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Eine Hochzeit steht an und ich sehe kein gutes Ende

23. Juli 2012 um 16:19 Letzte Antwort: 24. Juli 2012 um 12:20

Hallo ihr Lieben. Mich beschäftigt grade folgendes Problem und ich weiß einfach nicht mehr, was ich tun soll. Ich würde mich freuen, wenn sich jemand Ausschenstehendes dazu äußern könnte...

Eine ehemals sehr gute Freundin von mir will heiraten. Und zwar den Kerl, mit dem sie vor einem Jahr Schluss gemacht hatte, weil er sie mehrmals hintergangen hat. Wobei ich allgemein fand, dass er sie nicht wertgeschätzt hat und nicht auf sie eingegangen ist. Ich hatte immer das Gefühl, dass es in ihrer Beziehung für ihn nur sein Leben gibt und dass ihres im vollkommen egal war. Allein aus diesem Grund flossen schon öfters die Tränen.
Wir waren alle recht froh, als die Beziehung vorbei war. Dummerweise hat sie ihn dann doch wieder zurück genommen. Ich habe mir nur gegen die Stirn schlagen können und mich gefragt wie wenig Selbstachtung sie eigentlich hat. Vermutlich hätte ich zu diesem Zeitpunkt was sagen sollen, allerdings haben wie uns ziemlich auseinander gelebt. Das lag zum einen an der Entfernung und zum anderen weil wir inzwischen so unterschiedliche Lebenswege eingeschlagen haben, dass wir keinerlei Gemeinsamkeiten mehr finden. Sie hat inzwischen andere beste Freunde und ich fand, dass solche Gespräche die Aufgabe ihrer neuen besten Freunde sind.

Und ich muss auch zugeben, dass ich in der Geschichte auch nicht wirklich drinstecke. Der Kontakt zwischen mir und ihr ist seit gut 2 Jahren eingeschlafen. Aber ich habe erlebt wie sehr sie zuvor unter der Beziehung gelitten hatte. Ihr Freund hatte schlechte Erfahrungen in einer anderen Beziehung gemacht, weshalb er ihr gegenüber sehr auf Abstand geachtet hat... das allerdings über Jahre hinweg. Vor 1,5 Jahren war sie zu meiner Geburtstagsfeier gekommen. Da musste sie schon vier Jahre mit jenem Kerl zusammen gewesen sein. An jenem Abend trank sie ziemlich viel und brach irgendwann in Tränen aus und erzählte, dass er ihr noch nicht einmal gesagt hatte, dass er sie lieben würde. Ein halbes Jahr später kam es dann zum Bruch zwischen ihnen. Die Details kenne ich nicht, jedoch weiß ich von meiner jetztigen besten Freundin, dass er sie ziemlich hintergangen hat. Sie hatte der ehemals guten Freundin beim Umzug geholfen und dort wurde ihr alles berichtet. Meine beste Freundin wollte mir keine Details erzählen. Aber ich habe ihr angesehen, dass das, was unsere ehemals gute Freundin ihr erzählt hatte, ziemlich erschreckend gewesen sein muss. Vergleichbar mit anonymen Parkplatzsex (andere Geschichte aus unserem Freundeskreis, den sie als Vergleich genommen hat, damit ich mir ein Bild machen konnte ohne, dass sie mir Details erzählen muss).

Kurze Zeit später kam dann die Nachricht, dass die beiden wieder zusammen seien. Und nun - ein Jahr später - die Nachricht, dass sie heiraten wollen.

Und demnächst werde ich sie sehen, weil ich zu ihrer Geburtstagsfeier eingeladen bin, die gleichzeitig als Verlobungsfeier dienen soll. Und ich weiß einfach nicht, ob ich etwas sagen soll, wenn ich dort hingehe. Natürlich sollte man was sagen, wenn man jemanden auf einen Abgrund zurennen sieht. Aber ich stecke wie gesagt auch gar nicht mehr in der Geschichte drin. Vielleicht hat er sich ja um 180 gedreht und trägt sie nun auf Händen. Was ich allerding zwischendurch gehört habe deutet jedoch keineswegs darauf hin. So weit ich weiß sind auch ihre Eltern alles andere als glücklich mit ihrem Freund. Und ich kenne ihre Eltern und weiß, dass sie normalerweise allen Menschen gegenüber offen sind.

Ich weiß einfach nicht, wie ich mich verhalten soll. Ich kann ihr doch auch schlecht in die Augen blicken und sagen, wie sehr ich mich für sie freue.

Hat jemand anderes vielleicht noch einen Gedanken dazu? Ich wäre sehr dankbar dafür.

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23. Juli 2012 um 16:32

Du
schreibst es ja selber, wenn man jemanden in den Abgrund rennen sieht, sollte man was sagen.

Natürlich ist es schwer. Erst Recht, wenn man sich nicht mehr so nah ist wie früher. Dennoch, egal ob enge Freundin oder frühere Freundin, ich würde es ansprechen. Vielleicht nicht gerade auf dem Geburtstags/Verlobungsfest - aber man kann sich ja für danach auf einen Kaffee treffen.

Und da würde ich einfach mal fragen wie es nun so ist bei den Beiden und meine Bedenken äußern. Du willst ihr ja nicht in dem Sinne davon abraten (ist denke ich eh zu spät), aber drüber reden kann man doch

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23. Juli 2012 um 18:10

Sie...
ist erwachsen und es ist ihr Leben und wenn sie den Mann heiraten will, egal wie er ist, ist das ganz allein ihre Entscheidung.

