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Diskussion um die Elternzeit

3. März 2015 um 15:47

Hallo liebes Forum,

es gibt etwas, das mich im Moment ein wenig ärgert und das ist mein Mann. Wir sind beide Ende zwanzig, haben beide studiert und wir beide freuen uns darauf in naher Zukunft Kinder zu haben.
Schon vor einem halben Jahr hatten wir deswegen eine Diskussion, in der es um die erste Zeit nach der Geburt ging und zwar weil ich das Gefühl hatte, dass er einen großen Kinderwunsch hat, die ganze Versorgung aber mir überlassen will. Er versicherte mit, dass es keineswegs so sei. Wir haben es damals dabei belassen.

Nun kam das Thema erneut auf. Und zwar habe ich mir Gedanken gemacht und mein aktueller Plan nach der Geburt sieht so aus, dass ich zuerst ein halbes Jahr Zuhause bleibe, dann bleibt er das zweite halbe Jahr Zuhause, dann gehen wir beide auf 30h die Woche, so dass jeder einen Tag Zeit hat um sich um Kind und Haushalt zu kümmern (die restlichen 3 Tage kommt das Kind in die Krippe oder zum Opa, falls er dann schon in der Rente ist).
Davon hielt mein Mann gar nichts. Seine Begründung war, dass das bei einem Mann doch kein Arbeitgeber mitmacht und er dann gleich mit einer Kündigung rechnen kann. Bei Frauen seien Arbeitgeber toleranter.

Hm diese Reaktion fand ich nicht grade toll.

Außerdem ist es so, dass ich studiert habe um in meinem Traumberuf zu arbeiten. Ich bin noch nicht ganz fertig mit Studium, bewerbe mich aber schon auf verschiedene Stellen. Und die Wahrscheinlichkeit, dass ich tatsächlich an meinem Traumjob komme ist durchaus vorhanden. Diese Thematik, mit der ich mich befasse, die interessiert mich so sehr, dass ich dafür lebe! Er hingegen er mag seinen Job auch, interessiert sich auch sehr dafür. Aber so weit ich das beurteilen kann geht er lange nicht so sehr darin auf wie ich. Darüber hinaus ist es für ihn leichter an einen neuen Job zu kommen als für mich. Und er hat auch vorgestern wortwörtlich gesagt, dass für ihn der Job da ist um Geld zu verdienen und das sein Lebensinhalt eine Familie ist. Bei mir ist die Differenz nicht ganz so groß ich würde sogar sagen, dass (Traum)Job und Familie gleichrangig sind.

Das dumme ist: er wird immer mehr verdienen als ich. Im Jahr so um die 5.000 10.000 Euro. Das ist nicht wenig. Und das ist auch seine Begründung, weshalb ich Zuhause bleiben sollte und nicht er.

Und dennoch was bringt mir all das Geld, wenn ich nach der Elternzeit nicht wieder in den Traumjob zurückfinde?

Ich wollte einmal in die Runde fragen, was ihr davon haltet. Unterschätze ich das Thema Geld? Mit meinem Gehalt und seinem Elterngeld kommen wir doch auch locker auf 50.000. das reicht doch voll aus. Wir leben ziemlich bescheiden, brauchen nicht viel um glücklich zu sein.

Was meint ihr dazu? Habt ihr vielleicht eigene Erfahrungen?

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3. März 2015 um 15:54

Korrektur
Habe grade nachgeschaut, 50.000 werden es nicht sein - aber 45.000 auf jeden Fall.

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3. März 2015 um 15:56

Wenn
du keinen Kinderwunsch hast,lasst es bleiben.
Eine Mutter,die ihr Kind ständig abschiebt ist nicht gut für die Entwicklung eines Kindes.
Für dich hat Karriere Vorrang. Also lasst es dem Kind zuliebe.
Wenn er auf Kinder nicht verzichten möchte muss er sich eben eine Frau mit gleichen Vorstellungen suchen.

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3. März 2015 um 15:58
In Antwort auf truckerone

Wenn
du keinen Kinderwunsch hast,lasst es bleiben.
Eine Mutter,die ihr Kind ständig abschiebt ist nicht gut für die Entwicklung eines Kindes.
Für dich hat Karriere Vorrang. Also lasst es dem Kind zuliebe.
Wenn er auf Kinder nicht verzichten möchte muss er sich eben eine Frau mit gleichen Vorstellungen suchen.

Nein
Es ist gleichwertig. Ich möchte keinesfalls auf Kinder verzichten. Und Karriere ist mir egal - es geht mir darum in einem Job zu arbeiten, der mir Spaß bringt.

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3. März 2015 um 15:59
In Antwort auf amaraluni

Korrektur
Habe grade nachgeschaut, 50.000 werden es nicht sein - aber 45.000 auf jeden Fall.

Korrektur 2
Vergesst die Geldangaben - irgendwie werfe ich grade alles durcheinander

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3. März 2015 um 16:07

Das mit den Muttergefühlen
Ich glaube ich will weniger eine Einschätzung ob ungerecht oder nicht, sondern mehr... andere Gedanken, die ich noch nicht hatte - wie deiner mit den Muttergefühlen

Muttergefühle - das kann durchaus sein, dem will ich nicht widersprechen. Ich weiß sogar, dass ich ein überaus großes Verantwortungsfühl gegenüber meinen "Schutzbefoglenen" (Haustieren ^^) habe. Kann durchaus sein, dass du damit vollkommen Recht hast. Das kann ich noch nicht einschätzen

Aber zum anderen Argument, dass mein Mann todunglücklich zwischen den Windeln hockt: Was ist denn, wenn ich todünglücklich zwischen den Windeln hocke?
Mein Problem ist, dass ich halt beides will: Ich will für das Kind da sein aber ich will auch in meinem Job arbeiten. Und es geht mir nicht um Karriere und den ganzen Firefanz. Es geht einfach darum, dass ich mich weiter mit dem beschäftigen möchte, was ich so sehr liebe. Es geht auch nicht darum, dass ich gar nicht Zuhause bleiben will - ich habe nur einfach Sorge, dass ich später nicht zurückfinde.

Und du hast Recht damit, dass man so viel planen kann wie man will - am Ende kommt es doch anders. Aber dennoch fühle ich mich wohler, wenn ich einen Plan habe, den ich zur Not auch umwerfen kann.

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3. März 2015 um 16:45

Tja...
Klar diskutieren wird grade viel - willkommen wäre das Kind dennoch. Wir haben einen Neffen und den lieben wir abgöttisch. Immer wenn wir bei ihm waren wächst der Wunsch nach Kindern.

ich will halt beides. Ich will sehen wie das Kind aufwächst, will ihm alles beibringen und stolz beobachten, was es schon kann. Ich will verzweifeln, wenn es wieder total verdreckt irgendwo sitzt und skeptisch sein, wenn es schon wieder so grob mit der Katze umgeht und panisch werden, wenn es schon wieder die Stummelfinger dem Hund in die Nase schiebt

Aber irgendwann ist die Elternzeit vorbei und ich will wieder arbeiten - und zwar wieder in dem Bereich, der mir solchen Spaß bringt. Und dass ist nicht selbstverständlich, es gibt viel zu viele von uns. Im Moment habe ich das Glück über ein wenig Vitamin B zu verfügen.

