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Entscheidung muss her: Zusammenziehen wegen Kind oder Status quo?

2. Juni 2010 um 8:23 Letzte Antwort: 6. Juni 2010 um 18:09

Grüßt euch,

bei mir steht ganz bald eine wichtige Entscheidung an und ich bin leider immer noch unschlüssig. Darum hoffe ich auf ein paar Denkanstösse.

Also kurz zur Situation: Ich bekomme bald ein Kind aber lebe mit dem Kindsvater nicht zusammen. Wir führen seit 1 1/2 Jahren ne Fernbeziehung (500 km) und sehen uns so 4 Tage die Woche (er kommt meistens zu mir).

Nun steht natürlich die Frage an, ob ich zu ihm ziehe da dies aus rein praktischen Gründen besser zu organisieren ist = ich studiere noch und kann die Uni eher wechseln als er seinen Job der gut ist und den er mit diesen Konditionen so wahrscheinlich an keinem anderen Ort bekommen würde ohne z.b. Abstriche beim Gehalt (was ja auch nich ganz unwichtig ist, gerade weil ich noch mindestens 1 1/2 Jahre studieren muss und deshalb fast gar keine Einkünfte beisteuern kann).

Wir hatten uns auch beide schon fast darauf geeinigt, dass ich zu ihm ziehe. Vor ein paar Tagen haben wir uns ne Wohnung angeschaut. Nur jetzt bekomme ich langsam (wieder) Zweifel. Nicht unbedingt aus dem Grund, dass ich mir nicht mehr sicher bin, ob ich noch mit ihm zusammen bleiben möchte. Der Hauptpunkt ist, dass ich total Angst davor habe, mich in der neuen Stadt/ Umgebung nicht wohl zu fühlen. Klar, meistens muss man sich erst mal einleben - das dauert je nach Mensch eben länger oder geht ganz schell. Man lernt Leute kennen und gewöhnt sich an die neuen Umstände. Das ist mir nicht neu denn ich bin vor 1 1/2 Jahren zum studieren schon mal in eine andere Stadt gezogen. Das Problem ist nur, dass ich es dort nicht geschafft habe mich richtig einzuleben und ein soziales Netzwerk (Freunde, Bekannte) aufzubauen. Der Grund dafür ist mir zum Teil bekannt und der wird sich wahrscheinlich auch so schnell nicht ändern (leichte Depression). Na jedenfalls habe ich jetzt natürlich ziemliche Angst, dass ich wieder in ne neue Stadt ziehe und mich wieder komplett neu einleben muss und dann würde aber zusätzlich noch dazu kommen, dass ich mich in ner neuen Uni mit neuen Profs etc. einfummeln muss. Auch finde ich die Stadt und die Umgebung in die ich ziehen soll schrecklich hässlich und ich fühle mich da überhaupt nicht wohl.

Wenn ichs mir richtig überlege, würde ich nur aus Vernunftsgründen dort hin ziehen: damit das Kind die Möglichkeit hat, seinen Vater 7 Tage die Woche zu sehen und damit mein Freund nicht mehr die ganze Fahrerei hat. Kostenersparnisse kommen natürlich auch dazu und ich hätte auch mehr Unterstützung wenn mein Freund eben 7 Tage mit dem Kind etc. helfen kann und nicht nur 4.

Nun sitze ich hier und bin ziemlich hin- und hergerissen: Soll ich in der alten Stadt bleiben, die mir sehr gefällt (und die meiner Meinung auch geeigneter ist für Kinder) und in der ich wahrscheinlich noch besser daran arbeiten kann Anschluss zu finden als in der neuen Stadt. Dann lebe ich aber nicht richtig mit dem Kindsvater zusammen und das Kind muss immer für 3 Tage auf ihn verzichten (vorerst, bis mein Studium zu Ende ist). Vielleicht ist das aber auch gar nicht so schlimm für das Kind? Mein Freund drängt mich zu nichts, hätte natürlich gerne dass ich zu ihm ziehe aber sagt auch, dass er erstmal auch noch weiter pendeln würde.

