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Egozentrische Eltern & die Auswirkungen - brauche HILFE beim Gedankenordnen

30. November 2011 um 10:38

Hallo zusammen,

ich habe schon öfter hier im Forum gelesen. Heute möchte ich mein Anliegen mit Euch teilen und hoffe, dass es den ein oder anderen gibt, der einen Rat weiß. Vielen Dank schon mal im Voraus fürs lesen. Ich bemühe mich kurz zu fassen

Ich bin Ende Zwanzig und seit gut 5 Jahren mit meinem Freund zusammen. Wir wohnen seit 4 Jahren zusammen in einer kleinen Wohnung, sind nun beide im Examen und arbeiten nebenbei. Eigentlich verstehen wir uns sehr gut und gehen liebevoll miteinander um. Für uns beide ist diese Beziehung etwas besonderes, wir möchten zusammen bleiben und irgendwann selbst eine Familie gründen.

Seit einiger Zeit jedoch quälen mich negative Gedanken. Vor zwei Jahren hatte ich zum ersten Mal ein Gefühl der Eifersucht. Zunächst wegen einer Studienkollegin, weil ich wusste, dass mein Freund früher in sie verliebt war - sie waren aber nie zusammen. Ich hatte das Gefühl, er engagiere sich zu sehr und sei zu hilfsbereit. Anschließend wegen seinem Pornokonsum.
Es stand nie wirklich zwischen uns und wir haben deswegen auch nicht oft gestritten, doch hatte ich immer einen negativen Beigeschmack was diese zwei Themen anging.

Oft habe ich hier gelesen, dass unbegründete Eifersucht mit mangelndem Selbstbewusstsein einhergeht. Ich habe viel gelesen, hier und anderswo im Netz. Schließlich musste ich feststellen, dass meine Eltern - ich bin Einzelkind - ziemlich egozentrisch sind. Ich habe erkannt, dass meine Eltern immer nur Perfektion von mir erwartet haben und sich nie wirklich für mich, meine Gefühle oder Wünsche interessierten.

Meine ältere Cousine hat mir vor kurzem erzählt, dass sie es immer schrecklich fand, wie gefühllos mein Vater zu mir war. Er hat mich immer wie eine Erwachsene behandelt, hat immer erwartet, dass ich perfekt funktioniere und ich habe mich dieser Erwartung von klein an gefügt.

Als ich 7 Jahre alt war sind wir von Polen nach Deutschland gesiedelt. Meine Eltern hatten Existenzängste, also habe ich alles getan, um sie nicht unnötig noch mehr zu stressen.
Als ich 10 Jahre alt war hat meine Mutter angefangen zu trinken, also habe ich alles getan, um meinem Vater eine gute Tochter zu sein. Schließlich war meine Mutter ja eine böse Person - so mein Vater.

Mit 13 Jahren habe ich angefangen zu rebellieren, schließlich war ja nie etwas gut genug. Auf einmal war ich nicht mehr die perfekte Tochter, sondern die Abtrünnige.

Als ich 14 Jahre alt war, ist mein Patenonkel - er und seine Familie sind mit uns nach Deutschland gezogen - an Leukämie erkrankt. Meine Eltern waren zwei Jahre lang nur im Krankenhaus. Das kam mir in meiner Rebellionsphase gelegen. Sie waren nie da und ich konnte tun und lassen was ich wollte. Habe mir falsche Freunde gesucht, Drogen genommen und die Schule vernachlässigt.
Nach außen wurde übrigens immer die heile Familie vorgespielt, doch zu Hause herrschte Eiszeit. Meine Eltern haben immer vor mir gestritten. Mein Vater hat meine Mutter immer runter gemacht und gedemütigt. Sie sei eine charakterlose Säuferin. Und wenn ich nicht das getan habe, was mein Vater erwartet hat, war er sogar dazu in der Lage, tagelang nicht mit mir zu sprechen. Ich habe also ein Doppelleben geführt.

Ich habe die Kurve gekriegt. Mit 16 habe ich kapiert, dass ich mir so nur selbst schade, habe mit meinem alten Freundeskreis gebrochen, habe Abi gemacht und bin ausgezogen. Erst in den nächsten 4 Jahren habe ich zu mir gefunden, während des Studiums in einer neuen Stadt.

Mit 24 habe ich meinen jetzigen Freund kennen gelernt. Es ging alles sehr schnell, uns war beiden von Anfang an klar, dass wir zusammen gehören. Die ersten drei Jahre habe ich mich an seiner Seite unschlagbar gefühlt. Ich hatte endlich das, was ich immer wollte: einen Partner. Meine Eltern haben mir vorgelebt, wie es NICHT funktioniert. Und ich habe mich selten auf eine Beziehung eingelassen, weil ich nie halbherzig etwas eingehen wollte. Ich hätte mir gewünscht, sie wären erwachsen genug zu erkennen, dass sie nicht zusammen glücklich werden. Stattdessen habe ich nur mitbekommen, dass man entweder gar nicht miteinander spricht oder sich aufs übelste beschimpft. Sie hätten sich scheiden lassen sollen. Doch das erlaubt die polnisch-kathloische Lebensweise nicht!

Worauf ich hinaus will?
Eigentlich müsste ich überglücklich sein. Ich bin mit meinem Studium fast fertig, habe einen Job, der mir Spaß macht und ich werde nach dem Studium sofort übernommen, ich habe einen wundervollen Freund, der mich liebt und verständnisvoll ist, und trotzdem habe ich diese beklemmenden Gefühle, dass ich nicht gut bin.
Eigentlich ist alles "perfekt" und trotzdem bin ich manchmal so schrecklich traurig, weil meine Eltern auch heute noch ständig an mir nörgeln müssen. Und manchmal macht es mich so abartig wütend, weil ich mir so hilflos vorkomme.

