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Ein Tritt: Beziehung kaputt?

27. April 2013 um 22:08 Letzte Antwort: 30. April 2013 um 16:58

Hallo Leute,

Ich verzichte an dieser Stelle darauf mich in einem extra Thread vorzustellen und mache das hier in der Kurzversion. Also mein Name ist Hani und ich bin 23 Jahre. Ich habe ein Problem und weiß nicht mehr weiter. In meinem Freundeskreis habe ich es ausgiebig diskutiert und bräuchte nun Rat von außen - Im Idealfall Erfahrungen (Davon gehe ich aber erstmal nicht aus). Das ganze dürfte etwas Überlänge haben und ich hoffe, dass ich mein Problem hier im Ganzen schildern kann.

Ich bin seit nun etwas mehr als 2 Jahren mit meinem Freund zusammen und er ist wirklich das Beste was mir je passiert ist. Wir haben so gut wie nie Streit, er behandelt mich immer gut, er weiß ganz genau wie er mit mir umzugehen hat und gibt mir wirklich IMMER das Gefühl, dass ich die Einzige für ihn bin. Es ist wirklich eine schöne Beziehung und habe mich schon entschieden, dass ich ihn heiraten will (Auf den Antrag warte ich noch ). Nun ist vor einigen Tagen Etwas vorgefallen und nun glaube ich, dass ich irgendetwas kaputt gemacht habe.

Ich war vor ein paar Tagen mit meinem Freund Abends weg, wir saßen in einer Bar und wollten anschließend ins Kino und danach vielleicht noch in irgendeinen Club. Als wir grade aus der Bar kommen, stehen vor der Tür drei Typen (Araber oder so) und guckten schon so komisch zu uns rüber. Mir war sofort klar dass diese Leute auf Ärger aus sind. Als wir an ihnen vorbei gingen kamen auch sofort die Beleidigungen: "Was kostet denn deine Thai ... und noch ganz andere rassistische Beleidigungen (Kurze Anmerkung: Ich bin deutsche, meine Eltern kommen beide aus Korea - Bin also äußerlich asiatisch). Ich habe schon gemerkt, dass mein Freund darauf reagieren wollte, ich habe ihn zu mir rangezogen und ihn darum gebeten nicht auf die Beleidigungen zu reagieren weil sie mir egal sind (Waren sie wirklich, diese Typen waren wohl alle ohne Schulabschluss und kennen noch nicht einmal den Unterschied zwischen Südost-Asiatinnen und Ost-Asiatinnen - Über solch einem Verhalten stehe ich). Zu allem Übel sind uns die Typen gefolgt und haben einfach nicht aufgehört, irgendwann ist meinem Freund der Kragen geplatzt: Er hat sich umgedreht und der Gruppe gedroht, dass es Konsequenzen haben wird wenn mich noch einmal jemand beleidigt. Das war natürlich das, worauf diese Typen hinauswollten. Einer von ihnen kam dann halt auf uns zu, mein Freund hat sich vor mich gestellt und dem Typen noch einmal gedroht, er solle zurückbleiben.

Nun muss ich noch kurz eine Information dazwischen schieben: Ich mache seitdem ich 9 Jahre bin Kickboxen und bin auch sehr gut. Mein Freund wusste das zwar, war aber nie beim Training dabei (da dürfen halt nur Frauen zugucken) und die wenigen Turniere an denen ich teilgenommen habe, fielen immer ungünstig sodass er nie zuschauen konnte. Auch äußerlich sieht man mir meine Fähigkeiten, bis auf die vielleicht etwas stärkeren Waden, nicht an. Ich wiege 52kg auf 1,59m und wirke auch sonst sehr feminin.

Nun zurück zur Sache: Der Typ kam halt auf uns zu und ich hatte zu der Zeit auch schon ein paar Cocktails getrunken, war also leicht angetrunken. Und ich fand das halt auch so süß, dass mein Freund sich vor mich gegen 3 Typen stellt die offensichtlich auf Gewalt aus sind und habe dann halt in einer Art Kurzschlussreaktion gehandelt: Ich habe meinen Freund beiseite geschoben und dem Typen der auf uns zu kam mit voller Kraft seitlich in den Oberkörper getreten - Er ging sofort zu Boden und blieb dort auch. Ich habe dem Typen dann halt einen Krankenwagen gerufen und der Sanitäter meinte das seine Vermutung Richtung Rippenbruch geht (Er konnte nicht mehr reden, das Atmen tat ihm weh). Mein Freund stand die ganze Zeit über daneben und hat nichts dazu gesagt. Die Stimmung war natürlich komplett hin und wir sind nach Hause gefahren.
Da hat er dann halt nicht mehr richtig mit mir geredet und ging dann auch schlafen. Und nun ist alles anders: Vor dieser Aktion war er immer der "perfekte" Freund. Wenn er früher zuhause war als ich hat er mir jedes mal Tee gemacht und gefragt ob wir an dem Abend etwas machen wollen, er war halt immer aufmerksam und wahnsinnig lieb. Und seit dem Vorfall ist er halt ganz seltsam. Er nennt mich seitdem auch nur noch Hani - Sonst hat er mir immer Spitznamen gegeben (meistens Cupcake). Er ist plötzlich distanziert und ich habe das Gefühl, dass er das was er tut, nicht mehr aus reiner Zuneigung und Liebe, sondern aus Gewohnheit, tut.

Und ich habe einfach absolut keine Ahnung was in ihm vorgeht Das "Machtverhältnis" in der Beziehung ist nicht gekippt. Ich war schon immer etwas bestimmender und das hat er auch so akzeptiert - Wir sind beide sehr rücksichtsvoll und ich nutze das also nicht aus, mal abgesehen davon: Würde ich mich jetzt wie so eine Domina aufführen und ihm Ansagen machen würde er mich wohl schnell in meine Schranken weisen. Das blöde ist halt dass er sich wahnsinnig Mühe gibt sich so zu verhalten wie immer, aber ich merke halt das Irgendetwas anders ist. Es muss ihn also Irgendetwas bedrücken aber er meint immer es sei alles in Ordnung usw.

Ich habe nun wirklich wahnsinnig Angst dass ich mit diesem Tritt tatsächlich unsere Beziehung zerstört, oder zumindest irreparabel beschädigt habe. Ich hänge wahnsinnig an ihm und möchte ich auf gar keinen Fall verlieren. Habt ihr irgendwelche Ideen was mit ihm los ist? Ich weiß, viele werden hier raten das "offene Gespräch" zu suchen - Das habe ich bereits mehrmals, erfolglos, getan. Ich hoffe wirklich dass hier jemand eine Ahnung hat oder idealerweise Erfahrung mit so einem plötzlich distanziertem Verhalten nach einer sonst sehr liebevollen, rücksichtsvollen und harmonischen Beziehung.

Ich bin wirklich am verzweifeln...

Ich entschuldige die Länge des Beitrages und danke im voraus für eure Antworten.

Gruß,

Hani

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28. April 2013 um 0:15

Das habe ich ihm auch erzählt...
In dem Moment als ich zugetreten habe ging es mir in erster Linie NUR um ihn. Ich war halt so beeindruckt dass er sich da hinstellt um mich zu beschützen (Habe oft von Männern gehört die sich dann hinter ihrer Freundin verstecken). Und in diesem Moment, als mir dann klar wurde dass der Typ meinen Freund schlagen wollte schoss halt plötzlich so eine Wut durch mich dass ich eben zugetreten habe. Normalerweise würde ich selbst im Fall der Selbstverteidigung nicht mit so einer Wucht zutreten, auch in Turnieren nicht. Das war wohl der Grund weshalb der Typ sofort K.O. gegangen ist.

Er weiß auch das körperliche Kraft (wobei, davon hat er wohl 5 mal soviel wie ich) zwischen uns kein Thema ist. Ich würde ihn nie im Leben schlagen genauso wenig wie er mich.

Eine Anzeige gab es nicht. Die Polizei kam zwar mit dem Krankenwagen und hat uns auch vernommen, jedoch bestätigten alle Zeugen das wir halt massiv bedrängt und bedroht worden sind und ich auch nach dem Tritt nichts weiter gemacht habe (sogar geholfen - obwohl ich so wütend war dass ich gerne noch mal zugetreten hätte). Der Typ hat natürlich auch keine gemacht. Ich denke dass er sich wahnsinnig schämt von einem Mädchen, welches 2 Köpfe kleiner als er ist ins Krankenhaus, befördert zu werden, und das mit einem Tritt.
Wie gesagt, sehr kompliziert...Körperliche Kraft ist kein Thema und in der Beziehung hatte ich halt schon immer etwas mehr das Sagen (Von außen würde man, um das zu erkennnen, Wochen brauchen) - Daher denke ich nicht dass er sich in seiner "Männlichkeit" verletzt sieht.