Oder soll/ muss ich jetzt nur an das Kindeswohl denken und in die neue Stadt ziehen damit es seinen Vater immer sehen kann? Und natürlich damit die Ferne aus der Beziehung entfällt?

Wie würdet ihr euch entscheiden?

Habt Dank für eure Antworten!
Liebe Grüße,
der Pudel

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2. Juni 2010 um 17:59

Danke für deine antwort,
du hast recht, wenn man sich über alles immer viel zu viele gedanken macht, kommt am ende nix wirklich bei raus.
werde ich mir mehr zu herzen nehmen - obwohl mir diese taktik schon bekannt war nur leider nicht immer umzusetzen ist.

das ich keine tatkräftige frau bin, lässt sich vielleicht denken wenn man meinen text liest, dennoch denke ich, du kennst mich nicht und kannst demnach meine mentalität/ charakter nicht wirklich beurteilen - also bitte keine vorschnellen urteile.

die sache mit dem studium - das studieren mit kind - nicht leichter wird als vorher ist mir klar. dennoch habe ich fest vor das studium zu beenden - und wenn es eben mit einem oder zwei semestern verzögerung geschieht.

was wäre die alternative? schon über die hälfte der regelstudienzeit geschafft und dann das studium abgebrochen anstatt lieber ne zeit aussetzen? und das, obwohl es sich bei dem studium um ein wunschstudium handelt mit recht schweren zugangsvoraussetzungen (nc)? nein, ich habe das klare ziel, das studium zu beenden, auch wenn es schwerer wird.

grüsse,
der pudel

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6. Juni 2010 um 18:09

Hm.
Versteh' mich nicht falsch- ich sehe schon, dass das keine einfache Situation für dich ist im Moment. Aber deinem "wenn ich's mit richtig überlege, würde ich nur aus Vernunftgründen dort hin ziehen" möchte ich dennoch gern entgegen halten- und würdest du nicht vorrangig aus Bammel-Gründen am jetzigen Ort verbleiben??

Ok, du findest deine jetzige Stadt schöner. Aber wenn ich das richtig verstanden habe, gibt es die Perspektive, dass ihr euch dort dauerhaft niederlasst, doch gar nicht- zumindest nicht, so lange ihr in erster Linie auf sein Gehalt angewiesen seid, und das wird ja noch 'ne laaange Weile so sein.

Du bist an deinem jetzigen Wohnort nicht besonders integriert.
Das du dann Ängste hast, was da auf dich zukommt, wenn du jetzt schon wieder wechselst, noch dazu mit Kind und an eine andere Uni, ist logo. Nur- daran arbeiten, besser Anschluss zu finden, kannst du prinzipiell in jeder Stadt. Und selbst, wenn das am jetzigen Wohnort aus deiner Sicht leichter sein sollte- was nützen dir diese Kontakte langfristig??

Du bist in einer totalen Umbruchsphase- da sind "Vernunftsgründe" aus meiner Sicht nicht die schlechtesten. Die Vorteile liegen doch ziemlich auf der Hand- nicht nur fürs Kind, auch für dich! Was willst du machen, wenn du in 1 1/2 oder 2 Jahren mit dem Studium fertig bist, dann mit dem Kindsvater zusammen ziehst und plötzlich merkst, es klappt gar nicht dauerhaft mit euch beiden und Kind?? Will hier nicht den Teufel an die Wand malen, aber es gibt ja nun mal gar nicht so wenige Paare, die sich massiv drauf einstellen müssen, plötzlich auch noch die Elternrolle zu haben- wenn ich du wäre, dann würde ich wissen wollen, ob ich das mit meinem Freund hinkriege, BEVOR ich fertig mit dem Studium bin. Danach richten sich schließlich deine weiteren -auch beruflichen- Entscheidungen!

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