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Durch Suizid vorbelastete Beziehung & kurz vor Affäre mit verheiratetem Mann

3. September 2012 um 17:56 Letzte Antwort: 4. September 2012 um 11:53

Hallo zusammen,

ich hätte gerne ein paar Meinungen von euch zu meiner Situation.

Seit 3,5 Jahren bin ich in einer leider nicht sehr einfachen Beziehung. Als mein Freund (38) und ich (32) uns kennen gelernt haben, war er noch in einer Beziehung (9 Jahre). Diese Beziehung hat er u.a. auch wegen mir beendet. Unsere Rosa-Wolken und Verliebtheistphase hat knapp 1 Woche gehalten da sich seine Ex-Freundin kurz nach der Trennung das Leben genommen hat. Leider hat sie auch noch alles so inszeniert dass er sich schuldig fühlen MUSS.

Dementsprechend war unsere Beziehung von Anfang sehr sehr hart und mehr ein Kampf als unbeschwert. Mich hat immer die Hoffnung über Wasser gehalten: "Wenn wir das schaffen dann schaffen wir alles" und "Es kann nur besser werden" und "Er wird wieder der Alte und so lustig und entspannt wie ich ihn kennengerlent habe, er braucht nur Zeit".
Und ja, einiges ist natürlich besser geworden, dass er seit 1 Jahr auch in der Öffentlichkeit zu mir stehen kann ohne Angst zu haben jmd könnte ihn dafür verurteilen dass er eine neue Freundin hat. Und er nimmt auch wieder aktiver am Leben teil, kann wieder lachen etc.
Nichtsdestotrotz hat ihn dieser Vorfall natürlich sehr stark geprägt, er versucht es in einer Therapie zu bewältigen aber kann bisher nicht einmal ihren Tod akzeptieren und wird natürlich von seinen Schuldgefühlen geplagt. Dieser innere Stress wirkt sich auf seine ganze Persönlichkeit und sein Umfeld aus. Soll heissen dass sein Frust urplötzlich wegen völlig belanglosen "Triggern" aus ihm rausbricht.

Als wenn das nicht schon belastend genug wäre haben wir 2 zwei in den verschiedensten Dingen sehr unterschiedliche Meinungen und sind beide auch rechte Sturköpfe. Soll heißen es kracht öfter mal und dann auch noch richtig. In den Streits geht es dann auch nie um das eigentliche Problem sondern nur um "wer hat Recht" "wer ist Schuld" und "wer ist das Opfer".
Dieses Kommunikationsproblem bekommen wir leider nicht in den Griff.

Trotzdem liebe ich ihn und kann mir sehr gut vorstellen ihn zu heiraten.

Nun habe ich aber vor 6 Monaten einen andern Mann (41 und verheiratet) kennen gelernt und seitem fast jeden Tag Kontakt mit ihm. Am Anfang waren es harmlose Emails. Wir haben uns auch ein paar Mal getroffen (MIttagessen, oder mal auf nen Kaffee) ohne das etwas passiert ist. Inzwischen steuern wir aber direkt auf eine Affäre zu. Es knistert gewaltig zwischen uns, wir haben sehr viele Gemeinsamkeiten und ähnliche Ansichten und die gemeinsame Zeit tut uns beiden sehr sehr gut.

Ich habe auch bereits versucht den Kontakt abzubrechen, halte es aber auch nicht "ohne ihn" aus .
Wir haben über die Situation auch schon gesprochen und auch was wir erwarten bzw. ob wir bereit sind unsere Beziehungen für "ein Spiel mit dem Feuer" zu riskieren.
Seine Antwort war "Ich genieße die Zeit mit dir ungemein (dann kamen x Komplimente) und über über den Rest, mögliche Konsequenzen mache ich mir jetzt keine Gedanken."

