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Ehemann wollte fremdgehen und hat mich finanziell hintergangen...

23. November 2009 um 10:55

Mein Mann und ich sind seit 10 Jahren zusammen, seit fünf Jahren verheiratet und haben eine achtjährige Tochter. Eigentlich lief es immer relativ gut, doch seitdem Anfang diesen Jahres aufgeflogen ist, dass er übelst einer Arbeitskollegin hinterhergelaufen ist (die aber nicht von ihm wollte) und dass er mir auch finanziell seit Jahren so einiges verschwiegen hat (Weihnachtsgeld, Gelder auf anderen Bankkonten), ist nichts mehr wie es war und mir geht es einfach nur noch schlecht.

Es begann schon Ende letzten Jahres. er veränderte sich total - war ruppig zu mir und wollte dennoch ständig Sex (auch auf andere Art und Weise), nahm ab, achtete mehr auf sein Aussehen, war kaum noch zu Hause, zeigte kein Interesse mehr an unserer Tochter oder an gemeinsamen Unternehmungen...Klar, vermutete ich eine Andere hinter dem Ganzen und würde dann im Februar diesen Jahres auch fündig (SMS und Mails, ein Tagebuch, die Kontoauszüge sowie obendrauf noch ein Liebeslied, dass er für diese Kollegin gemacht und auf seiner Myspace-Seite eingestellt hatte )

Als ich ihn dann mit den ganzen Dingen konfrontierte und ihm sagte, dass ich mich trennen werde, hat er erstmal einen Suizidversuch gestartet und kam eine Woche in die Psychatrie. In dieser Zeit hab ich gemerkt, dass ich ihn trotz der Aktionen immer noch sehr liebe und dass ich uns noch eine Chance geben möchte...Aber leider werde ich diese Zweifel nach wie vor nicht los, habe Angst, dass er es irgendwann mal durchzieht mit dem Fremdgehen oder es evtl. schon früher getan hat und ich es nur nicht weiß, zumal er mir ja schon jahrelang finanziell einiges verschwiegen hat und immer schon sehr viel Zeit für sich brauchte. Oft hat er seinen Urlaub so gelegt, dass ich nicht zu Hause war. Das alles gibt mir doch nach wie vor stark zu denken Er sagt, er hätte die Zeit für sich gebraucht, um seinem Hobby (der Musik) nachzugehen und hätte das Geld ebenso für die Musik ausgegeben...Ich weiß nicht, ob ich das glauben soll...

Ich spüre zwar schon, dass ich ihm nicht egal bin und er beteuert auch immer wieder seine Liebe zu mir, aber wer die eigene Ehefrau, die immer treu und ehrlich gewesen ist, so hintergeht, ist in meinen Augen schon ganz schön abgebrüht...

Als Grund, warum er dieser Kollegin so krass hinterhergerannt ist, hat er gemeint, dass er das Gefühl gehabt hätte, dass ich kein Interesse mehr an ihm hätte und er dachte, die Beziehung wäre von meiner Seite aus am Ende. Die Kollegin hätte ihn wohl an mich erinnert und er wollte mit ihr nochmal von vorn anfangen. Außerdem ging es ihm persönlich extrem schlecht (Arbeitsplatz war nicht mehr sicher, bei uns lief's auch schon länger nicht mehr so toll etc.) und dann wäre sie eben dagewesen und hätte ihm zugehört...Kann ich bis zu einem gewissen Punkt verstehen, aber muss man dann gleich dieser anderen Frau seine Liebe gestehen und die eigene Frau so hintergehen??? Er hätte ja auch erstmal das Gespräch mit mir suchen können....

Mittlerweile bin ich auch schon in therapeutischer Behandlung, da ich aufgrund der Sache total depressiv geworden bin, den Lebensmut verloren hatte. Doch irgendwie geht es mir einfach nicht wirklich besser, habe ständig Zweifel, bin misstrauisch, sodass ich meinen eigenen seelischen Zustand kaum noch ertragen kann.

Hat jemand Ähnliches erlebt? Wie würdet Ihr euch verhalten - ihm wieder vertrauen?

