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Egoismus oder Selbstverwirklichung?

15. Januar 2015 um 9:51 Letzte Antwort: 20. April 2015 um 17:01

Ich würde zu dem Thema mal gern eure Meinung hören, wie ihr das einschätzt. Ich wünsche mir ernstgemeinte Kritik, Beleidigungen oder Anfeindungen dürfen gern woanders losgelassen werden.

Ich bin jetzt mit meinem Freund knapp 3 Jahre zusammen. Er ist 29 und ich 26. Wir haben schon einige schwierige Phasen durchgestanden, da ich zeitweilig unter Depressionen leide und er auch eine psychische Störung hat wegen der er in Behandlung ist. Wir waren von Anfang an recht eng zusammengeschweißt und hängen bis heute viel aufeinander. Also wir verbringen die meiste Zeit nur zu zweit, unternehmen allerdings nicht viel. Wir wohnen bis jetzt nicht zusammen. Nun ist es so, dass ich schon länger merke, dass mir das so wie es läuft nicht gut tut. Ich habe das Gefühl ich muss mehr aus meinem Leben machen. Ich will besser zu mir selbst finden und neue Erfahrungen sammeln (z.B. neue Hobbies) Er dagegen dümpelt einfach so vor sich hin. Er ist jetzt schon eine ganze Weile arbeitslos, aber engagiert sich auch nicht wirklich dafür was zu ändern. Er kümmert sich auch wenig um sich selbst und erst recht nicht um alte Freunde. Jegliche Aktivität geht von mir aus und dann wird auch nur unter Protest mit gemacht. Sicher es liegt vieles an seinen psychischen Problemen. Aber ich habe das Gefühl er zieht mich da mit runter und dabei habe ich doch selbst schon genug Mühe ein vernünftiges Leben auf die Beine zu stellen.
Inzwischen denke ich schon gar nicht als WIR, wenn ich an die Zukunft denke, sondern eigentlich nur noch als ICH mit einen eventuellen ER.
Manchmal habe ich das Gefühl ich will das alles einfach nicht mehr, aber andererseits hab ich auch das Gefühl dass ich für ihn da sein muss.
Wäre es egoistisch, wenn ich gehe und ihn allein lasse, oder ist mein Wunsch nach Selbstverwirklichung etwas so elementares, dass man ihn nicht ignorieren darf.

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15. Januar 2015 um 10:04

Noch ein Schlüsselgedanke
Für mich war vor einigen Wochen ein Schlüsselmoment als ich plötzlich zu der Erkenntnis kam, dass ich (mit ihm) keine Kinder will.
Dabei hatte ich mir schon immer Kinder gewünscht und das auch möglichst nicht so spät. Ich wollte schon immer Mutter sein. Und auf einmal stellte ich fest, dass dieser Gedanke fast wie weggewischt war.
Das war eine sehr grausame Feststellung für mich. Und diesen Gedanken habe ich jetzt sehr oft, wenn ich ihn sehe. "Ich will keine Kinder mit dir!"

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15. Januar 2015 um 11:20

Genau so
fühlt sich das auch an.
Ich habe so schon selbst z.T. Probleme mich selbst zu motivieren und wenn ich dann schon mal den Mut/Antrieb/Motivation/Inspiration habe, etwas in die Hand zu nehmen und etwas zu ändern oder zumindest etwas zu unternehmen, dann werde ich permanent gebremst.
Wenn er sich dazu breitschlagen lässt mit mir wo hinzugehen, dann vermießt er mir das noch durch sein schlechte Laune. Wenn ich dann wieder frage, ob wir was unternehmen, kriege ich zur Antwort "Schon wieder?"...Es gibt für alles einen Grund, warum er dies oder jenes nicht machen will und wenn nicht werde ich auf unbestimmte Zeit vertröstet.

Und ich habe wirklich ein schlechtes Gewissen, weil ich immer denke ich müsste ja auch rücksichtsvoll ihm gegenüber sein, weil er z.T. ja auch nicht dafür kann. Er ist eben auch krank. Egal was ich plane ich überlege immer was dann mit ihm ist. Kommt er mit? Ist das überhaupt was für ihn? Wenn ich alleine gehe, was macht er dann? Ist traurig oder sauer, wenn ich was alleine mache? Ich habe eben das Gefühl, dass ich grad so der einzige positive Halt bin den er hat. Er sagt auch oft, dass es ihm viel besser geht seit der mich hat. Ich weiß nicht was mit ihm wird, wenn ich gehen würde. Aber das kann ja auch nicht meine Lebensaufgabe werden. Das will ich auch einfach nicht. Ich meine, wenn er wenigsten den Anschein machen würde, dass es irgendwann besser wird, wäre das ja aushaltbar. So sieht es aber nicht aus.

