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Einsamkeit, Verbrauchtheit, Leere

31. August 2015 um 12:23

Hey Leute,

ich brauche eure Hilfe... Eine konstruktive Meinung und Ratschläge von objektiven Männern und Frauen.
Ich sage wie es ist: Ich bin im Moment einfach verzweifelt.

Fangen wir mal an. Ich möchte erst mal von meinen frühen Liebes-Erfahrungen erzählen.

Ich muss dazu sagen, dass ich heute 22 bin. Ich war reletiv lange Kind. Das heißt, ich bin wenig weg gegangen, habe meine Kindheit genossen und konnte bei meinen Eltern auch immer so lange Kind sein, wie ich wollte. Mit 19 erwischte es mich dann doch. Das ... "Liebe" mit Verlaub gesagt... Ich war wie gesagt, selten weg in meinen jungen Jahren. Damals wollte ich meinen Ausbildungsabschluss mit einer Freundin feiern und traf ihn. Daniel hieß er. Nun war es so, dass ich zum damaligen Zeitpunkt ziemlich schüchtern war, Jungfrau und es war alles so aufregend für mich. Die nächsten (gerade mal) vier Wochen verbrachten wir fast jeden Tag zusammen, ich habe ihm aber von Anfang an eröffnet, dass ich mit dem Sex warten wollte und er verstand das (scheinbar). Ich war verknallt, evtl. verliebt? Es war auch alles so, wie ich es mir vorstellte. Erstes Date, zweites Date ein Gute-Nacht-Kuss und beim dritten Date im Kino rumknutschen etc. Meine Eltern mochten ihn, ... und ich erst! Allerdings schien er was anderes zu denken. Er brach nach den vier Wochen den Kontakt ab und kurz darauf hatte er auch schon 'ne andere. Sex hatten wir nie. Heute weiß ich auch, dass ich nicht die einzige war, die er das Herz gebrochen hat. Ich sehe ihn ab und an heute noch und er lebt sein Leben immer noch genauso. Alle vier Wochen wechselt er seine Frauen und irgendwie ist er doch einsam....

Naja weg von ihm...

Nach Daniel fing ich an, öfters feiern zu gehn. Ich war mit Freunden so gut wie jedes Wochenende weg, trank, trank viel, feierte bis zu den Morgenstunden - im Endeffekt immer mit dem Hintergedanken, wieder das zu spüren bei jmd, wie ich es bei ihm spürte. Ich wollte mich verlieben, wollte neue Leute kennen, meine große Liebe oder was auch immer.
Ein halbes Jahr nach Daniel traf ich Stefan. Fasching, betrunken im Getümmel.
Da lief es dann auch schon anders ab. Wir knutschen gleich bei unserer ersten Begegnung, ich ging mit ihm heim. Geschlafen haben wir trotzdem nicht miteinander, schließlich war ich noch Jungfrau und er war zu betrunken.
Allerdings trafen wir uns anschließend, hatten mehrere schöne Dates und ich fing wieder an, Gefühle zu entwickeln.
Er scheinbar nicht.
Auch da waren es ca. 5 Wochen und auch er brach den Kontakt ab. Es hatte sich einfach bei ihm nichts entwickeln.

Danach fiel ich in ein tiefes Loch. Ich fand mich verdammt unattraktiv und verstand nicht, warum kein Mann eine ernste Beziehung mit mir haben will. Ich trauerte ihm hinterher und versuchte mich abzulenken.
Wieder ging ich jedes Wochende weg - diesmal etwas stürmischer, suchte mir Kerle zum Rummachen (nur knutschen) und das ging die nächsten Monate so. An der Zahl schätze ich, hatte ich da bestimmt mit 15 Stück aufwärts rumgeknutscht ohne auch nur irgendwas dabei zu fühlen. Mein Selbstbewusstsein wollte ich damit steigern oder keine Ahnung, was ich dachte. Wirklichen Kontakt hatte ich mit keinen von ihnen. Ich war einsam. Auch zu diesem Zeitpunkt. Ich lebte neben mir. Aber ich hatte das Gefühl, wenn ich feiern war, dass, bevor ich nicht mit einem Rummgemacht hatte, dass ich nicht gehe. Irgendwie verlor ich auch den Hintergedanken, dass ich ja eigentlich was Ernstes möchte.

