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Eine wirklich bizarre, verworrene Geschichte. Bin ich verrückt?

5. Juli 2012 um 23:09

Vor cirka 9 Wochen trennte sich mein Freund nach 2 Jahren von mir. Ich war am Boden zerstört. Desöfteren machte er vorher auch schon Schluss, jedes Mal hinterließ er einen Scherbenhaufen. Das letzte Mal bin ich in eine richtige Depression geschlittert. Ich liebe diesen Mann über alles, immer noch.

Vor zwei Wochen kam es zum Eklat. Ich wollte ihn nur noch vergessen. Meinen Verstand über mein Gefühl erheben. Ich habe seine Versuche mich wiederzuerobern schmerzlich abgewehrt. Das war vier Wochen nach der Trennung. Gott, es hat mich soviel Kraft gekostet.

Nun, wie gesagt, vor zwei Wochen: Das erste Mal, wirklich das erste Mal nach vielen Wochenenden des verkriechens, heulens, alleine sein entschloss ich mich endlich einmal tanzen zu gehen. Ich ging in die Großstadt, alleine, in eine Disko die wir gemeinsam damals nie besuchten. Man kann zwischen mindestens 60 Diskos in der Stadt auwählen. Ich tanze da also rum und fühle mich zum ERSTEN MAL EINIGERMASSEN gut. Ich flirtete ein wenig und dachte zum ersten Mal: Das Leben geht weiter.
Da gucke ich um die Ecke und wer sitzt da? Mein Verstand spielte irgendwie nicht mehr mit. Was suchte er genau in dieser Disko in der ich nach vielen Wochen mal wieder ein wenig, das erste Mal Leben spürte? Da saß er dann auch noch gleich mit 3 Mädels. Obwohl er mir beim Schluss machen damals sagte, er werde nie wieder Frauen angucken, er habe ja kein Geld.
Ich verlor die Nerven, ich schüttete ihm kurzum eine Flasche Bier über den Kopf. Ja, das tat ich und es fühlte sich verdammt gut an. Den Mädels sagte ich ganz souverän, sie mögen gut auf ihr Geld aufpassen.

Sie guckten nur doof. Mein Ex nahm mich bei den Hangelenken, ich sagte ihm er solle mich gehen lassen. Er bequatschte mich so lange, sprach sofort davon er würde mich lieben, vermissen, bis ich mich auf ein Gespräch einließ. Er bedrängte mich die ganze Zeit, ich solle mit ihm nach Hause kommen. Ich tat es nicht.

Ab dann telefonierten wir jeden Tag. Ich war hin und hergeriessen. Die alten Gefühle waren wieder da. Mein Verstand sagte mir: Das ist der Typ, der dich dieses Jahr schon drei Mal wegen Nichtigkeiten abserviert hat. Eiskalt, von einer Sekunde auf die andere. ich musste meiner Schwester ad hok erklären, dass er nicht mit zu ihrer Hochzeit kommen würde....
Er beteuerte IMMER er würde mich heiraten wollen, Kinder... bis es dann zu diesen plötzlichen Abbrüchen kam, aus dem NICHTS heraus. Mein Seelenzustand wurde immer schlimmer. Mir ging es vermehrt immer schlechter, von Mal zu Mal.

Und jetzt kommts: Ich habe mich WIEDER auf ihn eingelassen. Völlig verrückt! Ich wollte mich nur auf einen Spaziergang im Park mit ihm verabreden. Er hat es sogar geschafft mich ins Bett zu kriegen. Ich wollte das nicht. Er hat mich dermaßen mitgeschleppt. Ich habe es zugelassen. War aber auch berauscht, alles war so wie früher.

Nun kam dann die ganze Leier: Er wolle mich heiraten, eine ewige Zukunft. Wir beschlossen uns erstmal nur am Wochenende zu sehen. Mehr wollte ich nciht zulassen. Ich machte ihm sozusagen als Auflage einen Therapeuten aufzusuchen. Er kümmerte sich aber nicht, meinte wir müssten das gemeinsam tun. Ich brauche aber keine Therapie. Da bin ich mir ziemlich sicher, denn ich war vorher in einer sehr langen, über einem Jahrzehnt andauernden Beziehung, die größtenteils harmonisch verlief. Dieses ewige Schluss machen hat nichts mit mir zu tun.

