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Emotionale Erpressung?

1. Oktober 2016 um 22:18

Hallo ihr Lieben!

Vor einigen Wochen bin ich mit einem langjährigen Freund zusammen gekommen. All die Jahre war es ausschließlich eine Freundschaft und durch eine gemeinsame Zeit im Ausland haben sich dann doch Gefühle entwickelt. Zu der Zeit hatte er aber noch eine Freundin, die auch eine gute Bekannte von mir ist. Ich weiß, dass es ein großer Fehler war etwas mit ihm anzufangen und habe nach wie vor ein wahnsinnig schlechtes Gewissen ihr gegenüber. Er hat sich von ihr getrennt, bevor er dann fest mit mir zusammen kam, aber sie weiß noch nichts von uns und ich habe Angst vor ihrer Reaktion und der unseres Freundeskreises.

Kaum waren wir in einer Beziehung hat er sich sehr verändert (ich habe ihn als lockeren Menschen kennengelernt). Ich durfte nur zweimal die Woche etwas alleine unternehmen, einer der beiden Tage ging schon für meinen Nebenjob drauf. Wollte ich an einem der anderen Tage Freunde treffen, dann durfte ich das nur in seiner Begleitung. Ausnahmen waren kaum zugelassen, da er meinte nur so könne man feststellen, ob man gut zueinander passt und hat auch schon vom Zusammenziehen geredet. Ich möchte meinen Partner ja auch gerne oft sehen, aber unter diesem Zwang hab ich mich eher eingeengt gefühlt. Freunde haben sich schon gewundert, warum ich mich nicht mehr blicken lasse. Dazu meinte er ich müsse mich eben entscheiden und meine Prioritäten richtig setzen. Als ich meinen Handy-PIN geändert habe, um zu unterbinden, dass er meine Nachrichten liest, wurde er wütend und warf mir vor fremdzugehen oder in den Nachrichten über ihn herzuziehen. Nichts davon ist der Fall, ich finde es einfach nur nicht in Ordnung so in meine Privatsphäre einzudringen! Liege ich da so falsch?
Lagen wir abends zusammen auf dem Sofa musste ich seine Hand halten oder zumindest sehr eng an ihm liegen. Tat ich das mal nicht hat er gleich angefangen zu diskutieren. Es sei nicht normal als Paar "nur" nebeneinander zu liegen und ich solle ihn doch immer mal wieder küssen, seine Hand halten usw.
Wollte ich mal nicht mit ihm schlafen, hat er so lange auf mich eingeredet bis ich nachgegeben habe, obwohl ich eigentlich garnicht wollte. Alles wurde zu einem Zwang, er hat mich oft unter Druck gesetzt.

Nach nur kurzer Zeit wurde mir klar, dass ich die Beziehung so nicht weiterführen kann und irgendwann nach ein paar Wochen traute ich mich endlich auch ihm das mitzuteilen. Zuerst hagelte es wieder Vorwürfe, dass ich ihm das nicht sofort gesagt habe, dann sah er seine Fehler anscheinend ein. Er hat sich komplett geändert und gemeint er lasse mir meine Freiheiten, auch wenn er dann unglücklich mit der Situation ist. Dass das auf Dauer keinen Sinn macht ist ja wohl aber klar. Unsere Vorstellungen von Beziehungen gingen zu sehr auseinander. Eine Woche später beendete ich die Beziehung. Er verlangte eine "Abgewöhnungsphase", die so aussah, dass wir uns immer einen Tag weniger pro Woche sahen. Aus Angst vor Ärger mit ihm und auch, weil ich durch all seine Vorwürfe (ich hätte ihn angelogen und verarscht) ihm gegenüber ein schlechtes Gewissen hatte, ging ich darauf ein. Seine Vorwürfe waren zb dass ich im Ausland kein Problem gehabt hätte soviel Zeit mit ihm zu verbringen und da hätte ich auch nie Zeit für mich alleine wollen. Meine Erklärungen, dass man die Situation dort nicht mit dem Alltag in Deutschland vergleichen kann wurden nicht akzeptiert. Dort waren nur wir zwei, er als einzig vertraute Person für mich. Keine Familie, keine Freunde mit denen ich auch Zeit verbringen wollte. Klar fällt da mehr für ihn ab. Hier hab ich aber auch meinen Job + Nebenjob, möchte auch mal etwas Zeit alleine für mich oder mal ohne ihn etwas unternehmen. Ich halte mich da nicht für unnormal, bin aber inzwischen total verunsichert was falsch und was richtig ist.

