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Die Zweifel werden nicht weniger

21. März 2017 um 14:31 Letzte Antwort: 22. März 2017 um 10:01

Hallo Forum,

mich beschäftigt in letzter Zeit immer mehr die Frage, wie ich mit meiner Situation umgehen soll und wie ich weiter machen kann bzw. was ich will.

Kurze Vorgeschichte:
Meine Frau (wir sind jetzt seit 13 Jahren verheiratet und 20 Jahren zusammen) hat mir vor 3 Jahren eröffnet, dass sie keine Gefühle mehr hat und die Beziehung beenden möchte. Wir haben uns mit der Situation auseinander gesetzt und zunächst beschlossen, an der Beziehung zu arbeiten. Ich habe nach ein paar Wochen herausgefunden, dass sie in einen Arbeitskollegen verliebt ist und sich dieses Verliebtsein zu dem Zeitpunkt seit 6 Jahren entwickelt hat. Entsprochend betrogen habe ich mich gefühlt - auch wenn nichts sexuelles passiert ist, aber sie hat mir 6 Jahre lang etwas vorgespielt und war nicht ehrlich zu mir. Sie versuchte es zuerst sogar zu verleugnen.
Naja, es war eine harte Zeit, viele Gespräche und viel Streit. Wir haben sogar eine Paartherapie gemacht, da wir beide beschlossen hatten, die Beziehung doch weiterführen zu wollen und die Probleme aufzuarbeiten und daran zu wachsen. Nach einem Jahr habe ich festgestellt, dass sie immernoch an ihrem Arbeitskollegen hing und sogar noch erhoffte, dass sich mehr daraus entwickelt. An dem Punkt stellte ich sie vor die Konsequenzen die ich ziehe, wenn sie sich nicht ändert. Seit dem ist es Stück um Stück besser geworden.

Aber ich sprühre immer noch diesen Graben zwischen uns, die Zweifel die an mir nagen, weil sie nicht ehrlich zu mir war, selbst als ich sie direkt darauf angesprochen hatte. Sie hat auch nie eingestanden, einen Fehler gemacht zu haben oder es anzuerkennen, das sie mich hintergangen hat.

Ich weiß, ihre Gefühle für ihren Arbeitskollegen haben sich geändert, d.h. vielleicht eher hat sich für sie die Erkenntnis geändert, dass sich nichts daraus entwickeln wird - aber ich denke, sie hat immernoch Gefühle für ihn und fühlt sich zu ihm hingezogen. Auf meine Vorderung, sich von ihm fern zu halten und den Kontakt abzubrechen ist sie nie eingegangen - was inzwischen auch dadurch bedingt ist, da sie hin und wieder mit ihm Kontakt hat, da er der Chef ihres Chefs geworden ist.

Ich weiss nicht, wie groß ihr Interesse an mir ist, ich merke nur, dass wir uns gegenseitig in Ruhe lassen. Ich selber habe mein Leben dahin geändert, dass ich mehr auf mich selber achte und das tue, was mir gut tut und nicht ständig für Frau und Familie parat bin und mich zu allem bereit schlagen lasse.

So sind die Zweifel, die an mir Nagen, ob es denn langfristig einen Sinn ergibt - ausser für die beiden Kinder eine intakte Familie zu bieten - wenn ich diese Beziehung noch weiter lebe. Wird sich noch etwas ändern? Wie?

Auch haben wir sexuell andere Vorlieben und Bedürfnisse, bzw. Wünsche und so passen wir hier auch nicht wirklich gut zusammen, so dass ich meine Wünsche sehr oft unerfüllt fühle, wogegen ich ihre Wünsche und Bedürfnisse vollumfänglich erfülle, zumindest soweit sie mir davon erzählt.

Ich weiss, dass zu einer Beziehung mehr als nur die sexuelle Erfüllung gehört, aber Aufgrund meiner Zweifel an Ihren Beweggründen und ihrer Ehrlichkeit mir gegenüber weiß ich nicht, ob die Beziehung sonst erfüllend sein wird. Für sie wird ihre berufliche Weiterentwicklung aktuell wichtig, da es sich entsprechend entwickelt in ihrer Arbeit. Ich konnte meine Arbeit glücklicher Weise flexibilisieren, so dass ich ihr diese Entwicklung erst ermöglichen konnte, da sie nicht zu 100% für die Kinder und Haushalt da sein muss und entsprechend sich nach der Arbeit (Geschäftsreisen etc.) richten konnte. 

