Forum / Liebe & Beziehung

Egoistischer Partner und Autoimmunerkrankung

22. Januar um 10:46 Letzte Antwort: 22. Januar um 17:11

Hallo Allerseits,

ich möchte mir hier gerne etwas von der Seele schreiben, da ich in meinem Umfeld (noch) mit Niemanden bereit bin darüber zu reden....

Es geht um meine 10-jährige Beziehung zu meinem Verlobten.
Mein Verlobter ist in einem totalitären Umfeld aufgewachsen, wo der Mann vollständig das sagen hatte und die Mutter alles wirklich ALLES im Haus erledigt hatte, ohne wenn und aber und egal in welchem Zustand (Krankheiten..).
Mein Freund unterscheidet sich zwar von seiner Familie, hat aber trotzdem noch einige feste Überzeugungen und diese sind eben größtenteilig ziemlich egoistisch und patriarchialisch.

Ich muss im Haus alles erledigen, ab und zu hilft er mal (wenn er Zeit und Lust hat), aber verbindlich ist das nicht. Ich bin sozusagen der Geber in dieser Beziehung und helfe ihm nicht nur im Haushalt (sind erst vor paar Monaten zusammen gezogen) sondern bin auch eine psychologische und seelische Stütze und helfe wo ich nur kann.
Zurück kommt halt schon seit Jahren nichts, selbst wenn etwas mal nicht gemacht wird, geht er direkt in die Offensive und fängt an mich mit seiner Mutter zu vergleichen, wie gut sie das doch getan hätte... Beispielsweise hab ich nicht rechtzeitig seine Socken gewaschen...Ich raste bei sowas immer extrem schnell aus und explodiere und dann ist für ne gewisse Zeit eben Ruhe.

Seit ein paar Monaten wurde bei mir Morbus Basedow diagnostiziert, eine Autoimmunerkrankung, bei der der Leidtragende zwar fast keine Anzeichen hat (nach Außen), aber der Leidensdruck und Ängste sind groß...
Man sollte auch weitesgehend Stress vermeiden und körperliche Aktivitäten sind schon fast unmöglich geworden.
Er hat sich kaum dafür interessiert, hat sich nur super oberflächlich und nur in meiner Anwesenheit kurz belesen und kurz auf besorgt getan und mir Unterstützung in jeglicher Art versprochen. Aber man fühlt, dass die Person sich nicht wirklich Sorgen macht und alles sehr oberflächlich ist.
Jedenfalls - wie Ihr es euch schon denken könnt - kam natürlich nichts von dieser Unterstützung. Ich mache mit sehr viel Mühe den gesamten HH und werde nicht mal gefragt, wie es mir dabei geht oder obs anstrengend war. Schlimmer, er kann noch nicht mal respektshalber sein Bett aufräumen und seinen Teller weg bringen. Spricht man ihn darauf an kommen Verurteilungen wie "du bist keine Frau" oder "Meine Mutter würde sowas nie sagen"..

Ich liebe ihn, aber ich merke seit der Erkrankung noch mehr, wie sehr ich Verständnis, Führsorge und eine Stütze brauche...

Liebe Grüße

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22. Januar um 10:50

Warum tust du dir das seit 10 Jahren an? Und warum willst du ihn auch noch heiraten? Die Aussage, dass du ihn ja so sehr liebst zählt jetzt mal nicht als Grund.

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22. Januar um 11:05
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Hallo Allerseits,

ich möchte mir hier gerne etwas von der Seele schreiben, da ich in meinem Umfeld (noch) mit Niemanden bereit bin darüber zu reden....

Es geht um meine 10-jährige Beziehung zu meinem Verlobten.
Mein Verlobter ist in einem totalitären Umfeld aufgewachsen, wo der Mann vollständig das sagen hatte und die Mutter alles wirklich ALLES im Haus erledigt hatte, ohne wenn und aber und egal in welchem Zustand (Krankheiten..).
Mein Freund unterscheidet sich zwar von seiner Familie, hat aber trotzdem noch einige feste Überzeugungen und diese sind eben größtenteilig ziemlich egoistisch und patriarchialisch.