Dann war ich schon Ende 20 und ich traf in meinem Freundeskreis Andreas.
Er war anders wie die anderen.
Er war schon 27 und wir schrieben, schrieben ständig. Er arbeitete weiter weg, deswegen konnten wir uns nicht oft treffen.
Schrieben nicht nur alltägliches, sondern er hat von wunderbaren Dingen geschrieben, was er denkte, fühlte. Er war sarkastisch, so wie ich! Und wir fanden so viele Gemeinsamkeiten und Stories über die wir schreiben konnten. Es ging dann auch irgendwie zweideutig, aber das gefiel mir. Ich schrieb eben auch, dass er mich vermisst und er mich wiedersehn will und er fuhr 200 km, um mich zu sehn. Wir waren nur einen Kaffee trinken.
Ich wurde 21 und plötzlich schrieb er, dass es schön ist, mit mir zu schreiben, aber ich soll mir keine Hoffnungen machen. Für eine Beziehung wäre er nicht bereit. Seine letzte wäre wohl noch nicht so lange her und die wäre böse ausgegangen.
In dieser Zeit, wo ich mit ihm schrieb, habe ich mit keinem anderen Kerl rumgeknutscht und ich hab mich gut gefühlt. Ich war feiern, klar, aber konnte mich auf niemand anderen einlassen. Auch da würde ich sagen, dass ich was empfunden habe.

Einen Monat, nachdem er das mit dem "keine Hoffnungen machen" schrieb, traf ich ihn zufällig auf einer Feier.
Er war nüchtern und ist gefahren - ich war leicht angetrunken, mehr nicht.
Wir landeten im Bett. Das war mein erstes Mal... Ich kann mich an alles erinnern, ich war wie im Rausch, ich machte mir Hoffnungen.
Natürlich würde jetzt jeder denken, wie naiv und blöd ich war.
Er schrieb nicht. Ich wartete zwei Wochen, dann schrieb ich eine lange Sms. Dass ich weiß, dass er alles geklärt hatte, aber ich vielleicht trotzdem irgendwas für ihn entwickelt habe. Dass ich zwar nicht verliebt bin aber wir wünschen würde, dass wir nochmal was zusammen machen. Dass es schön war.
Er hat sich danach nicht einmal die Mühe gemacht, zurückzuschreiben.

Danach hatte ich meine Naivität verloren. Ich hatte mich verändern. Diese Kerle haben mich verändert. Ich bin weitaus selbstbewusster geworden. Kein naives kleines Mädchen mehr. Ich weiß, dass viele Kerle einfach Arschlöcher sind und merke, wie Sex das Wichtigste für viele ist.

Ach, und ich möchte hier erwähnen: Gut ein halbes Jahr nach meinem "Zusammenstoß" mit Andreas erfuhr ich, dass der "Ich-will-keine-Beziehung-Typ" eine platinblonde-solariumgebräunte nette Freundin hat. Und ja, er ist glücklich.
Schön zu hören!
Dass er glücklich ist!

Das ganze ist jetzt gut 9 Monate her.

Ich bin einsam. Zwischenzeitlich hatte ich einen One-Night-Stand ausprobiert. Ich war zu einsam. Das Gefühl der Unattraktivität, der Sinnlosigkeit überfiel mich. Allerdings machte diese Erfahrung mein Leben auch nicht besser. Ich bin nicht der Typ dafür. Ich will immer noch eine ernste Beziehung. Ich mache nicht mehr viele Dummheiten. Weg gehe ich immer noch am Wochenende, aber ich fühle mich leer dabei und das macht alles so sinnlos.

Ich muss sagen, dass ich mich mit meinen 22 sehr verbraucht und leer fühle.
Ich habe eigentlich genug vom Feiern, ich will keine Männerbekanntschaften mehr, die in mir nicht mehr als eine von vielen sehen.
Ich möchte einmal im Leben etwas Besonderes für jemanden sein.

Neben Feiern arbeite ich, gehe ins Fitnessstudio, wohne mittlerweile in meiner eigenen Bude und trotz allem begnet mir keiner, den ich berühren kann. Mich kann keiner lieben.

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31. August 2015 um 16:23

Nun weißt du ...
wieso solche Beziehungen und ONS einen nicht weiter bringen ... was immerhin eine Erkenntnis ist die man gewonnen hat.

Ich denke das du nicht viel falsch gemacht hast außer das du die Perspektive einer Beziehung aus den Augen verlierst, geblendet von den Gefühlen in der Entstehungszeit. Und den Männern wird es irgendwann klar das es zu nichts führt (aus welchen Gründen auch immer die nicht unbedingt von dir verursacht sein müssen). Diese Voraussicht solltest du dir auch aneignen.

Übrigens gehen Beziehungen tendenziell irgendwann auseinander. Besonders bei den jüngeren verliebt man und entliebt man sich schnell. Es sind ja keine Ehen.

