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Emotionale Erpressung nach Trennung

3. Dezember 2009 um 14:43

Hallo Zusammen,

ich versuche in kurzen Worten zu beschreiben, wie es zu meinem Problem, unter dem ich derzeit fürchterlich leide, gekommen ist. Im Frühjahr 2008 hat sich meine Frau im 8. Ehejahr in einen zehn Jahre jüngeren Arbeitskollegen verguckt. Es schloß sich eine fürchterliche Zeit an mit gegenseitigen Beschuldigungen und Verletzungen. Trotzdem habe ich es fast ein Jahr lang ausgehalten, obwohl der Kontakt zu dem neuen Mann offen gelebt wurde.

Es gab zwar Beteuerungen, dass es sich um eine - intensive - Freundschaft handele. Doch immer wieder habe ich unzweideutige Dinge erlebt, die klar gemacht haben, dass die beiden ein Verhältnis haben. Weil wir eine gemeinsame Existenz haben und zwei Kinder, die bei uns leben, hatte ich große Skrupel, alles aufzugeben. Letztlich jedoch wollte meine Frau den Kontakt zu ihrem Geliebten nicht einstellen. Vielmehr noch ausgedehnter Dinge mit ihm unternehmen.

Anfang März diesen Jahres habe ich schließlich nach monatelangem Gedemütigwerden den Absprung geschafft. Fragt mich nicht warum e so lange gedauert haben, ich bin eben so. Freunde sagen auch, dass ich viel zu gutmütig bin. Das die Frau, die ich einmal geliebt habe, dies so maßlos ausnutzen würde, gehörte einfach nicht zu dem mir Vorstellbaren. Wie auch immer. Aus finanziellen Nöten, musste ich ab und zu auch wieder im Haus unterkommen, da ich mir eine eigene Existenz ohne entsprechende Regelugen untereinander nicht aufbauen konnte. Letztlich wären die Schulden zu Lasten der Kinder gegangen. Inzwischen habe ich einen befreundeten Anwalt beauftragt, mich in der Scheidungszeit zu betreuen und das hat mir ein wenig Last genommen. Dennoch bestimmt die Situation meinen Alltag, jeden Tag leide ich unter der Trennung von den Kindern und unter dem quasi Totalverlust meines bisherigen Lebens.

Meine Frau ist im Haus geblieben, sie hatte es abgelehnt aus der neuen emotionalen Bindung, die sie eingegangen ist, Konsequenzen zu ziehen. Hat mich sozusagen ausgesessen, bis die Situation so unerträglich war, dass ich gehen musste. Sie bewohnt mit den Kindern weiter das Haus. An den aufgelaufenen Verpflichtungen finanzieller Natur will sie sich nicht beteiligen. Ihr Lohn reicht aber nicht dafür aus, das Haus zu bezahlen. Sie erwartet von mir seit Monaten und auch in der näheren Zukunft, dass ich die größten Lasten trage, auch wenn ich garnicht mehr davon profitiere. Zwischenzeitlich nutzt sie ihr Geld, Kindergeld und Unterhalt, um mit ihrem Freund nach Berlin, Hamburg, New York zu fliegen. Fleissig zu Konzerten zu gehen und vieles mehr.

Ich fühle mich von ihr in die Zange genommen, emotional erpresst. Denn sie argumentiert mit den Kindern. Wenn ich also nun auf den mit zustehenden Teil, zum Beispiel meines Gehaltes bestehe, würde ich den Kindern alles nehmen. Sie baut darauf, dass ich es nicht übers Herz bringe, auf einen Verkauf des Hauses zu drängen. Stellt mich so hin, als wäre ich dann auch noch daran der Schuldige. Dabei hat sie schon in den vorangegangenen emotionalen Auseinandersetzungen immer mir die Schuld für alles gegeben. Ich kann in Hinblick auf meine Zukunft nicht damit umgehen. Ich liebe die Kinder über alles. Alleine die Vorstellung, dass meine Exfrau den Kindern sagt, dass ich jetzt nicht mehr für sie bezahle (was ja nicht stimmt) und sie deshalb aus ihrem geliebten Zuhause müssen, ich bringe es nicht übers Herz. Bin total verzweifelt.

Hat jemand eine solche Situation schon durchgemacht, wie habt ihr den Kontakt mit den Kindern halten können, wie seid Ihr mit dem Druck umgegangen, für alles zu büssen, wenn andere willkürlich handeln. Habt ihr irgendwann Licht am Ende des Tunnels gesehen???

Ich danke Euch herzlich für Eure Beiträge...

Der Gutmütige

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7. Dezember 2009 um 10:31

Schon probiert
Hallo acecat,

vielen Dank für Deine Antwort. Leider ist eine Mediation bereits gescheitert. Auf meine Initiative mit einem Mediator kam als Antwort ein Schreiben vom Anwalt mit wieteren Forderungen.

Du hast genau Recht, was Du über das Elternsein geschrieben hast. Seitens des Umganges funktioniert es auch. Ich hole meinen Sohn mindestens alle 14 Tage, manchmal hat meine Frau Frühdienst und ich fahre morgens hin, frühstücke mit ihm und mache ihn für die Schule fertig.

Das Problem ist folgendes: Natürlich wäre es für die Kinder schöner, wenn sie in ihrem Zuhause bleiben könnten. Das ist eindeutig im Sinne der Kinder. ABER: Das kann doch nur funktionieren, wenn sich die Eltern dabei auch gleich engagieren. Ich mache inzwischen drei Jobs, um die Unkosten für das Haus zu zahlen und dann noch den Unterhalt, meine Frau jedoch will und will noch mehr. Wenn dann jemand ihr klar macht, dass das so nicht geht, dann droht sie eben, mich bei den Kindern dafür verantwortlich zu machen, dass sich ihre Lebenssituation verschlechtert. Leider wird sie auch anwaltlich nicht objektiv beraten.

Eine Paartherapie wird es so schnell nicht geben. Dazu war sie bereits in der Zeit, als ich noch versucht habe, die Beziehung zu retten, nicht bereit.

Es geht nur um die Zukunft der Kinder. Aber es kann ja nicht sein, dass es in derem Sinne ist, wenn ihr Papa irgendwann mit unter 40 den ersten Herzinfarkt hat oder Privatinsolvenz anmelden muss.

Viele Grüße

Gutmütiger

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