Naja, nach nur einer Woche hat er die Abgewöhnungsphase widerrufen. Er könne das nicht, entweder ich gebe ihm eine zweite Chance oder er bricht den Kontakt zu mir ab. Er gebe sich doch so Mühe. Bei der Gelegenheit hat er gleich auch durchblicken lassen, dass er den anderen von uns erzählen wird. Am Anfang unserer Beziehung hatten wir vereinbart, dass wir es noch geheim halten, damit nicht die Gerüchte entstehen wir hätten im Ausland schon etwas miteinander gehabt und er seine Ex mit mir betrogen (die Gefühle entstanden zwar schon dort, aber es lief erst was, als er wieder solo war) und ich auch nicht als diejenige da stehen wollte, die ihr den Freund ausgespannt hat. Das mag feige klingen und ist es vielleicht auch, aber wir hielten es für das beste. Und nun drohte er mir damit alles auszuplaudern, wenn ich ihm keine zweite Chance gebe.
Das habe ich aber abgelehnt, ich weiß dass es nicht mit uns funktionieren wird, wieso also das Ganze noch länger hinziehen und uns beiden damit das Leben schwer machen? Nach stundenlangen heftigen Diskussionen gab er sich mit einer Freundschaft "zufrieden". Allerdings will er kein normaler Freund sein, er wolle über den anderen stehen und enger mit mir befreundet sein als die anderen. Mindestens 1-2 Tage die Woche müssen wir uns nach wie vor sehen und da er momentan zwei Stunden entfernt von hier sein Praxissemester macht, fallen diese Treffen aufs Wochenende. Freunde solle ich an anderen Tagen treffen und Zeit für mich habe ich unter der Woche ja auch mehr als genug. Nebenjob, Haushalt und andere Verpflichtungen interessieren ihn nicht, ist ja auch irgendwie "Zeit für mich"!
Auch wenn ich es für schwierig halte nach einer Beziehung eine Freundschaft führen zu können, fände ich es schön wenn es doch klappen könnte, da ich ihn als Person nach wie vor mag. Aber er hört einfach nicht auf Druck auf mich auszuüben. Letztes Wochenende hatte ich "nur" den ganzen Sonntag für ihn Zeit, da hat er mir vorgeworfen dass ich ihn fertig mache, er kaum noch schlafe und esse und alles wegen meines Verhaltens. Ich würde eine Mauer um mich herum aufbauen und könne keine Nähe zulassen. Und wieso? Weil ich zb nicht möchte, dass er mich mit Nasenkuss begrüßt (äh, hallo?! ) oder beim chillen DIREKT an mir dran liegt. Sorry, aber das ist mir für ne Freundschaft dauerhaft zuviel Körperkontakt. Wenn wir in Zukunft feiern gehen und beide was trinken, dann will er bei mir im Bett übernachten und nicht auf dem Sofa, so wie andere, "normale" Freunde. Leute, das ist doch nicht normal oder? Liege ich so falsch mit meiner Ansicht, dass das zuviel ist? Dass er sich total schräg benimmt?
Ich bin echt am Ende mit den Nerven, habe Angst was noch auf mich zukommt, sobald er alles ausplaudert....
Wenn ich mich seinen Forderungen nicht füge will er keinen Kontakt mehr zu mir und wird mich nach eigener Aussage hassen. Ist das schon emotionale Erpressung?

