Forum / Liebe & Beziehung

Eigentlich müsste ich ein glücklicher Mann sein ...

Letzte Nachricht: 5. August 2013 um 16:20
B
balint_12775087
05.08.13 um 5:18

Guten Abend!

Seit nun längerer Zeit lese ich hier ab und zu mit. Mangelnde Aufmerksamkeit des Partners oder der Umwelt und das daraus offenkundige Bedürfnis, geliebt zu werden, scheint wohl in der menschlichen Natur zu liegen. Wird dieses Bedürfnis schließlich befriedigt, sollte doch eigentlich alles in Butter sein. Tja könnte man zumindest annehmen.
Ich bin an einem Punkt in meinem Leben angelangt, an dem ich so gut wie alles erreicht habe, was ich mir immer wünschte. Ich hab eine tolle Frau, zwei süsse Mädchen, einen Hund, ein hübsches Häuschen und bisschen Geld auf dem Konto. Wenn da nicht diese Frage in meinem Kopf wäre. Die Frage, was meine Frau überhaupt an mir liebt. Schon diese Frage impliziert ja, dass es gewisse Eigenschaften an mir sein müssen, was meine Frau dazu veranlasst, "Ich liebe Dich!" zu sagen. Wäre ich also dieselbe Person, nur mit anderen Eigenschaften, würde sie das dann noch immer zu mir sagen? Oder anders gesagt, würde ich z.B. morgen ins Kasino gehen, spielsüchtig werden, die Kohle verbraten, aus Frust dann vielleicht auch noch mit dem Alkohol anfangen, so richtig abstürzen, dass die Nachbarn mit dem Finger auf uns zeigen, würde sie mich dann noch immer lieben?
Bei meinen zwei Mädchen hab ich da weniger Zweifel. Schon deswegen nicht, weil sie in ihrem Alter ihren Papa sowieso für den grössten halten, und egal was kommt, ich immer ihr Papa sein werde. Aber meine Frau? Wenn ich dann am Grillabend aufgedunsen neben dem Mann ihrer Freundin (meiner Ex) sitze, während er immer noch pflichtbewusst seine Rolle des starken Beschützers und Familienernährers spielt? Sich das Blatt auf einmal gewendet hat?
Manch einer mag jetzt sagen, "Na dann seh halt zu, dass es gar nicht erst so weit kommt!" Hab ich auch nicht vor mein Freund! Nur fühl ich diese Leere, die ich dann spüren würde, bereits jetzt. Als wäre ich ein Rennpferd, dass nur solange alle Aufmerksamkeit genießt, solange es gewinnt. Aber wenn es sich ein Bein bricht, oder einfach keine Lust mehr hat, von A nach B zu laufen, als Wurst endet. Was ist all die Zuneigung im Vorfeld dann überhaupt wert?
Neulich hab ich mir bei einem Kumpel "Terminator 2" angesehen. Einer meiner Lieblingsfilme, als ich noch Kind war. Am Ende des Films bittet Arnold die Mutter von John, ihn an einer Art Flaschenzug in den flüssigen Stahl hinabzulassen, da er sich nicht selbst vernichten kann. Der kleine John fleht unter Tränen den Terminator an, nicht zu gehen und bei ihnen zu bleiben. Diese Gefühle kauft man dem Jungen an dieser Stelle ab, obwohl der Junge im Film wie auch auch der Zuschauer weiss, dass der Terminator nur eine Maschine ist, die darauf programmiert wurde, den kleinen John zu beschützen, und nicht mal Gefühle für ihn hat. Allein das genügt, um wiederum bei John und seiner Mutter Gefühle der Zuneigung, vielleicht sogar der Liebe zu erzeugen. Was ja eine Bankrotterklärung an die Liebe im allgemeinen wäre. Diese und andere Gedanken bringen mich leider zu der Überzeugung, dass ein Mensch nur die Vorstellung lieben kann, die er von einem anderen Menschen hat. Da aber kein Mensch eins ist mit der Vorstellung anderer von sich, wird Liebe, wie sich der Mensch das im tiefsten Inneren wünscht, wohl immer eine Illusion bleiben.

Danke für's lesen! ("Danke" zu sagen erzeugt bei Mitmenschen übrigens die Vorstellung von Demut des Gegenübers, was ihm Sympathien einbringen kann, obwohl er diese gar nicht verdient




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P
pat_12915865
05.08.13 um 6:05

Die...
...Midlifecrisis lässt grüßen???

Wenn ich Deinen Text so lese, habe ich den Eindruck, Du hast ein falsches Bild von der Liebe.
Liebe ist selbstlos und erwartet keine Erwiderung!
Das ist mit ein Grund, warum viele Liebesbeziehung tragisch enden und Vernunftehehn gelingen.
Liebe ist nicht rational.