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28. April 2013 um 0:19

Ein vorbeischieben...
Ein vorbeischieben in dem Sinne war es nicht. Es ging halt wahnsinnig schnell. Ich bin praktisch rechts an ihm vorbei und habe auch sofort zugetreten. Es ist nicht so dass ich irgendwie mit einer Geste gezeigt habe er sei unfähig oder so. Es liest sich natürlich wesentlich "langsamer". Aber wenn du schon einmal einen Kickboxer zutreten sehen hast, siehst du was ich meine - Das geht ruckzuck. Eine untrainierte Person reagiert gar nicht so schnell. Deswegen habe ich ihn nicht "gerettet" als er dort verprügelt worden ist sondern habe lediglich schneller als er gehandelt.

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28. April 2013 um 0:44

Naja so war das ja nicht...
Ich wurde ja beleidigt, keine Ahnung weshalb aber scheinbar haben die Typen ein Problem mit Asiatinnen. Und er hat sich ja auch nicht hinter mir versteckt oder so. Er hat sich ja direkt vor mich gestellt und den Leuten gedroht dass es Probleme gibt sollte irgendjemand noch einmal mich beleidigen. Also steht er bei den "Zuschauern" nicht als Würstchen da. Sie haben ja gesehen wozu er bereit war. Und der Tritt ging, wie gesagt, sehr schnell. Selbst wenn er mich davon abhalten hätte wollen, wäre er dazu, eben weil es so schnell ging, nicht in der Lage.

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28. April 2013 um 8:49

Sehr gut gemacht!
Du hast die Lage gerettet, denn gegen einen Mann hätten die anderen beiden geholfen, einen überraschenden Erstschlag hätte die Polizei deinem Freund nicht verziehen.

Ich finde, du beziehst zu viel auf dich. Der Sieg nur wegen deiner Ausbildung, seine Erstarrung nur wegen deinem Tritt. Dabei hattest du kampftechnisch viel Glück, keiner der anderen beiden half, kein Waffeneinsatz. Und deinem Freund ist eher mulmig zu Mute. Ich wäre einfach nur geschockt von der Situation, nicht von dir.

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28. April 2013 um 9:46

An Deiner Stelle...
... würde ich gar nicht groß versuchen, mit ihm darüber zu reden. Nimm ihn - wenn es irgendwie geht - einfach mal mit ins Training oder zu einem Turnier, damit er sich endlich mal ein richtiges Bild von Deinen Fähigkeiten machen kann. Ich denke, darum geht es in erster Linie: Er hat etwas über Dich erfahren, das er so gar nicht vermutet hätte. Seine Vorstellungen von Deinem Sport und den damit verbundenen Möglichkeiten haben sich bis zu diesem Ereignis sehr von der Wirklichkeit unterschieden. Er hat sozusagen Deine "Entwicklung" bis dahin verpasst und wurde im wahrsten Sinne des Wortes mit einem Schlag in die Realität befördert. Noch dazu mit der Erkenntnis, dass Du ihn zum Schutz gar nicht brauchst, sondern eher er Dich.

Wie gesagt, nimm ihn beim nächsten Mal zum Training mit oder wenigstens zu einem Turnier, damit er sein Bild von Dir einfach auf den neuesten Stand bringen kann.

Ansonsten würde ich gar nicht mehr viel über die Sache reden. Auch nicht mehr besonders Rücksicht auf ihn nehmen, sei ganz normal und so wie immer. Alles andere macht keinen Sinn.

Stell es Dir umgekehrt vor: Du hättest plötzlich herausgefunden, dass Dein Freund irgendeine Superkraft hat - ein Mathegenie ist oder Ähnliches... Auch da müsstest Du erst mal versuchen, das gedanklich auf die Reihe zu kriegen, oder? Das würde aber an Deinen Gefühlen für Deinen Freund nichts ändern, richtig? Also...

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28. April 2013 um 10:29

Sie hat sich doch garnicht gewehrt
Sie war in einer für Männer alltäglichen Situation, nämlich in der des körperlich überlegenen. Und hat im alkoholisierten Zustand nach einer Pöbelei überraschend zugetreten. Das ist eher ein Fall fürs Gericht, als für Verständnis und sportliche Bewunderung. Man lässt sie hier als Frau gewähren, einen Mann würde man anders bewerten. Mit Stärke und vor allem Selbstkontrolle hat das wenig zu tun. Und es liegt keine Selbstverteidigung vor.

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28. April 2013 um 10:56
In Antwort auf brillengestell

Sie hat sich doch garnicht gewehrt
Sie war in einer für Männer alltäglichen Situation, nämlich in der des körperlich überlegenen. Und hat im alkoholisierten Zustand nach einer Pöbelei überraschend zugetreten. Das ist eher ein Fall fürs Gericht, als für Verständnis und sportliche Bewunderung. Man lässt sie hier als Frau gewähren, einen Mann würde man anders bewerten. Mit Stärke und vor allem Selbstkontrolle hat das wenig zu tun. Und es liegt keine Selbstverteidigung vor.

Nun...
... ganz so hat es sich nicht abgespielt, wenn Du oben und weiter unten nochmal liest, was die TE geschrieben hat. Die Typen haben permanent provoziert und die TE beleidigt, jemand, der NICHT auf eine Schlägerei aus ist, tut sowas nicht. Oder?

Ich meine, wie anders ließe sich das Verhalten der Typen auslegen? Und was hätte der Freund der TE tun sollen? Und wie hätte Deiner Meinung nach die TE reagieren sollen? Die rechte und die linke Wange hinhalten? Mit Engelszungen auf die Typen einreden, wo doch schon klar war, dass sie nicht lockerlassen, bis sie einen Grund gefunden haben, dass sie losprügeln können??

Und ich denke, auch als Mann hätte die TE in der Situation nichts zu befürchten gehabt, da sie sich selbst und ihren Freund verteidigt hat. Mit einem simplen Tritt. Sie hat weder nachgetreten, noch ist sie in blinder Wut auf die anderen losgegangen.

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28. April 2013 um 11:55

@taittinger
Ich glaube, die Sache liegt schon ein wenig anders.

Der Freund war derjenige, der auf die Provokationen der Typen eingegangen ist - die TE war diejenige, die versucht hat, ihn dazu zu bringen, nicht darauf zu hören. Eigentlich hätte sie Grund, sauer auf ihn zu sein, weil er sie beide in die Lage gebracht hat, dass die TE beide verteidigen musste. Er hätte ja auch einfach weitergehen und die Typen links liegen lassen oder die Polizei rufen können.

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28. April 2013 um 12:19

Ganz einfach
Weil das eine Straftat ist. Sie käme vor Gericht keinen Meter weit. Sie hat zuerst geschlagen. So einfach ist das.

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28. April 2013 um 12:26
In Antwort auf tyche26

Nun...
... ganz so hat es sich nicht abgespielt, wenn Du oben und weiter unten nochmal liest, was die TE geschrieben hat. Die Typen haben permanent provoziert und die TE beleidigt, jemand, der NICHT auf eine Schlägerei aus ist, tut sowas nicht. Oder?

Ich meine, wie anders ließe sich das Verhalten der Typen auslegen? Und was hätte der Freund der TE tun sollen? Und wie hätte Deiner Meinung nach die TE reagieren sollen? Die rechte und die linke Wange hinhalten? Mit Engelszungen auf die Typen einreden, wo doch schon klar war, dass sie nicht lockerlassen, bis sie einen Grund gefunden haben, dass sie losprügeln können??

Und ich denke, auch als Mann hätte die TE in der Situation nichts zu befürchten gehabt, da sie sich selbst und ihren Freund verteidigt hat. Mit einem simplen Tritt. Sie hat weder nachgetreten, noch ist sie in blinder Wut auf die anderen losgegangen.

Sie wurde provoziert, ohne Frage
Ein Grund zuzuschlagen ist das noch lange nicht. Ihr Freund hat "Konsequenzen" angekündigt. Die Ausübung von Gewalt hat sie begonnen.

Als Mann wäre sie einfach nur ein weiterer besoffener Schläger. Und man wäre zurecht entsetzt darüber.

