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Ehefrau wird lesbisch

6. April 2014 um 21:16

Die Überschrift ist falsch gewählt, richtig müsste heißen, die Ehefrau erkennt und lebt eine verborgene Seite.

Zu mir. Bin 42, Vater einer Tochter und lebte bis vor zwei Jahren, wie ich fand, glücklich, seit 17 Jahren mit der gleichen Frau, treu. Am Stadtrand. Einfamilienhaus, bürgerlich, beide berufstätig.

Dann passierte das seinerzeit für mich unfassbare, meine Frau eröffnete mir, dass sie verliebt ist in eine andere Frau, die ich bisher nur als Freundin kannte. Wie ich es nenne, mein persönliches Dresden 1945, alles kaputt.

Und es kam was kommen musste. Ganz tiefer Fall meinerseits, nichts, aber wirklich nichts blieb so wie es war. Das Selbstbewusstsein unten, am Nullpunkt, Traurigkeit in nie dagewesener Form, Haus weg und, na klar, auch die Frage, wofür lohnt es sich noch zu leben?

Heute, knapp 2 Jahre später, geht es mir gut wie nie. Frei. Selbstbestimmt und selbstbewusst. Aktiver Vater.
Scheidung? Sicher, aber mit dem Gefühl, nicht geschieden worden zu sein, sondern eigentlich fühlt es sich so an, als ob die Ehe als ungültig erklärt wurde. Frei. Unbelastet. Offen für neues.

Warum ich das Schreibe? Nun ja, es gibt, zumindest für die Situation als Mann, nur geringe Hilfestellungen. Kaum Foren, kein Netzwerk. Und da ich selbst weiß, wie sich Hilflosigkeit in der Situation anfühlt, biete ich gern an, mich auszutauschen. Einfach zu berichten, wie es weiterging.

Bin kein Psychologe, kann das auch nicht ersetzen, aber, ich glaube dennoch, helfen zu können. Und exakt das biete ich hier gern an.

Ich schreibe ehrlich, offen, und ja, auch über alles. Genau diese Attribute haben mir geholfen.

Also, heute ist für Dich vielleicht der erste Tag, an dem es wieder aufwärts geht!

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6. April 2014 um 21:54

Was mich interessieren würde:
Oft hört man in dem Zusammenhang ja davon, wie der Mann sich dann Vorwürfe macht, weil seine Frau auf einmal lesbisch geworden ist.
Wie war es bei Dir?

Und habt ihr euch im Guten getrennt?

Ich bin zwar nicht betroffen, kenne auch niemanden persönlich, habe nur immer mal wieder davon gehört.

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6. April 2014 um 22:10

Es stimmt.
Genau das mit den Vorwürfen, den Selbstvorwürfen, das ist das große Thema, weit ab der Logik. Und zuzusehen, wie dein Partner einen neuen Weg geht, auf dem Du nicht folgen kannst. Ganz hart.

Getrennt, ja zum Glück im Guten, für die Situation nahezu perfekt. Das geht aber nur, wenn beide Emotionen rausnehmen und man sich behutsam die nötige Zeit gibt. Sonst ist die Katastrophe vorprogrammiert.

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6. April 2014 um 22:18
In Antwort auf openheart72

Es stimmt.
Genau das mit den Vorwürfen, den Selbstvorwürfen, das ist das große Thema, weit ab der Logik. Und zuzusehen, wie dein Partner einen neuen Weg geht, auf dem Du nicht folgen kannst. Ganz hart.

Getrennt, ja zum Glück im Guten, für die Situation nahezu perfekt. Das geht aber nur, wenn beide Emotionen rausnehmen und man sich behutsam die nötige Zeit gibt. Sonst ist die Katastrophe vorprogrammiert.

Das glaube ich.
Habt ihr denn noch viel Kontakt?
Und wie steht eure gemeinsame Tochter dazu?

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7. April 2014 um 3:02
In Antwort auf lastofus

Das glaube ich.
Habt ihr denn noch viel Kontakt?
Und wie steht eure gemeinsame Tochter dazu?

Kontakt
Wir haben als Eltern regelmäßig Kontakt, das funktioniert sehr gut, professionell würde passen.

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7. April 2014 um 3:09

Re: Das muss ja der Hammer sein.
Derzeit bin ich fest davon überzeugt, dass es einfacher ist, das sie nun mit einer Frau zusammen ist.

Zum einen kann ich mit der Vergangenheit meinen Frieden machen. Klar, lief bei uns nicht alles perfekt, wurden Fehler in der Beziehung gemacht, Dinge, die ich jetzt besser machen kann, aber am Ende war es eben Pech. Der Fehler war, die Beziehung einzugehen, in der Beziehung war wiederum vieles gut.

Der andere Aspekt ist, dass ich in meiner Vaterrolle keine Konkurrenz habe. Ein ganz wichtiger Punkt.

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7. April 2014 um 3:18

Re: Auf einmal lesbisch ...
Schwierige Frage, da hier jeder seinen Weg gehen muss. Ich hätte das nicht gekonnt, das wär die absolute Selbstaufgabe gewesen.

Anfänglich hofft man, vielleicht ist es nur eine Phase, aber die ist es eben nicht.

Für meinen Teil, wir lebten noch drei Monate unter einem Dach, dann bin ich raus. Hatte viel Glück, bereits drei Wochen nach Bekanntgabe, dem Dresden 1945, hatte ich für 10 Monate eine professionelle Begleitung. Psychotherapie mit wöchentlicher Sitzung. Rückblickend die beste von vielen guten, nein besser ganz sicheren Entscheidungen.

Glaube, ohne die Begleitung, hätte ich es nicht gepackt. Und so, so kann ich diese Zeilen schreiben, ohne dass es innerlich aufwühlt.

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7. April 2014 um 22:10

Re: Man traurig ...
Also, mein Beitrag hier richtet sich nicht gegen Frauen oder wie hier eine, meine Ex, agiert hat.

Es geht mir ausschließlich darum hier aufzuzeigen, zu diskutieren, anzuregen, was Mann in einer vergleichbaren Situation tun kann. Es geht mir um Hilfe, nicht um das Anprangern.

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