Wie werde ich diese Gefühle los? Ich habe Angst, dass mein Wunsch nach perfekter Beziehung meinen Freund überfordert. Er sagt, dass wir das hinkriegen, aber jedes Mal, wenn mir klar wird, dass ich ihm unbegründet Vorwürfe gemacht habe, fühle ich mich danach so schuldig. Ich habe Angst, dass er sich irgendwann denkt "auf so eine komplizierte Kuh habe ich keine Lust mehr".
Außerdem bekomme ich ab und zu Panik, weil ich das Gefühl habe, mein Freund meine es nicht ehrlich mit mir. Anscheinend gehe ich davon aus, dass Liebe etwas mit Selbstaufgabe zutun hat, da meinen Eltern meine Bedürfnisse nie wichtig waren - auch wenn sie es nicht böse meinten. Dieses Gefühl der Panik kann sich dann in Wut umwandeln.

Gibt es da nicht einen Trick? Eigentlich weiß ich, was ich will und ganz besonders, was ich NICHT will. Doch wie werde ich dieses Gefühl der Trauer und Wut los?

Muss ich vielleicht doch eine Therapie machen? Der Gedanke mir Hilfe zu holen fällt mir schwer, ich habe bisher immer alles selbst geregelt.

Tut mir Leid, dass es doch so lang geworden ist. Vielleicht ist es auch stellenweise verwirrend zu lesen, denn es ist schwer meine Gefühle zu ordnen. Umso dankbarer bin ich, wenn es jemand bis zum Schluss geschafft hat und vielleicht auch eine Antwort hinterlässt

liebste Grüße, O.

Mehr lesen

30. November 2011 um 10:58

Therapie
Generell ist Therapie eine gute Idee. Da es bei Dir kein aktuer Fall ist, kannst Du in Ruhe nach einer geeigneten Therapieform suchen. Du bist Dir ja ueber viele Dinge selber im Klaren, kannst analysieren etc. Dir fehlen nur Hinweise zu Loesungen. Und Therapie sollte eigentlich jeder mal machen, denn sie kann wirklich jedem nuetzen! Sie hilft, sich neu zu ordenen, Probleme zu erkennenn, Loesungsmoeglichkeiten zu entwickeln etc.

So - und meine Meinung zu dem was Du geschrieben hast

- auch ich habe aehnliche Eltern, wuerde sie jedoch nicht als "egozentrisch" behandeln. Deine Eltern haben Dich so gut wie moeglich nach ihren Idealen erzoegen. DAss es kalt war und du schon als Kind funktionieren musstest - nunja Deine Eltern wussten es nicht besser. Wie sind sie denn erzogen worden? Bestimmt aehnlich. Da Du darunter jetzt leidest, kannst Du Dir vorstellen, wie sie gelitten haben (und sie scheinen sich nicht darueber im Klaren zu sein, was bei ihnen in ihrer eigenen Erziehung belastend fuers Leben war)

- Deine Mutter trinkt . Sie ist also Zeit Deines Lebens Alkoholikerin. Das ist schlimm, das ist eine Krankheit, die die ganze Familie betrifft. Schau mal im Internet unter Co-Abhaengigkeit nach, frag mal die Anonymen Alkoholiker, was Du als Tochter so machen kannst (um eben selber leben zu koennen)

- schlechte Ehe + existentielle Sorgen - oh das kenne ich . Meine Eltern hatten durch Hausbau sich in den finanziellen Ruin gestuerzt. Es war ein Horror fuer die Kinder, und das Ende einer Ehe. Dass sie immer nohc zusammen sind, ist Teil ihrer Mentalitaet - man bleibt zusammen bis zum Ende! (sie sind nicht katholisch udn auch nicht polnisch, aber diese Lebensphilosophie ist gleich!). Ich habe bis ich ungefaehr 32 war, gebraucht, um ueber diese schreckliche Ehe meiner Eltern hinwegzukommen. Meine Jugendzeit fand ich gerade wegen der schlimmen, eisigen elterlichen Situation voller taeglicher Streits sehr schlimm, sie hat mich lange belastet - auch ich hatte hart rebelliert. Jetzt geht es mir gut. Ich habe Frieden geschlossen mit den Eltern und sie tun mir leid. Jedoch fuehle ich mich immer noch sehr unwohl in ihrer Gegenwart und meine Besuche bei ihnen dauern nur mal ein Wochenende - laenger kann ich nicht tolerant ihnen gegenueberstehen und werde schlecht gelaunt von all dieser negativen Energie. Aber sie sind meine Eltern und haben ja selber ihr Lebensschicksal zu tragen. Das stimmt milde und ich kann mitfuehlen.

Alles was Du schreibst, kann ich nachempfinden und denke, ich weiss, wie es fuer Dich ist. Mir hat, wie gesagt, geholfen, dass ich meine Eltern nicht als fuer meine Situation verantwortlich sehe, sondern dass ich sie als Menschen sehe, die es einfach nicht besser machen konnten. Ihre Moeglihckeiten, ihr Leben positiv und liebevoll zu gestalten, waren kaum vorhanden. Man muss also grosszuegig mit ihnen sein und wenn man sie sieht, gehen, bevor negatives aufkommt.

Die Verlustaengste zu Deinem Freund - frag mal Deinen Freund und einen Therapeuten.

Alles Liebe und Gute!



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30. November 2011 um 11:10

Danke!
Vermutlich hast Du Recht. Jeder hat sein Päckchen zu tragen und meine Eltern haben auch ihre Probleme.

Ich kriege aber genau das nicht hin: Vergeben. Wenn ich daran denke wie sie Jahre lang meine Gefühle ignoriert haben, werde ich einfach nur wütend. Sie haben ihre Streitigkeiten immer vor meinen Augen ausgetragen, haben mich sogar in den Streit hineingezogen. Es wurde beleidigt, geschrien und gedemütigt. Manchmal sogar geschubst oder ein Gegenstand als Waffe gezückt.
Und trotzdem verstehen sie sich als Autorität, die mir sagen kann, wie ich mein Leben zu führen habe. Sie wollen für mich entscheiden und sehen so gar nicht ein, dass sie mich benutzt haben, um sich besser zu fühlen.
Es ist auch kein Gespräch mit ihnen möglich. Sich selbst mal kritisch zu hinterfragen ist ihnen absolut fremd.