Vielen lieben Dank im Voraus für eure Antworten!

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1. Oktober 2016 um 22:18

Hallo ihr Lieben!

Vor einigen Wochen bin ich mit einem langjährigen Freund zusammen gekommen. All die Jahre war es ausschließlich eine Freundschaft und durch eine gemeinsame Zeit im Ausland haben sich dann doch Gefühle entwickelt. Zu der Zeit hatte er aber noch eine Freundin, die auch eine gute Bekannte von mir ist. Ich weiß, dass es ein großer Fehler war etwas mit ihm anzufangen und habe nach wie vor ein wahnsinnig schlechtes Gewissen ihr gegenüber. Er hat sich von ihr getrennt, bevor er dann fest mit mir zusammen kam, aber sie weiß noch nichts von uns und ich habe Angst vor ihrer Reaktion und der unseres Freundeskreises.

Kaum waren wir in einer Beziehung hat er sich sehr verändert (ich habe ihn als lockeren Menschen kennengelernt). Ich durfte nur zweimal die Woche etwas alleine unternehmen, einer der beiden Tage ging schon für meinen Nebenjob drauf. Wollte ich an einem der anderen Tage Freunde treffen, dann durfte ich das nur in seiner Begleitung. Ausnahmen waren kaum zugelassen, da er meinte nur so könne man feststellen, ob man gut zueinander passt und hat auch schon vom Zusammenziehen geredet. Ich möchte meinen Partner ja auch gerne oft sehen, aber unter diesem Zwang hab ich mich eher eingeengt gefühlt. Freunde haben sich schon gewundert, warum ich mich nicht mehr blicken lasse. Dazu meinte er ich müsse mich eben entscheiden und meine Prioritäten richtig setzen. Als ich meinen Handy-PIN geändert habe, um zu unterbinden, dass er meine Nachrichten liest, wurde er wütend und warf mir vor fremdzugehen oder in den Nachrichten über ihn herzuziehen. Nichts davon ist der Fall, ich finde es einfach nur nicht in Ordnung so in meine Privatsphäre einzudringen! Liege ich da so falsch?
Lagen wir abends zusammen auf dem Sofa musste ich seine Hand halten oder zumindest sehr eng an ihm liegen. Tat ich das mal nicht hat er gleich angefangen zu diskutieren. Es sei nicht normal als Paar "nur" nebeneinander zu liegen und ich solle ihn doch immer mal wieder küssen, seine Hand halten usw.
Wollte ich mal nicht mit ihm schlafen, hat er so lange auf mich eingeredet bis ich nachgegeben habe, obwohl ich eigentlich garnicht wollte. Alles wurde zu einem Zwang, er hat mich oft unter Druck gesetzt.

Nach nur kurzer Zeit wurde mir klar, dass ich die Beziehung so nicht weiterführen kann und irgendwann nach ein paar Wochen traute ich mich endlich auch ihm das mitzuteilen. Zuerst hagelte es wieder Vorwürfe, dass ich ihm das nicht sofort gesagt habe, dann sah er seine Fehler anscheinend ein. Er hat sich komplett geändert und gemeint er lasse mir meine Freiheiten, auch wenn er dann unglücklich mit der Situation ist. Dass das auf Dauer keinen Sinn macht ist ja wohl aber klar. Unsere Vorstellungen von Beziehungen gingen zu sehr auseinander. Eine Woche später beendete ich die Beziehung. Er verlangte eine "Abgewöhnungsphase", die so aussah, dass wir uns immer einen Tag weniger pro Woche sahen. Aus Angst vor Ärger mit ihm und auch, weil ich durch all seine Vorwürfe (ich hätte ihn angelogen und verarscht) ihm gegenüber ein schlechtes Gewissen hatte, ging ich darauf ein. Seine Vorwürfe waren zb dass ich im Ausland kein Problem gehabt hätte soviel Zeit mit ihm zu verbringen und da hätte ich auch nie Zeit für mich alleine wollen. Meine Erklärungen, dass man die Situation dort nicht mit dem Alltag in Deutschland vergleichen kann wurden nicht akzeptiert. Dort waren nur wir zwei, er als einzig vertraute Person für mich. Keine Familie, keine Freunde mit denen ich auch Zeit verbringen wollte. Klar fällt da mehr für ihn ab. Hier hab ich aber auch meinen Job + Nebenjob, möchte auch mal etwas Zeit alleine für mich oder mal ohne ihn etwas unternehmen. Ich halte mich da nicht für unnormal, bin aber inzwischen total verunsichert was falsch und was richtig ist.