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16. Januar 2015 um 10:13

Was mich hält?
Genau dieser innere Konflikt, den ich hier schon dargestellt habe. Dass ich mich verantwortlich fühle, mich um ihn sorge, mich frage ob ich ihn allein lassen kann, das hält mich im Moment.
Du willst mir jetzt wieder das gewissenlose Monster einreden, das ich aber nicht bin. In dem Punkt habe ich mich egoistisch verhalten, mag sein. Aber zu einer Beziehung gehören eben auch noch viele andere Dinge und die machen es nicht einfach und lassen mich weiter zögern.

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16. Januar 2015 um 10:49

Du suchts lediglich Bestätigung, nicht wahr?
Grüß dich,

mir scheint, du hast deine Entscheidung bereits getroffen und suchst quasi nach Bestätigung und etwas Unterstützung, weil du dich schlecht dabei fühlst.
Als würdest du ihn im Stich lassen. Ist es nicht so?

Zunächst einmal: zwei kranke Seelen können sich nur bedingt helfen. Der Einbruch des Einen bedeutet zwangläufig das Auffangen durch den Anderen und das erscheint mir sehr schwierig.

So brutal es klingt und auch sein mag: letztlich ist jeder für sich selbst verantwortlich und aus deinem Beitrag lese ich heraus, du bist dir dessen sehr wohl bewusst.

Du musst dich trennen, da dein Partner keine Unterstützung sondern ein Klotz am Bein ist. Ja, auch das ist brutal.
Würdet ihr beide an einem Strang ziehen, wäre es etwas anderes: da könnte man einen Rückschritt durchaus mit Erkrankung erklären und einen neuen Schritt wagen. Doch ständig der Antrieb zu sein, ist schon in einer Beziehung mit gesunden Menschen eine Belastung.

Letztlich wird dir niemand ein Denkmal errichten, weil du deine Zufriedenheit und dein Leben opferst.

In diesem Sinne: kümmere du dich um dich selbst, mehr zählt nicht.
Wenn du erst mehr Lebensfreude entwickelst, Spaß an einem Hobby hast, neue Menschen kennenlernst und wirklich Spaß hast, wirst du sicher auch jemanden kennenlernen, mit dem du eine gesunde Beziehung führen kannst.

Dir alles erdenklich Gute,
Rullgardina

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18. Januar 2015 um 22:24

Heute
hatte ich einen wirklich angenehmen Tag das kommt nicht oft bei mir vor.
Ich habe vormittags angefangen meine Wohnung etwas in Ordnung zu bringen, habe angefangen umzuräumen (weil ich mir neues Möbel gekauft habe). Dann habe ich etwas gelesen, war duschen und dann 3 Stunden lang spazieren kreuz und quer bei uns durch die Gegend. Dann ein leckeres Stück Kuchen, mir selbst noch ein paar Freuden bereitet und die letzten Reste Weihnachtsdeko in Kartons verstaut.
Klingt nicht sehr aufregend, aber für mich wars schön, weil ich mich mal nur auschließlich alleine um mich selbst gekümmert hab und nichts anderes.
Dann kam mein schlecht gelaunter Freund, fängt an Abendessen zu kochen und verwüstet meine Küche und sitzt sich jetzt den Popo vor meinem Fernseher breit bis ich ihn freundlich darauf hinweise, dass ich jetz endlich mal ins Bett muss, weil ich morgen arbeite.

Also ein fast normaler Sonntag

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18. Januar 2015 um 23:40

@pacjam
Die Probleme hatte ich schon längst bevor ich das gemacht hab.

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18. Januar 2015 um 23:48

Weil es nichts bringt
Wenn ich mich aufrege, werde ich ständig als nörglerin hingestellt. Wenn ich sag er soll.das gefälligst wieder aufräumen, bin ich womöglich noch undankbar weil er ja gekocht hat. Wenn er dann "aufräumt" kann ich mich am ende sowieso nochmal selber hinstellen, weils nich ordentlich ist. Und wenn ich mich permanent über seine miese laune beschweren würde, würden wir uns auch gar nich mehr sehn.

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19. Januar 2015 um 19:59

Tolle Nachricht!
Heute hat er mir erzählt, dass er wohl endlich einen Job hat! Irgendwas mit Kundenbetreuung ist das. Im Februar ist erstmal Einarbeitung und Lehrgang und dann gehts los. So wirklich begeistert ist er im Moment noch nicht, aber egal. Hauptsache er kommt in die Gänge. Im Moment hat er noch viele Ängste, aber er sieht ein dass es auch nicht besser wird je länger er sich Zuhause versteckt. Irgendwie fällt mir jetzt schon en kleiner Stein vom Herzen.