Ich muss im Haus alles erledigen, ab und zu hilft er mal (wenn er Zeit und Lust hat), aber verbindlich ist das nicht. Ich bin sozusagen der Geber in dieser Beziehung und helfe ihm nicht nur im Haushalt (sind erst vor paar Monaten zusammen gezogen) sondern bin auch eine psychologische und seelische Stütze und helfe wo ich nur kann.
Zurück kommt halt schon seit Jahren nichts, selbst wenn etwas mal nicht gemacht wird, geht er direkt in die Offensive und fängt an mich mit seiner Mutter zu vergleichen, wie gut sie das doch getan hätte... Beispielsweise hab ich nicht rechtzeitig seine Socken gewaschen...Ich raste bei sowas immer extrem schnell aus und explodiere und dann ist für ne gewisse Zeit eben Ruhe.

Seit ein paar Monaten wurde bei mir Morbus Basedow diagnostiziert, eine Autoimmunerkrankung, bei der der Leidtragende zwar fast keine Anzeichen hat (nach Außen), aber der Leidensdruck und Ängste sind groß...
Man sollte auch weitesgehend Stress vermeiden und körperliche Aktivitäten sind schon fast unmöglich geworden.
Er hat sich kaum dafür interessiert, hat sich nur super oberflächlich und nur in meiner Anwesenheit kurz belesen und kurz auf besorgt getan und mir Unterstützung in jeglicher Art versprochen. Aber man fühlt, dass die Person sich nicht wirklich Sorgen macht und alles sehr oberflächlich ist.
Jedenfalls - wie Ihr es euch schon denken könnt - kam natürlich nichts von dieser Unterstützung. Ich mache mit sehr viel Mühe den gesamten HH und werde nicht mal gefragt, wie es mir dabei geht oder obs anstrengend war. Schlimmer, er kann noch nicht mal respektshalber sein Bett aufräumen und seinen Teller weg bringen. Spricht man ihn darauf an kommen Verurteilungen wie "du bist keine Frau" oder "Meine Mutter würde sowas nie sagen"..

Ich liebe ihn, aber ich merke seit der Erkrankung noch mehr, wie sehr ich Verständnis, Führsorge und eine Stütze brauche...

Liebe Grüße

Du liebst ihn ?

Was liebst du an ihm ?

Das du seine persönliche, seelenlose Putze bist, die immer die Beine breit zu machen hat und wenn du nicht funktionierst, wie gewünscht, dann wirst du angemotzt und mit seiner Mutter verglichen?

Das ist ja eine wundervolle Liebe 

Er scheint dich auch sehr zu lieben.

Degradiert dich zur Putzfrau, scheißt auf deine Gesundheit...

Entschuldige bitte aber du bist selbrr Schuld.

Du kennst diesen Mann und weißt, wie er ist. Denkst du er ändert sich, weil du krank bist ?

Er hat keinen Respekt vor dir. Du bist nur seine Dienstmagd und es ist traurig, wie lange du das mit machst 

Von ihm wirst du nichts positives bekommen.

Entweder trennst du dich und suchst dir einem vernünftigen Mann oder du bleibst bei ihm und lässt dich bis zu deinel traurigen Tod wie Dreck behandeln.

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22. Januar um 11:06

Also man muss auch etwas Selbstliebe haben. Irgendwo ist der Liebe eine Grenze gesetzt. Wenn ein Partner den anderen liebt, dann interessiert und kümmert er sich auch. Mein Partner hatte auch kein Interesse und kein Verständnis für meine Depressionen und generell nur Halbherziges Interesse an dem was ich tue und mache. Jetzt ist nach 8 J aus und ich kehre da nicht mehr zurück, auch wenn wir uns gut verstehen und Freunde sind.

Und du bist nicht seine Mutter! Himmel, dann soll er sie heiraten, wie unmännlich, sorry, sowas kan man nicht lieben. Dieser kleine Ausschnitt sagt alles von deinem Leben. Da musst du aber selber heraus finden.

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22. Januar um 11:17

Du solltest dir die Frage stellen, möchtest du eine Beziehung auf Augenhöhe oder dich ihm unterordnen. Manchmal sollte man sich auch mehr um sich kümmern und schauen was das beste für einen ist. Vielleicht siehst du es noch nicht aber wenn er dich selbst jetzt wo du Krank bist nicht unterstützt dann solltest du vielleicht die Reißleine ziehen.

Vorallem was ist das denn für ein Mamasöhnchen!? Vergleiche mit der eigenen Mutter geht garnicht, entweder soll er es selbst machen oder den Mund besser zu lassen. 