Mein Mitleid mit dem niedergestreckten Provokateur hält sich natürlich trotzdem in engen Grenzen. Es hat den richtigen getroffen, aber mit den falschen Mitteln.

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28. April 2013 um 12:28

@taittinger
Ich sehe das eher wie tyche. Das war keine Brutaliität im Suff, sondern sie hat beide verteidigt. Wenn man weiß, was man tut, geht das effektiver als eine Gruppenschlägerei mit ihrem Freund, der (hoffentlich) unerfahren ist.
Nein, ich finde, Hannihyuna muss sich nichts vorwerfen. Mit ihm darüber zu reden wäre aber bestimmt gut, vielleicht kann man das klären.

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28. April 2013 um 12:29
In Antwort auf tyche26

@taittinger
Ich glaube, die Sache liegt schon ein wenig anders.

Der Freund war derjenige, der auf die Provokationen der Typen eingegangen ist - die TE war diejenige, die versucht hat, ihn dazu zu bringen, nicht darauf zu hören. Eigentlich hätte sie Grund, sauer auf ihn zu sein, weil er sie beide in die Lage gebracht hat, dass die TE beide verteidigen musste. Er hätte ja auch einfach weitergehen und die Typen links liegen lassen oder die Polizei rufen können.

Genau
Die haben alle beide ein Gewaltproblem.

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28. April 2013 um 12:54

Bedenke bitte deine Wortwahl und Themenbezug
Und ja, ich ticke sehr sauber. Leider (fast) einsam.

Und danach zurück zum Thema: Spontan dachte ich, wie wo einige andere hier, gut gemacht weil sie als Frau mehr Narrenfreiheit hatte als ihr Freund, und diese wirksam genutzt hat.

Je mehr ich darüber nachdenke, desto klarer wird mir, wie völlig falsch sie reagiert hat.

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28. April 2013 um 12:55

Gewalt...
... ist natürlich nie die beste Lösung. Das Problem bei der Geschichte ist aber, dass der Freund die Typen nicht ignoriert hat. Trotz des Zuredens der TE ist er dennoch auf die Provokationen der Typen eingegangen. Hat sich vor seine Freundin hingestellt und den Typen Konsequenzen angedroht. Es war ihm klar, dass es ohne Schläge nicht vonstattenging. Mal abgesehen davon, wie unglaublich dumm es von ihm war, sich gegen drei Typen zu stellen - was meinst Du, wie die Situation weitergegangen wäre, wenn die TE nicht Kickboxerin gewesen wäre? Seine Freundin hätte die Polizei rufen können, in der Zwischenzeit wäre aber ihr Freund vermöbelt worden. Von DREI Typen. Und da wäre er auch noch selbst schuld gewesen, weil er sich eben hat provozieren lassen, anstatt einfach auf seine Freundin zu hören und die Kurve zu kratzen.

Von daher gesehen: Ja, die TE hat sich nichts vorzuwerfen. Allerhöchstens hätte sie einen Tritt auswählen können, der für ihr Gegenüber weniger schmerzhaft gewesen wäre. Dabei stellt sich allerdings die Frage, ob das die Typen genug beeindruckt hätte, um eine Schlägerei zu verhindern. Die Freundin hat somit nicht überreagiert, sie hat allerhöchstens aus Unerfahrenheit einen Kickbox-Tritt angewendet, der eine Nummer zu hart war. Aber nicht aus böser Absicht, sie hat damit letztendlich Schlimmeres verhindert.

Und noch was: Was ist eigentlich mit den drei Typen, die ganz offenbar und zweifellos auf eine gewalttätige Auseinandersetzung aus waren? Soll man sich tatsächlich solchen Leuten einfach so ausliefern, wenn man letztendlich in so eine Situation gerät, in der man nicht mehr rechtzeitig die Polizei rufen kann? Die rechte und die linke Wange hinhalten? Sich zusammenschlagen lassen, den Freund/ die Freundin zusammenschlagen lassen?

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28. April 2013 um 12:57

Ich war einmal in einer solchen Situation
und habe mich, trotz Judo-Ausbildung, erfolgreich verkrümelt.

Kein Krankenwagen, keine Polizei, keine Beziehungskrise.

Und der Notwehrparagraph wurde uns jährlich vorgebetet. Insofern, nein, es geht anders.

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28. April 2013 um 13:00
In Antwort auf cass_12177900

Das habe ich ihm auch erzählt...
In dem Moment als ich zugetreten habe ging es mir in erster Linie NUR um ihn. Ich war halt so beeindruckt dass er sich da hinstellt um mich zu beschützen (Habe oft von Männern gehört die sich dann hinter ihrer Freundin verstecken). Und in diesem Moment, als mir dann klar wurde dass der Typ meinen Freund schlagen wollte schoss halt plötzlich so eine Wut durch mich dass ich eben zugetreten habe. Normalerweise würde ich selbst im Fall der Selbstverteidigung nicht mit so einer Wucht zutreten, auch in Turnieren nicht. Das war wohl der Grund weshalb der Typ sofort K.O. gegangen ist.

Er weiß auch das körperliche Kraft (wobei, davon hat er wohl 5 mal soviel wie ich) zwischen uns kein Thema ist. Ich würde ihn nie im Leben schlagen genauso wenig wie er mich.

Eine Anzeige gab es nicht. Die Polizei kam zwar mit dem Krankenwagen und hat uns auch vernommen, jedoch bestätigten alle Zeugen das wir halt massiv bedrängt und bedroht worden sind und ich auch nach dem Tritt nichts weiter gemacht habe (sogar geholfen - obwohl ich so wütend war dass ich gerne noch mal zugetreten hätte). Der Typ hat natürlich auch keine gemacht. Ich denke dass er sich wahnsinnig schämt von einem Mädchen, welches 2 Köpfe kleiner als er ist ins Krankenhaus, befördert zu werden, und das mit einem Tritt.
Wie gesagt, sehr kompliziert...Körperliche Kraft ist kein Thema und in der Beziehung hatte ich halt schon immer etwas mehr das Sagen (Von außen würde man, um das zu erkennnen, Wochen brauchen) - Daher denke ich nicht dass er sich in seiner "Männlichkeit" verletzt sieht.

Glück gehabt!
Denn dann wird die Krankenversicherung des Provokateurs wohl doch nicht von dir die Krankenhausrechnungen als Schadensersatz einfordern können. Die würden nämlich auch noch gegen dich klagen.

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28. April 2013 um 13:16
In Antwort auf brillengestell

Ich war einmal in einer solchen Situation
und habe mich, trotz Judo-Ausbildung, erfolgreich verkrümelt.

Kein Krankenwagen, keine Polizei, keine Beziehungskrise.

Und der Notwehrparagraph wurde uns jährlich vorgebetet. Insofern, nein, es geht anders.

Und wie?
Es ist dunkel, Du bist allein, drei Typen stehen direkt vor Dir und brennen darauf, Dir eins auf die Nase (und nicht nur dahin) zu geben?

Es ist arg pauschal zu behaupten, man könne IMMER ohne sich verteidigen zu müssen, solchen Situationen ausweichen.

Was machst Du, wenn Du in der Straßenbahn stehst, ein Typ klatscht Dir - nicht ohne Obszönitäten von sich zu geben - auf den Allerwertesten - und Du drehst Dich geschockt und sauer um, schlägst ihm reflexartig und ohne nachzudenken die Hand weg, ohne vernünftigerweise zu überlegen, ach nein, lass mal, das könnte ihn provozieren? Was ist, wenn der Typ Dir dann folgt, wenn Du aus der Bahn steigst? Er ist direkt hinter Dir - und Du bist weder deutscher Landesmeister im Kurz- noch im Langstreckensprint?

...

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28. April 2013 um 13:23

@taittinger nochmal
... kann Deine Reaktion verstehen. Nur glaube ich, dass Du Dich hier mit der falschen Seite identifizierst. Du identifizierst Dich mit dem vermeintlichen "Opfer", das von der TE getreten wurde.

Dabei wäre es umgekehrt gewesen - wenn die TE nicht getreten hätte, wären sie und vor allem ihr Freund vermöbelt und zusammengeschlagen worden. Diese drei Typen waren (auch für die Polizei ganz ersichtlich) auf Gewalt aus - so wie der Typ, der Dich angegriffen hat. Hättest Du die Möglichkeit gehabt, ihm irgendwie Paroli zu bieten - Karatekick, um ihm das Messer aus der Hand zu schlagenn o.ä. - dann hättest Du das in der Situation gewiss auch getan, oder?