Bin gespannt...

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23. November 2009 um 11:36

Er hätte ja auch erstmal das Gespräch mit mir suchen können....
sehe ich auch so. Er hat es aber nicht. Da er sich das Leben nehmen wollte, zeigt ja, dass er selber nicht so wirklich klar kommt mit sich. Möglicherweise war es auch für ihn schon beendet mit Dir, da er dachte mit der anderen einen Neuanfang zu beginnen. Eure Tochter spielt sicherlich auch eine große Rolle.
Menschen machen Fehler. Du weißt nicht ob der nächste nicht fremdgehen würde. Es ist nicht so eine Seltenheit. Da Ihr sowieso schon beide in einer Therapie seid, warum macht Ihr nicht auch gemeinsam eine.
Dass Du nun mißtrauisch bist ist mehr als nur natürlich. Das würdest Du aber auch dem nächsten gegenüber sein. Und den nächsten kennst Du noch weniger. Ihr "müßt" absolut ehrlich sein miteinander und Euch bewußt sein was Ihr wirklich wollt und könnt.


"nahm ab, achtete mehr auf sein Aussehen, war kaum noch zu Hause, zeigte kein Interesse mehr an unserer Tochter oder an gemeinsamen Unternehmungen"

Wenn ich so etwas schon höre.

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24. November 2009 um 9:34

Trennung auf Zeit
Das mit der "Trennung auf Zeit" haben wir schon durch und sind leider auch nicht wirklich weiter damit gekommen. Nachdem mein Mann in der Psychatrie war und längere Zeit krankgeschrieben war, hat er zur erstmal zur Wiedereingliederung nur Teilzeit gearbeitet. So begab es sich, dass ich ihn an einem Tag um 12 Uhr von der Arbeit abgeholt hab und siehe da: Seine liebe Kollegin hatte interessanterweise auch schon um 12 Uhr Feierabend, obwohl sie normalerweise auch bis 16 Uhr arbeitet. Das kam mir natürlich extrem komisch vor und wir hatten wieder einen Riesenstreit und ich wurde extrem depressiv. Daraufhin hab ich ihn erstmal "rausgeschmissen" und er hat drei Wochen bei seiner Mutter gewohnt.

In dieser Zeit als er weg war, ging es mir zwar psychisch besser, aber auf der anderen Seite hab ich ihn auch vermisst. Wir haben uns zwar vorgenommen, uns nicht mehr so zu streiten, doch leider folgten weitere Auseinandersetzungen, die wirklich ganz schön ausgeatet sind und mich nervlich ans Ende meiner Kräfte getrieben haben, zumal er mir eben für vieles die Schuld zuweist und einfach in Selbstmitleid versinkt...

Ich weiß einfach nicht, wie es weitergehen soll, zumal er in der Psychatrie auch eine ziehmlich krasse Diagnose (Persönlichkeitsstörung mit manisch-depressiven Zügen) bekommen hat, die mich daran zweifeln lässt, ob er wirklich eine vertrauenswürdige Person sein kann, auch wenn er es noch so sehr wollte...Auch meine Familie vermutet schon, dass er evtl. schizophren sein könnte und nicht wirklich bewusst über sein Verhalten bestimmen kann. Das Schlimme ist, dass er seit dem Psychatrieaufenthalt total aggressiv geworden ist, do dass er hier schon einiges demoliert hat. Auch das kannte ich zuvor nicht von ihm...

Es ist einfach alles sehr belastend und auch meine Therapie bringt mich nicht weiter. Bin einfach mit der ganzen Situation total überfordert und weiss nicht mehr ein noch aus

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24. November 2009 um 15:55
In Antwort auf zoe_11950397

Trennung auf Zeit
Das mit der "Trennung auf Zeit" haben wir schon durch und sind leider auch nicht wirklich weiter damit gekommen. Nachdem mein Mann in der Psychatrie war und längere Zeit krankgeschrieben war, hat er zur erstmal zur Wiedereingliederung nur Teilzeit gearbeitet. So begab es sich, dass ich ihn an einem Tag um 12 Uhr von der Arbeit abgeholt hab und siehe da: Seine liebe Kollegin hatte interessanterweise auch schon um 12 Uhr Feierabend, obwohl sie normalerweise auch bis 16 Uhr arbeitet. Das kam mir natürlich extrem komisch vor und wir hatten wieder einen Riesenstreit und ich wurde extrem depressiv. Daraufhin hab ich ihn erstmal "rausgeschmissen" und er hat drei Wochen bei seiner Mutter gewohnt.