Ich habe jetzt 3 Jahre hart gekämpft für meine Familie und unsere Beziehung, doch spüre ich langsam meine Kräfte schwinden. Ich weiss nicht, wie lange ich das noch durchhalte und vor allem noch will.

Ich weiss auch garnicht, was ich für eine Frage an euch richten möchte, vielleicht geht es mir auch nur primär darum, es mir von der Seele zu schreiben um mich besser damit selbst beschäftigen zu können. Dennoch freu ich mich auf Reaktionen von euch, vielleicht gewinne ich hier den einen oder anderen neuen Impuls, der mich etwas voran bringt.

Gruß und danke fürs Lesen
Olaf

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21. März 2017 um 19:00

Hey, Olaf, liebst du deine Frau noch? Und glaubst du, dass sie dich trotz alledem noch liebt?

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21. März 2017 um 20:05

6 Jahre und da ist nichts "passiert"?
Ne, Junge, - das brauchst du nicht zu glauben oder sogar einzureden.
Deine Geduld sollte eigentlich schon längst am Ende sein!

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21. März 2017 um 20:20

ich finde es sehr bemerkenswert wie hier um die beziehung gekämpft wird. das ist super und besser als einfach wegzuwerfen. 
du beschreibst recht eindrücklich wie du dich fühlst, sodass ich es mir ganz gut vorstellen kann. auch super, dass du gelernt hast, mehr auf dich selbst zu achten.  somit hast du schon einmal was positives aus der ganzen sache für dich selbst gezogen. 
die fragen sind:
-liebst du sie noch?
-kämpft sie genauso stark wie du um die beziehung?
-wenn du die guten seiten der beziehung gegen die negativen aufwertest, wovon gibt es mehr aspekte? --> dabei auch auf DICH und DEINE gefühle achten, nicht nur was für die familie besser ist. 
-könnt ihr noch (gute) gespräche führen, offen und ehrlich über gefühle / die situation sprechen?

stell dir diese fragen. hab ein gespräch mit ihr. offenbare ihr deine gefühle und deine zweifel. 
Es gibt zu denken, dass sie sich nie fehler eingestanden hat und scheinbar noch an ihrem kollegen hängt. wie viel trägt sie zum bestehen der beziehung bei?
es macht den eindruck, als würdest du weitaus mehr tun. 

das nächste ist, selbst wenn die beziehung besteht und ohne übermäßig viel streit vonstatten geht, heißt das ja nicht, dass sie erfüllend ist. sexuell nicht und auch auf anderen ebenen nicht. ich denke du hast es nicht verdient den rest deines lebens in einer solchen beziehung zu leben. ich denke auch, deine kinder sind fast erwachsen? vielleicht ist es jetzt mal an der zeit, noch mehr auf dich zu achten und dich zu trennen. wenn die trennung halbwegs einvernehmlich machbar ist, sind deine kinder vielleicht auch glücklicher zu wissen, dass es eine neue chance für die eltern gibt, glücklich(er) zu werden? 
respekt, dass du mit all dem so lange zurecht kamst und das vordergründlich auch aus gründen der intakten familie. 
aber nun hör auf dich selbst. irgendwann muss man einen schlussstrich ziehen, auch wenn es hart ist. 

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21. März 2017 um 21:52
In Antwort auf olaf94

Hallo Forum,

mich beschäftigt in letzter Zeit immer mehr die Frage, wie ich mit meiner Situation umgehen soll und wie ich weiter machen kann bzw. was ich will.

Kurze Vorgeschichte:
Meine Frau (wir sind jetzt seit 13 Jahren verheiratet und 20 Jahren zusammen) hat mir vor 3 Jahren eröffnet, dass sie keine Gefühle mehr hat und die Beziehung beenden möchte. Wir haben uns mit der Situation auseinander gesetzt und zunächst beschlossen, an der Beziehung zu arbeiten. Ich habe nach ein paar Wochen herausgefunden, dass sie in einen Arbeitskollegen verliebt ist und sich dieses Verliebtsein zu dem Zeitpunkt seit 6 Jahren entwickelt hat. Entsprochend betrogen habe ich mich gefühlt - auch wenn nichts sexuelles passiert ist, aber sie hat mir 6 Jahre lang etwas vorgespielt und war nicht ehrlich zu mir. Sie versuchte es zuerst sogar zu verleugnen.
Naja, es war eine harte Zeit, viele Gespräche und viel Streit. Wir haben sogar eine Paartherapie gemacht, da wir beide beschlossen hatten, die Beziehung doch weiterführen zu wollen und die Probleme aufzuarbeiten und daran zu wachsen. Nach einem Jahr habe ich festgestellt, dass sie immernoch an ihrem Arbeitskollegen hing und sogar noch erhoffte, dass sich mehr daraus entwickelt. An dem Punkt stellte ich sie vor die Konsequenzen die ich ziehe, wenn sie sich nicht ändert. Seit dem ist es Stück um Stück besser geworden.