Und Männer haben es doch auch verkraftet, wenn sie die erste Schritte verpasst haben.

Sechs Monate daheim bleiben - das könnte ich mir durchaus vorstellen. Aber länger - schwierig - wahrscheinlich würde ich auch einen Koller bekommen :P Ich würde mir halt wünschen, dass mein Mann dann einspringt. Und ganz ehrlich - ich hätte nicht gedacht, dass das eine solche Diskussion wird O.o Ich hätte gedacht, dass er einfach sagt: "Na klar, Schatz."

Ich muss grade an meinen Chef vom FÖJ denken - über den wurde gesagt, dass sein Landschaftspflegeverein sein Erstgeborenes wäre. Ich denke, dass trifft auch auf mich zu.

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3. März 2015 um 16:48

Diesendungmitderkatz - So hätte ich das auch gerne!
wer hat das Kind denn nach dem halben jahr versorgt?

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3. März 2015 um 17:15

Da..
...hätte ich nichts dagegen

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3. März 2015 um 17:47

Aber...
...das Kind versorgen - das kann er mindestens genauso gut wie ich

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3. März 2015 um 18:12

Jap
Übers Netz geht bei mir gar nicht - ich bin eher die im Dreck kriechende Freilandforscherin, die dann einen Sack voll Daten nach Hause schleppt und damit dann ordentlich rumjongliert.

Klar - nach einem Jahr geht es weiter. Aber wenn beide gewillt sind, dann bekommt man so etwas bestimmt hin. Ich will nicht alleine alle Verantwortung tragen - ich will auch ein wenig im Dreck herumkriechen dürfen

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3. März 2015 um 19:23

Dein Mann hat recht
wenn er mehr als die "üblichen" 2 Monate Elternzeit nimmt kann er seine Karriere vergessen. Die 2 können schon problematisch sein. All das worüber Frauen sich immer beschweren ist für Männer nochmal doppelt so arg. Da bekommt man(n) schonmal direkt gesagt, ok hier haben wir einen schönen Posten, gibt es aber nur wenn du keine Elternzeit nimmst - bei Frauen traut sich das kein Arbeitgeber (mehr).
Und die Idee mit beide 30h pro Woche ist ein guter Plan um beide Karrieren zu ruinieren.
Und reden wir hier von 50k brutto oder netto?

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3. März 2015 um 19:29

Leider
hat dein Mann gar nicht so unrecht. Auch wenn mittlerweile schon viel getan wurde, machen nicht viele Arbeitgeber gerne dabei mit, wenn der Mann auch Elternzeit nimmt. Viele Chefs sind immer noch der Ansicht, dass Elternzeit der Frau gehört und versperren dem Mann dann dadurch eventuelle Aufstiegschancen oder sagen ihnen gleich du brauchst gar nicht mehr wieder kommen. Auch Teilzeit Arbeit wird von vielen Chefs nicht gerne mit Männern vereinbart. Sehr traurig heutzutage, aber leider ist es noch so.
Ich kann dich verstehen, dass du natürlich auch in deinem Job wieder rein möchtest. Was mir aber nicht klar ist, wo der Unterschied zwischen 1/2 Jahr und 1 Jahr ist. Generell muss ja dann für dich ein Ersatz eingestellt werden und wie lange diese Person eingestellt wird tut ja nichts zur Sache.
Generell bin ich persönlich der Meinung, dass derjenige zu Hause bleibt, der weniger verdient. Weil ein Kind halt auch wirklich viel kostet und dann jeder Cent zählt. Aber da denkt jeder anders. Und letztendlich musst du mit ihm eine Lösung dafür finde und dich mit ihm arrangieren. Vielleicht ist ja auch eine Lösung dass er die 2 Partnermonate zumindest in Anspruch nimmt, denn so könnt ihr die Zahlung des Elterngeldes verlängre.
Ach ja, nur weil viele es nicht wissen Elterngeld wird für 1 Jahr gezahlt. Hier wird aber die Mutterschutzzeit mit angerechnet. Sind schon viele mit hingefallen weil dann auf einmal kein Elterngeld mehr kam und sie noch nicht wieder im Job waren. Nur zur Info nebenbei
Wie gesagt. Ihr müsst für euch eine Lösung finden, mit denen ihr beide leben könnt. Vielleicht kannst du ihn auch mal fragen was er denn bereit wäre für einen Kompromiss einzugehen.

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4. März 2015 um 9:49
In Antwort auf sunflower684

Leider
hat dein Mann gar nicht so unrecht. Auch wenn mittlerweile schon viel getan wurde, machen nicht viele Arbeitgeber gerne dabei mit, wenn der Mann auch Elternzeit nimmt. Viele Chefs sind immer noch der Ansicht, dass Elternzeit der Frau gehört und versperren dem Mann dann dadurch eventuelle Aufstiegschancen oder sagen ihnen gleich du brauchst gar nicht mehr wieder kommen. Auch Teilzeit Arbeit wird von vielen Chefs nicht gerne mit Männern vereinbart. Sehr traurig heutzutage, aber leider ist es noch so.
Ich kann dich verstehen, dass du natürlich auch in deinem Job wieder rein möchtest. Was mir aber nicht klar ist, wo der Unterschied zwischen 1/2 Jahr und 1 Jahr ist. Generell muss ja dann für dich ein Ersatz eingestellt werden und wie lange diese Person eingestellt wird tut ja nichts zur Sache.
Generell bin ich persönlich der Meinung, dass derjenige zu Hause bleibt, der weniger verdient. Weil ein Kind halt auch wirklich viel kostet und dann jeder Cent zählt. Aber da denkt jeder anders. Und letztendlich musst du mit ihm eine Lösung dafür finde und dich mit ihm arrangieren. Vielleicht ist ja auch eine Lösung dass er die 2 Partnermonate zumindest in Anspruch nimmt, denn so könnt ihr die Zahlung des Elterngeldes verlängre.
Ach ja, nur weil viele es nicht wissen Elterngeld wird für 1 Jahr gezahlt. Hier wird aber die Mutterschutzzeit mit angerechnet. Sind schon viele mit hingefallen weil dann auf einmal kein Elterngeld mehr kam und sie noch nicht wieder im Job waren. Nur zur Info nebenbei
Wie gesagt. Ihr müsst für euch eine Lösung finden, mit denen ihr beide leben könnt. Vielleicht kannst du ihn auch mal fragen was er denn bereit wäre für einen Kompromiss einzugehen.


Ich frage mich bei der TE, wieso sie so unbedingt ein Kind haben will, wenn sie nicht bereit, ihr Leben dafür umzukrempeln.

Vielleicht wäre es besser, wenn beide erstmal ihr Studium beenden, beide in dem Job arbeiten, der ihnen gefällt und DANN erst ein Kind zeugen?