Ich bin kompromissbereit. Wäre auch bereit zu einer Therapie gewesen, aber es wäre auch schwer einzurichten.

Ich bin überzeugt, ER braucht Hilfe, er hat eine sehr schwere Geschichte hinter sich.

Also, heute wollten wir uns auf jeden Fall wieder treffen, ich schlief nicht gut. Den ganzen Tag quälte mich der Gedanke, dass es falsch ist ihn wiederzusehen.

Ich war ja auch damals bereit eine ganze ganze Menge für ihn in Kauf zu nehmen. Seine ewig andauernd finanziell miese Lage aufgrund von Schulden und Unterhaltszahlungen um die er sich viele Jahre nicht gekümmert hat. Seine Probleme Freundschaften zu knüpfen.. Seine Sehnsucht nach seinem Heimatland, in das er nicht zurückkann.

Mit dem Abstand habe ich zum ersten Mal eine gesunde Disstanz zu all seinen Problemen und denke mir: Ich habe nun noch einmal die Möglichkeit alles für mich in gesündere, positiverer Bahnen zu lenken.

Kurzum: Ich habe das Treffen heute abgeagt und ihm gesaft, ich könne ihm beim besten Willen einfach nicht mehr vertrauen. Und so ist es auch. Ich hätte ständig Angst, dass er wieder abhauen würde. Seine Begründungen sind mir einfach zu plump. Ich verstehe bin heute nicht, warum er ging. Ich verstehe bis heute nicht, warum meine Gefühle immer noch so so so intensiv sind zu diesem Mann. Ich kapier es nicht. Aber ich fühle mich irgendwie authentischer dabei, dass ich ihm heute den Laufpass gab, auch wenn es immer noch verdammt weh tut. Musste mir das einfach mal von der Seele schreiben: Ich habe oft Angst, dass ich nie wieder lieben kann, ich meine damit so wie ich ihn liebte.

Ich habe große Angst, dass er mir nie aus dem Kopf geht. Ich hänge so schmerzlich an unseren Erinnerungen, die auch mit meinem Kind im Zusammenhang stehen. Aber schon allein meinem Kind gegenüber muss ich Verantwortung tragen und kann das alles nicht nochmal ertragen, obwohl ich ihm einerseits noch eine Chance geben würde. Gott, es ist so unglaublich schizophren"

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5. Juli 2012 um 23:15

Hinzugefügt!
Bevor nun die Vorwürfe kommen. Ich habe bestmöglichst verscucht mein Kind bei all dem außen vor zu halten. Es verbringt viel Zeit bei seinem Pappa und auch die Anrufe habe ich in seiner Abwesenheit geführt. Mir ist klar dass mein Kind GANZ oben steht, aber ich habe eben wirklich an eine Zukunft mit diesem Mann geglaubt, das Verhältnis zwischen den beiden war auch sehr eng.

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6. Juli 2012 um 7:45

Ja das trifft es!
Ich danke dir sehr und ich bin mir dessen bewusst. Habe nun Angst, dass ich mich nur in solche Männer verlieben kann. Mein Vater verkörperte das.
Im Fernsehen fand ich schon als Kind "Fieslinge" anziehend.

Ich fand mal einen Musiker viele Jahre anziehend, der sicher genial ist, aber auch was ganz sarkastisches an sich hat.

Die Sexualität zu meinem Ex war auch überaus extasisch.

Ich war ja auch lange mit einem anderen Mann zusammen. Sexuell war es aber sehr langweilig, von Anfang an. Dort spielten andere Aspekte eine sehr gewichtige Rolle. Aber die mangelnde Sexualität war natürlich irgendwann dann auch ein Riesenproblem. Irgendwann konnte ich nicht mehr weggucken.