Aber ich sprühre immer noch diesen Graben zwischen uns, die Zweifel die an mir nagen, weil sie nicht ehrlich zu mir war, selbst als ich sie direkt darauf angesprochen hatte. Sie hat auch nie eingestanden, einen Fehler gemacht zu haben oder es anzuerkennen, das sie mich hintergangen hat.

Ich weiß, ihre Gefühle für ihren Arbeitskollegen haben sich geändert, d.h. vielleicht eher hat sich für sie die Erkenntnis geändert, dass sich nichts daraus entwickeln wird - aber ich denke, sie hat immernoch Gefühle für ihn und fühlt sich zu ihm hingezogen. Auf meine Vorderung, sich von ihm fern zu halten und den Kontakt abzubrechen ist sie nie eingegangen - was inzwischen auch dadurch bedingt ist, da sie hin und wieder mit ihm Kontakt hat, da er der Chef ihres Chefs geworden ist.

Ich weiss nicht, wie groß ihr Interesse an mir ist, ich merke nur, dass wir uns gegenseitig in Ruhe lassen. Ich selber habe mein Leben dahin geändert, dass ich mehr auf mich selber achte und das tue, was mir gut tut und nicht ständig für Frau und Familie parat bin und mich zu allem bereit schlagen lasse.

So sind die Zweifel, die an mir Nagen, ob es denn langfristig einen Sinn ergibt - ausser für die beiden Kinder eine intakte Familie zu bieten - wenn ich diese Beziehung noch weiter lebe. Wird sich noch etwas ändern? Wie?

Auch haben wir sexuell andere Vorlieben und Bedürfnisse, bzw. Wünsche und so passen wir hier auch nicht wirklich gut zusammen, so dass ich meine Wünsche sehr oft unerfüllt fühle, wogegen ich ihre Wünsche und Bedürfnisse vollumfänglich erfülle, zumindest soweit sie mir davon erzählt.

Ich weiss, dass zu einer Beziehung mehr als nur die sexuelle Erfüllung gehört, aber Aufgrund meiner Zweifel an Ihren Beweggründen und ihrer Ehrlichkeit mir gegenüber weiß ich nicht, ob die Beziehung sonst erfüllend sein wird. Für sie wird ihre berufliche Weiterentwicklung aktuell wichtig, da es sich entsprechend entwickelt in ihrer Arbeit. Ich konnte meine Arbeit glücklicher Weise flexibilisieren, so dass ich ihr diese Entwicklung erst ermöglichen konnte, da sie nicht zu 100% für die Kinder und Haushalt da sein muss und entsprechend sich nach der Arbeit (Geschäftsreisen etc.) richten konnte. 

Ich habe jetzt 3 Jahre hart gekämpft für meine Familie und unsere Beziehung, doch spüre ich langsam meine Kräfte schwinden. Ich weiss nicht, wie lange ich das noch durchhalte und vor allem noch will.

Ich weiss auch garnicht, was ich für eine Frage an euch richten möchte, vielleicht geht es mir auch nur primär darum, es mir von der Seele zu schreiben um mich besser damit selbst beschäftigen zu können. Dennoch freu ich mich auf Reaktionen von euch, vielleicht gewinne ich hier den einen oder anderen neuen Impuls, der mich etwas voran bringt.

Gruß und danke fürs Lesen
Olaf

wie bei ganz vielen Paaren ist eure Beziehung zueinander im laufe der Jahre eingeschlafen, jeder macht sein Ding und jetzt seit Ihr an dem Punkt wo man sich fragt macht das alles noch einen Sinn ?

Was genau ist denn vorgefallen mit dem Arbeitskollegen, wie du schreibst nichts sexuelles, was dann und wie hast du das herausgefunden ? 
Oder hat Sie dir gestanden, dass Sie seit 6 Jahren in Ihn verliebt ist und nur darauf wartet bis er sich Ihr annimmt ? 
Kann es sein, dass diese Annahme eher deiner Phantasie entspringt ?

