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Ehemann will offene Ehe, bekomme das nicht aus dem Kopf

8. Juli 2016 um 21:36

Hallo,
ich suche ein paar Meinungen zu meinem Problem. Der Text könnte länger werden...
Vor ein paar Monaten eröffnete mir mein Ehemann völlig unvermittelt, er würde auch gerne mal mit einer anderen Frau.... Man könnte ja eine offene Ehe führen.
Für mich ist da zunächst völlig die Welt zusammengebrochen. Erstens ist es für mich überhaupt keine Option, zum zweiten fühle ich mich seitdem schlecht, ich denke täglich lange darüber nach, wie es weitergehen soll.
Wir sind jetzt seit 12 Jahren verheiratet und seit 18 Jahren zusammen. Er ist 40, ich 37. Für mich war es immer, trotz seiner Macken, meine große Liebe. Wir haben uns sehr viel gemeinsam aufgebaut und das würde ich nie missen oder aufs Spiel setzen wollen.
Vor 2 Jahren sind wir in ein schönes Haus gezogen, damit wir kein Geld aufnehmen mussten, haben meine Eltern einiges beigesteuert. Ich war immer froh, dadurch mehr oder weniger schuldenfrei zu sein, dennoch musste mein Mann sich vor einigen Wochen ein superteures Auto auf Raten kaufen. Ich war damit keinesfalls einverstanden und habe den Vertrag auch nicht mit unterschrieben.
Die Ankündigung meines Mannes, eine offene Ehe führen zu wollen, hat natürlich für Streit gesorgt. Ich habe ihm gesagt, dass ich das nicht akzeptieren werde und auch kein Verständnis dafür habe. Wenn ich ihm nicht passe, könne er gehen. Nein, er würde hier nicht ausziehen. Ich könne ja gehen. Ich habe ihm dann versucht zu erklären, dass er mich ja aber nicht auszahlen können würde (und ich ihn auch nicht), aber das will er nicht einsehen. Ausziehen wird er jedenfalls auf gar keinen Fall.
Und davon ab, es brauche auch keiner ausziehen, sagt er, wir würden uns doch gut verstehen und es könnte doch alles bleiben wie es ist.
Meine Gefühlslage ist seitdem echt im Keller. Ständig denke ich daran, oft versuche ich auch, mit ihm darüber zu diskutieren, aber ein vernünftiges Gespräch macht mit ihm keinen Sinn. Er lacht dann darüber. Oder sagt, naja, wenn ich mich ändern würde und mal abnehmen würde und ein paar andere Forderungen erfüllen würde, dann wäre alles anders. Hatte bei dieser Äußerung sogar schon darüber nachgedacht, ob er der Meinung ist, dass ich mich ändere, wenn er mich unter Druck setzt??? Bei mir ist aber eher das Gegenteil der Fall. Ich habe momentan jegliche Zukunftsperpektive verloren und für ein A...loch muss ich mich ja auch nicht ändern.
Ich fühle mich aufs übelste gedemütigt, ich kann ihm auch nicht mehr vertrauen. Wer sowas einmal ernsthaft sagt, wird das auch umsetzen wollen. Zumal er meine Meinung ja offenbar gar nicht ernstnimmt.
Stattdessen bekomme ich zu hören, er bräuchte auch seine Freiheiten. Das sind für mich keine Freiheiten, für mich ist das absoluter Egoismus. Ich könnte einem Partner sowas nicht antun.
Ich habe ihm gesagt, dass er sich überlegen soll, was er eigentlich will. Im Prinzip kann man zusammenfassend sagen, dass er sich hier ins gemachte Nest setzen will und alle Vorzüge hier genießen will und dennoch sitzt er auf seinem hohen Roß und meint, er kann machen, was er will.
Manchmal habe ich das Gefühl, er lebt nicht in der Realität. Er ist weder in der Lage, die Folgen seines Handelns zu erfassen, noch kann er sich in irgendeiner Weise in mich hineinversetzen.
Ich suche nach einem Weg, mit der Situation umzugehen. Denn das Thema wird seinerseits ja totgeschwiegen, oder er sagt, das war Spaß, weil er einer weiteren Diskussion mit mir aus dem Weg gehen will. Für mich ist das Thema aber eben allgegenwärtig. Das Vertrauen ist weg.
Was würdet ihr tun?

