Forum / Liebe & Beziehung

Eisklotz Frau, sensibler Mann

22. März um 14:42 Letzte Antwort: 23. März um 20:59

Servus,

ich (Frau, 25) bin seit 2 Jahren mit meinem Freund zusammen (28). 
Ich hatte keine sehr einfache Kindheit mit vielen Traumata, die ich bis heute nicht richtig verarbeitet habe. Wahrscheinlich kennt das der ein oder andere dass man dadurch dann gewisse Schutzmechanismdn entwickelt, um nicht an den Situationen abzukratzen..
nun meine Methode ist es Emotionen nicht zuzulassen. 
Es versteht sich das ich damit nur schwierige Situationen meine, denn schöne Momente kann ich fühlen weil ich die positiven Gefühle zulasse doch alles was mir zu nahe geht oder mich aufwühlt wird abgeblockt. 
meine familienstruktur ist sehr problematisch.
mein Freund kommt aus einem gut behüteten Haushalt mit liebevoller Familie.
Es kommt manchmal vor das er sehr sentimental wird und dann die ein oder andere Träne fließt es gibt Dinge die ihn sehr zusetzen und ich komme wie gesagt (Siehe Schutzmechanismus) gut emotional klar und weine nie. 
nun das Problem ist das ich mich derart blockiere das sogar die Gefühle meines Gegenübers mir nicht egal sind aber mich in Trance versetzen in dem Moment bin ich mental dann plötzlich weg und merke wie ich nicht umgehen kann mit den Gefühlen der Person vor mir. Mich nimmt das mit weil ich diese Person liebe und ihr gerne helfen will aber es nicht kann...
falls jemand Tipps hat wäre ich sehr dankbar

Liebe Grüße

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22. März um 15:15
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Servus,

ich (Frau, 25) bin seit 2 Jahren mit meinem Freund zusammen (28). 
Ich hatte keine sehr einfache Kindheit mit vielen Traumata, die ich bis heute nicht richtig verarbeitet habe. Wahrscheinlich kennt das der ein oder andere dass man dadurch dann gewisse Schutzmechanismdn entwickelt, um nicht an den Situationen abzukratzen..
nun meine Methode ist es Emotionen nicht zuzulassen. 
Es versteht sich das ich damit nur schwierige Situationen meine, denn schöne Momente kann ich fühlen weil ich die positiven Gefühle zulasse doch alles was mir zu nahe geht oder mich aufwühlt wird abgeblockt. 
meine familienstruktur ist sehr problematisch.
mein Freund kommt aus einem gut behüteten Haushalt mit liebevoller Familie.
Es kommt manchmal vor das er sehr sentimental wird und dann die ein oder andere Träne fließt es gibt Dinge die ihn sehr zusetzen und ich komme wie gesagt (Siehe Schutzmechanismus) gut emotional klar und weine nie. 
nun das Problem ist das ich mich derart blockiere das sogar die Gefühle meines Gegenübers mir nicht egal sind aber mich in Trance versetzen in dem Moment bin ich mental dann plötzlich weg und merke wie ich nicht umgehen kann mit den Gefühlen der Person vor mir. Mich nimmt das mit weil ich diese Person liebe und ihr gerne helfen will aber es nicht kann...
falls jemand Tipps hat wäre ich sehr dankbar

Liebe Grüße

Hallo,

wie stehst du zu einer Traumatherapie?
Ich würde in deinem Fall sehr achtsam sein, was Tipps und Ratschläge betrifft. Deine Traumata sind unverarbeitet. Wirksame Schutzmechanismen sind, wie ihr Name aussagt, ein Schutz. Ohne therapeutische Begleitung und entsprechend erlernte Bewältigungsstrategien wirst du bitte nichts unternehmen, was an diesen Schutzmechanismen rüttelt!  Die von dir beschriebene Trance lässt mich an  Dissoziationen denken. Ich kann mir vorstellen, wie belastend das sein muss. 

LG Sis
 

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22. März um 15:35
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Hallo,

wie stehst du zu einer Traumatherapie?
Ich würde in deinem Fall sehr achtsam sein, was Tipps und Ratschläge betrifft. Deine Traumata sind unverarbeitet. Wirksame Schutzmechanismen sind, wie ihr Name aussagt, ein Schutz. Ohne therapeutische Begleitung und entsprechend erlernte Bewältigungsstrategien wirst du bitte nichts unternehmen, was an diesen Schutzmechanismen rüttelt!  Die von dir beschriebene Trance lässt mich an  Dissoziationen denken. Ich kann mir vorstellen, wie belastend das sein muss. 