Du schreibst dass deine Frau sich beruflich weiterentwickelt, und nur Du Ihr das ermöglicht hast. Ähmmm.....hat Sie irgendwo einen Vertrag unterschrieben, dass Ihr Platz im Heim und am Herd ist ? 
Es ist Ihr gutes Recht und deine Pflicht sie dabei zu unterstützen, wenn man eine harmonische Beziehung haben möchte. Sie ist dir nicht zu Dank verpflichtet !

Ich gebe Dir Recht dass jeder auch mal das machen sollte was ihm gut tut, die Betonung liegt auf mal. So wie du schreibst kommt es so rüber als würdest du jetzt ständig dein Ding machen. Wenn ja, dann ist sowieso alles zu scheitern verurteilt, kann nicht funktionieren!

So ....und nach 20 Jahren fällt dir jetzt ein, dass deine sexuellen Bedürfnisse nicht befriedigt werden ? Wohlgemerkt Deine, du machst alles super.

Ganz ehrlich ich denke Du bist das Problem nicht deine Frau. 
Du fühlst dich vernachlässigt weil Sie sich weiterentwickelt. 
In deinem ganzen Thread gibt es geht es nur um dich und wie übel man dir mitgespielt hat ..keinerlei Selbstreflexion ob Du vielleicht auch was verkehrt gemacht hast.

Wenn Du deine Ehe retten möchtest, dann denk eher mal daran was Du verändern könntest damit es wieder funktioniert anstelle die Schuld nur bei deiner Frau zu suchen.



 

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21. März 2017 um 23:19
In Antwort auf schmetterlingaufreisen

Hey, Olaf, liebst du deine Frau noch? Und glaubst du, dass sie dich trotz alledem noch liebt?

Hi Schmetterlinaufreisen,

die Frage stelle ich mir zur Zeit hin und wieder. Ich denke ja, denn sonst würde es mich nicht so tief runter ziehen, aber die Zweifel kommen und gehen. Sind die Zweifel da, dann falle ich in ein depressivähnliches Loch und dann spüre ich nichts mehr ausser das ich mich alleine fühle.

Das ist aber kein Dauerzustand, es gibt auch viele Momente wo es uns gut geht und wir als Familie was unternehmen und sich alles gut anfühlt und wir beide die Liebe spüren - naja zumindest ich spüre sie und sie sagt mir, dass sie es spürt.

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21. März 2017 um 23:29
In Antwort auf kate_11841971

6 Jahre und da ist nichts "passiert"?
Ne, Junge, - das brauchst du nicht zu glauben oder sogar einzureden.
Deine Geduld sollte eigentlich schon längst am Ende sein!

Nein, ich rede es mir nicht ein, sondern ich habe den Schriftverkehr zwischen ihr und ihrer Freundin (wohnt in Frankreich) entdeckt, über den ich die Geschichte überhaupt erst ans Tageslicht bringen konnte.
Und es sind schließlich wir beide gewesen, die zu dieser Entwicklung beigetragen haben - wann soll ich da die Grenze der Geduld erreichen?

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22. März 2017 um 0:08
In Antwort auf femanonym1

ich finde es sehr bemerkenswert wie hier um die beziehung gekämpft wird. das ist super und besser als einfach wegzuwerfen. 
du beschreibst recht eindrücklich wie du dich fühlst, sodass ich es mir ganz gut vorstellen kann. auch super, dass du gelernt hast, mehr auf dich selbst zu achten.  somit hast du schon einmal was positives aus der ganzen sache für dich selbst gezogen. 
die fragen sind:
-liebst du sie noch?
-kämpft sie genauso stark wie du um die beziehung?
-wenn du die guten seiten der beziehung gegen die negativen aufwertest, wovon gibt es mehr aspekte? --> dabei auch auf DICH und DEINE gefühle achten, nicht nur was für die familie besser ist. 
-könnt ihr noch (gute) gespräche führen, offen und ehrlich über gefühle / die situation sprechen?

stell dir diese fragen. hab ein gespräch mit ihr. offenbare ihr deine gefühle und deine zweifel. 
Es gibt zu denken, dass sie sich nie fehler eingestanden hat und scheinbar noch an ihrem kollegen hängt. wie viel trägt sie zum bestehen der beziehung bei?
es macht den eindruck, als würdest du weitaus mehr tun. 