Es geht sogar soweit, dass ich mich schlecht fühle, wenn ich sie besucht habe, weil sie sich nicht für das interessieren, was ich tue oder erlebt habe, sondern es nur darum geht, das ich da bin und mir ihre Sorgen anhören kann.
Als ich noch zu Hause wohnte, hat mein Vater immer versucht mich gegen meine Mutter aufzuhetzen. Jetzt, wo sie sehen, dass ich in jeder Hinsicht erfolgreich bin, versuchen sie meinen Freund schlecht zu machen und mein Lebensstil generell.

Ich möchte eigentlich in Frieden mit ihnen leben. Doch habe ich das Gefühl, dass sie immer unzufrieden mit mir sind.
Einen Kontaktabbruch würde mir das Herz brechen, außerdem wäre ich dann bei ihnen unten durch. Doch zu häufiger Kontakt führt fast immer zu Auseinandersetzungen.

Ich fühle mich ihnen irgendwie hilflos ausgeliefert.

LG, O.

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30. November 2011 um 11:17

Hm,
du reflektierst dein leben. das ist gut so.

nun im alter von 10 jahren.................
"Als ich 10 Jahre alt war hat meine Mutter angefangen zu trinken, also habe ich alles getan, um meinem Vater eine gute Tochter zu sein. Schließlich war meine Mutter ja eine böse Person - so mein Vater."

wurde der grundstein von deinen eltern gelegt das du coabhängig wurdest. google das mal und such dir evt eine selbsthilfegruppe in deiner nähe. ich kann es wirklich empfehlen.

mach dir bewusst das du nicht an allem schuld bist was bei deinen eltern schief gelaufen ist !
du bist gut so wie du bist ! hast du mit deinem freund mal über deine ängste geredet?
ich drück dich mal lieb

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30. November 2011 um 11:20
In Antwort auf annaan3

Therapie
Generell ist Therapie eine gute Idee. Da es bei Dir kein aktuer Fall ist, kannst Du in Ruhe nach einer geeigneten Therapieform suchen. Du bist Dir ja ueber viele Dinge selber im Klaren, kannst analysieren etc. Dir fehlen nur Hinweise zu Loesungen. Und Therapie sollte eigentlich jeder mal machen, denn sie kann wirklich jedem nuetzen! Sie hilft, sich neu zu ordenen, Probleme zu erkennenn, Loesungsmoeglichkeiten zu entwickeln etc.

So - und meine Meinung zu dem was Du geschrieben hast

- auch ich habe aehnliche Eltern, wuerde sie jedoch nicht als "egozentrisch" behandeln. Deine Eltern haben Dich so gut wie moeglich nach ihren Idealen erzoegen. DAss es kalt war und du schon als Kind funktionieren musstest - nunja Deine Eltern wussten es nicht besser. Wie sind sie denn erzogen worden? Bestimmt aehnlich. Da Du darunter jetzt leidest, kannst Du Dir vorstellen, wie sie gelitten haben (und sie scheinen sich nicht darueber im Klaren zu sein, was bei ihnen in ihrer eigenen Erziehung belastend fuers Leben war)

- Deine Mutter trinkt . Sie ist also Zeit Deines Lebens Alkoholikerin. Das ist schlimm, das ist eine Krankheit, die die ganze Familie betrifft. Schau mal im Internet unter Co-Abhaengigkeit nach, frag mal die Anonymen Alkoholiker, was Du als Tochter so machen kannst (um eben selber leben zu koennen)

- schlechte Ehe + existentielle Sorgen - oh das kenne ich . Meine Eltern hatten durch Hausbau sich in den finanziellen Ruin gestuerzt. Es war ein Horror fuer die Kinder, und das Ende einer Ehe. Dass sie immer nohc zusammen sind, ist Teil ihrer Mentalitaet - man bleibt zusammen bis zum Ende! (sie sind nicht katholisch udn auch nicht polnisch, aber diese Lebensphilosophie ist gleich!). Ich habe bis ich ungefaehr 32 war, gebraucht, um ueber diese schreckliche Ehe meiner Eltern hinwegzukommen. Meine Jugendzeit fand ich gerade wegen der schlimmen, eisigen elterlichen Situation voller taeglicher Streits sehr schlimm, sie hat mich lange belastet - auch ich hatte hart rebelliert. Jetzt geht es mir gut. Ich habe Frieden geschlossen mit den Eltern und sie tun mir leid. Jedoch fuehle ich mich immer noch sehr unwohl in ihrer Gegenwart und meine Besuche bei ihnen dauern nur mal ein Wochenende - laenger kann ich nicht tolerant ihnen gegenueberstehen und werde schlecht gelaunt von all dieser negativen Energie. Aber sie sind meine Eltern und haben ja selber ihr Lebensschicksal zu tragen. Das stimmt milde und ich kann mitfuehlen.

Alles was Du schreibst, kann ich nachempfinden und denke, ich weiss, wie es fuer Dich ist. Mir hat, wie gesagt, geholfen, dass ich meine Eltern nicht als fuer meine Situation verantwortlich sehe, sondern dass ich sie als Menschen sehe, die es einfach nicht besser machen konnten. Ihre Moeglihckeiten, ihr Leben positiv und liebevoll zu gestalten, waren kaum vorhanden. Man muss also grosszuegig mit ihnen sein und wenn man sie sieht, gehen, bevor negatives aufkommt.

Die Verlustaengste zu Deinem Freund - frag mal Deinen Freund und einen Therapeuten.

Alles Liebe und Gute!



Genau,
es ist dieses beklemmende Gefühl, wenn ich zu lang bei ihnen bin. Eigentlich fahre ich zu meinen Eltern, weil ich die Nähe suche. Doch fast jedes Mal bekomme ich eine psychische Ohrfeige, weil mir immer wieder bewusst wird, dass sie sich nicht für mich, sondern nur für sich selbst interessieren.
Sei es ein Vertrag, eine Rechnung, eine Familienfeier oder sonstiges... ich darf sofort antanzen und alles für sie regeln. Zwischendurch muss ich Streit schlichten.

