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Einsamkeit die moderne Volkskrankheit! (lang)

2. Dezember 2005 um 20:31

Ich habe gerade einen Beitrag zu diesem Thema gelesen. Und da jetzt wieder Weihnachtszeit ist und ich mich einsamer denn je fühle, würde ich gerne von euch erfahren, welche Erfahrungen ihr mit EINSAMKEIT gemacht habt.

Ich habe gerade mein Studium mit einer guten Note abgeschlossen, bin gerade auf Arbeitssuche. Eigentlich müsste ich denken: hey, du hast es geschafft! Jetzt geht das Leben los. Aber ich habe das Gefühl, dass ich mich noch nie in meinem Leben zuvor so schlecht und einsam gefühlt habe. Ich bin seit 5 Jahren (!!!) Single. Habe eine ernsthafte Beziehung hinter mir. Habe mit dem Mann auch zusammen gewohnt. Nun bin ich seit über einem Jahr in einen verheirateten Mann unglücklich verliebt. Ich weiß, dass das ganze keinen Sinn macht. Dennoch fällt es mir schwer, neue Männer kennen zu lernen. Allerdings habe ich auch, denke ich, sehr hohe Ansprüche, was das angeht. Außerdem war das Kennenlernen früher auch irgendwie leichter. Gehen uns die Männer aus?? Ich habe in den fünf Jahren Singledasein außer dem Verheirateten nicht nur einen einzigen brauchbaren Mann getroffen.

Das Schlimme ist noch, dass ich meinen Frust und meine Depressionen in Alkohol ertränke. Ich habe dann das Gefühl, dass die Welt nicht mehr so schlimm aussieht.

Ich weiß, das wird alles bestimmt besser, wenn ich erst einen guten Job habe, und der passende Mann wird mir auch schon noch über den Weg laufen. Alles schon tausendmal gehört. Aber wann kommt endlich dieser Mann?? Ich wünsche mir so sehr eine Familie. Ich komme morgens schon gar nicht mehr aus dem Bett, weil ich keinen Sinn in meinem Leben sehe. Meine Mutter ist zweimal geschieden. Ich habe keinen Kontakt zu ihr. Der einzige, den ich öfter sehe, ist mein Stiefvater. Die anderen Verwandten wohnen alle außerhalb Deutschlands.

Ich habe mir selbst erst vor zwei Monaten zugestanden, dass ich wirklich einsam bin. Ich habe viele Freunde. Daran liegt es nicht.

Wie komme ich aus dieser Lustlosigkeit wieder raus? Sollte ich professionelle Hilfe aufsuchen?

Danke für Eure Antworten!

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3. Dezember 2005 um 10:59

Hör...
mit dem Alkohol auf!!!!!! Das ist bestimmt keine Lösung,macht Abhängig und im endeffekt alles noch viel viel schlimmer! Unternehme einfach viel mit deinen Freunden, vergiss den verheirateten Mann ( das gehört sich einfach nicht!) und halte die Augen für einen neuen Mann offen. Igrnewann steht er vor dir, nur Geduld. Meistens dann,wenn man gar nicht mehr damit rechnet.
Ich drück dir die Daumen!