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22. Januar um 11:45

Ihr habt da natürlich schon recht, aber klar gibt es Dinge die dann einen daran festhalten...
Wir verstehen uns halt sonst super gut, haben immer Spaß zusammen und können auch sonst über alles reden und teilen sehr vieles... Diese von mir aufgezählten Dinge sind natürlich die Schattenseite.
Bevor ich eben den Schlussstrich ziehe, würde ich halt versuchen wollen, die Einstellung mir gegenüber zu ändern. Es sind nun wirklich viele gemeinsame Jahre und sehr starke Gefühle mit drin.
Aber so wie es bisher war, kanns nicht mehr laufen, dass steht fest!

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22. Januar um 11:51
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Ihr habt da natürlich schon recht, aber klar gibt es Dinge die dann einen daran festhalten...
Wir verstehen uns halt sonst super gut, haben immer Spaß zusammen und können auch sonst über alles reden und teilen sehr vieles... Diese von mir aufgezählten Dinge sind natürlich die Schattenseite.
Bevor ich eben den Schlussstrich ziehe, würde ich halt versuchen wollen, die Einstellung mir gegenüber zu ändern. Es sind nun wirklich viele gemeinsame Jahre und sehr starke Gefühle mit drin.
Aber so wie es bisher war, kanns nicht mehr laufen, dass steht fest!

Aber er hat sich doch die letzten 10 Jahre nicht geändert, warum sollte er das jetzt tun?

Für ihn ist das doch alles superbequem. Du erzählst ihm zwar was von einer Krankheit, aber ganz offensichtlich interessiert ihn das nicht.

Du kannst natürlich versuchen ihm das alles zu erklären. Ich sehe aber wenig Hoffnung auf Änderung.

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22. Januar um 12:05

Für mich unterscheidet er sich null von seiner Familie und dass er sich nach 10 Jahren plötzlich ändert, nur weil du das jetzt möchtest, ist wirklich sehr unwahrscheinlich. Ihn hat es davor auch nicht groß gekümmert und letztlich interessiert es ihn wohl auch einfach nicht. Er kennt es auch nicht anders und da du das schon jahrelang so mitmachst... Wofür ändern? Nur die zuliebe? Ich bitte dich für ihn bist du klar ein Ersatz für seine Mutter, deshalb die ständigen Vergleiche, keine gleichwertige Partnerin auf Augenhöhe.
Zudem ich "Hilfe im Haushalt" eh blöd finde, er soll nicht helfen, sondern einfach seinen Anteil übernehmen. Keine Ahnung, was dich bei ihm hält und warum du nach 10 Jahren Ausnutzung noch mit ihm zusammen gezogen bist, aber das ist doch vergebene Liebesmüh, entschuldige. Ich fände einen Mann, der wegen seinen Socken rumjammert und immer nach Mama schreit, sehr unattraktiv und als Partner ungeeignet.

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22. Januar um 12:10
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Aber er hat sich doch die letzten 10 Jahre nicht geändert, warum sollte er das jetzt tun?

Für ihn ist das doch alles superbequem. Du erzählst ihm zwar was von einer Krankheit, aber ganz offensichtlich interessiert ihn das nicht.

Du kannst natürlich versuchen ihm das alles zu erklären. Ich sehe aber wenig Hoffnung auf Änderung.

Tatsächlich hatten wir uns Anfang 2020 getrennt, wegen schon ähnlichen Gründen, die er im nachhinein dann geändert hat, aber bloss eben nicht vollständig..
ich möchte ihn überhaupt nicht rechtfertigen und versuchen das Gute jetzt plötzlich rauszuholen, dies sind nur meine Gründe, wieso ich noch nicht gegangen bin.

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22. Januar um 12:16

Womöglich mutiert er dann zur Diva, wenn er mal einen Schnupfen hat und möchte dann besonders umsorgt werden?  

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22. Januar um 12:56

Ich kann dich sehr gut verstehen, denn ich habe eine Unterfunktion und ebenfalls viele Nebenerscheinungen.

Mein erster Tipp: Suche dir unbedingt jemanden, der auf diese Erkrankung spezialisiert (!) ist! Zwischen „normalen“ Internisten, Hausärzten, etc. Und jemandem, der nur Schilddrüsen behandelt, liegen qualitativ Welten.
 
