Forum / Liebe & Beziehung

Emotionale Abhängigkeit und Liebeskummer

26. Januar 2015 um 14:38 Letzte Antwort: 26. Januar 2015 um 16:00

Hallo Gemeinde,

ich (m/32) möchte gerne kurz mein Problem schildern in der Hoffnung hier Denkanstöße zu finden, um dem Emotionschaos in meinem Herzen/Kopf Linderung zu verschaffen.

Es ist jetzt ziemlich genau zwei Jahre, da lernte ich "sie" kennen. Ich war sofort fasziniert, wollte sie kennenlernen. Wir haben uns ein paar mal verabredet. Sie zeigte mir ihr Interesse, sagte aber auch zeitgleich sie sei nicht bereit für etwas neues. Ihre letzte Beziehung (im Ausland) ging kurz zuvor zu Ende (~1 Monat). Verständlich, wenn sich jemand dann noch nicht öffnen kann...

Unser erster Kuss war nach etwa 6 Wochen, als wir uns kennenlernten. Sie hatte danach Tränenin den Augen - schlechtes Gewissen "ihm" gegenüber. Für mich natürlich sehr bitter, aber ich bin sehr selbstbewusst und zäh. Ich sah drüber hinweg. In den Folgemonaten sollte "er" noch oft ein Thema sein - mir fehlte wohl rückblickend eine klare Abgrenzung ihrerseits zu ihm. Mittlerweile ist "er" natürlich kein Thema mehr, aber die ersten 6/7 Monate war "er" oft in meinem Kopf präsent. Sehr unangenehm!

Es gab viele Situationen, die mich sehr gefordert und auch überfordert haben. Sexuell haben wir nicht zueinander gefunden und mal waren wir zusammen, mal nicht. Im 4-Wochen Rythmus.

In der ersten Zeit sagte sie von sich sie habe Bindungsängste und wisse nicht, ob sie jemals jemanden geliebt hätte. Sie sagte sie wolle aber von mir lernen wie man liebt. Natürlich läuten da alle Alarmglocken. Ich hab drüber hinweggesehen, denn ich war wirklich sehr verliebt.

Mit der Zeit habe ich mehr von ihr erfahren. Sie hatte vor mir schon viele Männer und auch eine Abtreibung. Sofort entflammte in mir blinde Eifersucht und was noch sehr viel schwerer wiegte: das Gefühl von Beliebigkeit/Austauschbarkeit. Schrecklich... Ich kenne Sex nur aus Beziehungen, eine meiner Beziehungen hielt 7 Jahre. Ich dachte ich wäre stark genug für alles, für sie und "ihre Geschichte" war ich es aber offenkundig nicht. Mein Bild von ihr verschlechterte sich. In Kombination mit den Erlebnissen unserer Anfangszeit und ihrer Bindungsangst (sie hatte einmal eine Beziehung von 1,5 Jahren, mit 16, danach nur noch wenige Monate anhaltende Bekanntschaften) merkte ich wie ich sie bewusst schlecht behandle, wo ich sie doch nur auf Händen tragen wollte.
Ich begann an mir und der ehrbarkeit meiner Absichten zu zweifeln. Ich fuhr auch emine Mauern stetig hoch bis es nur noch dramatische Streiteieren aufgrund von im Grunde Kleinigkeiten gab.

Vor 8 Monaten haben wir uns getrennt. Die ersten Wochen/Monate fühlte es sich nicht wie eine richtige Trennung an. Wir hielten uns wohl beide noch warm.

Heute weiß ich aber, dass es für sie wirklich vorbei ist. Für mich aber nocht nicht? Warum? Ich sehe, dass die Beziehung mir nicht gut getan hat, das Schlechte in mir hervor brachte. Und doch hoffe ich, dass sie mich vielleicht iwann doch so lieben wird wie ich sie. Völlig illusorisch! Sie sagte bereits selbst "Du wirst mich immer mehr lieben als ich Dich!" - Nadelstiche in meinem Herzen.

Wir haben noch sporadisch Kontakt. Ganz einstellen konnten wir den Kontakt trotz Sperre, etc pp nicht. Drei Wochen waren das Maximum.

Ich muss nicht von ihr los kommen, sondern von dem Gefühl/Sehnsucht, welches siein mir erregt.

Wie mache ich das? Bitte helft mir! Ich will nicht mehr leiden...

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26. Januar 2015 um 15:44

Ja
Den Satz hab ich etwas unglücklich formuliert. Was ich sagen wollte: es ist nicht die Person, die die Ursache für mein Chaos ist. Es ist das was sie auslöst.

