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Ehe nach räumlicher Trennung noch zu retten?

20. März 2006 um 21:07 Letzte Antwort: 21. März 2006 um 18:57

Hallo,

habe einfach das Bedürfnis mich mal mitzuteilen, da meine Gefühlswelt sich zur Zeit im Ausnahmezustand befindet.
Ich versuche mal so kurz wie möglich meine Geschichte zu erzählen.
Ich bin seit 9 Jahren verheiratet, seit 2 Jahren hängt irgendwie eine tiefgraue Wolke über dieser Ehe. Mein Mann war unzufrieden im Job, wurde gemobbt, wurde depressiv und hinzu kam noch ein (kleiner) Bandscheibenvorfall. Er wurde berufsunfähig. Ab diesem Zeitpunkt klinkte er sich aus meiner Sicht aus dem Familienleben aus. Er zeigte kaum noch Interesse an gemeinsamen Aktivitäten, zog sich hinter seinen Rechner in den Keller zurück und fühlte sich für nichts mehr verantwortlich. Ich selbst bin halbtags berufstätig und hatte bis vor kurzem noch ein kleines Nebengewerbe laufen, für das ich meist abends unterwegs war. Wir haben eine gemeinsame Tochter, die jetzt 8 ist. Alles zusammen war ich sowieso schon ausgelastet und dann einen Mann, der mir eine Stütze hätte sein können und sich einfach nur gehen ließ und sich fast ausschließlich nur noch dem Spaßfaktor widmete. Er genoss es in den Tag zu leben. Eine gewisse Zeit habe ich es akzeptiert und ihm auch gegönnt, aber irgendwann ist Schluß. Es gab viele Gespräche und Versuche eine Lösung zu finden, leider hat es nicht geklappt.
Durch die finanziellen Einbußen mussten wir unser Haus verkaufen, das ist jetzt knapp 2 Monate her und seitdem leben wir getrennt. Ich kann einfach nicht mit jemandem zusammenleben, der sich nur für sich selbst verantwortlich fühlt und sich in eine Traumwelt flüchtet.
Ich denke wir hatten beide die Hoffnung dadurch wieder zueinander zu finden, ich jedenfalls hatte sie. Die ersten 2 Wochen verbrachten wir fast jeden abend gemeinsam, es machte mich traurig wenn er in seine Wohnung ging und ich wünschte mir diesen Schritt nie getan zu haben. Eine Regelung mit der Kleinen haben wir auch wunderbar hinbekommen, er kümmert sich und ist immer für sie da.
Mittlerweile verbringt er die Abende wieder lieber vor dem Rechner, vielleicht dazu gesagt, er macht Musik mit dem Ding oder besucht mal einen seiner verbliebenen 2 Freunde. Einen freien Abend in der Woche gönne ich mir dann auch mal und so ist die Zeit die wir gemeinsam verbringen schon rapide weniger geworden. Es wird kaum noch über unsere Situation gesprochen, Zärtlichkeiten und Nettigkeiten sind Mangelware...
Er sagt er liebt mich, ich jedoch fühle mich mittlerweile bestätigt, das die Entscheidung doch die richtige war. Ich sehe uns dem Ende entgegensteuern und fühle mich dabei hunde-elend.
Ich habe einfach keine Ahnung was ich machen soll, fühle mich als hätt ich alles gegeben und nichts bekommen...
Vielleicht kennt jemand eine ähnliche Situation....bin schon froh es einfach mal losgeworden zu sein, denn hinzu kommt noch das sich meine Freunde als Feinde erwiesen haben...wenn dann kommts Dicke...
Schönen Abend Euch!
Nadine

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20. März 2006 um 22:45

Das zu lesen
tut richtig weh und ich finde nichts, was dir Mut machen könnte.
Es schaut wirklich so aus, als würde sich dein Mann in sein Schneckenhaus zurückziehen, aber wie soll das für ihn enden?
Depressionen sind eine verteufelte Sache, sowohl für den Betroffenen, als auch für die Familie.
Ich wünschte, ich könnte Dir etwas Hoffnung machen.

LG, Sanne

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21. März 2006 um 18:57

Trennung oder....Trennung?
Hallo Nadine,
ich bin jetzt auch seit 3 Monaten von meinem Mann getrennt. Anfangs hoffte ich auch...auf...ein Wunder?! Aber das Wunder blieb aus. Mir wurde bewußt dass wir unser verändert haben und der eigentliche Grund warum wir geheiratet haben (vor 2,5 Jahren) war verblaßt und welk. Die anfängl. räuml. fiel sauschwer...es war eine Tortour. Aber irgendwann ging die Sonne wieder auf und ich fühlte mich erleichtert!!! Hatte ein schlechtes GEwissen weil es mir so gut ging oihne ihn. Wir haben darüber geredet, ich habe ihm immer gesagt wie die Dinge stehen, ohne Rücksichtnahme (das war nicht immer so). Es hat gut getan. Befreiend. Ihr müßt unbedingt reden!!! Mein Mann hat auch eine Eheberatung vorgeschlagen, ich ging aber schließl. allein.. ZWeimal war ich da. Das sind gute Zuhörer, solltest du mal probieren! Auf jeden Fall, habe ich was gelernt: Das Verhalten von meinem Mann, war ein Spiegel-Verhalten von mir!!! Ohne dass ich das merkte, verhielt ich mich ähnlich (Schneckenhaus). Er bekam nix mehr von mir, weil ich immer nur von ihm forderte, statt einen Schritt auf ihn zuzugehen, machte ich "zu". Du kannst es aber schaffen! Du wirst sehen, wenn du ihm was gibst bekommst du auch was zurück. Versuchs mal! Nimm ihn in den Arm und halte ihn fest! Sag ihm, dass du ihn vermißt.Eure Ehe usw.
Weißt du es ist ganz einfach Schluss zu machen und sich einen neuen Partner zu suchen bzw zu finden.Vor allem wenn der jetzige so "komisch" ist. Aber ich empfehle dir nicht so schnell aufzugeben. Denn meist ist jede Trennung schon der Schritt zum Erkennen + Lösen der Probleme.Weglaufen ist doch einfach...kann jeder, aber kämpfen wollen heutzutage nur noch die wenigsten.

Leider sind Männer und Frauen sehr verschieden und es ist nie leicht (außer am Anfang in der Verliebtheit) miteinander zu harmonieren. ABer wenn ER nicht wäre, wärst du in einer ähnl. Situation mit einem anderen. Schau Dich doch mal hier um...erschreckend, wievielen Frauen es so geht wie Dir...Ich will Dir nur Mut machen!Zum Bleiben!!
SMARTIELY

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