LG Sis
 

Hallo,

danke für diese informative Antwort und ja, Dissoziation beschreibt es ganz gut. Traumatherapie kommt für mich nicht infrage erstmal...ich habe vieles in meinem Leben zu beschreiten grade da kann ich keine Therapie einordnen. Vielleicht scheint die Argumentation aus zeitlichen Gründen nicht nachvollziehbar, aber grade geht das für mich einfach nicht.
Mir wäre nur wichtig, für andere da zu sein. Das will ich lernen, denn ich will keinen geliebten Menschen wehtun oder sie alleine lassen

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22. März um 16:00
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Hallo,

danke für diese informative Antwort und ja, Dissoziation beschreibt es ganz gut. Traumatherapie kommt für mich nicht infrage erstmal...ich habe vieles in meinem Leben zu beschreiten grade da kann ich keine Therapie einordnen. Vielleicht scheint die Argumentation aus zeitlichen Gründen nicht nachvollziehbar, aber grade geht das für mich einfach nicht.
Mir wäre nur wichtig, für andere da zu sein. Das will ich lernen, denn ich will keinen geliebten Menschen wehtun oder sie alleine lassen

Hallo,

ich verstehe das Argument sehr gut. Eine Therapie würde sehr viel aufwühlen und dazu braucht es auch einen gewissen Rahmen. Vielleicht behältst du die Möglichkeit im Hinterkopf. 

Ist es dir möglich anderen einen Hinweis zu geben, wie weit sie gehen können? Es beträfe vermutlich nur enge, vertraute Menschen für die du da sein möchtest. Ein klares Signal wäre hier nicht schlecht, so weiß dein Gegenüber er/sie betritt Bereiche, die dich überfordern. Wenn dein Gegenüber den Bereich kennt ist das leichter für beide Seiten. 

LG Sis

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23. März um 5:58
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Hallo,

danke für diese informative Antwort und ja, Dissoziation beschreibt es ganz gut. Traumatherapie kommt für mich nicht infrage erstmal...ich habe vieles in meinem Leben zu beschreiten grade da kann ich keine Therapie einordnen. Vielleicht scheint die Argumentation aus zeitlichen Gründen nicht nachvollziehbar, aber grade geht das für mich einfach nicht.
Mir wäre nur wichtig, für andere da zu sein. Das will ich lernen, denn ich will keinen geliebten Menschen wehtun oder sie alleine lassen

Als jemand der selbst das ein oder andere Trauma aus der Kindheit mitbekommen hat, auch bei mir war es die Familie, da kann ich nur sagen, je länger du wartest desto schwerer wirds werden. Du tust dir selbst keinen Gefallen.

Ich verstehe dich besser als du glaubst, auch den Wunsch für andere da sein zu wollen, das kenn ich sehr gut, zu gut... doch bin ich sehr froh darüber das man mich vor 20 Jahren aufm Pott gesetzt hat und mir klar gemacht hat das ich nicht wirklich die Kraft haben werde für andere da sein zu können wenn ich nicht für mich selbst da sein kann...

Es ist deine Entscheidung, natürlich... und doch weist du genau das die Begründung Zeit nichts weiter als eine Ausrede ist damit du dich nicht damit beschäftigen musst, weil du dich damit nicht beschäftigen willst... und wie gesagt entgegen deiner Annahme verstehe ich das sehr wohl... und ich bin der letzte der behaupten wird das es einfach ist sich dem zu stellen. Doch ich habe mehr als einen Menschen erlebt der es sein ganzes vor sich her schob und es ging nie gut aus... und wenn du diesem Mann helfen möchtest, dann kannst du das nur indem du dir selbst Hilfst, oder eben Hilfe suchst du kannst nur dann jemanden wertschätzen wenn du dich selbst wertschätzt und nein ich habe das nicht aus einem Glückkeks...

Es ist manchmal eben so da muss man nicht das hören was man hören will manchmal ist es so das man hören muss was man hören muss, eben auch wenn es dem ersten Anschein nach nicht das ist was man hören möchte...


