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Er findet die Beziehung nicht mehr erfüllend

7. Dezember 2015 um 19:47

Hallo liebe Mitmenschen,

ich befinde mich seit drei Wochen in einer komischen Situation mit meinem Freund. Habe auch schon gefühlt jeden Beitrag in allen möglichen Foren gelesen, der ansatzweise mit meinem Problem zu tun hat. Aber so richtig zugetroffen haben die meisten Situationen der anderen Leute nicht auf mich, weshalb ich hier meine Geschichte nun poste und auf euren Rat hoffe.

Mein Freund und ich haben uns vor zwei Jahren im Mai kennengelernt und sind seitdem fest zusammen (damals beide 22, jetzt sind wir 25). Bis Sommer diesen Jahres hatten wir eine Fernbeziehung, sodass wir uns zwei Jahre immer nur am Wochenende gesehen haben. Wir haben uns bis dahin immer richtig aufeinander gefreut und die Zeit ziemlich genossen. Seit Sommer diesen Jahres wohnt er in derselben Stadt wie ich. Wir wohnen getrennt, haben uns dann natürlicherweise aber viel öfter gesehen als vorher, teilweise fast jeden Tag abends/morgens, bis er wieder auf Arbeit musste und ich in die Uni.
In der Beziehung war ich immer diejenige, der Sachen nicht gepasst haben, die er gemacht hat. Er hat mich oft verletzt, ohne dass es ihm bewusst war. Wenn ich ihn darauf angesprochen habe, tat es ihm dann immer sehr leid und er hat daraufhin nie wieder die gleiche Art von "Fehler" begangen. Ich war mir seiner Liebe immer ziemlich sicher, wir waren auch ziemlich kuschelig miteinander und haben in regelmäßigen Abständen über unsere Gefühle gesprochen. Allerdings muss ich sagen, dass ich schon früh das Gefühl hatte, dass ich klammere (und alles was damit einhergeht: Ich habe volle Aufmerksamkeit von ihm eingefordert, war übertrieben traurig, wenn ein Treffen nicht so verlaufen ist, wie ich es mir vorgestellt habe usw.)

Vor drei Wochen war er übers Wochenende mit Freunden und Freundinnen aufm Land, ich bin nicht mir, weil ich an Unisachen arbeiten musste. Am selben Wochenende haben wir uns abends gesehen und er war ruhig und ein bisschen distanziert. Ich habe ihn gefragt was los sei, doch er meinte nur "nichts" und ich hab die Abwesenheit auf das Wochenende im Freien und Müdigkeit geschoben.
Als wir uns am Freitag drauf getroffen haben, habe ich ihn gefragt, wie er unsere Beziehung gerade einschätzt und dann kam zum ersten Mal seine Unsicherheit ans Licht. Er meinte, dass ihm über das vorherige Wochenende aufgefallen sei, dass ihm etwas an unserer Beziehung fehle. Er fand eine Freundin, die mitgekommen war, mehr als üblich anziehend, dadurch wurde ihm das zwischen uns bewusst. Ich war fertig, da ich bis dahin immer das Gefühl hatte, dass er voll hinter unserer Beziehung steht. Er meinte weiterhin, dass er das Gefühl hat, dass ich ihn einenge und dass er das Gefühl hat, dass er mir zu wichtig ist (also im Sinne von, dass ich nichts anderes habe außer ihm). Und dass ihn Sachen an mir nerven, die ihn vorher nicht genervt hatten.
Wir haben dann ausgemacht, dass wir uns nur noch am Wochenende sehen.
Vorletztes Wochenende haben wir uns gesehen und das ganze Wochenende zusammen verbracht. Es war distanziert und komisch. Der Mensch, der mir als nächstes stand war plötzlich so fern. Dass es ihm auch so ging, habe ich deutlich gemerkt. Ich habe noch gefragt, wie er das Wochenende fand. Er meinte, dass ihn nichts genervt hatte, aber trotzdem auch nichts besonders gefallen.
Am gleichen Sonntag habe ich ihm dann geschrieben, dass ich das nicht sinnvoll finde, wenn wir uns nur am Wochenende sehen und es dann sich so anfühlt. Und dass wir eine Beziehungspause brauchen (bis nach Neujahr) um uns vielleicht klarer zu werden, was wir wollen. In der Zeit treffen wir uns auch nicht in romantischer Hinsicht mit anderen Männern/Frauen.
Das ist nun eine Woche her. Mein Problem ist: obwohl ich die Pause initiiert habe, halte ich es nicht aus und denke ständig an ihn, bin unsicher, was er denkt. Gestern haben wir miteinander telefoniert und über uns gesprochen. Er meinte, dass er sich gedacht hätte, dass durch eine Pause das Problem, das er mit der Beziehung hat, vielleicht klarer werden würde, aber bis jetzt ist noch nichts bei ihm klar, außer dass der jetzige Zustand der Beziehung ihn nicht mehr erfüllt. Er dreht sich mit seinen Gedanken im Kreis und weiß nicht, ob und wie er die Beziehung weiterführen will, oder ob er Schluss machen möchte.
Ich weiß es ehrlich gesagt auch nicht, mein Grundgefühl ist allerdings, dass ich es noch mit ihm versuchen möchte. Ich möchte die Beziehung zu ihm. Nicht in der gleichen Form, sondern besser eigentlich als vorher.
Nur ist es schwierig sich allein darüber Gedanken zu machen.

Hattet ihr das auch schonmal durchgemacht? Ich weiß gar nicht, wie ich mich verhalten soll. Ich möchte ihm auf jeden Fall Zeit lassen, und die Zeit auch nutzen um an mir zu arbeiten, aber ich frage mich, ob eine Beziehungspause, in der man sich gar nicht sieht, so sinnvoll in meiner Situation ist... Ich würde mich über eure Perspektiven freuen!

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9. Dezember 2015 um 8:53

Tja, eine Fernbeziehung
ist eben etwas anderes, als eine Alltags-Beziehung. In der Fernbeziehung zeigt man sein "Sonntags-Gesicht", wenn man sich endlich mal wieder sieht. Man hat Sehnsucht, den anderen zu sehen, man gibt sich Mühe, die wenige Zeit, die man hat, gemeinsam glücklich zu gestalten .... und dann ist plötzlich alles ganz anders. Kein Sonntagsgesicht, keine großen Bemühungen, kleine Unzulänglichkeiten, die vorher nicht aufgefallen sind ... der Alltag ist da und die Realität holt einen ein.
Ich fürchte, eure Beziehung hat schlicht und einfach den "Alltag" nicht ausgehalten, die Realität hat die Wunschvorstellung überrollt.

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