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3. September 2015 um 23:24

Pech gehabt....
akzeptieren und weitermachen.
Glaub mir, es gibt reichlich solcher Männer, die du dir wünscht.
Leider bemerkst du sie nur nicht, weil genau diese Kerle die sichere Wahl sind.

Was ich damit sagen will. Du nimmst diese Männer nicht als Partner wahr, weil sie dir unterbewusst zu langweilig/unattraktiv sind.

Ich bitte dich.... Auf einer Party/Disco/Nachtclub jemanden zu finden, der nicht auf Sex aus ist? Klingt ein wenig paradox.

Kann mir gut vorstellen, dass du eine Schönheit bist, aber wie fast jede Frau auf Bad Boys/Arschlöcher stehst.

Versuch mal außerhalb der Feierei dein Kerl zu finden.

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4. September 2015 um 9:33

Danke für die Antworten...
Ich hab mich aufgrund meiner Einsamkeit und Hilflosigkeit nach diesen Enttäuschungen oftmals in der Aufmerksamkeit auf Feiern gesuhlt, die Männer mir gaben. Auch, wenn ich wusste, dass außer dem Rumgeknutsche nichts wird und dass die Männer nicht meine Persönlichkeit achten, sondern nur die Frau als Spielezug sehen.

Es reichte mir, weil ich in dem Sinne dachte, "hey, besser als nichts, besser als allein sein."

Aber es reicht nicht auf Dauer. Man steht neben sich, lebt einfach sein Leben und einen berührt nichts. Man fühlt sich leer. Und ich sehnte mich oft nach der Zeit, in der Daniel, Stefan oder Andres ein Teil meines Lebens waren. Einfach, weil sie mir so oft in dieser Zeit ein Lächeln ins Gesicht zauberten und doch am Ende einen Stich ins Herz verpassten...

Und ja, es ist ja nicht so, dass mein Leben nur aus Feierei besteht. Ich erhoffe mir irgendwie schon, doch jmd. kennenzulernen, der sich die Mühe macht, meine Persönlichkeit kennen zu lernen und nicht nur schwanzgesteuert ist. Der mir auch Zeit gibt, ohne dass ich alles überstürzen muss und mich lieben lernen kann.

Ich würde mich nicht als hässlich betrachten, aber wirke wohl doch sehr naiv auf Männer(?) bzw. so, als könnte man mit mir alles machen.

Es wäre schön, wenn ich wieder 19 sein könnte - bevor ich Daniel kennen lernte - vll. würde ich dann noch anders denken und mein Leben mehr genießen. Vll. wäre mir Mr. Right dann schon begegnet, in der Zeit, als ich mich sinnloserweise anderweitig "amüsierte"...

Ich arbeite viel, lebe allein. Gehe dort meinen Weg, gehe einkaufen, mit dem Hund Gassi, verbringe Zeit im Fitnessstudio und Zeit mit Freunden.

Im Alltag hat sich nicht einmal eine Situation ergeben, in der ich einen Mann kennen lernen durfte bzw. ist mir es auf jeden Fall noch nicht passiert, dass mich da ein Mann angesprochen hat und ein Treffen entstanden ist.

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6. September 2015 um 22:12

Wunsch nach Liebe
Liebe mschloe93,
dein Schlusswort "mich kann keiner lieben" ist traurig und bestimmt denkst Du das sehr oft, ist aber völlig unwahr. Ich bin auch allein, keine Frau weit und breit die sich für mich auch nur im entferntesten interessiert... so scheint es. Die Frage ist doch ob unsere Wahrnehmung auch der Wirklichkeit entspricht, denn wenn jeder Einzelne dies von sich denkt, gibt er/sie seinen Unmut an die Mitmenschen weiter. Unbewusst wird alles wahrgenommen und einen negativen Menschen will doch niemand an seiner Seite, oder sehe ich das falsch?
Ich bin dabei aus meinen Fehlern zu lernen. Nicht ständig in die Vergangenheit schauen, sonst haben wir keinen Blick mehr für das was vor uns liegt.

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12. September 2015 um 19:48

Es gibt immer denn richtigen
Hay ich bin Single und würde jetzt das 2 mal sitzen gelassen jedes mal nach ein paar Wochen denn Grund Kenn ich bis heute noch nicht aber ich bin für alles offen kannst mich ja mal Anschreiben

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11. Oktober 2015 um 13:35

Der wiederspruch, der Wiederspruch
Interessant ist die Aussage, das du 22 bist, aber im Text schreibst *da war ich schon Ende 20*. Klär uns mal bitte auf

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