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20. Januar 2015 um 11:38

Verlass ihn und zwar sofort
1) Du bist völlig negativ ihm und eurer Beziehung gegenüber eingestellt
-> Du wartest nur darauf das er dir den Tag versaut
2) Du holst dir Bestätigung bei anderen
-> Du bist sicher nicht der Mensch, der ihm halt geben kann und unterbewusst merkt er doch dass du nicht mehr auf ihn stehst und das Vertrauen Schaden genommen hat.
3) Du behandelst ihn als wärst du seine Mutter. Überleg mal was das mit einem jungen Mann macht, der drei Jahre älter ist. Würde mich auch wundern wenn sexuell noch viel bei euch läuft.

Mach Schluss (falls du den Mut dazu hast), er wird sich dann hoffentlich aufraffen.
Dazu musst du aber überwinden, dass du dann ALLEINE bist und das ist nicht leicht. Dann hast du genug Zeit für deine Selbstverwirklichung

Es gibt für jeden Menschen Partner die den anderen so verstehen wie er ist oder sich zumindest die Mühe machen. Wenn man viel erlebt hat und verliebt war ist das Ende nicht einfach, aber besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

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20. Januar 2015 um 13:12

Was meinst du?
?

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20. Januar 2015 um 13:34
In Antwort auf patti_12636385

Tolle Nachricht!
Heute hat er mir erzählt, dass er wohl endlich einen Job hat! Irgendwas mit Kundenbetreuung ist das. Im Februar ist erstmal Einarbeitung und Lehrgang und dann gehts los. So wirklich begeistert ist er im Moment noch nicht, aber egal. Hauptsache er kommt in die Gänge. Im Moment hat er noch viele Ängste, aber er sieht ein dass es auch nicht besser wird je länger er sich Zuhause versteckt. Irgendwie fällt mir jetzt schon en kleiner Stein vom Herzen.

Er hat einen Job in Aussicht
und was heißt das nun für dich?
Weitermachen?

Mir scheint, du hast hier keinen Rat gesucht, wolltest nur deinem Frust Luft machen. Das ist ok, allerdings solltest du das auch anfangs so formulieren.

Du führst im wahrsten Sinne des Wortes eine kranke Beziehung und hoffst unerbittlich, dies würde sich ändern. Das wird es nicht. Verschwende noch ein paar Jahre deines Lebens damit, bevor dir eines Tages bewusst wird, dass das, was du da tust, sinnlos ist. Manche Menschen müssen erst derb auf die Nase fallen, bevor sie ihr Handeln überdenken.

Viel Erfolg beim Ünglücklichsein,
Rullgardina

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20. Januar 2015 um 14:28
In Antwort auf an0N_1196652799z

Er hat einen Job in Aussicht
und was heißt das nun für dich?
Weitermachen?

Mir scheint, du hast hier keinen Rat gesucht, wolltest nur deinem Frust Luft machen. Das ist ok, allerdings solltest du das auch anfangs so formulieren.

Du führst im wahrsten Sinne des Wortes eine kranke Beziehung und hoffst unerbittlich, dies würde sich ändern. Das wird es nicht. Verschwende noch ein paar Jahre deines Lebens damit, bevor dir eines Tages bewusst wird, dass das, was du da tust, sinnlos ist. Manche Menschen müssen erst derb auf die Nase fallen, bevor sie ihr Handeln überdenken.

Viel Erfolg beim Ünglücklichsein,
Rullgardina

Nein,
ich tendiere eher dazu, dass es mir dieser Fakt, dass er bald Arbeit hat, leichter machen könnte zu gehen.

Ich denk da viel drüber nach, aber außer der Sorge um ihn ist da bei mir nich mehr viel da. Ein Fünkchen noch Angst vor Einsamkeit meinerseits, aber das krieg ich in den Griff.
Ich denke, wenn ich weiß, dass er wieder auf nen vernünftigen Weg zu steuert, dann kann ich besser loslassen.

Schließlich will ich ja gerade nicht noch länger unglücklich sein! und er solls auch nicht sein!

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20. Januar 2015 um 14:30

Das tut doch nix zu Sache
zumindest meiner Meinung nach.

Aber wenn ihr es für wichtig haltet. Da läuft zur Zeit nichts. Ist erstmal alles auf Eis gelegt.

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20. April 2015 um 11:58

ENDLICH !!!
Nach viiiiel zu langem zögern, hab ichs nun doch endlich gepackt und mich von ihm getrennt. das ist jetzt eine Woche her und es fühlt sich ganz gut und richtig an.

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20. April 2015 um 14:31

Hauptsächlich
hab ich jetzt mehr zeit für mich selbst

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20. April 2015 um 17:01


Ich denk das ist sowohl für ihn als auch für mich ein Gewinn.

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