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Ehemann ist schwul

18. Oktober 2011 um 12:34

Ich brauche Hilfe! Mein Mann hat mir vor ein paar Monaten eröffnet, dass er sich in einen Mann verliebt hat - der, was ich erst später erfuhr - 18 Jahre alt ist! Diesen Kontakt hat er allerdings zwischenzeitlich abgebrochen - soweit ich weiß...
Wir sind beide Ende 40 und haben 2 Kinder.
Wir haben uns zwar in eine Paartherapie begeben, aber ich habe so Angst, dass er - was er auch schon öfters angedroht hat, die Familie einfach verlassen wird. Er hat sich im letzten Jahr so verändert, ist sehr unzufrieden, verbringt SEHR viel Zeit mit Körperpflege/Studiobesuch/Kleiderkauf. Versucht sehr jugendlich aufzutreten und hat soweit ich weiß telefonisch oder im Netz Kontakt zu Schwulen.
Ich fühle mich so hilflos, nach 21 Jahren Ehe, habe Angst um meine Kinder, darf mir nach Außen nichts anmerken lasse, darunter leidet natürlich auch der Freundeskreis, ... WAS KANN ICH MACHEN?? Ich weiß nicht mehr weiter ...

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18. Oktober 2011 um 12:50

Ihn gehen lassen...
Ich glaube wirklich dass es die einzige Möglichkeit ist. Wenn er wirklich schwul sein sollte, dann kann man das nicht einfach mal "weg-therapieren". Habt ihr zwei mal darüber gesprochen? Ich meine ob er vielleicht mal erzählt hat wie er seine "neue" Sexualität entdeckt hat? War es ihm vielleicht schon lange klar und er fühlte sich in die Rolle des hetero-Ehemannes gedrängt oder wurde sogar wirklich reingedrängt (von Eltern o.ä.)?
Was sagt er denn? Liebt er dich noch? Will er sich komplett zu Männern bekennen? wie stellt er sich alles vor?

Wie schon gesagt, wenn dein Mann wirklich der Meinung ist schwul zu sein, kannst du ihn nur gehen lassen und versuchen einen "normalen" Umgang mit ihm zu pflegen...natürlich allein schon wegen der Kinder.

Hast du keine Freundin mit der du sprechen kannst? Will er dass das verheimlicht wird? Oder wollt ihr beide das?

Oh gott...ich merke schon, ich habe Fragen über Fragen... Ich warte jetzt erstmal auf Antworten von Dir

Lass den Kopf nicht hängen

glg Numa

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18. Oktober 2011 um 15:28

Trenn Dich von ihm!
Ich denke nicht, dass es Dir gut tun würde, mit ihm zusammen zu bleiben. Ihr seid lange verheiratet, habt gemeinsame Kinder und eine gemeinsame Vergangenheit.

Aber habt ihr auch eine gemeinsame Zukunft? Was verbindet Dich noch mit ihm? Sind die Kinder noch klein, bist Du finanziell von ihm abhängig? Wenn nicht, dann plan Dein Leben ohne ihn, denn er scheint sein neues Leben ohne Dich zu planen.

Hast Du von seinen homosexuellen Neigungen schon früher gewusst oder ist diese Erkenntnis neu für Dich? Falls er Dir das erst nach so vielen Jahren eröffnet hat, ist sein Verhalten besonders schäbig. Deine Gefühle und die Eurer Kinder scheinen ihn ja nicht besonders zu interessieren...

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18. Oktober 2011 um 15:32

Ja, total mutig
Erst mit einer Frau eine Familie gründen und dann herausfinden, dass man eigentlich doch eher schwul ist. Zuviel "Brokeback Mountain" geschaut?

Mutig wäre er gewesen, wenn er gleich dazu gestanden hätte. Das was er jetzt abzieht, fällt wohl eher unter "Midlife-Crisis".

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19. Oktober 2011 um 7:40
In Antwort auf numa1977

Ihn gehen lassen...
Ich glaube wirklich dass es die einzige Möglichkeit ist. Wenn er wirklich schwul sein sollte, dann kann man das nicht einfach mal "weg-therapieren". Habt ihr zwei mal darüber gesprochen? Ich meine ob er vielleicht mal erzählt hat wie er seine "neue" Sexualität entdeckt hat? War es ihm vielleicht schon lange klar und er fühlte sich in die Rolle des hetero-Ehemannes gedrängt oder wurde sogar wirklich reingedrängt (von Eltern o.ä.)?
Was sagt er denn? Liebt er dich noch? Will er sich komplett zu Männern bekennen? wie stellt er sich alles vor?

Wie schon gesagt, wenn dein Mann wirklich der Meinung ist schwul zu sein, kannst du ihn nur gehen lassen und versuchen einen "normalen" Umgang mit ihm zu pflegen...natürlich allein schon wegen der Kinder.

Hast du keine Freundin mit der du sprechen kannst? Will er dass das verheimlicht wird? Oder wollt ihr beide das?