Die Augen muß man ihr auch nicht öffnen, denn sie wird ihn wohl gut genug kennen.

Es geht dich, auch wenn es schwer fällt, nichts an.

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24. Juli 2012 um 9:32

Lass sie machen
Hallo,

ich rate Dir dringend, Dich aus der Sache herauszuhalten.

Du als Außenstehende hast keinen Einblick in ihre Beziehung!
Er mag Dir zwar als der Böse erscheinen, weil er fremdgegangen ist, aber vielleicht war sie auch selbst schuld daran.

Eine Freundin von mir hat ihre Trennung auch immer total grässlich dargestellt, von wegen, der Typ würde sie stalken und er wäre ihr ja so egal.
Irgendwann habe ich mal mit ihm geredet und er hat mir von ihren Anrufen, Wutausbrüchen und Fremdflirtereien erzählt...
Da ich sie schon als kleines (jähzorniges) Mädchen kannte, konnte ich mir das gut vorstellen.
Bei einer Trennung versucht jeder, sich ins rechte Licht zu rücken - ich spreche aus eigener Erfahrung - und man verschweigt die ganzen Verrücktheiten, die man selbst begangen hat.

Zudem denke ich, dass es ihr Mann ist. Sie muss mit dem Kerl leben. Dir kann er doch eigentlich egal sein und mit ihr hast Du ja auch nicht mehr so viel zu tun.

Übrigens war mein Umfeld auch immer gegen meinen Freund, bis wir zusammengezogen sind und alle gesehen haben, wie glücklich wir sein können.
Während der Fernbeziehung gab es nämlich oft Streit; seit wir zusammenwohnen, gar nicht mehr.

Wie sieht es eigentlich mit Deinem eigenen Liebesleben aus? Bist Du damit zufrieden?
Oder spricht aus Dir eher der Neid? Manche Menschen wünschen sich auch mehr Aufregung in ihrem Leben, weißt Du. Oder geht es um die Hochzeit; würdest Du selbst auch gerne heiraten bzw. ist Dein Mann völlig unromantisch geworden?

Heart

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24. Juli 2012 um 12:20

Vielen Dank,
für all eure Meinungen. Die Mehrheit scheint ja der Meinung zu sein, dass ich lieber nichts machen sollte, weil es letztendlich ja ihre Entscheidung ist und es mich im Prinzip nichts angeht. Nachdem ich heute Nacht noch einmal drüber nachgedacht habe denke auch ich, dass ich lieber schweigen sollte. Zum einen sollte sie genügend gute Freunde um sich herum haben und zum anderen kenne ich ihre Eltern - die kennen vermutlich noch nicht einmal den Ausdruck "Ein Blatt vor den Mund nehmen." Von daher werden die ihr schon längst ihre Meinung kundgetan haben.

Aber Lügen und falsches Lächeln liegt mir einfach überhaupt nicht Vermutlich werde ich mir zur Begrüßung einigen Sachen zurechtlegen wie, dass es schön ist sie mal wiederzusehen und so weiter.

Und nebenbei: Ich bin in einer sehr glücklichen Beziehung mit einem wahren Märchenprinzen. Und ich gehöre auch zu jenen Träumern, die glauben, dass ihre Ehe nicht nur länger als 10 Jahre, sondern sogar bis ans Lebensende halten wird. Einen Ring habe ich zwar noch nicht, doch ich habe keinen Zweifel, dass er mir irgendwann einen schenken wird.

Es ist wirklich keinerlei Neid, der aus mir spricht. Ich kenne jene Freundin nur schon seit der ersten Klasse - seit mehr als 15 Jahren - und ich weiß von ihrer früheren Beziehungen, dass sie dazu neigt sich für einen Mann bis zum geht nicht mehr zu verbiegen und auf ihre eigenen Bedürfnisse zu verzichten. Und dabei ist sie eigentlich sehr selbstbewusst und fröhlich. Aber ich hatte stets den Eindruck, dass sie Beziehungen nur aufrecht erhielt um eine Beziehung zu haben. Sie wollte halt so sehr einen Freund haben, dass sie sich meiner Meinung nach immer viel zu viel gefallen lies. Teilweise wurde über ein Jahr hinweg krampfhaft versucht eine Beziehung aufrecht zu erhalten, obwohl es da nichts mehr zu retten gab. Der Mann fand es natürlich toll, da er immer noch was zum nageln hatte und sie nie ein Wort gesagt hat. Doch scheinbar war der Gedanke allein zu sein noch schlimmer für sie.

Und ich glaube auch nicht, dass sie nach der Trennung großartig übertrieben hat. Ich kenne sie wie gesagt schon recht lange. Wenn ihr wehgetan wurde, dann hat sie nie etwas gesagt - es immer unter ihrem Lächeln verborgen. Erst wenn sie zu viel getrunken hatte ist der Damm gebrochen und ganze Sturzbäche kamen zum Vorschein.

Sie ist so eine liebe und ich wünsche ihr alles Gute der Welt. Um es mal schnulzig auszudrücken: Ich wünsche ihr einen Mann, der sie auf Händen trägt. Oder ganz banal ausgedrückt: Mit dem sie einfach nur glücklich wird.

Ich werden mich auf der Feier also zurückhalten. Denn wie ihr schon gesagt habt: Zum einen ist es ihr Leben und ihre Entscheidung und zum anderen stecke ich ja mittlerweile nicht mehr in der Geschichte drin... aber ich werde aufmerksam beobachten :/

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