Ich kann es absolut verstehen, wenn eine Frau mit Bildung & Karriere nicht als Hausfrau "versauern" will.

Aber Kinder bedeuten halt auch Einschränkungen und ich denke, wenn man nicht bereit ist, die in Kauf zu nehmen, sollte man es lieber gleich ganz lassen!

Ich rate der TE ganz dringend, erstmal NUR ihre Karriereziele zu verfolgen.
Um sich selbst zu verwirklichen.

Ich bin auch Ende 20, werde nächstes Jahr 30, und möchte aktuell noch keine Kinder.
Weil ein Baby einfach nicht zu unserem aktuellen Lebensstil passt und wir auch nicht gewillt sind, den zu ändern. Uns sind Fernreisen zB sehr wichtig.

Für uns wird die Zeit eines Tages kommen. Irgendwann werden wir das mit anderen Augen sehen.
Und falls nicht, ist es auch kein Drama; Manche brauchen keine Kinder zu ihrem Lebensglück.

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4. März 2015 um 13:16

Vielen Dank an alle,
... die bisher ihre Meinung zu dem Thema geäußert haben. Das ist auch meine Intention gewesen, als ich den Thread eröffnet habe mir die Meinungen anderer Menschen anzuhören, zu lesen was sie darüber denken.

Ich muss leider zugeben, dass ich nun ein wenig gefrustet bin. Denn wieso erwartet man von einer Frau, dass sie sich 100% für ein Kind aufgibt? Ich möchte auf jeden Fall Kinder haben, da besteht kein Zweifel dran. Aber ich möchte auch gleichzeitig den Weg weitergehen, den ich nun begonnen habe. Ich will doch nicht all das, für das ich die ganzen Jahre gearbeitet habe in den Müll werfen. Ich bin bereit mein Leben umzukrempeln und einen großen Teil davon meinen Kindern zu widmen. Aber nicht alles.
Ich meine ich habe vor einiger Zeit meinen Mann getroffen, wir haben beide füreinander unser Leben umgekrempelt. Es hat sich sehr viel verändert, auf einiges musste verzichtet werden, weil ein Tag nun einmal nicht unendlich viele Stunden hat. Man musste sich zwischen der Zeit mit dem anderen und der Zeit für seine sonstigen Aktivitäten entscheiden. Aber keiner von uns hat sich komplett aufgegeben. Jeder hat etwas behalten, das ihm wichtig ist. Und das ist auch wichtig und richtig so.
Natürlich ist ein Kind etwas total anderes, es fordert viel mehr und braucht uns auch viel mehr. Das Kind wir zum neuen Zentrum im Leben beider Eltern. Aber trotzdem will ich etwas von mir, den wirklich wichtigen Kern, behalten. Wofür habe ich denn sonst all die Jahre gelebt? Ist es denn nicht in Ordnung, dass man hier einen männlichen Blick hat? Männer wollen doch auch beides haben Kinder und Beruf. Und bekommen es. Wieso ist es nicht in Ordnung, dass ich das auch haben will? Wieso sagt man mir dann, dass ich dann gar keine Kinder haben sollte? Das erzählt man doch auch keinem Mann.

Im übrigen ist das Wort Karriere bei meinem Mann und mir ein absolutes Unwort. Wenn wir nur hören, dass jemand Karriere machen will, dann verdrehen wir bloß die Augen. Wir wollen keine Karriere, scheiß auf Karriere! Wir wollen beide eine gute Arbeit haben, die uns Spaß macht. Karriereleitern interessieren uns Null. Knick in der Karriereleiter - ein noch dümmerer Ausdruck. Ich will nicht nach oben, da interessiert mich nichts. Ich will nur einfach dabei bleiben.

Es geht mir auch nicht darum, dass ich für ein Kind kein Jahr oder so aufbringen WILL. Es geht viel mehr um die Zeit danach dass ich dann immer noch die Chance habe dort zu arbeiten, wo ich vor der Geburt gearbeitet habe. Nach Zwanzig Jahren winkt das Kind noch einmal zum Abschied und zieht dann aus. Und dann? Was ist dann mit mir? Ich werde auf jeden Fall voller Stolz beobachten, wie mein Kind hinauszieht und seinen eigenen Weg geht und seine Träume verwirklicht. Aber was ist dann mit meinem Traum? Was ist, wenn ich nach der Elternzeit nicht mehr zurückfinden konnte? Ich habe letztens ein Bild von mir mit 11 Jahren gesehen da hatte ich ein Poster in meinem Zimmer schon da hatte ich den Wunsch in diesem einen Bereich zu arbeiten. Es war ein Poster mit einem Eisvogel drauf und dem Text: Rettet unsere Vögel. Ich habe Umweltwissenschaften studiert um genau das zu tun: Die Umwelt zu schützen. Ich habe mich in den Bereich der Landschaftszerschneidung und der Wiedervernetzung eingearbeitet. Ich habe in meinen Abschlussarbeiten wissenschaftliche Studien durchgeführt, die Fragen zu dieser Thematik beantwortet haben. Und ich wünsche mir doch nicht mehr als weiterhin eines dieser kleinen Rädchen sein zu dürfen. Ein winzig kleines Rädchen, das hilft diesen Bereich weiter zu bringen. Ich muss nicht wichtig sein, die Maschinerie muss nicht gleich stillstehen, wenn ich nicht dabei bin. Aber ich möchte dennoch ein kleiner Teil davon sein, ein Teil der hilft es um eine winzige Winzigkeit weiter voran zu bringen.

Und trotzdem habe ich den Wunsch nach Kindern. Mein Leben wäre dann ebenso verschwendet, wenn ich keine Kinder hätte. Aber es wäre auch verschwendet, wenn ich nicht weiter im Bereich des Umweltschutzes arbeiten dürfte. Und es ärgert mich, macht mich richtig wütend, dass von mir erwartet wird mich für eines davon entscheiden zu müssen.

Bitte seht meinen kleinen Ausraster hier nicht als persönliche Affront gegen jemanden, der anderer Meinung ist. Es ist eher ein wütendes Fäusteschütteln gegen unsere Gesellschaft und der Ungerechtigkeit. Ich meinte letztens auch zu meinem Mann, dass ich mir eher einen Sohn wünsche denn es würde mir vermutlich das Herz brechen, wenn ich meine Tochter in dem gleichem Dilemma sehen würde, vor dem ich gerade stehe.
Ihr habt ja vermutlich in allem Recht, was ihr schreibt Muttergefühle, Rauswurf der Männer bei Elternzeit, Kinder die mehr Aufmerksamkeit erfordern als geplant, etc.