Oh gott...ich merke schon, ich habe Fragen über Fragen... Ich warte jetzt erstmal auf Antworten von Dir

Lass den Kopf nicht hängen

glg Numa

Ihn gehen lassen ...?
Ich danke euch allen für eure Antworten, es ist gut, mit jemandem darüber schreiben zu können. Mit meinen 2 Schwestern rede ich über dieses Thema, aber im Freundeskreis wäre das nicht möglich.
Ihr habt recht, er scheint seine homophilen Neigungen schon länger mit sich rumgetragen zu haben, und jetzt bricht scheinbar alles auf ein mal gleichzeitig aus: Angst vor dem Alter, daher die exzessiven Studiobesuche, seine (für mich fast unerträgliche) Eitelkeit und Körperbetontheit - und der Fokus weg von der Familie. Einerseits betont er, dass er mich liebt und mit mir alt werden möchte, aber wenn ich versuche ihn konkret darauf anzusprechen wie es weitergehen soll, dann bekomme ich die Antwort, dass er es selbst nicht weiß.
Leider kommt dazu noch seine Tendenz, andere Personen sehr klar zu kritisieren, selbst aber für Kritik nicht offen zu sein (Zitat: Ich lasse mir von dir nicht meinen Charakter kritisieren! - Hier ging es nicht um seine sexuelle Neigung!) Das heißt, dass in unserem Fall viele Konfliktfaktoren aufeinandertreffen. Natürlich berichte ich hier meine subjektiven Eindrücke, er würde die Sachlage sicher ganz anders darstellen...
Insgesamt sehe ich einfach, dass sich dieser Mensch so stark verändert hat, und ich in einem ganz anderen Tempo 'hinterherlaufe' - für eine Trennung bin ich noch nicht bereit...
Angst um meine Kinder: unser jüngeres Kind ist sehr sensibel und war lange in therapeutischer Behandlung, ich habe die Angst, dass eine Trennung ihn wieder weit zurückwerfen würde...
Vielleicht ist es ja auch nur mein naives Festhalten an Altgewohntem...
Insgesamt bin ich sicher auch einfach nur neidisch auf andere Paare, die jetzt 'aus dem Gröbsten raus sind' und ich muss mich mit 3 pubertierenden Kindern auseinandersetzen...

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19. Oktober 2011 um 7:54

@ pamijoy
du hast recht, auch er ist 'tapfer', er versucht sich auch nicht aus der Verantwortung zu schleichen, sonst wäre er längst weg...
Und rein rational gesehen weiß ich auch, dass eine Trennung die einfachere Lösung wäre, allerdings hängen da ja so viele Dinge dran: angefangen bei der finanziellen Lage, Haus, ... es ist ja nicht so, dass nur wir beide dann nicht mehr zusammen wären, sondern es für mich gerade unübersehbare Änderungen mit sich bringen würde, und ich weiß nicht, ob ich denen zum jetzigen Zeitpunkt gewachsen wäre...

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19. Oktober 2011 um 11:43


Liebe Siempre,

das klingt für mich als wäre eure Ehe nicht mehr zu retten. Anscheinend hat dein Ehemann all die Jahre seine homosexuelle Natur unterdrückt. Nun will er das nicht mehr, und was das heißt, sollte dir klar sein.

Männer, die sich erst relativ spät ihre Homosexualität eingestehen, werden erst einmal überkompensieren. D.h. er wird versuchen nachzuholen, was er all die Jahre "verpasst" hat. Er wird enorm viel Sex mit anderen Männern haben. Das sollte dir klar sein. Wer weiß, die das in der Schwulenszene abläuft, wird dir raten, dir das selbst nicht anzutun. Und wie es scheint, will er das selbst auch nicht. Er will raus auf dem spießigen Familienleben und nochmal jung sein.

Das kann heißen, dass er schwul ist. Dann sehe ich keinen Sinn darin, an eurer Ehe festzuhalten. Das geht auch gar nicht. Ihre beide werdet bis ans Ende eures Lebens unglücklich sein.

Es kann heißen, dass er bisexuell ist. Und nun ausprobieren will. Das heißt, wie du ihn beschreibst, musst du ihm den Freiraum lassen sich mit zig Männern auszuprobieren, in der Hoffnung, dass er sich letzten Endes für dich entscheidet. Dies ist sicher von deiner Seite her mit sehr viel Leid verbunden.

Fakt ist, dass es sein kann, dass eure ganze Ehe nur auf seiner Feigheit basiert, sich nicht eingestanden haben zu können, dass er homosexuell ist oder solche Neigungen hat.

Ich würde dir raten, nochmal mit ihm zu reden, wie er sich die Zukunft vorstellt. Ist er nicht bereit einzulenken, solltest du die Ehe beenden, auch, und vor allem, zum Wohl der Kinder.

Ich wünsche dir viel Kraft in der kommenden Zeit.

Und hey, mit Ende 40 hast du doch auch noch die Chance nochmal glücklich zu werden, oder? Dafür ist es nie zu spät.