Ich wünsch dir aufjedenfall alles gute... pass auf dich auf.

Gruß
Pav

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23. März um 10:10

Mit der Sehnsucht kommt der Schmerz. 

Du sehnst dich nach Verbundenheit und Angenommen sein, aber ein sehr wichtiger Anteil in der,  der traumatisierte Anteil, ist abgekapselt.

Das war in deiner Kindheit überlebenswichtig, heute trennt es dich von den Menschen, die du lieben willst und die dich lieben. 

Traumata, die man nicht bearbeitet, gibt man weiter!

Beziehungen bergen die Chance, diese Punkte zu heilen. Oder die Gefahr, sich rezutraumatisieren. Deshalb ist eine Therapie unausweichlich und je eher du das angehst, desto besser. Und retraumatisierungen sind unausweichlich in Beziehungen.

Mit Therapie steigt Die Chance, heilsame Erlebnisse zuzulassen, steigt. Das ist das A&O. 

Vielleicht hast du sogar das riesen Glück, dass du einen Partner hast, der dich dabei unterstützt. Es wird nicht nur schön, aber das Leben wird facettenreicher. 

Wenn du dich allerdings damit abgefunden hast, diesen Anteil in dir weiterhin dissoziiert zu halten, kann am Ende sogar eine gespaltene Persönlichkeit entstehen. Ich habe bei einem Traumatherapeuten für Kinder und Jugendliche gearbeitet und ich weiß, was möglich ist in dem Bereich. Und vor allem im Guten. 

Ich selbst bin auch mittelschwer traumatisiert und habe gerade erst gestern wieder - zwar mit riesen Angst, aber immerhin - etwas bewerkstelligt, was mich belastet hat. Ich bin eine gestandene Frau und schupfe normaler Weise mein Leben. Aber es gibt Punkte, die triggern mich total und ich hole mir ohne mit der Wimper zu zucken Hilfe! Coaching, Therapie, Supervision, egal was. Dafür ist sie da!!! 

Alles Liebe 

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23. März um 10:16

PS: spätestens mit eigenen Kindern gibst du deine Traumata weiter. Die sind sensibel und abhängig von den Eltern. Der  Eisklotz-Mechanismus würde zu einem dysfunktionalem Familiensystem führen. 

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23. März um 20:59
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Servus,

ich (Frau, 25) bin seit 2 Jahren mit meinem Freund zusammen (28). 
Ich hatte keine sehr einfache Kindheit mit vielen Traumata, die ich bis heute nicht richtig verarbeitet habe. Wahrscheinlich kennt das der ein oder andere dass man dadurch dann gewisse Schutzmechanismdn entwickelt, um nicht an den Situationen abzukratzen..
nun meine Methode ist es Emotionen nicht zuzulassen. 
Es versteht sich das ich damit nur schwierige Situationen meine, denn schöne Momente kann ich fühlen weil ich die positiven Gefühle zulasse doch alles was mir zu nahe geht oder mich aufwühlt wird abgeblockt. 
meine familienstruktur ist sehr problematisch.
mein Freund kommt aus einem gut behüteten Haushalt mit liebevoller Familie.
Es kommt manchmal vor das er sehr sentimental wird und dann die ein oder andere Träne fließt es gibt Dinge die ihn sehr zusetzen und ich komme wie gesagt (Siehe Schutzmechanismus) gut emotional klar und weine nie. 
nun das Problem ist das ich mich derart blockiere das sogar die Gefühle meines Gegenübers mir nicht egal sind aber mich in Trance versetzen in dem Moment bin ich mental dann plötzlich weg und merke wie ich nicht umgehen kann mit den Gefühlen der Person vor mir. Mich nimmt das mit weil ich diese Person liebe und ihr gerne helfen will aber es nicht kann...
falls jemand Tipps hat wäre ich sehr dankbar

Liebe Grüße

Es gibt eigentlich nur einen Rat, den ich dir geben kann: mach eine Therapie und arbeite deine Vergangenheit auf. Das ist nicht nur wichtig für deine Beziehung und deinen Partner, sondern in erster Linie für dich selbst. 

Was du jetzt machst ist Verdrängung und das klappt auf lange Sicht nicht. Du kannst nur deinen Frieden finden, indem du dich mit dem auseinandersetzt, das du erlebt hast.

Ich wünsche dir das Beste.

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