Ich kenne weder Dich noch Deine Frau, aber wenn sie Dich liebt, dann würde sie Dich auch noch lieben, wenn Du Dich so stark veränderst, wie Du es beschrieben hast.
Sicher, sie würde unter dieser Veränderung leiden und irgendwann wäre wohl die Liebe flöten. Das wäre dann Selbstschutz.

Rational betrachtet ist Liebe nicht mehr als ein Trick der Natur, um zwei Menschen zusammen zubringen. Zur Arterhaltung. Ein Grund, warum man sich oftmals in den/die Falsche verliebt sind Pheromone, mit denen die Natur zwei günstige Gengruppen zusammen bringen möchte.

Vielleicht könntest Du Dir, falls es Dich interessiert, Werke verschiedener Philosophen antun.
Empfehlen könnte ich da " Folge dem weißen Kannichen" von Philip Hübl.

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py158
py158
05.08.13 um 9:08

Wie hieß der Flim nochmal?
Schlaflos in Seattle? E-Mail für dich? Egal, da ging es ja um was anderes. Du hast mein Mitgefühl, wenn du dir um 5h morgens noch solch schwere Gedanken machen musst, anstatt seelig in Morpheus' Armen zu ruhen.

Ich hoffe mal für dich, dein Tag sieht besser aus, wenn du aufgestanden bist - Grund dazu ist reichlich vorhanden

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didivah
didivah
05.08.13 um 10:50

Muss spaß machen,
mit einem riesen paket durch die gegend zu rennen, in dem gar nix drin ist, hm?

du solltest einfach andere filme schauen. kino ist illusion. das weckt gefühle, das ist so gewollt, ist unvermeidbar und kann auch ruhig so sein. ich habe übrigens damals beim könig der löwen und bei 'in einem land vor unserer zeit' bitterlich geweint. obwohl ich doch wusste, dass das alles nicht real ist. nur...

die menschen in meinem leben, die ich liebe, die sind real! ich liebe meinen freund zb. bis heute über alle maßen. weil er so ist wie er ist. sollte er sich allerdings verändern und, nur so als beispiel, aufhören sich zu pflegen und anfangen zu stinken wie ein illtis, dann würde meine liebe weniger werden bis sie irgendwann völlig verschwunden wäre. dass hätte aber dann immer noch nix damit zu tun, dass ich früher nur in meine vorstellungen von ihm verliebt gewesen wäre. denn er war ja mal so, dass ich ihn lieben konnte. verstehst?

btw: das wort 'danke' erzeugt bei mir gar nix, erst recht keine demut oder unverdiente sympathie. vielleicht solltest du auch einfach mal ne domina aufsuchen und dich ordentlich vermöbeln lassen. danach schläfst bestimmt auch besser.

nix für ungut!

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A
anike_11862155
05.08.13 um 10:53
In Antwort auf didivah

Muss spaß machen,
mit einem riesen paket durch die gegend zu rennen, in dem gar nix drin ist, hm?

du solltest einfach andere filme schauen. kino ist illusion. das weckt gefühle, das ist so gewollt, ist unvermeidbar und kann auch ruhig so sein. ich habe übrigens damals beim könig der löwen und bei 'in einem land vor unserer zeit' bitterlich geweint. obwohl ich doch wusste, dass das alles nicht real ist. nur...

die menschen in meinem leben, die ich liebe, die sind real! ich liebe meinen freund zb. bis heute über alle maßen. weil er so ist wie er ist. sollte er sich allerdings verändern und, nur so als beispiel, aufhören sich zu pflegen und anfangen zu stinken wie ein illtis, dann würde meine liebe weniger werden bis sie irgendwann völlig verschwunden wäre. dass hätte aber dann immer noch nix damit zu tun, dass ich früher nur in meine vorstellungen von ihm verliebt gewesen wäre. denn er war ja mal so, dass ich ihn lieben konnte. verstehst?

btw: das wort 'danke' erzeugt bei mir gar nix, erst recht keine demut oder unverdiente sympathie. vielleicht solltest du auch einfach mal ne domina aufsuchen und dich ordentlich vermöbeln lassen. danach schläfst bestimmt auch besser.

nix für ungut!


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C
cleena_12151486
05.08.13 um 11:02

Vielleicht mal kurz zu deinen...
...Beispielen:

Spielsuechtig werden, alkoholkrank usw. bringt ja auch charakterliche Veraenderungen mit sich. Du waerst einfach nicht mehr der, der du mal warst. Auch wuerdest du in der Situation nicht neutral "keine Leistung mehr bringen", sondern im Gegenteil, eure gemeinsame Leistung verzehren, sie verschleudern. Da waere es nur gerechtfertigt, dass deine Frau an der Liebe zweifelt - vielleicht gibt sie dir noch eine Chance, aber danach haettest du ihre Liebe, wie passend, "verspielt".