Doch sobald es um mich geht - 18ter Geburtstag, Abifeier, ein Marathonlauf, etc. - sie sind nie da. Immer haben sie irgendwelche Probleme und ich muss verstehen, dass sie mich nicht unterstützen.

Und klar, irgendwie mache ich ihnen innerlich einen Vorwurf, doch spreche ich ihn nie aus. Meine Eltern jedoch machen mir ständig Vorwürfe. Das ist so unfair!

LG, O.

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30. November 2011 um 11:38
In Antwort auf onsight

Genau,
es ist dieses beklemmende Gefühl, wenn ich zu lang bei ihnen bin. Eigentlich fahre ich zu meinen Eltern, weil ich die Nähe suche. Doch fast jedes Mal bekomme ich eine psychische Ohrfeige, weil mir immer wieder bewusst wird, dass sie sich nicht für mich, sondern nur für sich selbst interessieren.
Sei es ein Vertrag, eine Rechnung, eine Familienfeier oder sonstiges... ich darf sofort antanzen und alles für sie regeln. Zwischendurch muss ich Streit schlichten.

Doch sobald es um mich geht - 18ter Geburtstag, Abifeier, ein Marathonlauf, etc. - sie sind nie da. Immer haben sie irgendwelche Probleme und ich muss verstehen, dass sie mich nicht unterstützen.

Und klar, irgendwie mache ich ihnen innerlich einen Vorwurf, doch spreche ich ihn nie aus. Meine Eltern jedoch machen mir ständig Vorwürfe. Das ist so unfair!

LG, O.

Beklemmung bei Elternbesuch - unerfuellte Sehnsucht von Dir (Kind)
Ja, das ist schwer, doch Du musst es akzeptieren, dass genau das nie moeglich sein wird. Sie werden nie die Eltern sein, die Du Dir wuenscht, die Du als Kind und auch heute noch brauchst.

Loesung - akzeptiere, dass sie ihr Leben voller Probleme haben, dass Du sie sehen moechtest, es aber nie HeileWelt sein wird. Das hilft, ist aber schwer. Diese Geborgenheit, die man im Leben braucht, ist definitiv nicht bei den Eltern zu finden.

Und aussprechen musst Du nichts bei Deinen Eltern - wozu, das nuetzt doch eh nix. Die haeusliche Situation ist so schlimm gewesen, da musst Du Dir sagen, dass Du froh sein kannst, da raus zu sein. Fuehle mit ihnen mit, dass die beiden noch da drinnen stecken. Du hast den Absprung geschafft - auch wenn diese Sehnsucht in Dir noch schmerzlich zieht.

Mir hilft da ein enger und inniger Freundeskreis, da hilft die innige Beziehung mit Deinem Freund, eine eigene Familie etc. DEIN LEBEN hilft, Dir das zu geben, was Du benoetigst, was Du nie von den Eltern bekommen hast.

Funktionieren der Tochter - ha, das kenn ich auch: Beispiel - ich lebe im Ausland und komme fuer ein Wochenende zum Geburtstag meiner Mutter. Meine Mutter wollte eigentlich nicht feiern, doch da ich komme, laedt sie Freunde ein, denn ich kann ihr ja helfen (sprich ich stehe mit Tablett mit Begruessungsekt am Eingang und empfange die Gaeste, ich schnippel den ganzen Tag Salate, raume Geschirr hin und her und spuele und etc. ... ). Frueher haette ich mich darueber aufgeregt. Und jetzt - nunja. Ich mach, soweit ich Lust habe, aber nicht alles und fuehle mich nicht als Dienstmaedchen. Ich will ja, dass meine Mutter einen schoenen Geburtstag hat und es soll ihr Tag sein. Am Tag drauf reise ich ab. Ich habe ihr einen schoenen Tag bereitet, kein Gespraech mti ihr gehabt etc. Doch weiss ich, dass es gut fuer sie war und mir kein Zacken aus der Krone gefallen ist. Und das war einer von zwei Besuchen pro Jahr. Wenn sie das nicht anders nutzt, dann ist das ihr Problem. Ich habe nichts anderes erwartet, weil ich sie kenne.

Also - es hilft keine Erwartungshaltung zu haben, wenn man eh weiss, wie die Eltern ticken.

Wenn meine Eltern mir Vorwuerfe machen - nunja, wofuer denn? Ich lebe sei ueber 20 Jahren ohne sie und bin ihnen keine Last. Sie koennen sich nicht beschweren ueber gar nichts. und wenn was kommt, dann, nunja, dann ist es auch egal, weil sie es nicht anders koennen. Man muss es nicht persoenlich nehmen! Du lebst Dein Leben und die Eltern kommentieren und das ist egal. Lass Dich davon nicht unterkriegen!

Versuch bloss nicht Deinen Wunsch nach heiler Familie bei jedem Besuch erfuellt zu sehen. Das klappt nie! Schau sie milde und fuersorglich an. Sieh einfach, in was fuer einer Situation sie leben und sei froh, dass Du den Absprung geschafft hast. Sei grosszuegig mit ihnen und erwarte keine Klaerungsgespraeche, womit Du sie definitiv ueberfordern wuerdest, weil sie sowas nicht kennen.

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30. November 2011 um 11:42
In Antwort auf darling611

Hm,
du reflektierst dein leben. das ist gut so.

nun im alter von 10 jahren.................
"Als ich 10 Jahre alt war hat meine Mutter angefangen zu trinken, also habe ich alles getan, um meinem Vater eine gute Tochter zu sein. Schließlich war meine Mutter ja eine böse Person - so mein Vater."

wurde der grundstein von deinen eltern gelegt das du coabhängig wurdest. google das mal und such dir evt eine selbsthilfegruppe in deiner nähe. ich kann es wirklich empfehlen.

mach dir bewusst das du nicht an allem schuld bist was bei deinen eltern schief gelaufen ist !
du bist gut so wie du bist ! hast du mit deinem freund mal über deine ängste geredet?
ich drück dich mal lieb

Danke, ihr seid so lieb
Ich lese eure Beiträge und ganz spontan kullern Tränen, weil fremde Personen mit Recht zugestehen, während meine Eltern das nie können. Wenn ich versucht habe mit ihnen zu sprechen - zwei Mal habe ich es gewagt - haben sie sofort aggressiv reagiert und meinten, ich stelle mich an.