Mein zweiter Tipp: Mach es schriftlich, schreibe dir Listen mit „Wie soll mein Traummann im Idealfall sein“, „Was mag ich / mag ich nicht an ihm“, „Was war er bereit zu verändern, was nicht“ und vieles mehr. Dann erhältst du ein sachlicheres Bild von dem, was DU (!) möchtest.

Mein dritter Tipp: Lege einmal die rosarote Brille ab und überlege, wie er sozialisiert ist und, ob er seine Angewohnheiten wirklich dauerhaft zu ändern bereit ist und dies aufgrund seiner Erziehung, seinem Familien-/Menschenbild, Prägung etc. überhaupt könnte. Und wie stellst du dir dein Leben mit ihm in zehn Jahren vor, welche Rolle sollte da für Dich ein Mann haben - könnte er dem gerecht werden?

Für mich war meine Erkrankung auch eine Art Lakmustest, wer hat mich ernst genommen, von wem musste/wollte ich mich verabschieden?

Ich wünsche dir alles Gute, du schaffst das!
 

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22. Januar um 13:15
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Ich kann dich sehr gut verstehen, denn ich habe eine Unterfunktion und ebenfalls viele Nebenerscheinungen.

Mein erster Tipp: Suche dir unbedingt jemanden, der auf diese Erkrankung spezialisiert (!) ist! Zwischen „normalen“ Internisten, Hausärzten, etc. Und jemandem, der nur Schilddrüsen behandelt, liegen qualitativ Welten.
 
Mein zweiter Tipp: Mach es schriftlich, schreibe dir Listen mit „Wie soll mein Traummann im Idealfall sein“, „Was mag ich / mag ich nicht an ihm“, „Was war er bereit zu verändern, was nicht“ und vieles mehr. Dann erhältst du ein sachlicheres Bild von dem, was DU (!) möchtest.

Mein dritter Tipp: Lege einmal die rosarote Brille ab und überlege, wie er sozialisiert ist und, ob er seine Angewohnheiten wirklich dauerhaft zu ändern bereit ist und dies aufgrund seiner Erziehung, seinem Familien-/Menschenbild, Prägung etc. überhaupt könnte. Und wie stellst du dir dein Leben mit ihm in zehn Jahren vor, welche Rolle sollte da für Dich ein Mann haben - könnte er dem gerecht werden?

Für mich war meine Erkrankung auch eine Art Lakmustest, wer hat mich ernst genommen, von wem musste/wollte ich mich verabschieden?

Ich wünsche dir alles Gute, du schaffst das!
 

Danke dir für dein sachliches und gleichzeitig mutmachendes Kommentar!

1. Ich habe schon einen Arzt gewechselt, da der vorhergehnde mir nicht wirklich helfen konnte. Allerdings habe ich den Eindruck, dass man trotz der Behandlung das Meiste jedoch selbst machen muss (Ernährung, Lebensweise, Alternativmedizin..)

2. Das ist tatsächlich eine sehr gute Idee, dass nehme ich gleich heute in Angriff

3. ich habe diese Brille schon letztes Jahr endlich abgelegt und vieles ist klar geworden. Wir hatten auch eine Trennung gehabt und viele Versprechen sind gefallen, einige konnten eingehalten werden und einige leider eben nicht...

Es ist immer etwas erleichternd, wenn jemand ähnliches durchmachen musste
Danke

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22. Januar um 13:49
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Womöglich mutiert er dann zur Diva, wenn er mal einen Schnupfen hat und möchte dann besonders umsorgt werden?  

Nein da ist er zum Glück nicht so, er verharmlost dann immer seinen Zustand

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22. Januar um 13:53
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Hallo Allerseits,

ich möchte mir hier gerne etwas von der Seele schreiben, da ich in meinem Umfeld (noch) mit Niemanden bereit bin darüber zu reden....

Es geht um meine 10-jährige Beziehung zu meinem Verlobten.
Mein Verlobter ist in einem totalitären Umfeld aufgewachsen, wo der Mann vollständig das sagen hatte und die Mutter alles wirklich ALLES im Haus erledigt hatte, ohne wenn und aber und egal in welchem Zustand (Krankheiten..).
Mein Freund unterscheidet sich zwar von seiner Familie, hat aber trotzdem noch einige feste Überzeugungen und diese sind eben größtenteilig ziemlich egoistisch und patriarchialisch.