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19. Oktober 2011 um 12:17

Warum ...
warum darfst du dir nach Aussen nichts anmerken lassen?

gerade bei so schwierigen Problemen, die dich so ungemein treffen, solltest du dein Umfeld einweihen. Das wuerde dir ungemein helfen...

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19. Oktober 2011 um 14:09

Sicher...
Vielleicht fällt ihm ja auch noch ganz plötzlich ein, dass er sich immer schon als Frau gefühlt hat...

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19. Oktober 2011 um 19:54
In Antwort auf neva_12714715


Liebe Siempre,

das klingt für mich als wäre eure Ehe nicht mehr zu retten. Anscheinend hat dein Ehemann all die Jahre seine homosexuelle Natur unterdrückt. Nun will er das nicht mehr, und was das heißt, sollte dir klar sein.

Männer, die sich erst relativ spät ihre Homosexualität eingestehen, werden erst einmal überkompensieren. D.h. er wird versuchen nachzuholen, was er all die Jahre "verpasst" hat. Er wird enorm viel Sex mit anderen Männern haben. Das sollte dir klar sein. Wer weiß, die das in der Schwulenszene abläuft, wird dir raten, dir das selbst nicht anzutun. Und wie es scheint, will er das selbst auch nicht. Er will raus auf dem spießigen Familienleben und nochmal jung sein.

Das kann heißen, dass er schwul ist. Dann sehe ich keinen Sinn darin, an eurer Ehe festzuhalten. Das geht auch gar nicht. Ihre beide werdet bis ans Ende eures Lebens unglücklich sein.

Es kann heißen, dass er bisexuell ist. Und nun ausprobieren will. Das heißt, wie du ihn beschreibst, musst du ihm den Freiraum lassen sich mit zig Männern auszuprobieren, in der Hoffnung, dass er sich letzten Endes für dich entscheidet. Dies ist sicher von deiner Seite her mit sehr viel Leid verbunden.

Fakt ist, dass es sein kann, dass eure ganze Ehe nur auf seiner Feigheit basiert, sich nicht eingestanden haben zu können, dass er homosexuell ist oder solche Neigungen hat.

Ich würde dir raten, nochmal mit ihm zu reden, wie er sich die Zukunft vorstellt. Ist er nicht bereit einzulenken, solltest du die Ehe beenden, auch, und vor allem, zum Wohl der Kinder.

Ich wünsche dir viel Kraft in der kommenden Zeit.

Und hey, mit Ende 40 hast du doch auch noch die Chance nochmal glücklich zu werden, oder? Dafür ist es nie zu spät.

@sweetpea
Liebe Sweetpea,
danke für deine Antwort - was du schreibst klingt sehr logisch und einleuchtend! Bis dato hatte ich mich mit der Schwulenthematik nicht näher befasst, das war zu weit weg von meiner Realität - aber es scheint mich eingeholt zu haben... Wie kommt es, dass du dich damit so auskennst? Weißt du ich hatte wirklich keine Vorurteile gegen Homosexuelle, warum auch? Im Bekanntenkreis war das kein Problem. Aber jetzt weiß ich gerade nicht mehr, wie ich damit umgehen soll... Allerdings bin ich auch noch nicht soweit, definitiv über Trennung nachzudenken, auch wenn der Gedanke sich immer mehr bei mir einnistet. Morgen haben wir nochmals einen Termin bei unserer Gesprächstherapeutin, vielleicht bringt das mehr Klarheit!

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19. Oktober 2011 um 19:59

Ihn gehen lassen ...
danke für dein Mitgefühl und deine Gedanken. Im Moment ist es furchtbar, zumal heute unser 21. Hochzeitstag ist...
Aber wie ich schon vorhin geschrieben habe, haben wir morgen nochmals einen Termin bei unserer Gesprächstherapeutin. Vielleicht bringt das mehr Klarheit.

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11. November 2011 um 1:08

Lass ihn gehen
Wenn er schwul ist und das ist er sicher.. Dann rede mit ihm geht als freunde auseinander so ist er für dich und eure kinder immer noch da.. Zusammen werdet ihr so und vorallem du nicht glücklch.. Auch wenn das jetzt ein welt zusammen bruch ist so qird es dir in zukunft damit viel besser gehen auch einen neuen weg ein zu schlagen

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11. November 2011 um 1:48
In Antwort auf konfuse

Ja, total mutig
Erst mit einer Frau eine Familie gründen und dann herausfinden, dass man eigentlich doch eher schwul ist. Zuviel "Brokeback Mountain" geschaut?

Mutig wäre er gewesen, wenn er gleich dazu gestanden hätte. Das was er jetzt abzieht, fällt wohl eher unter "Midlife-Crisis".

...
Woher willst du denn wissen, ob er überhaupt selbst genug über seine Neigungen wusste, um "dazu stehen" zu können?

Unterdrückte Neigungen können auch unbewusst sein... wieso soll das dann feige sein, wenn man einfach einen normalen Lebensweg einschlägt und irgendwann draufkommt, dass man selbst noch mehr Facetten hat als bisher gedacht?

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