Mit meinem Freund habe ich darüber natürlich auch schon gesprochen und zeigte Verständnis. Jedoch ist er in einer "perfekten" Familie groß geworden, in der man sich unterstütze und Konflikte besprochen wurden. Ich glaube, es fällt ihm schwer sich da rein zu fühlen.

Coabhängigkeit ist ein Stichwort. Doch ich glaube, es ist nicht nur das. In meinen Recherchen, meine ich herausgefunden zu haben, dass mein Vater ein Narzisst ist. Fast alle der aufgeführten Merkmale kenne ich nur zu gut.

Um ehrlich zu sein, habe ich Angst, dass ich total verkorkst bin

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30. November 2011 um 11:53
In Antwort auf annaan3

Beklemmung bei Elternbesuch - unerfuellte Sehnsucht von Dir (Kind)
Ja, das ist schwer, doch Du musst es akzeptieren, dass genau das nie moeglich sein wird. Sie werden nie die Eltern sein, die Du Dir wuenscht, die Du als Kind und auch heute noch brauchst.

Loesung - akzeptiere, dass sie ihr Leben voller Probleme haben, dass Du sie sehen moechtest, es aber nie HeileWelt sein wird. Das hilft, ist aber schwer. Diese Geborgenheit, die man im Leben braucht, ist definitiv nicht bei den Eltern zu finden.

Und aussprechen musst Du nichts bei Deinen Eltern - wozu, das nuetzt doch eh nix. Die haeusliche Situation ist so schlimm gewesen, da musst Du Dir sagen, dass Du froh sein kannst, da raus zu sein. Fuehle mit ihnen mit, dass die beiden noch da drinnen stecken. Du hast den Absprung geschafft - auch wenn diese Sehnsucht in Dir noch schmerzlich zieht.

Mir hilft da ein enger und inniger Freundeskreis, da hilft die innige Beziehung mit Deinem Freund, eine eigene Familie etc. DEIN LEBEN hilft, Dir das zu geben, was Du benoetigst, was Du nie von den Eltern bekommen hast.

Funktionieren der Tochter - ha, das kenn ich auch: Beispiel - ich lebe im Ausland und komme fuer ein Wochenende zum Geburtstag meiner Mutter. Meine Mutter wollte eigentlich nicht feiern, doch da ich komme, laedt sie Freunde ein, denn ich kann ihr ja helfen (sprich ich stehe mit Tablett mit Begruessungsekt am Eingang und empfange die Gaeste, ich schnippel den ganzen Tag Salate, raume Geschirr hin und her und spuele und etc. ... ). Frueher haette ich mich darueber aufgeregt. Und jetzt - nunja. Ich mach, soweit ich Lust habe, aber nicht alles und fuehle mich nicht als Dienstmaedchen. Ich will ja, dass meine Mutter einen schoenen Geburtstag hat und es soll ihr Tag sein. Am Tag drauf reise ich ab. Ich habe ihr einen schoenen Tag bereitet, kein Gespraech mti ihr gehabt etc. Doch weiss ich, dass es gut fuer sie war und mir kein Zacken aus der Krone gefallen ist. Und das war einer von zwei Besuchen pro Jahr. Wenn sie das nicht anders nutzt, dann ist das ihr Problem. Ich habe nichts anderes erwartet, weil ich sie kenne.

Also - es hilft keine Erwartungshaltung zu haben, wenn man eh weiss, wie die Eltern ticken.

Wenn meine Eltern mir Vorwuerfe machen - nunja, wofuer denn? Ich lebe sei ueber 20 Jahren ohne sie und bin ihnen keine Last. Sie koennen sich nicht beschweren ueber gar nichts. und wenn was kommt, dann, nunja, dann ist es auch egal, weil sie es nicht anders koennen. Man muss es nicht persoenlich nehmen! Du lebst Dein Leben und die Eltern kommentieren und das ist egal. Lass Dich davon nicht unterkriegen!

Versuch bloss nicht Deinen Wunsch nach heiler Familie bei jedem Besuch erfuellt zu sehen. Das klappt nie! Schau sie milde und fuersorglich an. Sieh einfach, in was fuer einer Situation sie leben und sei froh, dass Du den Absprung geschafft hast. Sei grosszuegig mit ihnen und erwarte keine Klaerungsgespraeche, womit Du sie definitiv ueberfordern wuerdest, weil sie sowas nicht kennen.

Wow
Bewundernswert, wie Du das hinbekommst. An diesem Punkt möchte ich auch ankommen.

Das, was mich momentan durchhalten lässt, ist, dass ich glaube mitten in der Verarbeitungsphase zu stecken. Zuerst wusste ich gar nicht, was los war. Ich fühlte mich einfach nur schlecht. Nachdem ich im Netz und Buch darüber gelesen hatte, war ich geschockt, dass meine Eltern eine solche Macht über mich hatten. Dann fühlte ich mich irgendwie fremde, weil ich anscheinend wie eine Marionette gesteuert wurde. Anschließend war ich traurig darüber und augenblicklich stecke ich in Wut fest.

Ich möchte diese Wut auf meine Eltern überwinden, ihnen verzeihen und sie milde ansehen können.
Es fällt mir schwer zu akzeptieren, dass sie sich ihrer "Fehler" nicht bewusst werden können und ich von ihnen nie hören werde "es tut uns Leid, dass wir Dich in unsere aggressiven Streits hineingezogen haben und oft übersehen haben, was Du brauchst".

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30. November 2011 um 11:56

Danke
Ich glaube, Du bzw. ihr habt Recht. Ich kann sie nicht ändern, sondern muss verzeihen und loslassen und die Kontakte minimieren, damit es gar keine Möglichkeit für Aggression gibt.