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28. April 2013 um 13:26

Also ich tippe
auch darauf das es etwas zwischen gewalt und männliches Ego ist.

Versuch ihm klar zu machen, das du zwar kämpfen kannst, aber trotzdem auf seine Hilfe angewiesen bist. In vielen anderen sachen und auch so. Und mache klar das gewalt auch für dich keine lösung ist.

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28. April 2013 um 13:29

...
Denke auch, es ist das Ego. Gibt ihm etwas Zeit. Im Endeffekt sollte er sich freuen, dass du so selbstsicher bist. Ich habe ebenfalls vor ein paar Jahren mit Kickboxen angefangen und mache nun Thai und MMA. Vor einigen Wochen hat auch mein Freund damit angefangen und ist begeistert. Vielleicht kann dein Freund probemäßig mal mittrainieren? Er dachte wohl lange dass das was du machst nur etwas Selbstverteidigung ist und jetzt ist er verletzt weil er gemerkt hat, dass du dich selbst verteidigen kann. Einfach mal drüber sprechen. Und sag ihm ruhig, dass du Angst hattest und es eine Kurzschlusreaktion war

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28. April 2013 um 15:28

Hängt nun davon ab
So exakt ist die Situation nicht beschrieben. Ich wäre zunächst in die Bar zurück und unter Leute, und das geht natürlich nur, wenn der Weg nicht schon abgeschnitten ist. Wenn der Weg nach vorne in die nächste Bar, Disco oder sonstwohin auch nicht möglich ist, dann war das, was der Freund gemacht hat, natürlich richtig. Allerdings In dem Moment, wo die Typen folgen und sich nähern, stellt das eine Nötigung dar, und da käme sie vielleicht mit StGB 33 auch vor Gericht davon.

Wir haben vermutlich nicht die gleiche Vorstellung von den Ausweichmöglichkeiten, und die hat die TE nicht beschrieben. Ich stelle mir das als belebten Ort vor, schließlich gab es anscheinend Zeugen. Weltfremd sind weder du noch ich, wir sind lediglich beide nicht dabei gewesen. Allerdings waren das andere, u.a. die Polizei, und die wird die Situation ja schon irgendwie bewertet haben.

Kurzum, für mich ist es grenzwertig, aber wo auf der Grenze, dafür müsste ich wohl schon dabei gewesen sein. So oder so, mit einer Freundin, die einen Kerl flach hauen kann und möglicherweise auch mich selbst, hätte ich als solches kein Problem. Auch im Judo gab es Frauen, die mich körperlich gepackt hätten und haben, und das, obwohl ich nicht gerade schmächtig bin.

Nur mit der Bereitschaft zur Gewalteskalation, über die müsste ich grübeln. Aber wie gesagt, ich vertraue mal der Polizei daß sie das richtig bewertet hat.

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28. April 2013 um 15:52

Das ist eigentlich normal...
Also emotional bin ich absolut auf ihn angewiesen. Ich erzähle ihm alles, ich frage ihn sehr oft nach Rat und da hilft er mir wahnsinnig oft. Generell würde ich mich schon als "gesund abhängig" bezeichnen. Ich würde das irgendwie mit der Erde und dem Mond vergleichen. Ein gesunder Abstand ist da, sodass es auf Dauer funktioniert und keiner ein Problem mit dieser Nähe hat (nicht erdrückt wird) aber halt auch nicht so weit entfernt dass niemand das Gefühl bekommt der andere braucht ihn eigentlich gar nicht. Und genau das ist jetzt gestört und zwar, im Gegensatz zu vor dem Vorfall, ganz gewaltig.

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28. April 2013 um 16:17

Nunja...
Also deine Reaktion ist ja mal absolut unangebracht. Wir gingen aus der Bar. Mein Freund hat ungefähr 2 Minuten (Die in sich in so einer Situation wie 2 Stunden anfühlen) nicht reagiert und ich habe es ihm angemerkt wie er sich zusammenreißen musste. Zum einen weil seine Freundin Minutenlang aufs übelste rassistisch beleidigt worden ist und zum Anderen, weil er ein absoluter Gegner von Rassismus ist. (An dieser Stelle muss ich Gin anmerken: Das hatte absolut gar nichts mit ihrer Religionszugehörigkeit zu tun, bitte höre auf zu pauschalisieren, das hätten genauso gut drei besoffene Deutsche, Russen, Franzosen oder Inder sein können)

Dann habe ich zugetreten, als der Typ grade dabei war zum Schlag auszuholen. Es war EIN einziger Tritt. Hätte ich die Kontrolle über mich verloren, dann wäre er wohl auf der Intensivstation gelandet - Derselbe Tritt gegen den Kopf, und er hätte davon mehrere Wochen was gehabt. Sofort als er zu Boden ging hab ich die Reaktion seiner Freunde abgewartet die plötzlich beide auf den Boden starrten und kein Ton mehr sagten. Als ich gemerkt habe dass die Situation "beruhigt" ist, habe ich mein Handy genommen, die Polizei&Krankenwagen gerufen und den Typen (nur für den Fall) in die stabile Seitenlage gelegt. Zum anderen war ich nicht im "vollsuff" sondern leicht angeschwipst (vom Gefühl 0,3 - 0,5 Promille)

Außerdem musst du dir das auch mal bildlich vorstellen. Der Typ, ungefähr 1,85m groß, pöbelt aus dem nichts, oder weil er halt Rassist ist, eine Frau an die keine 1,6m groß ist. Ich habe das Gefühl, dass du in deinem Kopf das vertauscht. Als sei ich die übermächtige Kampfmaschine und hätte einem armen kleinen Mann, der nur seine Ruhe haben wollte, aus langeweile einen K.O. tritt verpasst. Deine schlimmen Erfahrungen tun mir wirklich Leid, jedoch scheinen deine Erfahrung deinen Blick auf die Sache gewaltig zu trüben. Ich muss natürlich gestehen dass ich auch etwas sauer war, dass mein Freund in dem Moment nicht auf mich gehört hat und auf die Beleidigungen reagiert hat. Aber ich kanns auch nachvollziehen, immerhin bin ich seine Freundin...

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28. April 2013 um 16:54

Die TE hat...
... es eben nochmal genau beschrieben, wie sich das Ganze abgespielt hat.

Hätte sie nicht gehandelt, wäre ihr Freund derjenige gewesen, der mit gebrochenen Rippen/ Nase/ whatever am Boden gelegen hätte. Und die TE hätte möglicherweise auch noch ein paar Schläge abbekommen, während die Typen sich grölend und "ach was sind wir harte Kerle" davongemacht hätten...

Mit wem hättest Du Dich dann identifiziert?

Und spielt es nicht auch eine Rolle, von wem der Vorsatz der Gewalt ausgeht? Ich meine, wenn mir jemand was Böses will - und zum Schlag ausholt - muss ich dann einfach stehenbleiben und mir das gefallen lassen??

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28. April 2013 um 17:08

Nee...
Nein, das weiß ich ja eben nicht - Deshalb hab ich den Thread hier aufgemacht. So ein Verhalten habe ich in den drei Jahren noch nie von ihm erlebt - Ich hoffe das irgendjemand vielleicht ne Ahnung hat wo das her kommt... Das ganze ist nun auch 4 Tage her und er ist noch immer so seltsam. Naja, immerhin hat er heute morgen etwas seltsames gemacht. Er ist später aufgestanden als ich, ich sitze im Wohnzimmer und trinke Tee. Dann kommt er zu mir rüber, guckt mich an, sagt: "Tut mir leid", gibt mir einen Kuss auf den Kopf und arbeitet an seinem Projekt weiter...und wenn er da dran sitzt störe ich ihn nur wahnsinnig ungern weil er das auf den Tod nicht ab kann wenn man ihn dabei stört. Trotzdem denke ich nicht dass er heute mit der Sprache rausrückt. Ich hoffe es tut es doch oder löst seinen Konflikt oder was auch immer sein Problem ist.

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28. April 2013 um 17:58

Keine exakte Wiedergabe des Textes
Die Punkte "holen aus zum Angriff" und "Gewalt droht" stehen nicht in der Beschreibung der TE. Insofern stellt sich die Frage, ob das ein "präventiver Gegenschlag" war, sehr wohl.

Da die Ehre ein verteidigenswertes Rechtsgut ist, kommt sie ggf. mit StGB 33 "Uberschreitung der Notwehr" da wieder heraus, sollte sie verklagt werden.

Sauber war das nicht. Beeindruckend sehr wohl. Und nach der Logik dieser Gesellschaftskreise bestimmt für die drei Herren sehr angebracht.