Eine Kontaktsperre fühlt sich nicht "sauber" an. Als würde ich das Problem, welches in mir durch sie entstand nicht lösen sondern ignorieren... Zudem: ich habe zu all meinen Exfreundinnnen ein wirklich tolles und freundschaftliches verhältniss.

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26. Januar 2015 um 15:57

Veto
"abhängig" wird man tatsächlich meist von einen Gefühl, nur bei stoffgebundener Abhängigkeit kommt noch der körperliche Entzug dazu.

Jeder "Alki", der es mal probiert hat - und jeder andere, der mal abhängig war, kann Dir sagen, dass der reine Entzug nicht sooo drastisch ist. Je nach dem, was man sich so reingetan hat, ist das in 3-5 Tagen durch. Ok, diese Tage werden unschön bis richtig übel - aber Hey, es sind paar Tage.

Die eigentlichen Probleme fangen später erst an. Und die hängen wirklich primär an dem Gefühl, welches die Droge / Handlung auslöst. Anderes Beispiel: von Sex-Sucht kommt man nicht los, indem man paar Wochen nicht mehr poppt, sondern indem man sich die Sicherheit und die Bestätigung, begehrenswert zu sein - effektiv und so, dass es "satt macht" auf anderem Wege holt - vorzugsweise einem weniger selbstzerstörerischen. Und selbst dann wird es Tage geben, wo man daran zweifelt (schon allein, weil es die bei jedem Menschen gibt) - und dann diese Zweifel empfinden diese Menschen auch Jahre später noch wesentlich intensiver als die "normalen" - und dann stehen sie vor der Wahl: mühsam: sich mit dem Gefühl auseinander zu setzen, sich dem zu stellen, mühsam die eigene Welt wieder zusammen zimmern.
Ooooder easy: Das Gefühl hat man sofort und ganz intensiv, wenn man nur einmal wieder...

@TE mal so eine dumme Frage ins Blaue: kann es sein, dass Deine Gefühle *mit* den Schwierigkeiten, so wie sie nacheinander auftauchten, immer intensiver wurden? Je grösser die Steine im Wege (auf ihrer Seite) desto intensiver wurden Deine Gefühle für sie? Insbesondere bezogen darauf, dass Du von den Bindungsängsten erfahren hast?

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26. Januar 2015 um 16:00
In Antwort auf

Veto
"abhängig" wird man tatsächlich meist von einen Gefühl, nur bei stoffgebundener Abhängigkeit kommt noch der körperliche Entzug dazu.

Jeder "Alki", der es mal probiert hat - und jeder andere, der mal abhängig war, kann Dir sagen, dass der reine Entzug nicht sooo drastisch ist. Je nach dem, was man sich so reingetan hat, ist das in 3-5 Tagen durch. Ok, diese Tage werden unschön bis richtig übel - aber Hey, es sind paar Tage.

Die eigentlichen Probleme fangen später erst an. Und die hängen wirklich primär an dem Gefühl, welches die Droge / Handlung auslöst. Anderes Beispiel: von Sex-Sucht kommt man nicht los, indem man paar Wochen nicht mehr poppt, sondern indem man sich die Sicherheit und die Bestätigung, begehrenswert zu sein - effektiv und so, dass es "satt macht" auf anderem Wege holt - vorzugsweise einem weniger selbstzerstörerischen. Und selbst dann wird es Tage geben, wo man daran zweifelt (schon allein, weil es die bei jedem Menschen gibt) - und dann diese Zweifel empfinden diese Menschen auch Jahre später noch wesentlich intensiver als die "normalen" - und dann stehen sie vor der Wahl: mühsam: sich mit dem Gefühl auseinander zu setzen, sich dem zu stellen, mühsam die eigene Welt wieder zusammen zimmern.
Ooooder easy: Das Gefühl hat man sofort und ganz intensiv, wenn man nur einmal wieder...

@TE mal so eine dumme Frage ins Blaue: kann es sein, dass Deine Gefühle *mit* den Schwierigkeiten, so wie sie nacheinander auftauchten, immer intensiver wurden? Je grösser die Steine im Wege (auf ihrer Seite) desto intensiver wurden Deine Gefühle für sie? Insbesondere bezogen darauf, dass Du von den Bindungsängsten erfahren hast?

So dumm ist die Frage gar nicht
Ich glaube ich kann das alles mit einem klaren "ja" beantworten! Was attestierst Du mir? Helfersyndrom? Möchtegern-Held? Zu großes Ego?

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