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30. November 2011 um 12:11
In Antwort auf onsight

Danke, ihr seid so lieb
Ich lese eure Beiträge und ganz spontan kullern Tränen, weil fremde Personen mit Recht zugestehen, während meine Eltern das nie können. Wenn ich versucht habe mit ihnen zu sprechen - zwei Mal habe ich es gewagt - haben sie sofort aggressiv reagiert und meinten, ich stelle mich an.

Mit meinem Freund habe ich darüber natürlich auch schon gesprochen und zeigte Verständnis. Jedoch ist er in einer "perfekten" Familie groß geworden, in der man sich unterstütze und Konflikte besprochen wurden. Ich glaube, es fällt ihm schwer sich da rein zu fühlen.

Coabhängigkeit ist ein Stichwort. Doch ich glaube, es ist nicht nur das. In meinen Recherchen, meine ich herausgefunden zu haben, dass mein Vater ein Narzisst ist. Fast alle der aufgeführten Merkmale kenne ich nur zu gut.

Um ehrlich zu sein, habe ich Angst, dass ich total verkorkst bin

" habe ich Angst, dass ich total verkorkst bin"
*mit dem ellbogen in die rippen piecks*
quatsch, hör auf damit. taschentuch reiche.

geh mal zu so einer gruppe. wirst sehen das es andere gibt denen es auch so geht.
tja, narzissten sind schlimm. meine kinder haben auch einen narzissten als vater. und sie haben sich jetzt partner bewusst gesucht die so ganz anders sind.

komm mach dir bewusst was alles gut an dir ist !
da gibt es bestimmt eine menge!

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30. November 2011 um 12:32

Noch eine Sache
Danke für eure netten Worte. Ich sehe ein, dass ich loslassen muss. Und ich sehe auch ein, dass es gut wäre mir professionelle Hilfe zu holen.

Doch eine Frage hätte ich noch:
Immer, wenn ich zu "empfindlich" reagiere, wird mir erst im Nachhinein bewusst, dass es zu empfindlich war, doch erst, wenn es eigentlich schon zu spät ist. Die Wut oder Traurigkeit müssen anscheinend erst raus, dann kommt es zum Streit und erst wenn ich mich beruhigt habe und meine Gedanken sortiert habe, sehe ich ein, dass ich falsch lag.

Gibt es da nicht so ein Notfall-Trick, den ich anwenden kann, BEVOR es zur Eskalation kommt?
Wie merke ich, ob ich zurecht wütend werde oder ob es sich um eine Projektion handelt?

Versteht ihr was ich meine? Es gibt ja durchaus Situationen, wo ich meine Grenzen klar machen MUSS. Und dann gibt es Situationen, wo ich überzogen reagiere. Wie erkenne ich den Unterschied. Für mich fühlt es sich ja real an. In der Situation selbst fühle ich Unrecht. Gibt es da eine Art Frage, die ich mir stellen kann? Oder ähnliches?

Lieben Gruß & vielen Dank

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30. November 2011 um 13:38
In Antwort auf darling611

" habe ich Angst, dass ich total verkorkst bin"
*mit dem ellbogen in die rippen piecks*
quatsch, hör auf damit. taschentuch reiche.

geh mal zu so einer gruppe. wirst sehen das es andere gibt denen es auch so geht.
tja, narzissten sind schlimm. meine kinder haben auch einen narzissten als vater. und sie haben sich jetzt partner bewusst gesucht die so ganz anders sind.

komm mach dir bewusst was alles gut an dir ist !
da gibt es bestimmt eine menge!

VERKORKST !!!
- das sind alle !!!!

Du musst keinerlei Schuld bei Dir suchen. Du kannst eine Beziehung fuehren, Dir wird bewusst, wie Du funktionierst (dass Deine Jungend und Kindheit bestimmend fuer Dein aktuelles Leben sind) etc.

Was bitte ist daran verkorkst???

Ich haeb irgendwo mal gelesen - ich weiss nicht ob das stimmt, doch ich habe aehnliches bei mir und Freunden gesehen - dass mit Ende Zwanzig irgendwie ein Entwicklungsruck durch einen geht und man vieles nocheinmal durchkaut und thematisiert, vieles hochkommt etc.

Versuch bitte alles positiv zu sehen, was Dir jetzt passiert und auch was geschehen ist - denn ohne Deine Vergangenheit waerest Du wohl nie solch ein Mensch wie jetzt! Und dass Du liebesnwert und toll bist, das siehst Du doch im taeglichen Leben - Dein Freund wird da jetzt bestimmt zustimemnd nicken.

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30. November 2011 um 13:45
In Antwort auf onsight

Noch eine Sache
Danke für eure netten Worte. Ich sehe ein, dass ich loslassen muss. Und ich sehe auch ein, dass es gut wäre mir professionelle Hilfe zu holen.

Doch eine Frage hätte ich noch:
Immer, wenn ich zu "empfindlich" reagiere, wird mir erst im Nachhinein bewusst, dass es zu empfindlich war, doch erst, wenn es eigentlich schon zu spät ist. Die Wut oder Traurigkeit müssen anscheinend erst raus, dann kommt es zum Streit und erst wenn ich mich beruhigt habe und meine Gedanken sortiert habe, sehe ich ein, dass ich falsch lag.

Gibt es da nicht so ein Notfall-Trick, den ich anwenden kann, BEVOR es zur Eskalation kommt?
Wie merke ich, ob ich zurecht wütend werde oder ob es sich um eine Projektion handelt?

Versteht ihr was ich meine? Es gibt ja durchaus Situationen, wo ich meine Grenzen klar machen MUSS. Und dann gibt es Situationen, wo ich überzogen reagiere. Wie erkenne ich den Unterschied. Für mich fühlt es sich ja real an. In der Situation selbst fühle ich Unrecht. Gibt es da eine Art Frage, die ich mir stellen kann? Oder ähnliches?