Trotzdem empfinde ich es als unfair aber es gibt noch viel mehr und viel schlimmere Ungerechtigkeit in der Welt als mein kleines aber dennoch unwesentliches Dilemma. Erste-Welt-Problem nennt man so etwas, wenn ich mich nicht täusche.
Und trotzdem bin ich nicht bereit das mit einem Schulterzucken hinzunehmen. Ich bin eher der Mensch, der wütend die Fäuste ballt und es dennoch versucht. Einfach wird das bestimmt alles nicht aber ich habe schon immer nach dem Spruch gelebt: Wer kämpft kann verlieren, doch wer nicht kämpft, der hat schon verloren. Vielleicht werde ich scheitern, aber zumindest habe ich es dann versucht.

Und für alle, die jetzt schon wieder schreiben wollen, dass ich dann doch bitte auf ein Kind verzichten sollte: Letztendlich kommt das Kind immer an erster Stelle. Wenn mein Kind mich braucht, dann werde ich immer alles stehen und liegen lassen. Den Ranzen werde ich ihm dennoch nicht bis ins Klassenzimmer tragen dafür braucht es mich nicht.

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4. März 2015 um 14:03
In Antwort auf amaraluni

Vielen Dank an alle,
... die bisher ihre Meinung zu dem Thema geäußert haben. Das ist auch meine Intention gewesen, als ich den Thread eröffnet habe mir die Meinungen anderer Menschen anzuhören, zu lesen was sie darüber denken.

Ich muss leider zugeben, dass ich nun ein wenig gefrustet bin. Denn wieso erwartet man von einer Frau, dass sie sich 100% für ein Kind aufgibt? Ich möchte auf jeden Fall Kinder haben, da besteht kein Zweifel dran. Aber ich möchte auch gleichzeitig den Weg weitergehen, den ich nun begonnen habe. Ich will doch nicht all das, für das ich die ganzen Jahre gearbeitet habe in den Müll werfen. Ich bin bereit mein Leben umzukrempeln und einen großen Teil davon meinen Kindern zu widmen. Aber nicht alles.
Ich meine ich habe vor einiger Zeit meinen Mann getroffen, wir haben beide füreinander unser Leben umgekrempelt. Es hat sich sehr viel verändert, auf einiges musste verzichtet werden, weil ein Tag nun einmal nicht unendlich viele Stunden hat. Man musste sich zwischen der Zeit mit dem anderen und der Zeit für seine sonstigen Aktivitäten entscheiden. Aber keiner von uns hat sich komplett aufgegeben. Jeder hat etwas behalten, das ihm wichtig ist. Und das ist auch wichtig und richtig so.
Natürlich ist ein Kind etwas total anderes, es fordert viel mehr und braucht uns auch viel mehr. Das Kind wir zum neuen Zentrum im Leben beider Eltern. Aber trotzdem will ich etwas von mir, den wirklich wichtigen Kern, behalten. Wofür habe ich denn sonst all die Jahre gelebt? Ist es denn nicht in Ordnung, dass man hier einen männlichen Blick hat? Männer wollen doch auch beides haben Kinder und Beruf. Und bekommen es. Wieso ist es nicht in Ordnung, dass ich das auch haben will? Wieso sagt man mir dann, dass ich dann gar keine Kinder haben sollte? Das erzählt man doch auch keinem Mann.

Im übrigen ist das Wort Karriere bei meinem Mann und mir ein absolutes Unwort. Wenn wir nur hören, dass jemand Karriere machen will, dann verdrehen wir bloß die Augen. Wir wollen keine Karriere, scheiß auf Karriere! Wir wollen beide eine gute Arbeit haben, die uns Spaß macht. Karriereleitern interessieren uns Null. Knick in der Karriereleiter - ein noch dümmerer Ausdruck. Ich will nicht nach oben, da interessiert mich nichts. Ich will nur einfach dabei bleiben.

Es geht mir auch nicht darum, dass ich für ein Kind kein Jahr oder so aufbringen WILL. Es geht viel mehr um die Zeit danach dass ich dann immer noch die Chance habe dort zu arbeiten, wo ich vor der Geburt gearbeitet habe. Nach Zwanzig Jahren winkt das Kind noch einmal zum Abschied und zieht dann aus. Und dann? Was ist dann mit mir? Ich werde auf jeden Fall voller Stolz beobachten, wie mein Kind hinauszieht und seinen eigenen Weg geht und seine Träume verwirklicht. Aber was ist dann mit meinem Traum? Was ist, wenn ich nach der Elternzeit nicht mehr zurückfinden konnte? Ich habe letztens ein Bild von mir mit 11 Jahren gesehen da hatte ich ein Poster in meinem Zimmer schon da hatte ich den Wunsch in diesem einen Bereich zu arbeiten. Es war ein Poster mit einem Eisvogel drauf und dem Text: Rettet unsere Vögel. Ich habe Umweltwissenschaften studiert um genau das zu tun: Die Umwelt zu schützen. Ich habe mich in den Bereich der Landschaftszerschneidung und der Wiedervernetzung eingearbeitet. Ich habe in meinen Abschlussarbeiten wissenschaftliche Studien durchgeführt, die Fragen zu dieser Thematik beantwortet haben. Und ich wünsche mir doch nicht mehr als weiterhin eines dieser kleinen Rädchen sein zu dürfen. Ein winzig kleines Rädchen, das hilft diesen Bereich weiter zu bringen. Ich muss nicht wichtig sein, die Maschinerie muss nicht gleich stillstehen, wenn ich nicht dabei bin. Aber ich möchte dennoch ein kleiner Teil davon sein, ein Teil der hilft es um eine winzige Winzigkeit weiter voran zu bringen.

Und trotzdem habe ich den Wunsch nach Kindern. Mein Leben wäre dann ebenso verschwendet, wenn ich keine Kinder hätte. Aber es wäre auch verschwendet, wenn ich nicht weiter im Bereich des Umweltschutzes arbeiten dürfte. Und es ärgert mich, macht mich richtig wütend, dass von mir erwartet wird mich für eines davon entscheiden zu müssen.

Bitte seht meinen kleinen Ausraster hier nicht als persönliche Affront gegen jemanden, der anderer Meinung ist. Es ist eher ein wütendes Fäusteschütteln gegen unsere Gesellschaft und der Ungerechtigkeit. Ich meinte letztens auch zu meinem Mann, dass ich mir eher einen Sohn wünsche denn es würde mir vermutlich das Herz brechen, wenn ich meine Tochter in dem gleichem Dilemma sehen würde, vor dem ich gerade stehe.
Ihr habt ja vermutlich in allem Recht, was ihr schreibt Muttergefühle, Rauswurf der Männer bei Elternzeit, Kinder die mehr Aufmerksamkeit erfordern als geplant, etc.

Trotzdem empfinde ich es als unfair aber es gibt noch viel mehr und viel schlimmere Ungerechtigkeit in der Welt als mein kleines aber dennoch unwesentliches Dilemma. Erste-Welt-Problem nennt man so etwas, wenn ich mich nicht täusche.
Und trotzdem bin ich nicht bereit das mit einem Schulterzucken hinzunehmen. Ich bin eher der Mensch, der wütend die Fäuste ballt und es dennoch versucht. Einfach wird das bestimmt alles nicht aber ich habe schon immer nach dem Spruch gelebt: Wer kämpft kann verlieren, doch wer nicht kämpft, der hat schon verloren. Vielleicht werde ich scheitern, aber zumindest habe ich es dann versucht.