das nächste ist, selbst wenn die beziehung besteht und ohne übermäßig viel streit vonstatten geht, heißt das ja nicht, dass sie erfüllend ist. sexuell nicht und auch auf anderen ebenen nicht. ich denke du hast es nicht verdient den rest deines lebens in einer solchen beziehung zu leben. ich denke auch, deine kinder sind fast erwachsen? vielleicht ist es jetzt mal an der zeit, noch mehr auf dich zu achten und dich zu trennen. wenn die trennung halbwegs einvernehmlich machbar ist, sind deine kinder vielleicht auch glücklicher zu wissen, dass es eine neue chance für die eltern gibt, glücklich(er) zu werden? 
respekt, dass du mit all dem so lange zurecht kamst und das vordergründlich auch aus gründen der intakten familie. 
aber nun hör auf dich selbst. irgendwann muss man einen schlussstrich ziehen, auch wenn es hart ist. 

Danke für deinen Zuspruch, das tut gut. Wenn ich für die Beziehung - die ich bewusst eingegangen und gewollt habe - nicht kämpfen würde - für welche denn dann? So viele Beziehungen werden einfach bei aufkommenden Problemen weggeworfen und bei der nächsten Beziehung kommt man bei den selben Problemen wieder an das Ende? Wo ist da die Entwicklung?

Liebe ich meine Frau noch? Oft ja, manchmal weiß ich es nicht und bin mir meiner Gefühle nicht sicher.

Kämpft sie genau so stark um die Beziehung wie ich? Ich sehe es ja hauptsächlich aus meiner Sichtweise und den Eindruck, den ich habe ist, dass ich mehr kämpfe. Sie selbst ist sicherlich überzeugt, dass sie mindestens genauso kämpft, wenn nicht sogar mehr. Ich kann nicht beurteilen, was in ihr vorgeht und welche kämpfe sie aussteht. Ihr fällt es schwer mit mir über "ihre Probleme" zu reden, obwohl ich ihr versucht habe klar zu machen, dass "ihre Probleme" durch unsere Krise auch zu "meine Probleme" geworden sind.

An dem Punkt welche Aspekte überwiegen knabber ich herum. Es gibt positive Aspekte und negative. Je nach Gemütslage treten die positiven oder die negativen in den Vordergrund. Bisher habe ich nicht die Ruhe gefunden hier mal eine Abwägung vorzunehmen - vielleicht habe ich auch Angst mich diesem Thema zu stellen?

Ja, sogar besser als vor unserer Krise. In den letzten drei Jahren haben wir enorm gelernt sachlich und konkret zu diskutieren oder Gespräche zu führen ohne in unsere typischen Verhaltensmustern (gegenseitige Schuldzuweisen und Fehlverhalten aufzuzählen) zu fallen oder beziehungsweise dieses festzustellen und uns aus diesem Muster heraus zu ziehen. Hier war die Therapie schon ein Gewinn. Nur bin ich mir der Ehrlichkeit nicht immer sicher, denn sie hat mir früher mehrfach bewiesen, dass sie mich belügen kann ohne dass ich es auf die Schnelle gemerkt habe.

Meine Mädels sind noch nicht erwachsen, die ältere 11 und die jüngere 6 - da haben sie noch viel vor sich bis sie flügge werden. Was haben die Kinder davon wenn wir uns trennen? Weniger Möglichkeiten - Kinder sind in der Regel immer die Verlierer. Sei es das finanzielle Polster oder - was ich wichtiger finde - die Zeit mit den Eltern das verlohren geht. Außerdem die die Wahrscheinlichkeit 50% (evtl. höher) das ich meine Kinder verliere und sie nicht mehr jeden Tag erleben kann.

Durch die Krise habe ich gelernt, mehr auf mich zu hören und ich gönne mir die Auszeiten um mich nur um mich zu kümmern (Hobby) und so wieder Kraft zu tanken. Natürlich bin ich nicht so egoistisch und gestehe meiner Frau die selben Möglichkeiten zu. Aber recht hast du, dass nur um sich selbst kümmern nicht die Erfüllung sein kann. Aber ich versuche dennoch dahin zu kommen, dass wir uns gegenseitig eine möglichst erfüllende Partnerschaft bieten können.

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22. März 2017 um 1:04
In Antwort auf probyn

wie bei ganz vielen Paaren ist eure Beziehung zueinander im laufe der Jahre eingeschlafen, jeder macht sein Ding und jetzt seit Ihr an dem Punkt wo man sich fragt macht das alles noch einen Sinn ?