Ich muss im Haus alles erledigen, ab und zu hilft er mal (wenn er Zeit und Lust hat), aber verbindlich ist das nicht. Ich bin sozusagen der Geber in dieser Beziehung und helfe ihm nicht nur im Haushalt (sind erst vor paar Monaten zusammen gezogen) sondern bin auch eine psychologische und seelische Stütze und helfe wo ich nur kann.
Zurück kommt halt schon seit Jahren nichts, selbst wenn etwas mal nicht gemacht wird, geht er direkt in die Offensive und fängt an mich mit seiner Mutter zu vergleichen, wie gut sie das doch getan hätte... Beispielsweise hab ich nicht rechtzeitig seine Socken gewaschen...Ich raste bei sowas immer extrem schnell aus und explodiere und dann ist für ne gewisse Zeit eben Ruhe.

Seit ein paar Monaten wurde bei mir Morbus Basedow diagnostiziert, eine Autoimmunerkrankung, bei der der Leidtragende zwar fast keine Anzeichen hat (nach Außen), aber der Leidensdruck und Ängste sind groß...
Man sollte auch weitesgehend Stress vermeiden und körperliche Aktivitäten sind schon fast unmöglich geworden.
Er hat sich kaum dafür interessiert, hat sich nur super oberflächlich und nur in meiner Anwesenheit kurz belesen und kurz auf besorgt getan und mir Unterstützung in jeglicher Art versprochen. Aber man fühlt, dass die Person sich nicht wirklich Sorgen macht und alles sehr oberflächlich ist.
Jedenfalls - wie Ihr es euch schon denken könnt - kam natürlich nichts von dieser Unterstützung. Ich mache mit sehr viel Mühe den gesamten HH und werde nicht mal gefragt, wie es mir dabei geht oder obs anstrengend war. Schlimmer, er kann noch nicht mal respektshalber sein Bett aufräumen und seinen Teller weg bringen. Spricht man ihn darauf an kommen Verurteilungen wie "du bist keine Frau" oder "Meine Mutter würde sowas nie sagen"..

Ich liebe ihn, aber ich merke seit der Erkrankung noch mehr, wie sehr ich Verständnis, Führsorge und eine Stütze brauche...

Liebe Grüße

Liebe TE,

leider bist du mit einem Partner zusammen, der ein ganz anderes Frauenbild hat. Die Frau hat alles zu tun und soll sich am besten gar nicht beschweren. Das hat in seinem Elternhaus er so vorgelebt bekommen. Die Vergleiche mit seiner Mutter und auch die Aussagen, wie "Du bist keine Frau" zeigen ganz deutlich, dass sich diese Ansichten bei ihm gefestigt haben. Frauen haben zu funktionieren. Sie haben nicht den gleichen Stellenwert wie die Männer. Eine Partnerschaft auf Augenhöhe ist kaum möglich. Dafür müsste ein Umdenken bei ihm stattfinden. Die Erkenntnis, dass du ein Mensch mit eigenen Bedürfnisse bist, dass er auch für dich da sein muss und nicht nur du für ihn, wäre ein Anfang. Das wäre eine komplette Kehrtwende. Voraussetzung dafür wäre, dass er Respekt vor dir als Mensch hat.

Doch selbst Männer mit diesem kulturellen Hintergrund können Mitgefühl mit anderen, auch mit der eigenen Partnerin empfinden. Sie interessieren sich auch für die eigene Partnerin und wollen, dass es ihr gut geht. Und sind auch bereit, dafür etwas zu tun.

Dass er jedoch wenig bis gar kein Interesse an deinem Befinden und deiner Krankheit zeigt, hat mit seinem Frauenbild nur teilweise zu tun. Dies zeugt eher von fehlender Fähigkeit zur Empathie. Es interessiert ihn anscheinend gar nicht wirklich, wie es dir geht, obwohl du eine ernst zu nehmende Erkrankung hast.

Diese Krankheit ist nicht nur eine schlimme körperlich Belastung für dich. Sie ist auch eine Chance, aus dieser Situation und seinem Verhalten die Konsequenzen zu ziehen und Entscheidungen für dich zu treffen.

Was ich an deiner Stelle tun würde?

Als erstes müsste ich umdenken und nicht ständig irgendwelche Erklärungen und Ausreden für meinen Partner suchen, warum er denn so handelt. Natürlich hat sein Verhalten Ursachen, wie der kulturelle Hintergrund und die Erziehung.
Das ist jedoch nicht der Punkt! Die wichtige Frage lautet:

Bin ich bereit, dies weiter mitzumachen?! Oder möchte ich eine ganz andere Beziehung mit einem Partner, der mich unterstützt, auch wenn es für ihn dann anstrengend wird.