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28. April 2013 um 18:18
In Antwort auf brillengestell

Keine exakte Wiedergabe des Textes
Die Punkte "holen aus zum Angriff" und "Gewalt droht" stehen nicht in der Beschreibung der TE. Insofern stellt sich die Frage, ob das ein "präventiver Gegenschlag" war, sehr wohl.

Da die Ehre ein verteidigenswertes Rechtsgut ist, kommt sie ggf. mit StGB 33 "Uberschreitung der Notwehr" da wieder heraus, sollte sie verklagt werden.

Sauber war das nicht. Beeindruckend sehr wohl. Und nach der Logik dieser Gesellschaftskreise bestimmt für die drei Herren sehr angebracht.

Ooh..
So war es aber. Also der Typ ging halt mit einer eindeutigen Haltung auf meinen Freund zu und hat zum Schlag ausgeholt. Und bevor er "losschwingen" konnte (Der wollte wohl irgendwie den Hammer machen, das ist absolut ineffektiv - Das weiß jeder der mal einen Selbstverteidigungskurs gemacht hat) konnte ich halt reagieren. Und in eben diesem Augenblick gab es halt nur Schwarz und Weiß. Entweder mein Freund fängt sich eine oder reagiert rechtzeitig und das ganze endet in einer unübersichtlich brutalen Schlägerei oder; ich reagiere und mache den Typen vorher kampfunfähig. Wobei ich selbstverständlich nicht davon ausgegangen bin, dass er nach einem Tritt wie ein Klappstuhl zusammen sackt. Die Polizei sah in dem Vorfall auch kein Problem. Sie hat zwar beide Seiten gefragt ob sie eine Anzeige machen wollen, da der Typ aber keine gemacht hat, wollte ich auch keine machen. Ich habe ehrlich gesagt keine Lust mich wegen so einem, entschuldigt meine Wortwahl, Vollidioten, noch zu irgendwelchen Gerichtsterminen schleppen zu müssen.

Nun muss ich aber anmerken: Es stört mich ein wenig, dass hier weniger auf mein tatsächliches Problem, als viel mehr auf meine Handlung und deren Notwendigkeit, eingegangen wird.
Ich finde ich habe richtig gehandelt. Ich und mein Freund sind Partner, wenn ihm jemand böses will, will er mir was böses.

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28. April 2013 um 18:27

Ich hätte...
es auch noch ewig lang ausführen können. Die Typen waren einfach nur Vollidioten die gepöbelt haben. Ich bezweifle dass es stadtbekannte Schläger waren die hochgefährlich sind. Kann sein das ich es etwas schlecht beschrieben habe. Diese Leute hatte man schon damals in der Schule. Die "Gruppe cooler Jungs" - Einer hat die größte Klappe und im Endeffekt mobbt er nur die schwächeren. Die Hilfemaßnahmen sind selbstverständlich für jeden der Kampfsport macht. Ich hätte im Falle einer schweren Verletzung (Eben Rippenbruch, Milzriss, Niere getroffen o.ä.) bei unterlassener Hilfeleistung Probleme bekommen können, unabhängig davon ob die Gewaltanwendung notwendig war oder nicht. In diesem Falle hätte es nämlich dazu kommen können, dass es zur Strafverfolgung aus öffentlichem Interesse kommt. In diesem Fall nun kommt es eben, bedingt durch mein Verhalten, zu keiner Anzeige eben weil der "Geschädigte" (Schlimm dass ich ihn so nenne) keine erstattet hat und ich mich richtig verhalten habe.

Solltest du an der Glaubwürdigkeit dieses Hergangs zweifeln, so möchte ich dich bitten hier nicht unnötig zu posten. Ich denke es gibt genug andere Threads in denen deine Hilfe benötigt wird. Ja, das war Sarkasmus.

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28. April 2013 um 18:49

Ich nochmal.
Ich, ebenfalls Kampfsportlerin, möchte der TE jetzt mal zur Seite stehen !! Selbst wenn das Paar "nur" angepöbelt wurde, finde ich die Reaktion völlig in Ordnung. Sobald Mensch sich in Gefahr fühlt, sollte Mensch handeln. Natürlich nicht so, dass man sein Gegenüber völlig k.o. schlägt, aber doch schon so, dass man ihn "kampfunfähig" macht, bevor er die Zügel in der Hand hat.
Und das Erste-Hilfe geleistet wird in diesem Falle ist ja selbstverständich- es bestand ja keine Gefahr mehr für die TE. Ich kann nur sagen, dass ich es genau so gelernt habe, wie sie es gemacht hat und ich finde es vorbildlich, dass sie so handelt. Es gibt auch ganz andere Kampfsportler! Meiner Meinung nach gibt es viel zu wenig Frauen in diesem Sport, weil sich leider fast alle das Training wie eine gnadenlose Prügelei vorstellen. Dabei ist es doch zum größten Teil Taktiktraining, Verinnerlichung und Konzentrationstraining um in einer Gefahrensituation optimal handeln zu können, statt noch überlegen zu müssen: "In welcher Stunde haben wir denn das und das nochmal gemacht und wär das hier passend?" Nein. Man lernt schnelles Reagieren und Selbstsicherheit. So viele Dinge die ganz besonders für Frauen sehr wichtig sind.

Als Anhang:
Dein Freund scheint schockiert zu sein. Du warst vor dem Vorfall die Freundin, die ihren Sport hat bei dem sie sich auspowern kann und zu Hause feminin. Du hast ihn aus dieser Welt praktisch "rausgehalten". Und plötzlich kannst du euch besser verteiigen als er es konnte, weil man als Laie die Situation einfach nur sehr schwer einschätzen kann- gerade wenn da 3 statt nur einer auf einen zukommt. Du hast den Moment genutzt, der eine lag am Boden, die anderen waren baff. Das ist etwas, was man erlernen muss. Und ich bin mir auch sicher, dass du innerlich wusstest "Ich muss mich nur um den einen kümmern, die anderen hauen dann ganz von allein ab" anstatt " Oh nein, mit welchem fange ich an und mit welchem mache ich danach weiter? Was wenn der eine aufsteht?". Und ich schätze, all das verwirrt deinen Freund.
Du warst schnell, du warst präzise, du warst sicher in dem was du getan hast und du wusstest genau, welcher Moment der Richtige ist. Und das ist genau das, was Männer im Beisein der Frau sein wollen, aber nicht immer können- was auch gar nicht schlimm ist.

Wie ich unten geschrieben habe wäre es doch eine Maßnahme ihn auch mal zu so einem Training zu schicken? Mein Freund und ich gehen beide zum Thai und zum MMA und man kann sich sogar gegenseitig noch was beibringen und spricht auch zu Hause mal über dieses nützliche Hobby. Vorher solltest du ihm natürlich erklären, woher du kannst, was du kannst Nur "Training" sagen erkärt ja nicht, was genau da eigentlich gemacht wird.

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28. April 2013 um 19:23
In Antwort auf an0N_1189082399z

Ich nochmal.
Ich, ebenfalls Kampfsportlerin, möchte der TE jetzt mal zur Seite stehen !! Selbst wenn das Paar "nur" angepöbelt wurde, finde ich die Reaktion völlig in Ordnung. Sobald Mensch sich in Gefahr fühlt, sollte Mensch handeln. Natürlich nicht so, dass man sein Gegenüber völlig k.o. schlägt, aber doch schon so, dass man ihn "kampfunfähig" macht, bevor er die Zügel in der Hand hat.
Und das Erste-Hilfe geleistet wird in diesem Falle ist ja selbstverständich- es bestand ja keine Gefahr mehr für die TE. Ich kann nur sagen, dass ich es genau so gelernt habe, wie sie es gemacht hat und ich finde es vorbildlich, dass sie so handelt. Es gibt auch ganz andere Kampfsportler! Meiner Meinung nach gibt es viel zu wenig Frauen in diesem Sport, weil sich leider fast alle das Training wie eine gnadenlose Prügelei vorstellen. Dabei ist es doch zum größten Teil Taktiktraining, Verinnerlichung und Konzentrationstraining um in einer Gefahrensituation optimal handeln zu können, statt noch überlegen zu müssen: "In welcher Stunde haben wir denn das und das nochmal gemacht und wär das hier passend?" Nein. Man lernt schnelles Reagieren und Selbstsicherheit. So viele Dinge die ganz besonders für Frauen sehr wichtig sind.