Was genau ist denn vorgefallen mit dem Arbeitskollegen, wie du schreibst nichts sexuelles, was dann und wie hast du das herausgefunden ? 
Oder hat Sie dir gestanden, dass Sie seit 6 Jahren in Ihn verliebt ist und nur darauf wartet bis er sich Ihr annimmt ? 
Kann es sein, dass diese Annahme eher deiner Phantasie entspringt ?

Du schreibst dass deine Frau sich beruflich weiterentwickelt, und nur Du Ihr das ermöglicht hast. Ähmmm.....hat Sie irgendwo einen Vertrag unterschrieben, dass Ihr Platz im Heim und am Herd ist ? 
Es ist Ihr gutes Recht und deine Pflicht sie dabei zu unterstützen, wenn man eine harmonische Beziehung haben möchte. Sie ist dir nicht zu Dank verpflichtet !

Ich gebe Dir Recht dass jeder auch mal das machen sollte was ihm gut tut, die Betonung liegt auf mal. So wie du schreibst kommt es so rüber als würdest du jetzt ständig dein Ding machen. Wenn ja, dann ist sowieso alles zu scheitern verurteilt, kann nicht funktionieren!

So ....und nach 20 Jahren fällt dir jetzt ein, dass deine sexuellen Bedürfnisse nicht befriedigt werden ? Wohlgemerkt Deine, du machst alles super.

Ganz ehrlich ich denke Du bist das Problem nicht deine Frau. 
Du fühlst dich vernachlässigt weil Sie sich weiterentwickelt. 
In deinem ganzen Thread gibt es geht es nur um dich und wie übel man dir mitgespielt hat ..keinerlei Selbstreflexion ob Du vielleicht auch was verkehrt gemacht hast.

Wenn Du deine Ehe retten möchtest, dann denk eher mal daran was Du verändern könntest damit es wieder funktioniert anstelle die Schuld nur bei deiner Frau zu suchen.



 

Hallo probyn,

ja, an diesen Punkt kommen sicher viele - wahrscheinlich sogar die meisten.

Wie habe ich es heraus gefunden? Nun, meine Frau hat mir gesagt, sie hätte keine Gefühle aber es wäre - auf meine Nachfrage - kein anderer Mann im Spiel. Ich konnte es nicht glauben und habe nachgeforscht. Ich bin auf den Schriftverkehr mit ihrer Freundin gestoßen, der schon länger ging, wo sie über sich, ihre Gefühle und ihre Schwärmerei über ihren Kollegen und ihren Wunsch das mehr passiert ausgetauscht hat. Erst als ich ihr diesen unter die Nase gehalten habe, ist sie mit der Geschichte erst heraus gekommen. Ja, ich weiß, es war ein Eingriff in ihre Privatsphäre und ich bin nicht stolz darauf, aber wie hätte ich hier eine Lösung hervorbringen können? Sie war auch zunächst angepisst - verständlicherweise weil ich eine Grenze überschritten habe, aber auch weil sie ertappt wurde. Aber wir konnten darüber sprechen, wie es dazu gekommen ist, weshalb sie sich zu ihm immer mehr hingezogen gefühlt hat und was wir beide dazu beigetragen haben. Es ist also nicht meiner Phantasie entsprungen, vielleicht urteilst du hier etwas zu voreilig?

Ich sage nicht, das nur ich es ermöglicht habe, sondern das ich ihr den Freiraum ermöglicht habe, sich zu entwickeln. Sie selbst setzt sich sehr hohe Ansprüche, was Haushalt, was die Kindererziehung und -betreuung betrifft. Ich denke jede Eltern - nun zumindest der Großteil - möchte bei ihren Kindern alles richtig machen und den Kindern die bestmöglichste Entwicklung ermöglichen. Sie ist durch Mutterschutz und Erziehungsurlaub aus dem Berufsfeld herausgerissen worden und dann in Teilzeit wieder eingestiegen - nicht gerade die besten Voraussetzungen um die Karriere voran zu treiben, oder? Teilzeit war ihr aber wichtig, weil ihr die Zeit mit den Kinder so wichtig ist. Ich hatte in der Zeit das Gefühl, für unsere Familie bestmöglichst zu sorgen und habe durch die harte Arbeit Karriere machen können. Sicher ein Punkt wo wir uns entfernt haben. Durch die Krise habe ich mich mit meinem Leben und meinen Prioritäten auseinander gesetzt und entsprechende Änderungen vorgenommen. So konnte ich  meinen Arbeitsplatz näher an zu Hause verlegen und bin somit nur noch 20 Minuten pro Tag hin und her unterwegs als vorher zwischen 2 und 3 Stunden je nach Verkehr. Somit bin ich früher zu Hause und kann aktiv am Familienleben teilnehmen und Aufgaben von den Schultern meiner Frau nehmen und sie hier entlasten. Dann hat sich die Möglichkeit bei ihr in der Firma geboten, dass sie in die Projektleitung hineinwachsen kann. Hierzu sind Geschäftsreisen notwendig gewesen (alle 14 Tage für 2 - 3 Tage), die sie sich erst zugestehen konnte, als ich durch meine flexiblen Arbeitszeiten und Homeoffice ihr den Druck, sie müsse sich aber um die Kinder kümmern, nehmen konnte. Des weiteren habe ich ihr mit meinen Erfahrungen helfen können, den Einstieg zu finden und ihr bei ihren Bedenken oder Entscheidungen weitergeholfen und ermutigt. Ich glaube du steckst Männer gerne schnell in eine bestimmte Schublade, kann das sein? Wo habe ich behauptet, dass meine Frau einen Vertrag unterschrieben hätte, das ihr  Platz im Heim und am Herd wäre? Kann das sein, dass du hier ein etwas eingeschränktes Männerbild hast?

