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Einfach nur grad so traurig !

2. Mai 2003 um 23:00

Hi!

Ich weiß, dass mir niemand helfen kann, aber es geht mir im moment nicht gut und weiß nicht wohin damit. Und möcht mir einfach das jetzt von der seele schreiben.

Ich habe hier einige male was gepostet, bin eher unbekannt hier und habe im moment das bedürfnis, meine geschichte loszuwerden:

Ich bin es leid, ständig an mir und meinem leben zu arbeiten, ohne dass endlich mal ein ende ist.
Die letzten 3 jahre waren sehr hart für mich. Es begann mit einer massiven essstörung und endete mit der erkenntnis, dass ich von meinem vater über jahre hinweg als kind mißbraucht wurde, was ich bis dahin total verdrängt hatte. Es ging mir lange zeit denkbar schlecht, hatte depressionen und traute mich kaum vor die tür. Dank einer therapie aber habe Ich geschuftet an meiner persönlichkeit, an meinem leben und habe gelernt, grenzen zu setzen, habe wirkliche persönliche erfolge erreicht.
Ich bin nicht unhübsch, bin sehr beliebt, sehr erfolgreich in meinem beruf, was mir immer bestätigt wird, ich aber für mich nicht so recht glaube. Auch hat es in den letzten jahren kaum einen mann gegeben, der sich wirklich in mich verliebte und bei mir bleiben wollte. So wie auch der mann, den ich vor ca. 1,5 monaten kennengelernt hatte. Der anfangs wahnsinnig nett war, mich ständig anrief, aber aus beruflichen gründen kaum zeit hatte, dass wir uns sehen. Der mir vorige woche mitgeteilt hatte, dass ich geduld haben sollte, wo ich aber genau weiß, dass da nie was draus wird. In den ich mich auch etwas verliebt hatte und den ich jetzt so brauchen würde.

Die zeit bevor ich ihn kennenlernte, ging es mir sehr gut. Ich hatte wirkliche höhenflüge zu verzeichnen, ich hatte einen beruflichen aufstieg gemacht, wo ich mitunter in der öffentlichkeit stehe, was ich sogar genieße.

Und plötzlich fängt es wieder an. Dass ich in der nacht albträume bekomme und mich plötzlich mit dem thema missbrauch wieder auseinandersetze. Und wo mein heutiger tag begann, als ich am morgen aufwachte und mich seelisch verkatert fühlte. So, als ob ich irgendetwas geträumt hatte, es aber nicht mehr weiß und die reaktionen da sind. Und damit endet, dass ich jetzt verheult am pc mich abfruste.
Ich weiß von meiner therapeutin, dass solche phasen immer wieder kommen können und ich auch noch nicht "fertig" bin mit meiner geschichte. Ich hasse es aber so, dass ich im moment völlig überfordert bin, weil ich drauf komme, dass ich noch nicht über dem berg bin. Und ich hätte gerne eine männliche starke schulter jetzt, jemanden, der mich in den arm nimmt, nix sagt, sondern einfach da ist..
Aber da ist niemand.

Ich bin irgendwie schon so müde. Manchmal frage ich mich, ob die drei jahre arbeit an mir das wert gewesen war? .....

Danke fürs lesen....

lg
tina






















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2. Mai 2003 um 23:24

Hallo Tina...

Hört sich ja wirklich alles nicht so toll an, bei dir! Höhen und Tiefen gibt es in jedem Leben, sie zu be- und verarbeiten ist ein Teil der Aufgaben unseres Lebens, immer wieder neue Herausforderungen anzunehmen...
Natürlich haben sich die drei Jahre Arbeit gelohnt, sie zeigen dir wie stark deine Willenskraft ist, das du etwas erreichen kannst....
Natürlich ist es immer schön, wenn man einen Mann an seiner Seite hat, aber manchmal fehlt der richtige eben.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft, vielleicht kommt ja bald der richtige,
lg, lisa