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3. Dezember 2005 um 12:08

Oooh oooh,
klingt gar nicht nett. Ich kenne dein Alter nicht, es sollte aber wohl irgendwo in den Zwanzigern liegen. Erlaube mir einen Exkurs, der bloß ein bissl bewirken soll, deien Ausführungen mal an jemand anderem zu sehen. Tatsächlich sind mir Bedingungen, wie du sie anführst, nicht unbekannt. Denn auch ich 'leide' ein bißchen unter dem 'Conditio sine qua non-Syndrom': Das wird bestimmt alles besser, wenn erst das uns das so und so ist. Tief Luft holen ... natürlich nur, wenn das tatsächlich irgendwie ursächlich ist. Sonst nicht. Freilich sieht man die Welt wieder anders, wenn da jemand ist, der der gedanklichen Autorotation hin und wieder eine Bremsung verpasst. Zugegeben, wenn jemand wie ich schlicht und einfach ein lineares Leben führen will, schön nacheinander alles ( Beruf, Wohnung, nochmal Beruf, dann erst mal schauen...), dann braucht man sich nicht zu wundern, wenn man deutlich über(!) zehn(!) Jahre ein Singledasein führt. Nicht weil man es nicht anders will, sondern weil man meint, das und das sollte erst so und so sein. Das ist blanker Unsinn, nix wird anders wenn dies und das erst so und so ist. Und wenn man dann so ziemlich alle Frauen, die man ab und an doch mal interessant findet nicht nur gebunden weiß (ziemlich unerreichbar), sondern auch noch aus der eigenen Gegend entfleuchen sieht (ganz unerreichbar), darf man grübeln. Ein Freund von mir ist Arzt, mittlerweile um die Vierzig und hatte noch nie eine Beziehung. Ständig Studium, Arbeit, Umzug, Krankenhausbetrieb. Zu anspruchsvoll? Ich finde, man darf durchaus anspruchsvoll sein und eher schon Mitleid - oder Verachtung, hähä! - haben für diejenigen, die sich selbst aus den eigenen Gedanken schießen wollen mit Partnerhopping (im Prinzip halt bloß Triebabfuhr ...) und Freitzeitstreß. Das will ich gar nicht haben. Da ich selbständig bin bleibt nicht nur wenig 'freie' Zeit, sondern auch fast gar keine um Frauen kennenzulernen. Analog: Die Frauen gehen nicht aus, die sind nur nicht da, wo ich bin. Denn wo trifft man die Leute, die nirgends hingehen? Null Idee, die Üblichkeiten wie Kneipen, Discos, Festivitäten und dergleichen habe ich schon vor zwanzig Jahren nicht gemocht. Ab und an packt einen dann der tiefste Zweifel ...'die anderen' haben es bestimmt alle besser. Auch wieder nö, da wird getrennt, dann ganz schnell irgend jemand geheiratet, den man nicht liebt( das wissen die dann bereits nach sieben Jahren ..., gute Leistung!), dann herumgemacht mit drei Verhältnissen, mit jeder Menge Energie irgenwie alles versteckt und koordiniert, bis einem dann die Luft ausgeht. Oder - hoppla! - drei Kinder zu versorgen sind, weil niemand auch nur eine Ahnung geahbt hat, daß das passieren kann. Auch das will ich nicht haben. Du etwa?? Gut, ich komme allmählich zu der Ahnung, daß das Leben viel besser funktioniert wenn man nicht hinter allem Bestimmung und Tiefe sehen will. Manchmal ist das Leben erschreckend öberflächlich und will auch gar nicht anders (oder gar nicht) verstanden werden. Nur ist man eben nicht kompatibel dazu. Es wird dir vielleicht nicht ad hoc helfen, aber vor Jahren bin ich über ein kleines Büchlein gefallen von dem Psychologen Michael Birkenbihl. 'Schnellkurs zum Lebenskünstler' heißt es und wenn ich auch nicht gerade mit allem einverstanden bin was er da erklären will, das 'spielenswerte Spiel', das jeder Mensch unabhängig von seiner Lebenssituation braucht, weil es seine existentielle Motivation, seinen inneren Antrieb darstellt, das bejahe ich. Die professionelle Hilfe wirkt -wenn überhaupt- nur sehr langsam, wenn nicht gerade auf Medikation zurückgegriffen wird. Aber sicher ist das trotzdem nicht schlecht, der Alkohol sollte nämlich schnellstens kein Lebenströster mehr sein, da sind neuere Medikamente wenn auch nicht der große Knaller so doch die deutlich bessere Alternative. Gehe zu einem Arzt, wenn er verantwortungsbewußt handelt, wird er dir auch ein offenes Ohr schenken. Und wenn's der erste nicht tut, dann zum nächsten! Kann ja sein, daß alleine schon die Betrachtung mit einem fremden! Denkpartner etwas bewirkt. Es wird, wenn du auch noch keine Ahnung hast wann und wie.

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