Und für alle, die jetzt schon wieder schreiben wollen, dass ich dann doch bitte auf ein Kind verzichten sollte: Letztendlich kommt das Kind immer an erster Stelle. Wenn mein Kind mich braucht, dann werde ich immer alles stehen und liegen lassen. Den Ranzen werde ich ihm dennoch nicht bis ins Klassenzimmer tragen dafür braucht es mich nicht.

Ich kann deinen Standpunkt schon verstehen
und finde ihn auch akzeptabel.
Ich kann auch dein persönliches Dilemma verstehen und deine Wut darüber, dass man von Frauen automatisch erwartet, dass sie "zurückstecken" und verzichten auf berufliche Erfüllung. Ich finde es gut, dass du sagst, dass dein Kind an erster Stelle stehen wird. So sollte es auch sein! Aber meinst du nicht, dass gerade auch die erste Zeit so kostbar ist, wenn dein Kind noch so klein ist, und alles ist so neu, dass du diese voll auskosten möchtest? Mir würde es so gehen denke ich. Ich finde es auch zu früh ein Kind mit einem Jahr in die Krippe zu geben aber dazu gibts unterschiedliche Meinungen. Für mich persönlich wäre es kein Zurückstecken oder Verzicht gegenüber meinem Partner in der ersten zeit zuhause zu bleiben und mich nur um mein Kind und den Haushalt zu kümmern. Ich finde es ist eher ein geschenk und andersherum würde ich es nicht wollen. Aber auch ich würde später wieder ins Berufsleben zurück wollen, aus ähnlichen wie von dir genannten Gründen.
Letztendlich müsst ihr zusammen einen Kompromiss finden.
Vielleicht kannst du dich ja doch damit anfreunden, ein Jahr erst mal zuhause zu sein. Oder aber dein Mann nimmt doch seine Elternzeit und später bleibt er bei seinen 40 Stunden und du gehst nur 20 Stunden arbeiten? Ich meine mal ganz ehrlich, wenn du tief in dich hinein horchst... fühlt es sich für dich gut an, dass dein Kind mit gerade mal 1 Jahr alt ca. 7-8 Stunden woanders ist (ob bei Opa, Krippe oder sonst wo)? Ich finde das viel und ich denke man verpasst so viel, was man nie wieder zurück bekommt. Bei manchen Frauen geht es nicht anders, die müssen arbeiten gehen, weil sie alleinerziehend sind. Aber wenn dein Kind erst mal größer ist, Kindergarten, vor allem später Schule, da hast du so viel Zeit für dich selber und deinen beruflichen Weg. Ich hab wenig Erfahrung damit, mit wieder zurück in den Job, weil ich wohl in etwa an der gleichen Stelle stehe wie du, aber vielleicht informierst du dich noch mal, wie da die Chancen in deinem Bereich wirklich sind.

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4. März 2015 um 14:23

Schwierig!
Ganz unrecht hat Dein Mann nicht. Männer in Teilzeit gibt es leider nicht so oft und viele Arbeitgeber wären vielleicht erst mal "erschrocken"! Davon abgesehen sehen sich viele Männer eben noch als Ernährer und wollen sehr eifrig gerade dort ihre Rolle erfüllen.

Gut, dass Du Dir Gedanken gemacht hast. Ob sich Deine Pläne dann tatsächlich in die Tat umsetzen lassen, steht leider auf einem anderen Blatt. Die emotionale Komponente spielt da eine größere Rolle als Du vielleicht bisher glaubst. Ob in Deinem Ranking dann immer noch Familie und Beruf gleich auf liegen, weiß man noch nicht. Kann durchaus sein, aber halt auch eben nicht.
Der Spagat zwischen Beruf und Kind ist nicht immer leicht und Dein Gewissen wird sich hin und wieder zu Wort melden. Sei es wegen Deines Kindes, aber auch wegen Deiner Arbeit.
Kinder werden krank, Krippen haben zeitweise geschlossen. Du musst vielleicht Deine abrupt Arbeit ruhen lassen um das Kind abzuholen. (Und das bleibt für viele Jahr so!)
Mit sechs Monaten ist ein Baby wirklich noch sehr klein. Der Vater kann...er sollte das!!!!...ohne Probleme bewältigen können und wollen. Aber ob das so mit der Krippe und den Großeltern klappt...! Erst mal brauchst Du einen Platz und Geld kostet das auch. Oder der Opa sollte das auch wirklich wollen und dann auch IMMER Zeit haben.

Ich verstehe Deinen Wunsch und ich sehe das genauso: Väter sollten, wenn irgendwie möglich, keine gravierend andere Rolle spielen als die Mutter. Ich persönlich würde mich ungern finanziell abhängig machen und arbeite mit, weil ich das gern tue und mir in früheren Jahren die Voraussetzungen für einen gut bezahlten Job geschaffen habe, den ich (meistens) gern mache. Ich liebe ihn vielleicht nicht, das würde zu weit gehen , aber ich liebe die Situation so wie sie ist.

Mein Mann geht Vollzeit arbeiten, ich arbeite 30 h die Woche. Ich kann mir das gut einteilen, habe Gleitzeit und bisher habe ich immer alles gut unter einen Hut gebracht. Dass mein Mann weniger arbeitet war eigentlich kein Thema bei uns, und er ist froh, dass ich finanziell einen Beitrag leiste. Deshalb habe ich aber auch rechtzeitig klargestellt, was ich von ihm erwarte. Und zwar, dass er da ist, wenn er gebraucht wird. Klingt irgendwie selbstverständlich, ist es aber nicht immer.
Ich meine damit, dass wenn ich zwingend zur Arbeit muss, er zuhause ist, wenn Ferien sind oder der Kleine krank ist (Wobei bei Krankheit meist eben doch ich gefragt bin!). Dass er den Kleinen abholt oder in den Kindergarten bringt, wann immer es sein muss oder auch etwas mit ihm unternimmt - Im Idealfall unternehmen wir natürlich was zu dritt!
Er fängt morgens zeitig an (Das war seine Idee! Wir schlafen da noch.) um abends zeitig zuhause zu sein. Zum einen um mich "abzulösen", wenn ich mal etwas unternehmen oder mein Hobby ausüben will, die meiste Zeit aber einfach um Zeit mit der Familie verbringen zu können. Er fängt aber später an und managed morgens alles, wenn ich mal früher los muss.
Alles beruht natürlich auf Gegenseitigkeit. Auch ich halte ihm den Rücken frei, wann immer es notwendig ist. Zum Beispiel mache ich mehr im Haushalt, da ich etwas weniger arbeite (und ich ordentlicher bin ). Aber auch da hilft er mit.
Unser Kind ist übrigens tagsüber bis halb vier im Kindergarten. Er ging mit einem Jahr in die Krippe und mit zwei in den Kindergarten. Ich war ein Jahr zuhause. Er ist anschließend immer gern und meistens ohne Komplikationen dorthin gegangen.
Das ist vielleicht für manche recht lange, aber er hat jeden Tag den gleichen Ablauf und Rhythmus. Wecken musste ich ihn bisher auch recht selten. Liegt aber an meiner Arbeitszeit, die mir mein Arbeitgeber zum Glück ermöglicht hat!