Lieben Gruß & vielen Dank

Notfalltrick
Notfalltrick - tief durchatment und eh schon vorher darauf vorbereit sein

Einfach wenn Du verstehst, wie Deine Eltern drauf sind und wie sie reagieren und agieren ... dann kannst Du Dich da rausnehmen. Nimm es nicht persoenlich, distanziere Dich davon und sag Dir, dass Du ja schon so kennst und dass sich alles immer wieder holt ... sei nicht ueberrascht! Dann rastest Du auch nicht aus und wirst auch nicht enttaeuscht.

Von den Eltern trennen musst Du Dich nicht - aber vielleicht etwas Pause wuerde Dir guttun.

Ich habe zB. 2x jeweils ein Jahr lang von meiner Familie pausiert. Bin nicht mehr ans Telefon gegangen etc. Mir ging es zu schlecht und ich fuehlte mich immer unter Druck, wnen ich die Stimmen nur gehoert habe. Danach ging das dann. Danach war ich ruhig und konnte auf sie zugehen. Vielleicht wuerde Dir ja sowas helfen?

Und versuch Dich nicht selber als kleines Maedchen zu behandeln - Du musst Dich nie fuer irgendwas rechtfertigen! Du lebst Dein Leben und gut ist. Wenn sie Dir vorwuerfe machen zu irgendwas, nimm das zur Kenntnis, freundlich, und sag ok. Danke fuer den Hinweis. Fertig. Sag nichts weiter. DU weisst dass es nichts bringt, dass es nie ein richtiges Gespraech sein wird. Die Vorwuerfe muessen einfach ins Leere laufen. Dann regst Du Dich auch nicht mehr auf und Dir wird es besser gehen.

Und vorsicht mti der Diagnostizierung - Narzisst oder nicht ... vielleicht ist Dein Vater auch bloss guter polnischer Macho der nie gelernt hat, wahre Beziehungen aufzubauen!!! Und wenn - ist doch auch egal fuer Dich jetzt. oder?

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30. November 2011 um 13:46


genau!

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30. November 2011 um 14:30
In Antwort auf annaan3

Notfalltrick
Notfalltrick - tief durchatment und eh schon vorher darauf vorbereit sein

Einfach wenn Du verstehst, wie Deine Eltern drauf sind und wie sie reagieren und agieren ... dann kannst Du Dich da rausnehmen. Nimm es nicht persoenlich, distanziere Dich davon und sag Dir, dass Du ja schon so kennst und dass sich alles immer wieder holt ... sei nicht ueberrascht! Dann rastest Du auch nicht aus und wirst auch nicht enttaeuscht.

Von den Eltern trennen musst Du Dich nicht - aber vielleicht etwas Pause wuerde Dir guttun.

Ich habe zB. 2x jeweils ein Jahr lang von meiner Familie pausiert. Bin nicht mehr ans Telefon gegangen etc. Mir ging es zu schlecht und ich fuehlte mich immer unter Druck, wnen ich die Stimmen nur gehoert habe. Danach ging das dann. Danach war ich ruhig und konnte auf sie zugehen. Vielleicht wuerde Dir ja sowas helfen?

Und versuch Dich nicht selber als kleines Maedchen zu behandeln - Du musst Dich nie fuer irgendwas rechtfertigen! Du lebst Dein Leben und gut ist. Wenn sie Dir vorwuerfe machen zu irgendwas, nimm das zur Kenntnis, freundlich, und sag ok. Danke fuer den Hinweis. Fertig. Sag nichts weiter. DU weisst dass es nichts bringt, dass es nie ein richtiges Gespraech sein wird. Die Vorwuerfe muessen einfach ins Leere laufen. Dann regst Du Dich auch nicht mehr auf und Dir wird es besser gehen.

Und vorsicht mti der Diagnostizierung - Narzisst oder nicht ... vielleicht ist Dein Vater auch bloss guter polnischer Macho der nie gelernt hat, wahre Beziehungen aufzubauen!!! Und wenn - ist doch auch egal fuer Dich jetzt. oder?

"guter polnischer Macho"
Der ist echt gut. Ich weiß, man sollte mit solch einer Diagnose vorsichtig sein, aber bei meinem Vater liegt es fast klar auf der Hand, selbst ich als Laie kann nach einschlägiger Literatur sagen: er ist Narzisst.
Mein Vater ist nicht in der Lage sich in andere hinein zu versetzen. Er darf alles sagen, auch beleidigende Sachen, doch wehe jemand lässt auch nur einen Hauch an Kritik in seiner Aussage erkennen. Selbst wenn es um Belanglosigkeiten geht, muss er dann sofort erklären, warum er dieses oder jenes gesagt/getan/gekauft etc. hat und es artet dann in einem 5 minütigen Monolog aus, an dessen Ende ja nun jeder überzeugt sein muss, dass er alles richtig gemacht hat.
Generell bläht er sich immer, wenn wir auf andere Menschen treffen auf. Er kommt sehr lautstark in Räume, er sitzt immer sehr breit, macht sich groß, erzählt "lustige" Geschichten. Diese gehen fast immer auf meine oder die Kosten meiner Mutter oder anderer, über die er sich lustig machen kann. Die Pointe ist aber immer gleich: irgendjemand ist dämlich und dann ist er der einzige, der darüber lachen kann. Schlimm wird's, wenn er sieht, dass alle nur müde lächeln, dann legt er sich so richtig ins Zeug und kramt sogar Geschichten aus, die mir oder andern wirklich unangenehm sind.
Er kann nicht mit Kindern umgehen, auch nicht mit ihnen spielen, sondern sie nur zurecht weisen. Er kann sich nicht einfach mit ihnen hinsetzen und spielerisch umgehen. Und wenn ein Kind ihn ein bisschen ärgert, dann kommt der Zeigefinger und die hochgezogene Augenbraue. Schließlich müssen alle Respekt vor ihm haben.
Mein Vater hat IMMER und GRUNDSÄTZLICH Recht, bei allem. Selbst wenn er sich in seinen Aussagen widerspricht. Das ist teilweise echt lächerlich.
Er hat keine Freunde oder Kumpel, gar keine. Seine Arbeitskollegen sind alles Idioten, die nichts können und ihm seine Position streitig machen wollen. Fast täglich hat er mir erzählt, wie er dem einen oder anderen mal wieder die Leviten lesen oder etwas korrigieren musste. Wenn ich mir vorstelle, dass seine Kollegen ihn seit 20 Jahren 5x die Woche 8 Stunden ertragen müssen, ohje...
Und er hat auch nie Schuld an etwas, deshalb kommt ein "es tut mir Leid" nie über die Lippen. Ich habe es noch NIE erlebt, dass er sich Schuld eingestanden hat - sei es auch nur, dass er mit der Suppe gekleckert hat, dann war es nicht seine Schuld, sondern entweder die Schuld meiner Mutter, weil sie den Teller schief hingestellt hat oder die des Löffelproduzenten oder sonst wessen