Es ist ihr Recht von mir unterstütz zu werden, da gebe ich dir recht und dafür verlange ich auch kein Dank. Sie selbst sagt mir, wie sehr sie meine Unterstützung voran gebracht hat und das, wenn wir in unserem Bekanntenkreis umsehen, es in diesem Maße nicht "Standard" ist, wie wir uns unsere Aufgaben aufteilen.

Nein, auch hier interpretierst du leicht vorbelastet. Ich kümmere mich nicht nur noch um mich. Es gibt einen Abend in der Woche an dem ich Ausgang habe und Sonntags bin ich öffters auf Geocachingwandertour, wenn meine Mädels und/oder meine Frau  nicht mit wollen. Und bevor du mich hier in die nächste Schublade schieben willst, ich versuche meine Frau auch dazu zu bringen, von ihren Aufgaben (die sie sich selbst auferlegt) los zu lassen und ebenfalls einen Abend für sich genießt und eigenen Interessen nachgeht. Was am Anfang schwer war für sie, inzwischen aber gut klappt.

Auch bei der Sexualität bist du recht eindimensional und vorurteilsam. Die Sexualität entwickelt und verändert sich im Laufe der Beziehung. Am Anfang waren wir beide interessiert und Neugierig und es war alles gut. Erst ab der zweiten Schwangerschaft hat sich seitens meiner Frau etwas geändert. Und wir versuchen dies aufzufangen und uns damit auseinander zu setzen. Wir reden über unsere Bedüfnisse und Wünsche, daher weiß ich, dass meine Frau zufrieden ist und ihre Bedürfnisse und Wünsche erfüllt werden, so wie sie es möchte. Manchmal war ich ihr auch zu sehr darauf fixiert mich nur um sie zu kümmern und mir selbst nicht den freien Lauf der Lust zugelassen habe. Aber meine Frau hat mit manchen Bedürfnissen oder Wünschen von mir ein Problem. Zum Beispiel möchte sie von mir keinen Cunnilingus, da sie zu kitzelig und empfindlich ist und es ihr unangenehm da zu intensiv ist. Ich habe aber den Wunsch, meine Frau auch oral zu verwöhnen, ohne etwas erwiedert zu bekommen - das bleibt halt ein Wunsch und so erfahre ich keine Erfüllung in diesem Punkt. Und so sind es ein paar Punkte, wo ich mit meinen Wünschen und Bedürfnissen zurückstecken muss - sprich einen Verzicht habe. Sie hingegen hat ihre Bedürfnisse und Wünsche erfüllt und kann nicht verstehen, was ich für ein Problem habe. Wie gesagt, du machst es dir mit deiner Aussage recht einfach und gibst mir das Gefühl, als wärst du hier stark mit einem Vorurteil belastet.

In dem Punkt gebe ich dir recht, sicherlich bin ich das Problem - aber nicht weil meine Frau nicht das Problem ist, sondern weil jeder Mensch für sich selbst verantwortlich ist, das es ihm gut geht - nicht der andere.
Ich habe mich in den letzten 3 Jahren enorm entwickelt, weil ich mich mit unserer Krise, ihren Ursprüngen, den Auswirkungen (auf meine Frau und mich), meinen früheren Verhaltensweisen, meinen jetztigen Verhaltensweisen auseinandergesetzt habe und immer noch tue und es immer wieder in Frage stelle. Ich konnte auch durch meine Entwicklung viel dazu beitragen, das unsere Beziehung sich wieder in die Beziehung entwickelt hat, die wir inzwischen wieder haben.