Du siehst, es müssen viele Faktoren zusammen spielen, dass das alles klappt. Das Kind zuallererst, die Prioritätengleichheit der Partner, der Arbeitgeber, die Art der Arbeit, die verrichtet werden muss und deren Termineinhaltung, der Mann, die Zeiteinteilung, die Kommunikation, das Verständnis für die Wünsche beider Partner und das soziale Netzwerk (Großeltern, Babysitter, Freunde).

Dass Dein Mann sich so einfach aus der Affäre ziehen will, verstehe ich auch nicht, wo sein Kinderwunsch doch so ausgeprägt ist. Er ist dann Vater, nicht nur Erzeuger und ihm sollten Deine Wünsche wichtig sein. Ich würde jetzt mal spontan behaupten, dass die Situation schwierig werden könnte, wenn er jetzt schon so auf seinen Standpunkt beharrt.
Viele sind ja im Vorfeld sehr groß mit Worten, Kompromissen und Verständnis und hinterher sieht es ganz anders aus oder sie werden in ihrer Rolle total unglücklich. Aber bei euch scheint das ja schon am Anfang von beiden Seiten sehr starr zu sein: Er will nicht weniger und Du liebst Deinen Job zu sehr. Vielleicht sollte man - nicht böse gemeint - in euerm Fall die Kinderfrage gar nicht weiter stellen!

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4. März 2015 um 15:22
In Antwort auf vesta_12503867

Schwierig!
Ganz unrecht hat Dein Mann nicht. Männer in Teilzeit gibt es leider nicht so oft und viele Arbeitgeber wären vielleicht erst mal "erschrocken"! Davon abgesehen sehen sich viele Männer eben noch als Ernährer und wollen sehr eifrig gerade dort ihre Rolle erfüllen.

Gut, dass Du Dir Gedanken gemacht hast. Ob sich Deine Pläne dann tatsächlich in die Tat umsetzen lassen, steht leider auf einem anderen Blatt. Die emotionale Komponente spielt da eine größere Rolle als Du vielleicht bisher glaubst. Ob in Deinem Ranking dann immer noch Familie und Beruf gleich auf liegen, weiß man noch nicht. Kann durchaus sein, aber halt auch eben nicht.
Der Spagat zwischen Beruf und Kind ist nicht immer leicht und Dein Gewissen wird sich hin und wieder zu Wort melden. Sei es wegen Deines Kindes, aber auch wegen Deiner Arbeit.
Kinder werden krank, Krippen haben zeitweise geschlossen. Du musst vielleicht Deine abrupt Arbeit ruhen lassen um das Kind abzuholen. (Und das bleibt für viele Jahr so!)
Mit sechs Monaten ist ein Baby wirklich noch sehr klein. Der Vater kann...er sollte das!!!!...ohne Probleme bewältigen können und wollen. Aber ob das so mit der Krippe und den Großeltern klappt...! Erst mal brauchst Du einen Platz und Geld kostet das auch. Oder der Opa sollte das auch wirklich wollen und dann auch IMMER Zeit haben.

Ich verstehe Deinen Wunsch und ich sehe das genauso: Väter sollten, wenn irgendwie möglich, keine gravierend andere Rolle spielen als die Mutter. Ich persönlich würde mich ungern finanziell abhängig machen und arbeite mit, weil ich das gern tue und mir in früheren Jahren die Voraussetzungen für einen gut bezahlten Job geschaffen habe, den ich (meistens) gern mache. Ich liebe ihn vielleicht nicht, das würde zu weit gehen , aber ich liebe die Situation so wie sie ist.

Mein Mann geht Vollzeit arbeiten, ich arbeite 30 h die Woche. Ich kann mir das gut einteilen, habe Gleitzeit und bisher habe ich immer alles gut unter einen Hut gebracht. Dass mein Mann weniger arbeitet war eigentlich kein Thema bei uns, und er ist froh, dass ich finanziell einen Beitrag leiste. Deshalb habe ich aber auch rechtzeitig klargestellt, was ich von ihm erwarte. Und zwar, dass er da ist, wenn er gebraucht wird. Klingt irgendwie selbstverständlich, ist es aber nicht immer.
Ich meine damit, dass wenn ich zwingend zur Arbeit muss, er zuhause ist, wenn Ferien sind oder der Kleine krank ist (Wobei bei Krankheit meist eben doch ich gefragt bin!). Dass er den Kleinen abholt oder in den Kindergarten bringt, wann immer es sein muss oder auch etwas mit ihm unternimmt - Im Idealfall unternehmen wir natürlich was zu dritt!
Er fängt morgens zeitig an (Das war seine Idee! Wir schlafen da noch.) um abends zeitig zuhause zu sein. Zum einen um mich "abzulösen", wenn ich mal etwas unternehmen oder mein Hobby ausüben will, die meiste Zeit aber einfach um Zeit mit der Familie verbringen zu können. Er fängt aber später an und managed morgens alles, wenn ich mal früher los muss.
Alles beruht natürlich auf Gegenseitigkeit. Auch ich halte ihm den Rücken frei, wann immer es notwendig ist. Zum Beispiel mache ich mehr im Haushalt, da ich etwas weniger arbeite (und ich ordentlicher bin ). Aber auch da hilft er mit.
Unser Kind ist übrigens tagsüber bis halb vier im Kindergarten. Er ging mit einem Jahr in die Krippe und mit zwei in den Kindergarten. Ich war ein Jahr zuhause. Er ist anschließend immer gern und meistens ohne Komplikationen dorthin gegangen.
Das ist vielleicht für manche recht lange, aber er hat jeden Tag den gleichen Ablauf und Rhythmus. Wecken musste ich ihn bisher auch recht selten. Liegt aber an meiner Arbeitszeit, die mir mein Arbeitgeber zum Glück ermöglicht hat!

Du siehst, es müssen viele Faktoren zusammen spielen, dass das alles klappt. Das Kind zuallererst, die Prioritätengleichheit der Partner, der Arbeitgeber, die Art der Arbeit, die verrichtet werden muss und deren Termineinhaltung, der Mann, die Zeiteinteilung, die Kommunikation, das Verständnis für die Wünsche beider Partner und das soziale Netzwerk (Großeltern, Babysitter, Freunde).

