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Ein leben als profilneurose - zwischen wunsch und wirklichkeit

30. April 2008 um 12:16

hallöchen,

lang her, dass ich hier zu gast war.
heute beschäftigt mich ein thema.

wie ist das mit den menschen, die als profilneurose durchs leben gehen.
immer bedacht auf die oberflächliche meinung der anderen.
immer bedacht auf ein perfektes äußeres, damit man so viele chancen wie möglich in die tasche packen kann.
komplimente ernten, flirten, hochpotent und vor sexueller lust kaum klar denkend...

kann man eine treue und liebevolle beziehung erwarten mit einem profilneurotiker, der den wunsch äußert, eine monogame, von liebe erfüllte, sexuell befriedigende liebesbeziehung, ja sogar ehe und familie zu führen; der aber bei all den netten souveniers außerhalb der hauslichen zweisamkeit seine triebe und rudimentären bedürfnisse nicht unter kontrolle zu halten vermag?
ich rede nicht vom fremdgehen, wohl aber von dem widersinn zwischen wunsch und wirklichkeit.

was meint ihr?

grüß euch
eure karma

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30. April 2008 um 14:10

Bedürfnisspyramide?
Solche Leute sind vor allem mal mit sich selber nicht wirklich zufrieden, sie kämpfen immer noch um Anerkennung auf einem nicht sonderlich hohen Level der Bedürfnispyramide. Das einzige was da rausführt ist eine gewisse Selbsterkenntnis, mit der dann auch die Fähigkeit kommt zu unterscheiden was, wann und ob einem etwas das Andere denken wichtig ist.

Ich glaube mit solchen Leuten können nur entweder Gleichgesinnte eine Beziehung führen, also Personen die die selben Anforderungen haben, und nach der selben Art von Anerkennung streben ohne sich dessen bewusst zu sein, warum das so ist, oder aber welche die inzwischen über den Dingen stehen. Die also in dem Profilneurotiker, wie Du es nennst, Eigenschaften sehen die ihnen zusagen, und denen die ganzen Neurosen egal sind.

Es heisst ja es gibt keine perfekten Menschen, nur Menschen, die perfekt füreinander sind. Und das möchte ich von meiner Seite aus bestätigen. Oftmals sind es gerade die kleinen und grossen Eigenheiten, Du magst sie in Neurosen nennen, die viele in den Wahnsinn treiben würden, die der Partner so an einem liebt.

Die Frage ist also, in wieweit der Verstand noch mitspielt. Welche seiner Neurosen kann er im Griff behalten, welche nicht. Ehrlichkeit hat man, oder man hat sie nicht. Es ist kein Problem seine Neurosen auszuspielen, zu flirten, aufzutragen und sich mit anderen an die Grenze dessen zu bewegen, was der Partner als fremdgehen bezeichnet, solange er fähig ist an genau dem Punkt die Bremse zu ziehen.
Die Speisekarte kann man sich überall anschauen, nur gegessen wird zuhause.
Niemand ist wirklich einfach, und was eine Neurose ist nimmt jeder anders wahr.

Du kannst mit ihm eine glückliche Beziehung führen, wenn Du genau seine Bedürfnisse erfüllst, oder ihm erlaubst sie sich selber zu erfüllen. Das Problem taucht auf, wenn sich seine Bedürfnisse ändern, und jeder Mensch ändert sich in seinem Leben definitiv. Dort stellt sich dann die Frage, ob Du die neuen Bedürfnisse akzeptierst, oder sie Dir so wahnwitzig und sinnlos vorkommen, dass Du nicht bereit bist sie zu akzeptieren. Stehst Du genug drüber, oder nicht? Was ist DIR wichtig im Leben? Was bringt der Mann mit und wird er hoffentlich auch behalten, was Dir wichtig ist, und was bringt er mit was Dir nicht so passt, und warum stört Dich das? Ist es also etwas, was Dich wirklich stört, oder bist Du fähig dauerhaft mit einem Schulterzucken darüber hinwegzusehen und ihn machen zu lassen?

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