Mittlerweile sehe ich ihn als arme Wurst. Früher habe ich ihn vergöttert. Ich war seine Prinzessin, bis ich einen eigenen Willen entwickelt habe. Jetzt bin ich seine größte Enttäuschung (seine Worte). Früher glaubte ich meinem Vater, dass Mama böse ist. Ich habe als Kind bzw. Jugendliche zunächst nur gesehen, dass es Streit gibt, wenn Mama trinkt und sich daneben benimmt. Heute glaube ich fast, dass meine Mutter angefangen hat zu trinken (sie trinkt nur am Freitag & Samstag, wenn sie nicht arbeiten muss), weil sie ihn und seine penetrante Art nicht mehr ertragen konnte. Außerdem ist das ihr einziges Mittel, um selbst Macht auf ihn auszuüben. Sonst ist meine Mutter eine sehr unterwürfige Person.

Ich danke Euch, ihr habt mir den Tag leichter gemacht. Heute morgen war ich echt mies drauf und jetzt sehe ich vieles klarer.

LG O.

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30. November 2011 um 15:02
In Antwort auf onsight

"guter polnischer Macho"
Der ist echt gut. Ich weiß, man sollte mit solch einer Diagnose vorsichtig sein, aber bei meinem Vater liegt es fast klar auf der Hand, selbst ich als Laie kann nach einschlägiger Literatur sagen: er ist Narzisst.
Mein Vater ist nicht in der Lage sich in andere hinein zu versetzen. Er darf alles sagen, auch beleidigende Sachen, doch wehe jemand lässt auch nur einen Hauch an Kritik in seiner Aussage erkennen. Selbst wenn es um Belanglosigkeiten geht, muss er dann sofort erklären, warum er dieses oder jenes gesagt/getan/gekauft etc. hat und es artet dann in einem 5 minütigen Monolog aus, an dessen Ende ja nun jeder überzeugt sein muss, dass er alles richtig gemacht hat.
Generell bläht er sich immer, wenn wir auf andere Menschen treffen auf. Er kommt sehr lautstark in Räume, er sitzt immer sehr breit, macht sich groß, erzählt "lustige" Geschichten. Diese gehen fast immer auf meine oder die Kosten meiner Mutter oder anderer, über die er sich lustig machen kann. Die Pointe ist aber immer gleich: irgendjemand ist dämlich und dann ist er der einzige, der darüber lachen kann. Schlimm wird's, wenn er sieht, dass alle nur müde lächeln, dann legt er sich so richtig ins Zeug und kramt sogar Geschichten aus, die mir oder andern wirklich unangenehm sind.
Er kann nicht mit Kindern umgehen, auch nicht mit ihnen spielen, sondern sie nur zurecht weisen. Er kann sich nicht einfach mit ihnen hinsetzen und spielerisch umgehen. Und wenn ein Kind ihn ein bisschen ärgert, dann kommt der Zeigefinger und die hochgezogene Augenbraue. Schließlich müssen alle Respekt vor ihm haben.
Mein Vater hat IMMER und GRUNDSÄTZLICH Recht, bei allem. Selbst wenn er sich in seinen Aussagen widerspricht. Das ist teilweise echt lächerlich.
Er hat keine Freunde oder Kumpel, gar keine. Seine Arbeitskollegen sind alles Idioten, die nichts können und ihm seine Position streitig machen wollen. Fast täglich hat er mir erzählt, wie er dem einen oder anderen mal wieder die Leviten lesen oder etwas korrigieren musste. Wenn ich mir vorstelle, dass seine Kollegen ihn seit 20 Jahren 5x die Woche 8 Stunden ertragen müssen, ohje...
Und er hat auch nie Schuld an etwas, deshalb kommt ein "es tut mir Leid" nie über die Lippen. Ich habe es noch NIE erlebt, dass er sich Schuld eingestanden hat - sei es auch nur, dass er mit der Suppe gekleckert hat, dann war es nicht seine Schuld, sondern entweder die Schuld meiner Mutter, weil sie den Teller schief hingestellt hat oder die des Löffelproduzenten oder sonst wessen

Mittlerweile sehe ich ihn als arme Wurst. Früher habe ich ihn vergöttert. Ich war seine Prinzessin, bis ich einen eigenen Willen entwickelt habe. Jetzt bin ich seine größte Enttäuschung (seine Worte). Früher glaubte ich meinem Vater, dass Mama böse ist. Ich habe als Kind bzw. Jugendliche zunächst nur gesehen, dass es Streit gibt, wenn Mama trinkt und sich daneben benimmt. Heute glaube ich fast, dass meine Mutter angefangen hat zu trinken (sie trinkt nur am Freitag & Samstag, wenn sie nicht arbeiten muss), weil sie ihn und seine penetrante Art nicht mehr ertragen konnte. Außerdem ist das ihr einziges Mittel, um selbst Macht auf ihn auszuüben. Sonst ist meine Mutter eine sehr unterwürfige Person.

Ich danke Euch, ihr habt mir den Tag leichter gemacht. Heute morgen war ich echt mies drauf und jetzt sehe ich vieles klarer.

LG O.

Ach mensch
schoen, dass Du ein wenig ruhiger bist .... ja manchmal ist es mit so seltsamen Eltern schon ein Kreuz!

Sei froh, dass Du anders bist!

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