Ich würde mich und meine Bedürfnisse mal an erste Stelle setzen! Ihn jetzt vor die Wahl stellen! Er muss sich entscheiden, ob er weiterhin eine Dienerin haben möchte oder einen Menschen mit Gefühlen und Bedürfnissen an seiner Seite.

Bliebe mein Partner bei diesem Verhalten, würde ich die Beziehung beenden, und zwar ein für allemal! Denn diese Ausnahmesituation hätte mir gezeigt, dass ich keine Unterstützung von meinem Partner bekomme, nicht mal wenn ich schwer krank bin.

Diese Entscheidung muss von dir vor allem mit dem Kopf getroffen werden. Natürlich sind da noch starke Gefühle, sonst wärst du nicht so lange mit ihm zusammen geblieben. Jedoch muss man manchmal gegen das Herz entscheiden, zu deinem eigenen Wohl!

Ich wünsche dir viel Kraft!
 

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22. Januar um 13:53
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Hallo Allerseits,

ich möchte mir hier gerne etwas von der Seele schreiben, da ich in meinem Umfeld (noch) mit Niemanden bereit bin darüber zu reden....

Es geht um meine 10-jährige Beziehung zu meinem Verlobten.
Mein Verlobter ist in einem totalitären Umfeld aufgewachsen, wo der Mann vollständig das sagen hatte und die Mutter alles wirklich ALLES im Haus erledigt hatte, ohne wenn und aber und egal in welchem Zustand (Krankheiten..).
Mein Freund unterscheidet sich zwar von seiner Familie, hat aber trotzdem noch einige feste Überzeugungen und diese sind eben größtenteilig ziemlich egoistisch und patriarchialisch.

Ich muss im Haus alles erledigen, ab und zu hilft er mal (wenn er Zeit und Lust hat), aber verbindlich ist das nicht. Ich bin sozusagen der Geber in dieser Beziehung und helfe ihm nicht nur im Haushalt (sind erst vor paar Monaten zusammen gezogen) sondern bin auch eine psychologische und seelische Stütze und helfe wo ich nur kann.
Zurück kommt halt schon seit Jahren nichts, selbst wenn etwas mal nicht gemacht wird, geht er direkt in die Offensive und fängt an mich mit seiner Mutter zu vergleichen, wie gut sie das doch getan hätte... Beispielsweise hab ich nicht rechtzeitig seine Socken gewaschen...Ich raste bei sowas immer extrem schnell aus und explodiere und dann ist für ne gewisse Zeit eben Ruhe.

Seit ein paar Monaten wurde bei mir Morbus Basedow diagnostiziert, eine Autoimmunerkrankung, bei der der Leidtragende zwar fast keine Anzeichen hat (nach Außen), aber der Leidensdruck und Ängste sind groß...
Man sollte auch weitesgehend Stress vermeiden und körperliche Aktivitäten sind schon fast unmöglich geworden.
Er hat sich kaum dafür interessiert, hat sich nur super oberflächlich und nur in meiner Anwesenheit kurz belesen und kurz auf besorgt getan und mir Unterstützung in jeglicher Art versprochen. Aber man fühlt, dass die Person sich nicht wirklich Sorgen macht und alles sehr oberflächlich ist.
Jedenfalls - wie Ihr es euch schon denken könnt - kam natürlich nichts von dieser Unterstützung. Ich mache mit sehr viel Mühe den gesamten HH und werde nicht mal gefragt, wie es mir dabei geht oder obs anstrengend war. Schlimmer, er kann noch nicht mal respektshalber sein Bett aufräumen und seinen Teller weg bringen. Spricht man ihn darauf an kommen Verurteilungen wie "du bist keine Frau" oder "Meine Mutter würde sowas nie sagen"..

Ich liebe ihn, aber ich merke seit der Erkrankung noch mehr, wie sehr ich Verständnis, Führsorge und eine Stütze brauche...