Naja, nach nur einer Woche hat er die Abgewöhnungsphase widerrufen. Er könne das nicht, entweder ich gebe ihm eine zweite Chance oder er bricht den Kontakt zu mir ab. Er gebe sich doch so Mühe. Bei der Gelegenheit hat er gleich auch durchblicken lassen, dass er den anderen von uns erzählen wird. Am Anfang unserer Beziehung hatten wir vereinbart, dass wir es noch geheim halten, damit nicht die Gerüchte entstehen wir hätten im Ausland schon etwas miteinander gehabt und er seine Ex mit mir betrogen (die Gefühle entstanden zwar schon dort, aber es lief erst was, als er wieder solo war) und ich auch nicht als diejenige da stehen wollte, die ihr den Freund ausgespannt hat. Das mag feige klingen und ist es vielleicht auch, aber wir hielten es für das beste. Und nun drohte er mir damit alles auszuplaudern, wenn ich ihm keine zweite Chance gebe.
Das habe ich aber abgelehnt, ich weiß dass es nicht mit uns funktionieren wird, wieso also das Ganze noch länger hinziehen und uns beiden damit das Leben schwer machen? Nach stundenlangen heftigen Diskussionen gab er sich mit einer Freundschaft "zufrieden". Allerdings will er kein normaler Freund sein, er wolle über den anderen stehen und enger mit mir befreundet sein als die anderen. Mindestens 1-2 Tage die Woche müssen wir uns nach wie vor sehen und da er momentan zwei Stunden entfernt von hier sein Praxissemester macht, fallen diese Treffen aufs Wochenende. Freunde solle ich an anderen Tagen treffen und Zeit für mich habe ich unter der Woche ja auch mehr als genug. Nebenjob, Haushalt und andere Verpflichtungen interessieren ihn nicht, ist ja auch irgendwie "Zeit für mich"!
Auch wenn ich es für schwierig halte nach einer Beziehung eine Freundschaft führen zu können, fände ich es schön wenn es doch klappen könnte, da ich ihn als Person nach wie vor mag. Aber er hört einfach nicht auf Druck auf mich auszuüben. Letztes Wochenende hatte ich "nur" den ganzen Sonntag für ihn Zeit, da hat er mir vorgeworfen dass ich ihn fertig mache, er kaum noch schlafe und esse und alles wegen meines Verhaltens. Ich würde eine Mauer um mich herum aufbauen und könne keine Nähe zulassen. Und wieso? Weil ich zb nicht möchte, dass er mich mit Nasenkuss begrüßt (äh, hallo?! ) oder beim chillen DIREKT an mir dran liegt. Sorry, aber das ist mir für ne Freundschaft dauerhaft zuviel Körperkontakt. Wenn wir in Zukunft feiern gehen und beide was trinken, dann will er bei mir im Bett übernachten und nicht auf dem Sofa, so wie andere, "normale" Freunde. Leute, das ist doch nicht normal oder? Liege ich so falsch mit meiner Ansicht, dass das zuviel ist? Dass er sich total schräg benimmt?
Ich bin echt am Ende mit den Nerven, habe Angst was noch auf mich zukommt, sobald er alles ausplaudert....
Wenn ich mich seinen Forderungen nicht füge will er keinen Kontakt mehr zu mir und wird mich nach eigener Aussage hassen. Ist das schon emotionale Erpressung?

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