Wenn du, was du sicher damit meinst, unverschuldet arbeitsunfaehig oder todkrank waerst, wuerde deine Frau sicher zu dir halten, denn ja, es kommt auch auf deine Motive an, die machen dich aus. Das haelt Liebe aus.

Und - Herrgott! - nimm doch keine Fiktion so ernst...

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E
eartha_12776361
05.08.13 um 11:21

Dass jeder mal
an einem punkt ist, wo er sich fragt, was ist mein leben....eigentlich?
du stellst da fragen, die dich reflektieren, die deine gedanken spiegeln....die hat jeder immer mal wieder.
aus welchem grund die bei dir kommen, musst du selbst rausfinden. auch die, ob du dich als liebenswert findest oder ob du nur geliebt wirst, weil du funkitionierst...und wenn du nicht mehr rennst(wie das rennpferd) zum schlachter abgeführt wirst...
vielleicht sollte aus dem rennpferd jetzt langsam ein freundliches nur noch für den spass der kinder....pferd werden...nee quatsch...
vielleicht ist es aber auch so, dass du einfach selbst feststellst, dass du rennst und du merkst, dass du so nicht mehr willst. die frage ist, werden deine frau, dein umfeld das einfach so akzeptieren, wenn du das tempo rausnimmst, etwas weniger hamsterrad sozusagen.
also mach dir gedanken, wie soll es denn nun weitergehen und sprich doch mal mit deiner frau....abends bei nem gläschen, was auch immer....ohne druck...und lass deine gedanken fliegen....

du dem punkt..."würde sie mich noch lieben..."
ich denke, jeder hat mehrere farben, helle freundliche, gerne nach außen zeigende, dunklere bis schwarze, vielleicht kennst die nur du selbst...manchmal blitzen sie etwas durch...keiner hat nur eine seite....also....

die frage ist nur....so ein bissel liest sich das für mich als schlitterst da an einem burn-out....und bevor dann alles zusammenbricht...du wirklich nachher aufgedunsen da sitzt....notbremse und das tempo raus....

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B
balint_12775087
05.08.13 um 14:56

Kann sein ...
Nur ist die Selbstliebe tatsächlich bedingungslos? Hat ein jeder Mensch nicht auch ein Bild, eine Vorstellung von sich, das er aus-und erfüllen muss, damit er sich selbst annehmen bzw. lieben kann? Würde eine einst attraktive Frau genauso selbstbewusst durch die Fussgängerzone stöckeln, wenn sie durch Krankheit entstellt wäre? Oder ein Mann genauso souverän mit dem Rasierer morgens an der Hauptschlagader vorbeiziehen, anstatt für einen Moment dort halt zu machen, weil er seinen Job verloren hat und für seine Familie nicht mehr sorgen kann? Ich glaube ein Blick auf Lebensschicksale genügt, um zu erkennen, dass es bei den meisten Menschen auch mit der Selbstliebe nicht allzu weit her ist. Wenn dem so ist, wie könnte ich dann ausgerechnet einen anderen Menschen, den ich im Grunde ja noch weniger kenne als mich selbst, bedingungslos lieben?
Mein Bruder hat sich in manchen Dingen einfach schwerer getan als ich. Meine Eltern haben ihn das spüren lassen, indem ich bervorzugt wurde. Ich glaub die haben das nicht mal bewusst getan, aber ihre Sympathien waren einfach nicht gleich verteilt. Ich wollte das nie wahr haben, aber ich weiss, dass er sehr darunter gelitten hat. Das führte soweit, dass ich absichtlich Dinge versemmelt habe, damit er wieder gleichziehen konnte. Auf derlei Zuneigungen aber, welche nicht ausschließlich auf dem "Ich bin" beruhen, sondern mehr auf Attribute, welche sich daran anschließen, wie "Ich bin erfolgreich", "Ich bin stark", "Ich bin intelligent", "Ich bin gutaussehend", "Ich bin beliebt", also Dinge, welche genauso willkürlich wie vergänglich sind, konnte ich schon damals getrost verzichten.

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B
balint_12775087
05.08.13 um 15:03
In Antwort auf pat_12915865

Die...
...Midlifecrisis lässt grüßen???

Wenn ich Deinen Text so lese, habe ich den Eindruck, Du hast ein falsches Bild von der Liebe.
Liebe ist selbstlos und erwartet keine Erwiderung!
Das ist mit ein Grund, warum viele Liebesbeziehung tragisch enden und Vernunftehehn gelingen.
Liebe ist nicht rational.