Als Anhang:
Dein Freund scheint schockiert zu sein. Du warst vor dem Vorfall die Freundin, die ihren Sport hat bei dem sie sich auspowern kann und zu Hause feminin. Du hast ihn aus dieser Welt praktisch "rausgehalten". Und plötzlich kannst du euch besser verteiigen als er es konnte, weil man als Laie die Situation einfach nur sehr schwer einschätzen kann- gerade wenn da 3 statt nur einer auf einen zukommt. Du hast den Moment genutzt, der eine lag am Boden, die anderen waren baff. Das ist etwas, was man erlernen muss. Und ich bin mir auch sicher, dass du innerlich wusstest "Ich muss mich nur um den einen kümmern, die anderen hauen dann ganz von allein ab" anstatt " Oh nein, mit welchem fange ich an und mit welchem mache ich danach weiter? Was wenn der eine aufsteht?". Und ich schätze, all das verwirrt deinen Freund.
Du warst schnell, du warst präzise, du warst sicher in dem was du getan hast und du wusstest genau, welcher Moment der Richtige ist. Und das ist genau das, was Männer im Beisein der Frau sein wollen, aber nicht immer können- was auch gar nicht schlimm ist.

Wie ich unten geschrieben habe wäre es doch eine Maßnahme ihn auch mal zu so einem Training zu schicken? Mein Freund und ich gehen beide zum Thai und zum MMA und man kann sich sogar gegenseitig noch was beibringen und spricht auch zu Hause mal über dieses nützliche Hobby. Vorher solltest du ihm natürlich erklären, woher du kannst, was du kannst Nur "Training" sagen erkärt ja nicht, was genau da eigentlich gemacht wird.

Das dachte ich auch erst...
Danke für deine Antwort und dass du hier hinter mir stehst. Das mit der angeschlagenen Männlichkeit ist eigentlich kein Problem bei ihm. Er hat da noch nie sonderlich Wert drauf gelegt mich im Streitfall schnell K.O. zu schlagen weil es zu so einem Fall niemals kommen wird. Außerdem war er sich meiner Überlegenheit in so einem Fall immer bewusst - Er meinte mal zu mir: "Ich habe mich in meinem Leben drei mal geprügelt und du machst seit über 10 Jahren Kampfsport, ich bilde mir da gar nichts ein...". Er ist also was das angeht recht locker drauf. Das mit dem Training ist eigentlich eine Möglichkeit, nur wenn ich ihm das jetzt anbiete interpretiert er das garantiert falsch. Das dürfte bei ihm dann nach dem Motto "komm mal mit, damit ich dich beim nächsten mal nicht beschützen muss" an. Ich muss sagen, er hätte diese Situation auch alleine regeln können - halt nur nicht so schnell. Er ist immerhin 1,83m und wiegt gut 95kg und ich habe noch bevor wir zusamen waren einmal eine der "Schlägereien" mitbekommen. Das war bei der Eröffnung eines Einkaufcenters und wir waren früh morgens dort. Da waren auch Betrunkene und einer hat ihn halt angemacht und ihm voll aufs Auge geschlagen. Er hat ihn dann auch mit einem Schlag umgehauen, dem hats richtig die Füße weggerissen - Für jemanden der nie Kampfsport o.ä, gemacht hat, war das wirklich beeindruckend.

Ich werde ihn wohl noch einmal nerven wenn er wieder zuhause ist...

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28. April 2013 um 23:11
In Antwort auf cass_12177900

Ooh..
So war es aber. Also der Typ ging halt mit einer eindeutigen Haltung auf meinen Freund zu und hat zum Schlag ausgeholt. Und bevor er "losschwingen" konnte (Der wollte wohl irgendwie den Hammer machen, das ist absolut ineffektiv - Das weiß jeder der mal einen Selbstverteidigungskurs gemacht hat) konnte ich halt reagieren. Und in eben diesem Augenblick gab es halt nur Schwarz und Weiß. Entweder mein Freund fängt sich eine oder reagiert rechtzeitig und das ganze endet in einer unübersichtlich brutalen Schlägerei oder; ich reagiere und mache den Typen vorher kampfunfähig. Wobei ich selbstverständlich nicht davon ausgegangen bin, dass er nach einem Tritt wie ein Klappstuhl zusammen sackt. Die Polizei sah in dem Vorfall auch kein Problem. Sie hat zwar beide Seiten gefragt ob sie eine Anzeige machen wollen, da der Typ aber keine gemacht hat, wollte ich auch keine machen. Ich habe ehrlich gesagt keine Lust mich wegen so einem, entschuldigt meine Wortwahl, Vollidioten, noch zu irgendwelchen Gerichtsterminen schleppen zu müssen.

Nun muss ich aber anmerken: Es stört mich ein wenig, dass hier weniger auf mein tatsächliches Problem, als viel mehr auf meine Handlung und deren Notwendigkeit, eingegangen wird.
Ich finde ich habe richtig gehandelt. Ich und mein Freund sind Partner, wenn ihm jemand böses will, will er mir was böses.

Dann ist doch
alles klar! Wenn er ausholt, dann bleibt es bei: Gut gemacht!

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29. April 2013 um 0:06
In Antwort auf an0N_1189082399z

Ich nochmal.
Ich, ebenfalls Kampfsportlerin, möchte der TE jetzt mal zur Seite stehen !! Selbst wenn das Paar "nur" angepöbelt wurde, finde ich die Reaktion völlig in Ordnung. Sobald Mensch sich in Gefahr fühlt, sollte Mensch handeln. Natürlich nicht so, dass man sein Gegenüber völlig k.o. schlägt, aber doch schon so, dass man ihn "kampfunfähig" macht, bevor er die Zügel in der Hand hat.
Und das Erste-Hilfe geleistet wird in diesem Falle ist ja selbstverständich- es bestand ja keine Gefahr mehr für die TE. Ich kann nur sagen, dass ich es genau so gelernt habe, wie sie es gemacht hat und ich finde es vorbildlich, dass sie so handelt. Es gibt auch ganz andere Kampfsportler! Meiner Meinung nach gibt es viel zu wenig Frauen in diesem Sport, weil sich leider fast alle das Training wie eine gnadenlose Prügelei vorstellen. Dabei ist es doch zum größten Teil Taktiktraining, Verinnerlichung und Konzentrationstraining um in einer Gefahrensituation optimal handeln zu können, statt noch überlegen zu müssen: "In welcher Stunde haben wir denn das und das nochmal gemacht und wär das hier passend?" Nein. Man lernt schnelles Reagieren und Selbstsicherheit. So viele Dinge die ganz besonders für Frauen sehr wichtig sind.

Als Anhang:
Dein Freund scheint schockiert zu sein. Du warst vor dem Vorfall die Freundin, die ihren Sport hat bei dem sie sich auspowern kann und zu Hause feminin. Du hast ihn aus dieser Welt praktisch "rausgehalten". Und plötzlich kannst du euch besser verteiigen als er es konnte, weil man als Laie die Situation einfach nur sehr schwer einschätzen kann- gerade wenn da 3 statt nur einer auf einen zukommt. Du hast den Moment genutzt, der eine lag am Boden, die anderen waren baff. Das ist etwas, was man erlernen muss. Und ich bin mir auch sicher, dass du innerlich wusstest "Ich muss mich nur um den einen kümmern, die anderen hauen dann ganz von allein ab" anstatt " Oh nein, mit welchem fange ich an und mit welchem mache ich danach weiter? Was wenn der eine aufsteht?". Und ich schätze, all das verwirrt deinen Freund.
Du warst schnell, du warst präzise, du warst sicher in dem was du getan hast und du wusstest genau, welcher Moment der Richtige ist. Und das ist genau das, was Männer im Beisein der Frau sein wollen, aber nicht immer können- was auch gar nicht schlimm ist.

Wie ich unten geschrieben habe wäre es doch eine Maßnahme ihn auch mal zu so einem Training zu schicken? Mein Freund und ich gehen beide zum Thai und zum MMA und man kann sich sogar gegenseitig noch was beibringen und spricht auch zu Hause mal über dieses nützliche Hobby. Vorher solltest du ihm natürlich erklären, woher du kannst, was du kannst Nur "Training" sagen erkärt ja nicht, was genau da eigentlich gemacht wird.

Möp
So einfach ist das nicht. Man kann nicht jeden verhauen, nur weil man sich bedroht fühlt.

Nochmal vielleicht der Rechtiche Rahmen:

Es gibt im Gesetz, nach dem StGb wie auch nach dem BGB entsprechende Gesetzliche vorgaben.