Dass Dein Mann sich so einfach aus der Affäre ziehen will, verstehe ich auch nicht, wo sein Kinderwunsch doch so ausgeprägt ist. Er ist dann Vater, nicht nur Erzeuger und ihm sollten Deine Wünsche wichtig sein. Ich würde jetzt mal spontan behaupten, dass die Situation schwierig werden könnte, wenn er jetzt schon so auf seinen Standpunkt beharrt.
Viele sind ja im Vorfeld sehr groß mit Worten, Kompromissen und Verständnis und hinterher sieht es ganz anders aus oder sie werden in ihrer Rolle total unglücklich. Aber bei euch scheint das ja schon am Anfang von beiden Seiten sehr starr zu sein: Er will nicht weniger und Du liebst Deinen Job zu sehr. Vielleicht sollte man - nicht böse gemeint - in euerm Fall die Kinderfrage gar nicht weiter stellen!

Vielen Dank für deine ausführliche Antwort
Als erstes möchte ich sagen: Es sieht vielleicht nach sehr verhärteten Fronten aus, weil ich es nur aus meiner Sicht heraus mit ein wenig Wut im Bauch geschrieben habe. Dem ist bei weitem nicht so. Haben gestern zwischen Tür und Angel ein wenig darüber gesprochen und herumgewitzelt - ging auch mit um den Nachnamen des Kindes (haben beide den eigenen Nachnamen behalten). Vermutlich hatte ich meinen Mann einfach mit meinem "Plan" überfahren und er reagiert dann immer erst einmal abweisend. Nach ein wenig Nachdenken waren die Fronten nicht mehr so verhärtet. Ich denke meinem Mann war zuvor einfach nicht klar, dass ich den Job anders sehe als er - mehr als bloßes Geldverdienen. Eigentlich sind mein Mann und ich ein gutes Team mit viel Verständnis füreinander - aber auch zwei Dickköpfe, die erst einmal aneinander geraten, sich dann aber auch schnell wieder berappeln. Wir respektieren die Wünsche des anderes, können aber auch gerne auf stur schalten, wenn wir uns überfahren fühlen >.>

Das, was du von dir und deiner Familie beschrieben hast, dann wünsche ich mir auch. Klar - da müssen viele Sachen zusammen passen aber ich werde es dennoch versuchen - oder eher: wir werden es versuchen. Und es macht Hoffnung, dass andere es auch irgendwie hinbekommen. Ich glaube das "irgendwie" muss hierbei dick unterstrichen werden.

Und ob Kinder oder nicht ist für uns keine Frage - wir werden welche haben (wahrscheinlich ebensolche Dickköpfe wie wir - das wird ein Spaß ) Und mein Mann wird ein großartiger Vater sein, da habe ich nicht den geringsten Zweifel. In meiner Schilderung konnte ich ja nur einen winzigen Teil von ihm beschreiben. Und ich werde eine tolle Mutter sein. Wir sind beide nicht perfekt, wir werden beide Fehler machen. Aber ich denke, dass wir das, was ein Kind wirklich braucht, ihm auch geben können: Nämlich Liebe, Vertrauen und Interesse für sein Leben.

Und ich glaube dir aufs Wort, dass meine Prioritäten sich vermutlich verschieben werden. Aber ich bin auch überzeugt, dass ich meinen "Traum" auch nicht komplett aufgeben werde und es bereuen würde, wenn ich es nicht zumindest versucht habe.

Übrigens: Mein Vater meinte sogar, dass er sich schon auf die Enkelkinder freut und ich witzel schon länger, dass er endlich in Rente gehen soll, damit mein Mann und ich endlich mit dem Projekt Kind anfangen können
Und sowohl ich als auch mein Mann haben in unserer Kindheit sehr viel Zeit mit unseren Großeltern verbracht, weil unsere Eltern arbeiten waren. Als ich klein war, da war jahrelang das Gesicht meines Opas das erste, was ich morgens gesehen habe. Weder mir, noch meinem Mann hat es geschadet oder die Beziehung zu unseren Eltern verschlechtert. Im Gegenteil - wir hatten neben unseren Eltern noch mehr Personen, die uns geliebt haben. Und wenn meine Eltern Zuhause waren, dann wusste ich, dass nun ich im Mittelpunkt stehe. Ich habe mich niemals zurückgesetzt gefühlt. Deshalb glaube ich auch nicht, dass es ein "Abschieben" ist, wenn man ein Kind lange in der Krippe lässt - vorausgesetzt halt es ist im Mittelpunkt, wenn man nach Hause kommt. Ich kenne da sogar ein krasses Gegenbeispiel: Mutter ist Zuhause geblieben und der Vater war Frührentner - und keiner von beiden hatte Interesse für das Kind. Das war traurig anzusehen

Ich denke man muss dann halt auf andere Sachen verzichten, wenn man arbeiten geht - Hobbies beispielsweise oder solche Sachen wie Abends weggehen.

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4. März 2015 um 17:11
In Antwort auf amaraluni

Vielen Dank für deine ausführliche Antwort
Als erstes möchte ich sagen: Es sieht vielleicht nach sehr verhärteten Fronten aus, weil ich es nur aus meiner Sicht heraus mit ein wenig Wut im Bauch geschrieben habe. Dem ist bei weitem nicht so. Haben gestern zwischen Tür und Angel ein wenig darüber gesprochen und herumgewitzelt - ging auch mit um den Nachnamen des Kindes (haben beide den eigenen Nachnamen behalten). Vermutlich hatte ich meinen Mann einfach mit meinem "Plan" überfahren und er reagiert dann immer erst einmal abweisend. Nach ein wenig Nachdenken waren die Fronten nicht mehr so verhärtet. Ich denke meinem Mann war zuvor einfach nicht klar, dass ich den Job anders sehe als er - mehr als bloßes Geldverdienen. Eigentlich sind mein Mann und ich ein gutes Team mit viel Verständnis füreinander - aber auch zwei Dickköpfe, die erst einmal aneinander geraten, sich dann aber auch schnell wieder berappeln. Wir respektieren die Wünsche des anderes, können aber auch gerne auf stur schalten, wenn wir uns überfahren fühlen >.>

Das, was du von dir und deiner Familie beschrieben hast, dann wünsche ich mir auch. Klar - da müssen viele Sachen zusammen passen aber ich werde es dennoch versuchen - oder eher: wir werden es versuchen. Und es macht Hoffnung, dass andere es auch irgendwie hinbekommen. Ich glaube das "irgendwie" muss hierbei dick unterstrichen werden.

Und ob Kinder oder nicht ist für uns keine Frage - wir werden welche haben (wahrscheinlich ebensolche Dickköpfe wie wir - das wird ein Spaß ) Und mein Mann wird ein großartiger Vater sein, da habe ich nicht den geringsten Zweifel. In meiner Schilderung konnte ich ja nur einen winzigen Teil von ihm beschreiben. Und ich werde eine tolle Mutter sein. Wir sind beide nicht perfekt, wir werden beide Fehler machen. Aber ich denke, dass wir das, was ein Kind wirklich braucht, ihm auch geben können: Nämlich Liebe, Vertrauen und Interesse für sein Leben.

Und ich glaube dir aufs Wort, dass meine Prioritäten sich vermutlich verschieben werden. Aber ich bin auch überzeugt, dass ich meinen "Traum" auch nicht komplett aufgeben werde und es bereuen würde, wenn ich es nicht zumindest versucht habe.