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2. Mai 2003 um 23:35

Du bist jede einzelne Minute dieser drei Jahre wert...
...und noch viel mehr! Du hast Dich mit diesen furchtbaren Erlebnissen auseinandergesetzt, Du bist erfolgreich und beliebt und Du bist eine Kämpferin. Du hast Dich nicht einfach in eine Ecke gesetzt, sondern Dich deinen Problemen gestellt. Und ich bewundere das sehr!
Den Mann jetzt an deiner Seite zu haben, der Dir das auch sagt, der Dich aufbaut - das wäre wunderbar. Aber viel wichtiger ist doch, daß Du selber erkennst, was für eine liebenswerte und mutige Frau Du bist. Denn wenn Du dich selber magst, dann strahlst Du das auch aus, und dann geht ALLES leichter. Dann bist Du auch in der Lage, seine Bitte um Geduld richtig zu bewerten, denn ich vermute, im Moment siehst Du die Situation auch schwärzer, als sie vermutlich ist.
Du hast soviel erreicht, Du schaffst es auch über diese traurige Phase hinweg zu kommen, da bin ich sicher.
Ganz liebe Grüße,
Jane

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3. Mai 2003 um 23:21

Danke ihr beiden...
geht mir ein kleines bisschen besser - im vergleich zu gestern.
Ich weiß ja, dass es stimmt, was ihr schreibt. Ich bin auch manchmal so wirklich und richtig stolz auf das, was ich bisher erreicht habe. Und gerade weil ich mich so freue, ist es manchmal so schlimm, wenns mich wieder runterzieht.
In solchen momenten fühl ich mich einfach nur schlecht. Habe eine stinkwut auf mich, dass ich es zulasse, dass es mir so geht, hab eine wut auf mich, weil ich mich so unfertig und wertlos fühle. Und bin wütend auf mich, weil ich in guten zeiten so stolz auf mich bin, indem ich glaube, ich mach mir bloß vor, dass ich so gut bin.
Ich weiß, es versteht ein "nichtbetroffener" nicht so. Sexuell mißbrauchte menschen lehnen sich ab. Logisch, wo doch der eigene körper, die seele und der mensch an sich nur benutzt wurde, nur gegenstand für die lust eines anderen menschen war. Da gibt es nichts, was es zu verteidigen, und zu lieben gibt. Vom verstand her weiß ich es, vom gefühl her, gehts nicht rein in meinen kopf.

Ich war heute vormittag wie gerädert. War im fitnessstudio, einfach nur um irgendwas zu tun und heulte schon wieder, als ich zu hause war. Am nachmittag mußte ich dann auf eine geburtstagsfeier, die mich überhaupt nicht interessierte, die mich aber ablenkte und dann ganz lustig war. Es merkt auch in solchen situationen keiner, dass es mir schlecht geht, weil ich ja als kleines kind schon gelernt hatte, mich zu verstellen.
Wenn ich dann nach hause komme, bin ich wieder in meiner einsamkeit gefangen.

Ich weiß, es werden wieder bessere zeiten kommen, so wie ich wußte, dass diese phase wieder mal kommen wird.

danke nochmal für eure lieben tröstworte....

tina

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4. Mai 2003 um 0:22

Hoppla!
Jetzt hab ich erst das andere Posting gelesen und dann dies hier.

Liebe Tina,

manchmal weiß man nicht, warum einem das Leben soviel Steine in den Weg legt. Manchmal hat man gerade erst ein paar dicke Brocken beiseite geschoben, da kommen schon die nächsten. Und wenn die letzten Brocken schon so schwer waren, dass man denkt man kann nicht mehr, dann liegt da wieder einer, der noch viel schwerer scheint. Aber so kommt er einem wohl oft nur vor.

Schau, Du hast schon einen weiten Weg hinter dich gebracht, hast dich mit deiner Essstörung auseinander gesetzt, sogar eine Therapie begonnen. Lasst Dir gesagt sein, dass das schon ein unendlich großer Erfolg ist, größer als er dir vielleicht scheint. Ich kannte mal eine Frau, die hatte Bulimie. Was heisst ich kannte, ich habe mal eine Frau geliebt die hat immer noch Bulimie. Und die wollte es einfach nicht wahrhaben. Diese Frau wird noch Jahre bis Jahrzehnte gegenn sich selber kämpfen müssen. Du hast schon den schwersten Schritt getan.

Das mit dem Mann tut mir leid für dich, dass es nicht so läuft wie du es dir erhoffst. Aber vielleicht ist es auch gut, dass da nichts ist?!? Vielleicht wärest Du an jemanden geraten, der nicht gut für dich ist? Der nicht GUT GENUG für dich ist?