Mir ist diese Situation gerade einfach nur zu viel. In mir drinnen herrscht ein absolutes Gefühlschaos und ich komme mit meinen Emotionen nicht zurecht.
Ich stelle mir Fragen wie:
Kann es sein das ich meinen Freund liebe und mir trotzdem nichts mehr wünsche als in den Armen des anderen Mann aufzuwachen?
Rede ich mir einfach nur ein das ich den anderen toll, sexy finde, weil es mit ihm (noch) keine Proleme gibt?
Fühle ich mich zu ihm hingezogen weil er mir die Aufmerksamkeit geben kann für die mein Freund noch nicht bereit ist, weil er zu viele Baustellen hat?

Wann wird mein Freund soweit sein das Geschehene zumindest zu akzeptieren und zu verstehen dass ihn keine Schuld trägt?
Bin ich zu egoistisch weil ich mir eine "einfache" Beziehung wünsche?
Hat meine Beziehung überhaupt eine Zukunft?

Vielen Dank für eure Ideen hierzu bzw. Anregungen was ich tun könnte. Wie gesagt, momentan bin ich einfach nur mit allem überfordert...

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4. September 2012 um 9:25

Therapie

Eine Therapie hab ich ihm schon vorgeschlagen, allerdings hat er es bisher immer abgelehnt da er auf der einen Siete der Meinung ist, das wir unsere Kommunikationsprobleme in den Griff bekommen und dann sagt er auch noch, dass er ja schon wegen dem Suizid in Therapie geht. Noch eine braucht er nicht.

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4. September 2012 um 10:03

@ unischer001
Wie ich auch schon Lana7813 geantwortet habe, hab ich die Paartherapie bereits mehrfach vorgeschlagen. Soll ich meinen Freund dazu zwingen? Wie?

Und nein, bei meinem Freund war es am Anfang nicht so, dass es unbeschwert und ohne Probleme ablief!
Wie ich schon geschrieben habe, hatten wir eine ganze Woche voller Unbeschwertheit und OHNE Probleme. Denn dann kam der Suizid!!
Seitdem (3,5 Jahre) bin ich da für ihn, seine Stütze, die Person mit der er über seine Gefühle und seine Ex-Beziehung redet.
Es ist sicherlich schwer für jmd zu verstehen der nicht in so einer Situation war (ich wünsche es niemanden) aber mein Freund ist nicht der einzige der mit dem Suizid zu kämpfen hat.
Lieber unsicher001 Kannst du dir vorstellen wie es ist die Person die du liebst am Boden zerstört zu sehen, über 3,5 Jahre lang, hilflos zu sein - weil du wiesst du kannst NICHTS tun um das zu ändern? Zu sehen wie diese Person mit seinem eigenen Leben hadert und eigentlich nur darum kämpft irgendwie weiter zu leben?? Hast du eine Ahnung wie weh das tut??

Ja, du hast Recht dass ich nicht aufgeben will damit der Tod nicht "umsonst" war. Aber ist das nicht auch verständlich?

Zum Thema zurück stecken; Ich habe 2 Jahre lang NUR zurück gesteckt, habe damit gelebt dass ich ein Geheimnis war, dass er Probleme hatte mit mir zärtlich zu sein, das er mich nicht küssen konnte, das er nicht mit mir in den Urlaub fahren konnte, Ski fahren gehen etc. weil es ihn an seine Ex erinnert hat und sofort seine Schuldgefühle da waren.
Ich war verständnisvoll und habe mich absolut zurück genommen. Ich habe mit ihm über die Beziehugn mit seiner Ex gesprochen, habe versucht einfach nur zuzuhören, zu verstehen. Nach 2 Jahren Beziehung konnte er das erste Mal mit mir in der Öffentlichkeit Hand in Hand spazieren gehen!!!

Mir ist klar dass so ein Trauma nicht innerhalb von 3,5 Jahren verschwindet sondern einen ein Leben lang begleitet. Nur ist es meiner Meinung nach auch keine Lösung aus diesem Grund alles hinzunehmen und sich alles gefallen zu lassen.
Es ist 3,5 Jahre her, das seine Ex sich das Leben genommen hat, es mag sein dass es egoistisch ist, aber für mich geht das Leben einfach weiter. Und ich möchte auch nicht immer das Gefühl haben im Schatten seiner Ex-Freundin zu stehen weil sie sich das Leben genommen hat.