Liebe Grüße

Hallo,

vielleicht ist es an der Zeit dir ein dickeres Fell anzuschaffen und nicht in die Luft zu gehen, wie eine Bombe, sobald er dich mit seiner Mutter vergleicht. Er hat hiermit für sich eine  richtig gute Strategie entwickelt, dass du die anfallenden Arbeiten doch erledigst. Es belastet dich scheinbar sehr, wenn er seine Mutter in einen direkten Vergleich mit dir und deinen hausfraulichen Qualitäten stellt. Für dich ist es optimal, wenn seine Mutter seine Socken so gut waschen kann. Bei der nächsten Gelegenheit überreichst du ihm den Beutel Schmutzwäsche mit den Worten...hier Schatz, für deine Mutter oder du musst selber waschen, ich bin nämlich krank und werde mich zukünftig schonen. 

Generell kann ich dir nur dazu raten, dich nicht mehr in dieser Weise von ihm provozieren zu lassen. Für dich ist der Rat ganz klar, ihm nicht mehr alles abzunehmen und klar zu kommunizieren, dass du das NICHT mehr tun wirst. Das wird ihm zuerst schwer ankommen, weil er nichts anderes gelernt hat. Wenn er schmollt, dann lass ihn die für ihn neue Situation erst einmal verdauen. Mit Widerstand wirst du rechnen müssen, bleibe ruhig und lasse dich nicht beeindrucken wenn er wie ein Gorilla-Männchen durch die Wohnung tobt. Lass ihn toben, geh baden und nehme ein gutes Buch mit, oder gehe spazieren. Nur knicke nicht ein und räume sein Zeug weg. 

Bleib sachlich und erkläre in ruhigem Ton, was du brauchst und dir von ihm wünscht. 

LG Sis

 

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22. Januar um 14:25

Erster Schritt, sei egoistischer und auch konsequenter. Denk an Dich und an das was Du brauchst und was Dir guttut. Wenn Tätigkeiten nur für ihn sind, lass sie bleiben, mach die Aufgaben die für Dich wichtig sind und lass erstmal die Gefallen sein.
Wenn er wieder mit den trotzigen Sprüchen kommt, "wenn es Dir bei ihr besser gefällt, geh zurück zu Deiner Mutter", Du könntest auf die harte Tour auf sein Du bist keine Frau auch kontern "bist Du Dir sicher, dass Du ein richtiger Mann bist?"
Es gibt genug Abstufungen zwischen sich sofort trennen und sich zu unterwerfen. Aber es gibt gelebte Emanzipation. Reduziere das cholerische sondern handle streng und konsequent

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22. Januar um 14:53

Liebe TE,

eine Beziehung soll einem in Summe gut tun
.
Hast Du das Gefühl diese Beziehung tut Dir gut?
Fühlst Du Dich geliebt?
Fühlst Du Dich respektiert?
Fühlst Du Dich angenommen?
Fühlst Du Dich unterstützt?
Gibt Dir das Zusammensein mit ihm Kraft?
Kannst Du Deine Ängste mit ihm teilen?
Fühlst Du Dich geborgen?
Trägt er Dich (mental), wenn Du mal nicht mehr kannst?

So sollte eine erfüllende Beziehung sein und genau so eine Beziehung verdienst Du.
Ganz ehrlich, glaubst Du dass das mit diesem Partner möglich sein wird?
Ohne das er sich um 180 Grad ändert?

Hast Du schon einmal versucht etwas an Dir selber zu ändern?
Wenn ja, kannst Du Dir vielleicht vorstellen, wie schwer bzw. unmöglich es ist, etwas an jemand anderem verändern zu wollen.

Es ist sicherlich nicht einfach, sich das alles vor Augen zu führen und ehrlich für sich zu beantworten. Aber eine Veränderung in Deiner Beziehung, passiert nur durch eine Änderung durch Dich. Es ist das einzige, worauf Du wirkich Einfluß hast.

Liebe Grüße und viel Kraft
 

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22. Januar um 17:11

Alleine der Spruch "Du bist keine Frau" lässt sehr tief blicken. In dem Satz steckt soviel Respektlosigkeit und mangelnde Liebe, dass ich wohl seine schmutzigen Socken nach ihn geworfen hätte 🤣

Neenee, er wurde so sozialisiert und aufgezogen, ändern wirst du ihn wohl nicht mehr und wenn, dann nie ganz. Schon gar nicht, wenn jemand so "Schwaches" wie du GEFÜHLE hast. Am Ende wird dir nix bleiben als deinen Standpunkt zu haben und den konsequent durchzusetzen. Entweder macht er mit - oder nicht.

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