Die genauen Tatbestände sind:
Notwehr, Nothilfe und die Putativnotwehr.

Die Notwehr bezieht sich nur auf sich selber. Wenn ein Angriff bevorsteht, andauert oder nicht beendet ist, darf man sich ihm Rahmen der Verhältnismäßigkeit wehren. Das heißt, wird man mit einer Faust angegriffen, darf man mit der Faust zurückschlagen. Hat jemand ein Messer, darf man auch das Messer zücken (ACHTUNG! NUR EIN BEISPIEL) usw. Man darf also niemand erschießen, weil er dich verhauen will.

Im Falle der TE war die Sache eindeutig. Sie leistete Nothilfe, in dem Fall bei ihrem Freund. Nothilfe ist das selbe wie Notwehr, wird aber auf 3 angewand. Sie hat auch im Rahmen der Verhältnismäßigkeit gehandelt und sogar die Polizei Informiert UND Ersthilfe geleistet. Hervorragend!

Als letzter Punkt sei noch die Putativnotwehr genannt. Das heißt, die irrige annahme in Gefahr zu sein. Du verhaust also jemand, obwohl er nur nach dem Weg fragen wollte, aber es war dunkel und du hattest Angst.

Wenn man glaubhaft erklären kann, das man Angst hatte, wird normalerweiße von Rechtswegen nichts passiere, trotzdem kann der Geschädigte Anzeige erstatten.

Man sollte aber immer versuchen, Konflikte zu entschärfen bevor es überhaupt zu einer Schlägerei kommt. Sicher hatte die TE keine andere Wahl, und ich wäre wohl weinenden zusammen gebrochen, trotzdem sollte Gewalt immer nur der letzte ausweg sein.




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29. April 2013 um 8:45
In Antwort auf brillengestell

Dann ist doch
alles klar! Wenn er ausholt, dann bleibt es bei: Gut gemacht!

Eigentliches Problem, und die Handlung
Nochmal zu dem, was du als dein eigentliches Problem bezeichnest. Für mich ist die Frage, ob du in Notwehr gehandelt hast, oder ob du jemanden einfach über den Haufen getreten hast, für die Einschätzung, wie ich mich dir gegenüber als Freund verhalten würde, und ob ich deinen Freund verstehen kann, oder dir vielleicht sogar einen Rat geben kann, sehr wichtig. Deshalb finde ich nicht, daß die beiden Fragen, wie deine Handlung zu bewerten ist, und wie es um deinen Freund steht, getrennt betrachtet werden können. Und weil wir alle nicht dabei waren, dauert das eben um die Länge der Erklärungen.

So wie es beschrieben ist, und so wie wohl die Polizei es gesehen hat, und wie ich nur als Laie beurteilen kann, war es, da der Typ ausholte, eindeutig Notwehr. Damit ist dir moralisch nichts vorzuwerfen.

Bleibt als Frage, warum dein Freund sich distanziert verhält. Und was du tun könntest.

Mir als deinem Freund wäre es egal, ob du stärker bist als ich oder nicht. Ich würde mich sowieso nicht mit dir prügeln, auch nicht im Streit oder einer Trennung. Ich würde mich auch nicht in meiner Männlichkeit angegriffen fühlen, denn ich definiere mich nicht über Körperkraft, und bewege mich auch nicht in Kreisen, die das tun. Ich hätte auch kein Problem damit, daß wir als Paar die Situation gemeistert hätten, jeder von uns mit seinem Beitrag. Daß du als äußerlich zierliche Frau körperlich schlagkräftig bist, fände ich als Team betrachtet hilfreich. Außerdem wäre ich beruhigt, denn mit dem Ruf, der dir nun vorauseilen dürfte, und der vielleicht noch viel furchteinflößender wird als du in Wirklichkeit, wüsste ich, daß du vermutlich nie wieder blöd angegriffen werden wirst. Leute, die über mich schmunzeln würden, würde ich belächeln.

Mich würde jedoch das Ereignis als solches schocken. So wie ein Unfall, für den irgendwie keiner was könnte, der aber ein schreckliches Erlebnis ist. Das müsste ich verarbeiten, den Schock, die Angst, die grundsätzlichen Fragen, daß man dabei auch hätte schwer verletzt oder draufgehen können. Ich würde das dir gegenüber aber ganz sicher nicht schweigsam oder distanziert tun, sondern eher öfters durchkauen, bis ich es irgendwie verstanden und verdaut hätte.

Und an der Stelle verstehe ich deinen Freund noch nicht so richtig. Er war ja dabei, und hat deshalb den Einblick, daß es Notwehr war, viel leichter als wir. Ich stelle ihn mir geschockt vor, aber er scheint damit anders umzugehen als ich das tun würde. Das kann man ihm jedoch keinesfalls vorwerfen.

Ich würde mir an deiner Stelle mehr Gedanken machen, wie mit meinem traumatisierten Partner umzugehen ist, als mit einer angeknacksten Beziehung oder verletzter Männlichkeit:
Letzteres trifft meiner Meinung nach nicht auf eure Situation zu, und ich sähe dazu keinen Grund. Ihr habt als Paar die Situation gemeistert, mit seinem Beitrag, und mit deinem Beitrag.

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29. April 2013 um 13:45
In Antwort auf royal_12237811

Möp
So einfach ist das nicht. Man kann nicht jeden verhauen, nur weil man sich bedroht fühlt.

Nochmal vielleicht der Rechtiche Rahmen:

Es gibt im Gesetz, nach dem StGb wie auch nach dem BGB entsprechende Gesetzliche vorgaben.

Die genauen Tatbestände sind:
Notwehr, Nothilfe und die Putativnotwehr.

Die Notwehr bezieht sich nur auf sich selber. Wenn ein Angriff bevorsteht, andauert oder nicht beendet ist, darf man sich ihm Rahmen der Verhältnismäßigkeit wehren. Das heißt, wird man mit einer Faust angegriffen, darf man mit der Faust zurückschlagen. Hat jemand ein Messer, darf man auch das Messer zücken (ACHTUNG! NUR EIN BEISPIEL) usw. Man darf also niemand erschießen, weil er dich verhauen will.

Im Falle der TE war die Sache eindeutig. Sie leistete Nothilfe, in dem Fall bei ihrem Freund. Nothilfe ist das selbe wie Notwehr, wird aber auf 3 angewand. Sie hat auch im Rahmen der Verhältnismäßigkeit gehandelt und sogar die Polizei Informiert UND Ersthilfe geleistet. Hervorragend!

Als letzter Punkt sei noch die Putativnotwehr genannt. Das heißt, die irrige annahme in Gefahr zu sein. Du verhaust also jemand, obwohl er nur nach dem Weg fragen wollte, aber es war dunkel und du hattest Angst.

Wenn man glaubhaft erklären kann, das man Angst hatte, wird normalerweiße von Rechtswegen nichts passiere, trotzdem kann der Geschädigte Anzeige erstatten.

Man sollte aber immer versuchen, Konflikte zu entschärfen bevor es überhaupt zu einer Schlägerei kommt. Sicher hatte die TE keine andere Wahl, und ich wäre wohl weinenden zusammen gebrochen, trotzdem sollte Gewalt immer nur der letzte ausweg sein.




Das ist aus so vieler Hinsicht her falsch....
Es gibt keinen Grundsatz der Verhaeltnismaeßigkeit.

Wenn jemand droht dich umzubringen und ein Messer zueckt, kannst du ihm eine Ladung Schrot verpassen. Haettest du einen Rakentenwerfer, koenntest du ihn auch pulverisieren - nur muesstest du dann erklaeren woher du den Raketenwerfer hattest.

Und es ist nicht "selbstbezogen", so ein Bloedsinn, man darf auch andere verteidigen. Zudem war sie doch auch direkt betroffen.

Ihr ist absolut gar nichts vorzuwerfen im rechtlichen Sinne. Vielleicht sind wir uns da einig.

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29. April 2013 um 13:51
In Antwort auf worldgrid

Das ist aus so vieler Hinsicht her falsch....
Es gibt keinen Grundsatz der Verhaeltnismaeßigkeit.

Wenn jemand droht dich umzubringen und ein Messer zueckt, kannst du ihm eine Ladung Schrot verpassen. Haettest du einen Rakentenwerfer, koenntest du ihn auch pulverisieren - nur muesstest du dann erklaeren woher du den Raketenwerfer hattest.

Und es ist nicht "selbstbezogen", so ein Bloedsinn, man darf auch andere verteidigen. Zudem war sie doch auch direkt betroffen.