Außerdem ist es auch kein Freifahrtschein zu sagen: du hast etwas schlimmes erlebt und deshalb darfst du dir jetzt alles erlauben. Ich nehms einfach hin und diskutiere nicht mit dir sondern gebe dir immer recht.

Damit möchte ich nicht sagen, dass ich nie Streits provoziere: Ich bin ein Mensch - Streits gehören auch zu einer Beziehung dazu. Es ist aber auch eine Frage wie so etwas abläuft.
Und hier kann ich guten Gewissens sagen dass ich sehr oft versuche die Situation einfach nur zu entschärfen.
Aber eine Mutter Theresa bin ich nciht und ich kann auch nicht immer meine Emotionen unter Kontrolle halten. Kannst du das unsicher001?

Neuer Freund? Weil ich mich ein paar Mal mit ihm getroffen habe? Verurteilst du hier nicht ein wenig vorschnell?

Ich habe geschrieben dass ich aktuell emotional einfach überfordert bin! Das ich nicht weiss was ich tun soll. Das ich nicht weiss wie ich meine Gedanken und Emotionen einordnen soll!

Ich will nicht fremdgehen auch wenn ich es im Kopf sicher schon getan habe. Lieber unsicher001 hast du alle deine Gedanken, Emotionen, Träume und Phantasien unter Kontrolle? Kannst du alles steuern so das es moralisch "richtig" ist? Hast du bisher noch nie einen Fehler gemacht? Wenn dem so ist dann hätte ich gerne das "Rezept" von dir und du kannst gerne weiter deine Steine schmeissen!


Bitte lies meine Nachricht noch einmal und du wirst vielleicht verstehen, dass ich gerade versuche selber rauszufinden was das Problem ist und versuche die "richtige" Entscheidung zu treffen!

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4. September 2012 um 11:53

@unsicher001
deine Nachricht hat auf mich sehr verurteilend gewirkt, als hättest du von vornherein Partei ergriffen, weil ich eben solche Gedanken habe.

Ich habe auch nicht beabsichtig Mitleid zu bekommen weil ich bzw. mein Freund etwas Schlimmes erlebt hat oder mich als Einzige hinzustellen der etwas Schlimmes passiert ist. Wenn das so angekommen ist tut es mir leid.
Um es vielleicht klar zu stellen, ich bemitleider mich in keinster Weise selber. Jeder Mensch hat die Wahl Entscheidungen zu treffen - ich auch!
Habe die Situation beschrieben wie sie ist damit vielleicht auch meine Lage etwas verständlicher wird, bzw. was zur Zeit in mir vorgeht...

Die Idee mit dem Brief finde ich sehr gut und das werde ich ausprobieren.

Zum Thema Flucht, auch da hast du Recht.
Zum anderen wissen wir beide wo die Probleme liegen, wir sprechen da regelmäßig drüber nur leider finden wir keine Lösung wie wir es verbessern können, ganz besonders in Streits: haben hier auch schon versucht mit sogenannten "Codewörtern" zu arbeiten sobald wir auf einen Streit zusteuern. Ab und zu klappt es Mal aber eben nicht häufig genug.
Hast du hier vielleicht eine Idee?

Du schreibst dass du weisst wie es ist deine Gefühle zurück zu halten. Hast du nie das Gefühl dass es nur auf deine Kosten geht? Dass du immer zurückstecken musst und es eben nicht mehr ein Geben und Nehmen ist sondern eher nur ein Geben deinerseits?
Wie gehst du damit um wenn du dich zu unrecht beschuldigt fühlst oder ungerecht behandelt? Was tust du damit eben kein Streit entsteht?
Darf ich fragen was für eine psychische Krankheit deine Lebensgefährtin hat oder geht dir das zu weit?

Ich hoffe du versteht meine Fragen nicht als Vorwurf sondern ich möchte Anstöße bekommen was ich noch ändern kann.

Danke.

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