In dieser Zeit als er weg war, ging es mir zwar psychisch besser, aber auf der anderen Seite hab ich ihn auch vermisst. Wir haben uns zwar vorgenommen, uns nicht mehr so zu streiten, doch leider folgten weitere Auseinandersetzungen, die wirklich ganz schön ausgeatet sind und mich nervlich ans Ende meiner Kräfte getrieben haben, zumal er mir eben für vieles die Schuld zuweist und einfach in Selbstmitleid versinkt...

Ich weiß einfach nicht, wie es weitergehen soll, zumal er in der Psychatrie auch eine ziehmlich krasse Diagnose (Persönlichkeitsstörung mit manisch-depressiven Zügen) bekommen hat, die mich daran zweifeln lässt, ob er wirklich eine vertrauenswürdige Person sein kann, auch wenn er es noch so sehr wollte...Auch meine Familie vermutet schon, dass er evtl. schizophren sein könnte und nicht wirklich bewusst über sein Verhalten bestimmen kann. Das Schlimme ist, dass er seit dem Psychatrieaufenthalt total aggressiv geworden ist, do dass er hier schon einiges demoliert hat. Auch das kannte ich zuvor nicht von ihm...

Es ist einfach alles sehr belastend und auch meine Therapie bringt mich nicht weiter. Bin einfach mit der ganzen Situation total überfordert und weiss nicht mehr ein noch aus

Seit dem Psychatrieaufenthalt total aggressiv geworden ist, do dass er hier schon einiges demoliert
oh
weißt Du denn ob er Tabletten bekommen hat und diese auch einnimmt? Also das ist nicht so einfach was Du da zu tragen hast. Aber niemand wird über das hinaus belastet. Das kannst Du wirklich nur selber wissen inwieweit Du das kannst und möchtest. Für Krankheit kann keiner etwas. Aber nicht jeder der Angehörigen hat die Kraft dies zu tragen.

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25. November 2009 um 11:27

Quälendes Misstrauen
Die Frage, ob ich ihn noch will, kann ich klar mit JA beantworten - nur, ob ich das auch wirklich weiterhin alles so ertragen kann, weiß ich nicht.

Ich habe ja Hoffnung, dass sich sein Gemütszustand bessert, da er jetzt seit etwa drei Monaten wöchentlich zur Gesprächstherapie geht. Medikamente hat er mal eine Zeit genommen, aber dadurch wurde noch depressiver sowie auch aggressiver. Sein Psycholge spricht sich wohl auch gegen die weitere einnahme der Medikamente aus...habe aufgrund meiner Depressionen auch eine Zeit Tabletten genommen und auch die Erfahrung gemacht, dass sich mein Zustand nicht dadurch besserte, sondern verschlimmerte!

Ich weiß schon, was ich will - und zwar mit ihm zusammenbleiben. Es gibt Tage, an denen es scheint, dass es klappen kann...aber dann kracht's leider immer wieder Meistens kommen die Streits leider durch mich zustande, weil ich ihm einfach nicht trauen kann. Ich vermute hinter allem irgendwas. Fährt er etwa mit dem Rad zur Arbeit, denke ich gleich, dass da wieder irgend ne Andere hinterstecken könnte, verausgabt er sich hobbymäßig, denke ich, dass ich ihm wieder egal bin u.s.w. Ich wünschte, ich könnte das abstellen, aber ich schaffe es einfach nicht! Es geht mir selber so auf den Keks, versuche mich abzulenken, aber dieses Misstrauen ist einfach ständig präsent...Ich hoffe, das hört irgendwann auf...

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