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9. Juli 2016 um 13:17

...
Hallo,
ja, ich habe so zugenommen. Das schönzureden wäre Quatsch. Es gibt dafür auch gesundheitliche Gründe, aber es darauf alleine zu schieben wäre sicher auch nur eine Ausrede.
Mir ist bewusst, dass ihm das nicht gefällt und dafür habe ich auch Verständnis, aber dennoch sollte man seinen Partner akzeptieren und ggf. positiv motivieren, was zu ändern, oder?
Sex: Könnten wir sicher viel öfter haben. Das scheitert aber an seinen Vorstellungen vom tollen Sex: Er braucht ne Frau, die sich Strapse anzieht und ne schnelle Nummer ohne Vorspiel. Das funktioniert bei mir weder physisch noch psychisch, noch kann ich ihm seine Vorstellungen da erfüllen.
Da spielt auch wieder sehr doll rein, dass er nicht in der Realität lebt. Er denkt, Sex funktioniert wie im Pornofilm. Pornofilme hat er sich in seiner Jugend hunderte angesehen, inwieweit das normal ist, ist sicher eine andere Frage. Aber daraus hat sich sein Bild vom optimalen Sex wohl gefestigt.
Es ist nicht so, dass ich keine Lust habe, aber mir bringt das so ja auch nicht viel. Diskussionen darüber sind auch sinnlos, er denkt eben, das sei normal so und ich würde mich anstellen. Ich glaube, er denkt wirklich, wenn er eine andere nebenher hat, dass die das so mitmachen würde. Da müsste er aber vermutlich dafür bezahlen
Momentan bin ich halt da auch in der Zwickmühle. Denn ehrlich, auf Sex mit jemandem, der mich evtl betrügt (da muss ich ja im Prinzip nach seiner Ankündigung mit rechnen), will ich nicht. Andererseits, wenn er keinen Sex bekommt, sucht er sich vielleicht erst recht eine andere!?
Liebe ist glaub ich schwierig, ich bin mir nämlich nichtmals sicher, ob er weiß, was Liebe ist. Ich glaube schon, dass ich ihm wichtig bin, er hat nämlich sonst niemanden, war immer eher ein Einzelgänger. Freunde sind Fehlanzeige, höchstens Leute auf der Arbeit.
Weiß auch gar nicht, wo er sich eine andere Frau herzaubern will....
LG

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9. Juli 2016 um 13:25

Reden
Reden bringt leider nicht so viel. Entweder, er zieht alles ins Lächerliche oder fängt dann an, mich zu beleidigen. Dann kommen so Sachen, na, guck Dich mal an usw., mach dies, mach das. Er stellt Forderungen, aber er selber ist perfekt. Es geht ihm vermutlich nicht zwingend darum, eine andere haben zu wollen, sondern darum, eine Frau im Bett zu haben, die seinen bekloppten und unrealistischen Vorstellungen entspricht, was ich nunmal nicht tue.
Und nein, ich würde damit nicht klarkommen. Ganz sicher nicht.
Er stellt sich eine offene Ehe aber auch anders vor, wie es normal wäre. Für ihn hieße das, dass er machen kann, was er will und mir darüber keine Auskunft geben muss. Gerade eine offene Ehe, auch wenn diese für mich indiskutabel ist, baut ja auf Vertrauen dem Partner gegenüber auf. Man muss offen und ehrlich zueinander sein. Aber genau so stellt er es sich eben nicht vor. Er will mir keine Rechenschaft abgeben, wo er hinfährt, mit wem er auf dem Handy schreibt usw...
Das ist auch recht oft ein Thema. Wenn ich ihn frage, mit wem er da grad schreibt, kommt immer, das geht Dich nix an. Das fördert kein Vertrauen, oder?
Zusammenfassend mein Eindruck: Er will hier im schönen Haus leben, ich kann den Haushalt machen, und er kann machen und tun, was er will, ohne mir Auskunft darüber geben zu müssen. Das ist sein Bild einer offenen Ehe.

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9. Juli 2016 um 21:01

...
Ja, tendenziell schon. Aber ich konnte damit gut umgehen. Mein Mann hat eine seltsame Erziehung genossen, er hat keine Grenzen kennengelernt und auch keinen angemessenen Umgangston gegenüber Mitmenschen. Hört sich komisch an, ist aber so. Es war nie die absolut liebevolle Beziehung, wie man es von anderen Paaren kennt, aber für mich war das so ok. Bis zu dem Tag, als er mir seine Ideen mitgeteilt hat...

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