Ihr ist absolut gar nichts vorzuwerfen im rechtlichen Sinne. Vielleicht sind wir uns da einig.

Hier noch einmal...
...die Rechtsvorschrift. Weil die zu lesen erfordert keinen juristischen Sachverstanden. Der Rest ist gaengige Rechtspraxis.

§ 32 StGB Notwehr
(1) Wer eine Tat begeht, die durch Notwehr geboten ist, handelt nicht rechtswidrig.
(2) Notwehr ist die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden.

"oder einem anderen", aha.

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29. April 2013 um 15:42

Wir
können hier nur spekulieren, was in ihm vor sich geht. Aber möglicherweise bedrückt ihn einfach der Gedanke, dass er dich nicht beschützt hat, oder es nicht konnte, sondern DU es selbst getan hast. Was natürlich rational betrachtet vollkommen okay war.

Dennoch gibt es auch einfach Männer die das Gefühl haben..kein ganzer Mann zu sein, wenn sie in solch einer Situation ihre Frauen nicht vor Unheil bewahren können.

Letztendlich denke ich aber nicht das, wenn eure Beziehung vorher intakt war, durch diesen Vorfall ernsthaft schaden nimmt.
Lass ihn einfach ein paar Tage zeit, um darüber nach zu denken. Und nimm die Sache mit Humor.
Sag ihm doch, dass er froh sein kann dass du dich im Ernstfall immer Selbstverteidigen kannst, dass ist doch die eigentliche (positive) Kernessenz aus dem Ganzen.

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29. April 2013 um 22:42
In Antwort auf worldgrid

Hier noch einmal...
...die Rechtsvorschrift. Weil die zu lesen erfordert keinen juristischen Sachverstanden. Der Rest ist gaengige Rechtspraxis.

§ 32 StGB Notwehr
(1) Wer eine Tat begeht, die durch Notwehr geboten ist, handelt nicht rechtswidrig.
(2) Notwehr ist die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden.

"oder einem anderen", aha.

Natürlich
ist der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit gegeben. Man darf die Notwehr nur im Rahmen dieser tätigen, alles andere kann Strafrechtliche konsequenz nach sich ziehen, z.b. wenn man eine Waffe besitz. Zwar ist die Notwehr gerechtfertigt, nicht aber die Art, wie man sie beendet. Hätte die TE also einen Teleskopschlagstock gezogen und den Angreifer damit zusammen geschlagen, hätte es rechtlich ärger geben KÖNNEN. Schlagstöcke sind nämlich illegal.

Also nochmal, für dich zum mitschreiben:

Notwehr:

DU Verteidigst DICH gegen angreifer.

Nothilfe:

DU hilfst anderen Personen!

Zitat:

"Bei der Abwendung von Angriffen auf einen Anderen spricht man von Nothilfe. Dabei ist zu beachten, dass eine Staatsnothilfe, also eine Nothilfe zu Gunsten der Interessen der Allgemeinheit, grundsätzlich unzulässig ist. Auch muss staatliche Nothilfe zu Gunsten eines Beteiligten (etwa Niederschlagen des Angreifers, damit er vom Opfer ablässt) zusätzlich den öffentlich-rechtlichen Anforderungen für ein polizeiliches oder ein ähnliches Eingreifen genügen (vgl. Eingriffsermächtigung)."

http://de.wikipedia.org/wiki/Notwehr

Erzähl also nicht so einen Stuss.

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30. April 2013 um 1:16
In Antwort auf royal_12237811

Natürlich
ist der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit gegeben. Man darf die Notwehr nur im Rahmen dieser tätigen, alles andere kann Strafrechtliche konsequenz nach sich ziehen, z.b. wenn man eine Waffe besitz. Zwar ist die Notwehr gerechtfertigt, nicht aber die Art, wie man sie beendet. Hätte die TE also einen Teleskopschlagstock gezogen und den Angreifer damit zusammen geschlagen, hätte es rechtlich ärger geben KÖNNEN. Schlagstöcke sind nämlich illegal.

Also nochmal, für dich zum mitschreiben:

Notwehr:

DU Verteidigst DICH gegen angreifer.

Nothilfe:

DU hilfst anderen Personen!

Zitat:

"Bei der Abwendung von Angriffen auf einen Anderen spricht man von Nothilfe. Dabei ist zu beachten, dass eine Staatsnothilfe, also eine Nothilfe zu Gunsten der Interessen der Allgemeinheit, grundsätzlich unzulässig ist. Auch muss staatliche Nothilfe zu Gunsten eines Beteiligten (etwa Niederschlagen des Angreifers, damit er vom Opfer ablässt) zusätzlich den öffentlich-rechtlichen Anforderungen für ein polizeiliches oder ein ähnliches Eingreifen genügen (vgl. Eingriffsermächtigung)."

http://de.wikipedia.org/wiki/Notwehr

Erzähl also nicht so einen Stuss.

"Erzähl also nicht so einen Stuss."
Das haettest du dir sparen koennen, steht doch nichts Neues mehr in deinem Post.

Solltest du fuer den unwahrscheinlichen Fall, dass du Jura studierst, vorwiegend mit einem solchen gefaehrlichen Halbwissen glaenzen, wuerde ich dir spaetestens zum Examen noch einmal eine ausgiebige Lektuere ans Herz legen Ich zitiere aus dem StGB, du aus Wikipedia.

Unser Prof. hat ausdruecklich betont, dass die Wahl der Waffe keinerlei Kriterien unterliegt, man nimmt also das, was man in dem Augenblick zur Verfuegung hat. Das Wichtigste ist eben, dass Leib und Leben bedroht sind. Und ob man es nun bei Wikipedia "Nothilfe" nennt, ist doch voellig unerheblich, da es auch unter Notwehr im Gesetz steht.

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30. April 2013 um 16:58
In Antwort auf worldgrid

"Erzähl also nicht so einen Stuss."
Das haettest du dir sparen koennen, steht doch nichts Neues mehr in deinem Post.

Solltest du fuer den unwahrscheinlichen Fall, dass du Jura studierst, vorwiegend mit einem solchen gefaehrlichen Halbwissen glaenzen, wuerde ich dir spaetestens zum Examen noch einmal eine ausgiebige Lektuere ans Herz legen Ich zitiere aus dem StGB, du aus Wikipedia.

Unser Prof. hat ausdruecklich betont, dass die Wahl der Waffe keinerlei Kriterien unterliegt, man nimmt also das, was man in dem Augenblick zur Verfuegung hat. Das Wichtigste ist eben, dass Leib und Leben bedroht sind. Und ob man es nun bei Wikipedia "Nothilfe" nennt, ist doch voellig unerheblich, da es auch unter Notwehr im Gesetz steht.

Also ich weiß nicht
"Der Angegriffene muss von einer erforderlichen Verteidigungshandlung nicht bereits dann absehen, wenn zwischen der dem Angreifer dadurch drohenden Rechtsgutverletzung und dem angegriffenen eigenen Rechtsgut ein Ungleichgewicht besteht. Rechtsmissbräuchlich und damit nicht mehr geboten ist eine Verteidigungshandlung vielmehr erst dann, wenn die jeweils bedrohten Rechtsgüter zueinander in einem unerträglichen Missverhältnis stehen, etwa wenn die Leib oder Leben des Angreifers gefährdende Handlung der Abwehr eines evident bagatellhaften, bloßem Unfug nahe kommenden Angriffs dient (vgl. BGH, Beschl. v. 1.3.2011 - 3 StR 450/10; Fischer, StGB 58. Aufl., 32 Rn. 39)."

http://www.wiete-strafrecht.de/User/Darstellung/StGB/32%20StGB.html#Gebotensein

Auf deine Aussage würde ich nicht bauen. Ich bleib dabei, bei der Notwehr/Nothilfe ist die Verhältnismäißgkeit zwingend. Kein Richter würde dich ungeschorren davon kommen lassen, wenn du deinen Angreifer erschießt, wenn dieser dich "nur" mit der Faust bedroht hat. Zumal der Waffenbesitz, mit ausnahmen, ohne hin verboten ist. ZWAR würde man nicht für die Notwehr belangt werden, aber für den Waffenbesitz. Steht so auch alles schön im Waffengesetz.

Das Leben ist das höchste Rechtsgut, das steht auser frage. Aber das WIE man die Notwehr beendet ist trotzdem nicht so einfach, wie du es hier glauben machen willst.

In der Praxis kommt z.b. ohne hin kaum waffen vor, außer diese blöden messer.

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