Es kommt noch was hinzu. Ich spüre seit einigen Jahren, dass sexuelle Befriedigung sehr stark mit "Maochismus" bei mir einhergeht.
In meinen Phantasien erniedrige ich mich meinem Partner gegenüber vollkommen.
In Wirkllichkeit konnte ich das zum Teil auch mit meinem Ex ausleben. Er war ja auch sogar im Bett sadistisch, aber das war vollkommen aufregend, unglaublich faszinierend.

So, aber im Realen Leben bin ich die letzte Person, die unterwürfig sein kann. Ich bin vollkommen unabhängig, habe Eigentum, es macht mich wahnsinnig, wenn der Mann mir sagt wie ich streichen, tapezieren... soll.

Und auch ansonsten kann man mich wohl als ziemlich eigenständig, emanzipiert... beschreiben.

Ich habe eine Menge, ja wirklich eine gewaltige Menge in meinem Leben verwirklicht, Meist erzähle ich davon nie, da ich merke dass die Männer da neidisch werden.

Ich bin also vielen Männern (also selbstverständlich nicht allen), aber vielleicht gerade denen, die ich mir unterbewusst suche überlegen, will aber im Bett unterwürfig sein. Oh man, werd ich überhaupt noch mal einen Partner finden?

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6. Juli 2012 um 9:18

Danke
du hast die Gabe alles sehr auf den Punkt zu bringen. Ich werde bei meiner nächsten Partnerwahl auf jeden Fall vorsichtig sein!
Es gibt schon so eine Art "Checkliste" die ich mir einverleibt habe, um nicht wieder an so einen belasteten Menschen zu geraten. Es gibt wirklich einige Indizien, auf die man achten kann.

Oh jeh, ich habe wirklich das Gefühl in fortgeschrittenem Alter an einem Punkt angekommen zu sein, der für meine Entwicklung von besonderer Bedeutung ist. Ich hätte meinem Ex auch letztlich nicht widerstehen können, wenn ich mich nicht voll dieser schmerzlichen Trauer hingegeben hätte. Ich war kurz bevor wir uns wiedersahen an einem Punkt an dem ich Kraft verspürte wie ich sie über 20 Jahre nicht mehr gespürt hatte.
Ich merkte: Es geht irgendwie ohne ihn.

Ich danke dir sehr für deine einfühlenden Worte, die Geduld meine Geschichte zu lesen.

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6. Juli 2012 um 16:34

@seldarium
Vielen Dank für deine Geduld!

Ja, ich bin ganz sicher über meine eigenen Grenzen gestosse, es gab Vorfälle, über die ich niemandem berichtet hatte. Der Austausch mit Freunden über die Vorfälle hätte einen sofortigen Beziehungsabbruch zur Folge haben müssen oder meine Freunde hätten mich für wahnsinnig erklärt. So wollte er z.B. Teilhaber meines Grundbuchs werden, da wir uns ja lieben und alles geteilt werden muss.

Warum mich diese Wesenszüge anssprechen kann ich mir denken. Denn in meiner Kindheit liegen eine Menge Leichen begraben.

Aber ich bin mir sicher. Seien es Borderliner, Narzissten:: Ich kann sie nun erkennen (bilde ich mir zumindest ein). Sie schaffen es nicht einem WIRKLICH zuzuhören. Da liegen die Grenzen. Sie geben es vor, doch sie können es nicht. Sie sind vollkommen ich bezogen und auch eine überaus charmante, zuvorkomme Art sind Warnsignale.

Auch dieses unermessliche glorifizieren meiner Selbst von Seiten des Anderen sind ein Indiz.

Dann diese Eifersucht und vor allem das sie kein WIRKLICHES Bindungsgeflecht haben, das sind Hinweise meiner Meinung nach. Man sollte ganz genau gucken, wie tief die Freundschaften sind,

Ich glaube auch, dass irgendwann die Eigenliebe verkümmert in einer solchen Beziehung. Oh Gott, ich bin so froh, dass ich den Absprung geschafft habe. Wäre ich jetzt auch irgendwie finanziell von ihm abhängig na dann Prost.

Vielen Dank für deine tiefe Einsicht"

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