Ich kenne weder Dich noch Deine Frau, aber wenn sie Dich liebt, dann würde sie Dich auch noch lieben, wenn Du Dich so stark veränderst, wie Du es beschrieben hast.
Sicher, sie würde unter dieser Veränderung leiden und irgendwann wäre wohl die Liebe flöten. Das wäre dann Selbstschutz.

Rational betrachtet ist Liebe nicht mehr als ein Trick der Natur, um zwei Menschen zusammen zubringen. Zur Arterhaltung. Ein Grund, warum man sich oftmals in den/die Falsche verliebt sind Pheromone, mit denen die Natur zwei günstige Gengruppen zusammen bringen möchte.

Vielleicht könntest Du Dir, falls es Dich interessiert, Werke verschiedener Philosophen antun.
Empfehlen könnte ich da " Folge dem weißen Kannichen" von Philip Hübl.

Interessiert mich ...
Danke für Deinen Tip!

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P
pat_12915865
05.08.13 um 16:20
In Antwort auf balint_12775087

Kann sein ...
Nur ist die Selbstliebe tatsächlich bedingungslos? Hat ein jeder Mensch nicht auch ein Bild, eine Vorstellung von sich, das er aus-und erfüllen muss, damit er sich selbst annehmen bzw. lieben kann? Würde eine einst attraktive Frau genauso selbstbewusst durch die Fussgängerzone stöckeln, wenn sie durch Krankheit entstellt wäre? Oder ein Mann genauso souverän mit dem Rasierer morgens an der Hauptschlagader vorbeiziehen, anstatt für einen Moment dort halt zu machen, weil er seinen Job verloren hat und für seine Familie nicht mehr sorgen kann? Ich glaube ein Blick auf Lebensschicksale genügt, um zu erkennen, dass es bei den meisten Menschen auch mit der Selbstliebe nicht allzu weit her ist. Wenn dem so ist, wie könnte ich dann ausgerechnet einen anderen Menschen, den ich im Grunde ja noch weniger kenne als mich selbst, bedingungslos lieben?
Mein Bruder hat sich in manchen Dingen einfach schwerer getan als ich. Meine Eltern haben ihn das spüren lassen, indem ich bervorzugt wurde. Ich glaub die haben das nicht mal bewusst getan, aber ihre Sympathien waren einfach nicht gleich verteilt. Ich wollte das nie wahr haben, aber ich weiss, dass er sehr darunter gelitten hat. Das führte soweit, dass ich absichtlich Dinge versemmelt habe, damit er wieder gleichziehen konnte. Auf derlei Zuneigungen aber, welche nicht ausschließlich auf dem "Ich bin" beruhen, sondern mehr auf Attribute, welche sich daran anschließen, wie "Ich bin erfolgreich", "Ich bin stark", "Ich bin intelligent", "Ich bin gutaussehend", "Ich bin beliebt", also Dinge, welche genauso willkürlich wie vergänglich sind, konnte ich schon damals getrost verzichten.

Sicher...
..hat ein jeder ein Bild von sich selbst. Dieses weicht oftmals stark ab welches der , ich sag jetzt mal, Beobachter von Dir bekommt.
Zwischen dem " ich bin ein toller Hecht" und dem tatsächlichen Zustand können mitunter Welten liegen.
Das ist meines Erachtens abhängig davon, wie gut man sich selbst hinterfragt . Sich selbst zu hinterfragen kann dazu führen, mit sich selbst auch zufrieden zu sein. Definitv nicht an sich selbst zweifeln und dabei vielleicht verzweifeln.

Ich hab das Gefühl, Du zweifelst an Dir und der Person, die Du bist. Gefällt Dir so gar nicht, was Du siehst, wenn Du in den Spiegel schaust? Glaubst Du, an Dir werden nur die oberflächlichen Attribute gemocht?

Es liegt doch in der Natur der Dinge, dass Menschen ihren Gegenüber nach Optik und Sympathie beurteilen. Jemand, der Dich nach dem " ich bin" beurteilen soll, muss ich Dich kennen. Das bedingt auch, inwieweit man bereit ist, sich dem Anderen zu öffnen und ihm zeigt, wer man ist.
Ich gehe davon aus, dass Deine Frau Dich kennt. Ergo, wird sie das, was sie da entdeckt hat in Dir auch lieben.
Wärest Du jetzt weniger erfolgreich durchs Leben gegangen, würde sie Dich immer noch lieben, denn Du bist Du.

Ich glaube Deine " Mitte" ist verrutscht! Die sollte man unbedingt wiederfinden!

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