Übrigens: Mein Vater meinte sogar, dass er sich schon auf die Enkelkinder freut und ich witzel schon länger, dass er endlich in Rente gehen soll, damit mein Mann und ich endlich mit dem Projekt Kind anfangen können
Und sowohl ich als auch mein Mann haben in unserer Kindheit sehr viel Zeit mit unseren Großeltern verbracht, weil unsere Eltern arbeiten waren. Als ich klein war, da war jahrelang das Gesicht meines Opas das erste, was ich morgens gesehen habe. Weder mir, noch meinem Mann hat es geschadet oder die Beziehung zu unseren Eltern verschlechtert. Im Gegenteil - wir hatten neben unseren Eltern noch mehr Personen, die uns geliebt haben. Und wenn meine Eltern Zuhause waren, dann wusste ich, dass nun ich im Mittelpunkt stehe. Ich habe mich niemals zurückgesetzt gefühlt. Deshalb glaube ich auch nicht, dass es ein "Abschieben" ist, wenn man ein Kind lange in der Krippe lässt - vorausgesetzt halt es ist im Mittelpunkt, wenn man nach Hause kommt. Ich kenne da sogar ein krasses Gegenbeispiel: Mutter ist Zuhause geblieben und der Vater war Frührentner - und keiner von beiden hatte Interesse für das Kind. Das war traurig anzusehen

Ich denke man muss dann halt auf andere Sachen verzichten, wenn man arbeiten geht - Hobbies beispielsweise oder solche Sachen wie Abends weggehen.

Ja, das stimmt!
Ich habe meine Hobbys zeitlich eingeschränkt und gehe weniger aus. Dadurch wird es aber wieder zu etwas besonderem.

Ich habe Dir so ausführlich geantwortet, weil es ein Thema ist, welches mir am Herzen liegt, da ich ja betroffen bin. Mein Sohn ist viereinhalb und es gibt immer wieder Zeiten, wo nicht alles so gut läuft, wie ich es oben beschrieben habe. Ich bin auch durch viele Phasen gegangen.
Du hast ja auch Recht. Als Mutter hat man immer das Gefühl sich irgendwie entscheiden zu müssen. Männer scheinen es leichter zu haben - vordergründig. Irgendwie scheinen sie sorgloser. Es scheint klar zu sein, wie es läuft oder eben manchmal auch nicht läuft. Auch kein Problem! Wird schon nicht so schlimm sein. Mein Mann sagte zu mir, als meine Elternzeit ablief und ich neu verhandeln musste, dass ich doch wieder in Vollzeit arbeiten könnte, wenn es gewünscht wird. Der Kleine wäre doch versorgt den ganzen Tag. Ich dachte, er sei irre geworden. Noch weniger Zeit, gemeinsame Aktivitäten beschränken sich aufs Wochenende, noch mehr Stress und er würde sicher seine Mama zeitlich mehr brauchen, als es dann der Fall wäre. Und wenn er mal in der Schule ist...! Was ist mit Hausaufgaben?
Oder bin ich zu verkopft? Ich weiß es nicht. Für meinen Mann war die Rechnung viel einfacher. Betreuung gebucht, passt zeitlich, fertig!!! Das ist wahrscheinlich der Unterschied zwischen Müttern und Vätern und warum eben doch mehr Mütter zuhause bleiben und Teilzeit arbeiten. Früher hab ich mich auch Sätze sagen hören wie: Das Kind hat auch einen Vater/Großeltern usw.! Oder wenn ich mal ein paar Termine habe, denke ich oft z.B.: Dann hab ich zwei Tage hintereinander kaum Zeit für den Junior. Der Vater dieses Kindes sieht das etwas lockerer, a là "ist jetzt eben so und danach ist es wieder anders"!

Es gibt Tage, da habe ich das Gefühl alles zu machen, aber nix davon richtig. Und es ist oft anstrengend. Aber meistens fühle ich mich gut und denke (fast?) alles richtig gemacht zu haben.

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7. März 2015 um 12:15

Also...
... ich würde mich an Deiner Stelle nicht auf weitere Diskussionen einlassen, sondern ihn vor vollendete Tatsachen stellen.
Als Paar solltet ihr gemeinsam an einem Strang ziehen und gemeinsam eine Lösung finden, die für beide in Ordnung ist. Dein Freund ist ganz offensichtlich - unter fadenscheinigen Ausreden - nicht bereit dazu.

Hat er denn bei seinem Arbeitgeber denn schonmal konkret nachgefragt, wie es mit seiner Elternzeit aussehen könnte? Hat er gefragt, ob es möglich wäre, Stunden zu reduzieren?

Für mich sieht es so aus, als hätte Dein Freund bislang nur sehr pauschal geantwortet auf diese Fragen, ohne überhaupt wirklich akzeptable Hintergrundinformationen zu haben. Und das würde ich ihm auch so sagen.

Und wenn er weiterhin dabei bleiben will, würde ich ihm sagen, dass die Sache mit dem Kind dann eben erstmal auf Eis gelegt wird, weil auch DU Dich jetzt erstmal um Deinen Beruf kümmerst und schauen musst, wie es da dann aussieht mit Elternzeit und den beruflichen Chancen danach. Wenn die nämlich dann gleich null sind, falls Du den Hauptteil der Kindererziehung übernehmen musst, wirst Du jemanden brauchen, der kompromissbereit ist und niemanden, der nur daran denkt, seine eigenen Schäfchen ins Trockene zu bringen. Genau das tut Dein Freund nämlich gerade!

Er sollte wissen, dass Du nicht dazu bereit bist, dass er seine Schäfchen auf Deine Kosten ins Trockene bringt oder gar das Recht zu verlangen hat, dass Du ihm dabei auch noch hilfst, während Deine Schäfchen im Nassen versauern!

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8. März 2015 um 6:25

Das hängt sicher viel von Branche und Arbeitgeber ab
aber von meinen Kollegen sind im letzten Jahr zwei Papa geworden, einer davon hat auch 1/2 Jahr Elternzeit genommen. Von unseren 3 Vorständen arbeiten 2 in einer Teilzeit als 4-Tage-Woche, um mehr Zeit für ihre Familien zu haben.
Von den Kolleginnen sind in den letzten 2 Jahren auch 2 Mama geworden, eine davon teilt sich auch mit ihrem Mann in die Elternzeit / Teilzeit.
Bei unseren Kunden habe ich das teilweise auch erlebt.

Ich könnte nicht sagen, dass einer der Herren irgendwelche erkennbaren Probleme damit gehabt hätte. Das Männer deswegen Probleme haben, "kenne" ich tatsächlich nur aus dem Fernsehen, nicht von Bekannten / Kollegen / ... Aus der Verwandtschaft hat es keiner probiert (da ist das ganz klar "Frauensache", bis zu der Frage, ob das Probleme mit dem Job gibt, würden die gar nicht erst kommen).

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