Ich habe sehr viel darüber nachgedacht, was ich alles falsch gemacht habe und weshalb wir in diese Krise geraten sind. Ich habe meine Prioritäten neu sortiert, meinen Arbeitsablauf komplett geändert, die Verhältnisse zu meinen Töchtern ist enorm angestiegen - durch die vielen Geschäftsreisen meiner Frau bin ich zum gleichwichtigen Bezugspunkt wie meine Frau geworden. Urteile nicht, bevor du nicht die ganze Geschichte erfahren hast und beide Gesichtspunkte kennst. Mir ging es in meinem Treat um meine Zweifel die mich mal mehr und mal mehr quälen. Denn ich habe das große Problem, dass ich das Vertrauen zu meiner Frau wieder aufbauen muss. Aber wie kann Vertrauen entstehen? Vertrauen verschenken geht nicht, Vertrauen muss verdient werden. Aber wie kann mir meine Frau zeigen, dass sie mein Vertrauen verdient? Bei dieser Frage stellt sie sich selbst zu wenig Fragen, weil sie der Meinung ist, nichts falsches gemacht zu haben - ist ja schließlich nichts körperliches passiert. Das sie aber mir mit ihren Gefühlen und dem verheimlichen und dabei mir etwas vor zu machen, mich betrogen hat, kann sie nicht eingestehen.

Es ist nicht an einem, der etwas ändern muss, damit eine Beziehung weiter wachsen und sich weiter entwickeln kann - nein beide müssen dazu beitragen, denn in der Regel ist es auch das Verhalten von beiden, das dazu führt, das eine Krise entsehen kann. Hier machst du es dir - wie ich es nun schon öfters erwähnt habe - mal wieder zu einfach.

Nichts für ungut.
Gruß
O

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22. März 2017 um 10:01

Ich glaube nicht, dass die Gefühle verschwunden sind, ich denke eher, dass sie für sich die Möglichkeit, es können sich etwas entwickeln, verworfen hat.

Ich habe - nachdem sie im ersten Jahr unserer Krise munter weitergemacht hat obwohl sie mir sagte, sie wolle unsere Beziehung wieder weiterführen - ihr klipp und klar gesagt, was ich von ihr erwarte, wenn wir die Beziehung weiterführen wollen und ihr die Konsequenzen aufgezeigt.

Sie ging bis dahin davon aus, dass wenn sie sich von mir trennt, sie die Kinder mitnimmt.

Ich habe ihr vorgerechnet, dass ich unser Haus mit meinem Gehalt halten und den Kindern somit ermöglichen kann, dass sie nicht aus ihrem gewohnten Umfeld gerissen werden und ich um meine Kinder kämpfen werde. Sie hat sich wohl eine mögliche Trennung vielleicht zu einfach und zu einseitig ausgemalt und erkannt, was es bedeutet, wenn sie (mit oder ohne Kinder) plötzlich alleine da steht. Da wollte sie wohl ihr bisheriges Leben nicht aufgeben.

Außerdem ist ihr Kollege nun nicht mehr ein Kollege aus einer anderen Abteilung, sondern der Vorgesetzte ihres Vorgesetzten - somit wäre ein direktes Angestelltenverhältnis vorhanden, was eine Beziehung nicht unbedingt positiv unterstützt.

Daher denke ich, dass sie sich aus der Summe der Gegebenheiten von einer Hoffnung auf mehr eher verabschiedet hat. Ich denke auch, dass ihr Gefühlschaos um ihn und ihre Situation weniger geworden ist, da sie Entspannter und Ausgeglichener ist als wie zu unserer Krisenhochphase. Ganz ad acta sind die Gefühle für ihn von ihr sicher nicht gelegt, aber schon merkbar reduzierter.

Aber heißt das im Umkehrschluss, dass ihre Gefühle für mich wieder stärker sind? Hm, sicher stärker als wie zum Anfang unserer Krise, wo sie keine Gefühle mehr für mich empfand. Aber sind die Gefühle ausreichend? Oder hat sie nur den sicheren und bequemeren Weg ausgesucht? Das sind so die Zweifel, die in so - ich nenns mal - dunkleren Momenten wie jetzt in mir aufkommen.
 

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