Die Liebe ist ja selten gerecht. Sie kommt und geht (ohje, jetzt geht mir das Lied wieder nicht aus dem Kopf:" Die Liebe ist ein seltsames Spiel, sie kommt und geht von einem zum anderen..") und man kann es nicht beeinflussen.

Schau, der Mann fand dich so wie Du bist sehr attraktiv. Das er jetzt nicht in die Gänge kommt liegt nur an ihm. Du hast deine Bereitschaft gezeigt, bist auf ihn zu. Er will nicht. Und das liegt dann nur an ihm. Wenn er dich nicht interessant finden würde, dann hätte er dich gar nicht mehr kontaktiert, oder sich überhaupt mit dir beschäftigt.

Ich weiß, manchmal tut es einfach weh, da helfen keine guten Worte, kein starker Wille. Aber vielleicht ist es mit dem Mann zumindest so für dich besser. Er ist vielleicht einfach nicht GUT GENUG für Dich.

Viele Grüsse und lass den Kopf nicht hängen,

Avalanche!

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4. Mai 2003 um 11:07
In Antwort auf Avalanche

Hoppla!
Jetzt hab ich erst das andere Posting gelesen und dann dies hier.

Liebe Tina,

manchmal weiß man nicht, warum einem das Leben soviel Steine in den Weg legt. Manchmal hat man gerade erst ein paar dicke Brocken beiseite geschoben, da kommen schon die nächsten. Und wenn die letzten Brocken schon so schwer waren, dass man denkt man kann nicht mehr, dann liegt da wieder einer, der noch viel schwerer scheint. Aber so kommt er einem wohl oft nur vor.

Schau, Du hast schon einen weiten Weg hinter dich gebracht, hast dich mit deiner Essstörung auseinander gesetzt, sogar eine Therapie begonnen. Lasst Dir gesagt sein, dass das schon ein unendlich großer Erfolg ist, größer als er dir vielleicht scheint. Ich kannte mal eine Frau, die hatte Bulimie. Was heisst ich kannte, ich habe mal eine Frau geliebt die hat immer noch Bulimie. Und die wollte es einfach nicht wahrhaben. Diese Frau wird noch Jahre bis Jahrzehnte gegenn sich selber kämpfen müssen. Du hast schon den schwersten Schritt getan.

Das mit dem Mann tut mir leid für dich, dass es nicht so läuft wie du es dir erhoffst. Aber vielleicht ist es auch gut, dass da nichts ist?!? Vielleicht wärest Du an jemanden geraten, der nicht gut für dich ist? Der nicht GUT GENUG für dich ist?

Die Liebe ist ja selten gerecht. Sie kommt und geht (ohje, jetzt geht mir das Lied wieder nicht aus dem Kopf:" Die Liebe ist ein seltsames Spiel, sie kommt und geht von einem zum anderen..") und man kann es nicht beeinflussen.

Schau, der Mann fand dich so wie Du bist sehr attraktiv. Das er jetzt nicht in die Gänge kommt liegt nur an ihm. Du hast deine Bereitschaft gezeigt, bist auf ihn zu. Er will nicht. Und das liegt dann nur an ihm. Wenn er dich nicht interessant finden würde, dann hätte er dich gar nicht mehr kontaktiert, oder sich überhaupt mit dir beschäftigt.

Ich weiß, manchmal tut es einfach weh, da helfen keine guten Worte, kein starker Wille. Aber vielleicht ist es mit dem Mann zumindest so für dich besser. Er ist vielleicht einfach nicht GUT GENUG für Dich.

Viele Grüsse und lass den Kopf nicht hängen,

Avalanche!

*hängenden kopf grad aufstütz*
hi avalanche!

Es stimmt. Ich habe viele brocken wegräumen müssen. Einige waren sehr groß und sehr zäh. Ich hatte auch bulimie, die dann überging auf magersucht. Ich weiß, wie schlimm das sein kann. Heute hab ich es geschafft und esse lieber als je zuvor.. (leider)

Auch hab ich gelernt, grenzen zu setzen, auch auf mich zu hören, auch mal egoistisch zu sein ohne schlechtes gewissen zu haben.

