergehen würde. Er behauptete sogar er würde für immer alleine bleiben.
Ich denke diese Menschen sind mit ihren intensiven Empfindungen überfordert, aber solange sie nicht selber auch daran arbeiten möchten, kann man leider als Partner wenig tun. Ich habe vieles versucht, Kompromisse vorgeschlagen, Lösungen gesucht... vergebens.
Ich habe auch Höllenqualen gelitten, denn er war DER Mann für mich, und die Intensität einer solchen Beziehung macht es umso schwerer. Doch irgendwann darf man nur noch an sich denken und schauen, dass man sich selbst nicht aufgibt.
Es muss einem egal werden wie und was der andere fühlt, ob er leidet, wie sein Leben weitergehen wird... wir können niemanden retten...
Ich arbeite selbst auch noch dran
Ich wünsche dir ganz viel Kraft!

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14. Juni 2012 um 21:35

@ alphabeast
...danke für deine, aber natürlich auch eure Antworten.

Ich glaube nur wer mit einem solchen Menschen zusammen war, weiss um diese irrationale, merkwürdige Intensität in dieser Beziehung. Diese übernatürliche "symbiotische Bindung" und dem Wechsel zur Distanz. Es sind schon sehr besondere Menschen. Aber letztendlich ist auf sie null Verlass.. Sie können am Anfang bezaubern, begeistern. Sie spiegeln deine Bedürfnisse, Wünsche vollkommen wieder. Man hat das Gefühl jemanden gefunden zu haben, der haargenau die gleichen Lebensziele hat. In Wirklichkeit steht man einer leeren Hülle gegenüber. Es ist fast unheimlich. Man erkennt dies jedoch erst gar nicht. Man ist überzeugt: Wow, dieser Mensch teilt die GLEICHEN Ziele, hat DIESELBEN Wertvorstellungen, die selben Empfindungen, man ist fasziniert. Mein Partner hätte es sogar fast geschafft mich finanziell auszubeuten, doch da war bei mir innerlich die Grenze erreicht. Er hat es kategorisch versucht. Freunde waren fassungslos, konnten nicht glauben, dass ich ihn immer noch in Schutz nahm.

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14. Juni 2012 um 21:37

...
was auch noch bezeichnend war, und das habe ich am Anfang komplett ignoriert:

Er hörte irgendwie nie richtig zu. Er wusste nach langer Zeit nicht, wo ich meine Ausbildung gemacht hatte, dass ich lange im Ausland war, er wusste nach Monaten nicht an welchen Tagen ich arbeite. Er war komplett auf sich selbst fixiert. Das alles habe ich in meiner Verliebtheit total ignoriert.

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15. Juni 2012 um 19:31

Ja...
Ich verstehe was du meinst, es fühlt sich an wie eine "Seelenverwandtschaft", jemand mit dem man auf einer Wellenlänge liegt, das Gefühl der Zusammengehörigkeit ist unglaublich stark. Und plötzlich weiß man nicht was den anderen gestochen hat... er will/kann nicht mehr. Wieso? Er kann es nicht erklären, behauptet er würde einen über alles lieben und weint dabei. In diesem Moment ist er sogar überzeugt davon, dass die Trennung ein Fehler ist... er kann aber nicht anders.
Selbst versteht man die Welt nicht mehr, und kann einfach nicht glauben/akzeptieren, dass DIESE Beziehung einfach so weggeschmissen wird.
Heute will er auf ewig mit dir zusammen sein und morgen hält er es nicht mehr aus.
Was sie danach fühlen? Ich kann nur wiederholen was mein Ex mir gesagt hat. Er sagte mir, er sei nie glücklich gewesen, und Beziehungsversuche mit anderen Frauen hätten überhaupt nicht funktioniert. Er will etwas und dann doch nicht... fühlt sich eingeengt (auch wenn es rational gesehen keinen Grund dafür gibt), sehnt sich aber auch nach Nähe und Liebe, (ver)zweifelt an seinen eigenen Gefühlen, glaubt etwas sei richtig, um es dann doch wieder als falsch einzustufen. Er ist der Überzeugung er sei kein guter Mensch. Es betrifft alle Bereiche, nicht nur Beziehungen.
Ich stelle mir dies als sehr qualvoll vor... doch selbst geht man an dieser Unbeständigkeit auch kaputt.
Zugehört hat er mir eigentlich immer, und verlassen konnte ich mich auch auf ihn. Aber wer weiß schon, was ich nicht doch vielleicht übersehen habe oder nicht sehen wollte
Ich versuche mir immer wieder vor Augen zu führen, dass eine Beziehung unter solchen Umständen keinen Bestand hat. Denn es ist nicht nur so, dass sie einen nicht glücklich macht, auf Dauer wird man richtig unglücklich.

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