Aber sehr schwer fällt es mir, mich selber so anzunehmen. Speziell in beziehungen - und das ist nicht nur bei diesem mann so - habe ich immer wieder das problem, wirklich liebenswert zu sein. Und mach halt dann immer wieder die selben fehler...
Und da merk ich halt, wie geschädigt ich wirklich bin. Und bin manchmal stinkesauer, weil ich so eine sch... kindheit hatte..oder machmal heul ich mir halt die augen aus dem kopf, so wie gestern...

Aber ich denk mir, schlimmer kanns nicht mehr werden, als es mal war und hab das auch überlebt.....
So gesehen kanns nur mehr besser werden...

*und jetzt die hände runternehm und schau, ob der kopf wieder runterfällt*

danke dir und schönen sonntag noch...

tina



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4. Mai 2003 um 13:15
In Antwort auf genna_12485427

*hängenden kopf grad aufstütz*
hi avalanche!

Es stimmt. Ich habe viele brocken wegräumen müssen. Einige waren sehr groß und sehr zäh. Ich hatte auch bulimie, die dann überging auf magersucht. Ich weiß, wie schlimm das sein kann. Heute hab ich es geschafft und esse lieber als je zuvor.. (leider)

Auch hab ich gelernt, grenzen zu setzen, auch auf mich zu hören, auch mal egoistisch zu sein ohne schlechtes gewissen zu haben.

Aber sehr schwer fällt es mir, mich selber so anzunehmen. Speziell in beziehungen - und das ist nicht nur bei diesem mann so - habe ich immer wieder das problem, wirklich liebenswert zu sein. Und mach halt dann immer wieder die selben fehler...
Und da merk ich halt, wie geschädigt ich wirklich bin. Und bin manchmal stinkesauer, weil ich so eine sch... kindheit hatte..oder machmal heul ich mir halt die augen aus dem kopf, so wie gestern...

Aber ich denk mir, schlimmer kanns nicht mehr werden, als es mal war und hab das auch überlebt.....
So gesehen kanns nur mehr besser werden...

*und jetzt die hände runternehm und schau, ob der kopf wieder runterfällt*

danke dir und schönen sonntag noch...

tina



Hi Tina!
Ich glaube das schwerste ist zu akzeptieren, dass man unter etwas zu leiden hat, wofür man nichts kann, dass man weder beeinflussen konnte, noch verhindern.

Ich denke ein Mißbrauch ist so ziemlich das schlimmste was einem passieren kann. Es gibt auch andere Dinge die einem in der Kindheit angetan werden und an denen man dann ein Leben lang zu knabbern hat, aber der Mißbrauch ist das schlimmste.

Ich stell mir vor, wie schwer es sein muss zu sehen, wie die Tat eines anderen Menschen das eigene Leben so schwer beeinflusst, das Leben untragbar macht, man kämpfen muss gegen etwas, für das man doch gar nichts kann.

Was kannst Du dafür, dass dein Vater so sehr mit sich selber im Unreinen war, dass er soetwas fürchterliches getan hat.

Ich glaube aber auch von dort kommt Dein Gefühl des "nicht-wert-Seins". Du kannst es nicht mehr ändern, Du konntest damals nichts dagegen tun, leidest heute so schlimm und niemand ist da, dem Du das zurückgeben könntest. Deine Hilflosigkeit wandelt sich in Wut, die sich in Ermangelung eines Objektes, oder des Menschen der dir das angetan hat, auf Dich selber entlädt. Und dann kannst Du dich nur wertlos fühlen. Weil Du immer noch so hilflos bist.

Was kannst Du machen? Was Dir angetan wurde liegt weit zurück, kein Mensch kann es ungeschehen machen. Die (ich drück es mal ganz vorsichtig aus) Zerrissenheit/Verwirrtheit deines Vaters ist zu deinem Problem geworden. Man hat Dir etwas aufgebürdet. Du trägst das schon ziemlich lange und die Last ist sauschwer.

Es war nie dein Problem, deine Schuld, aber es wurde dir auf die Schultern gesetzt. Es ist sehr traurig, wirklich, ich weiß auch nicht was dir helfen könnte.

Nimm das Paket, dass dir jemand, der wirklich krank ist, auf die Schultern gelegt hat, und setz es ab. Du wirst die Spuren der Schulterriemen von der schweren Last immer sehen, den Rest Deines Lebens, aber die Last ist weg. Schau einfach das die Wunden ein wenig heilen.

Mehr weiß ich nicht zu sagen,

Wünsch Dir sehr viel Kraft!

Avalanche!

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