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Die "unsichtbare" Geliebte

11. Februar 2009 um 14:01

Hallo zusammen,

seit circa einer Woche hat mein Lebensgefährte, mit dem ich zusammen mit unserer gemeinsamen Tochter (7) seit 10 Jahren zusammen bin, eine Geliebte. Es ist nunmehr das zweite Mal.

Wir leben derzeit in einer akuten, sehr belastenden Krisensituation, deren Anfänge bis in den Sommer vergangenen Jahres zurückreichen. Damals brach aufgrund diverser Auslöser bei meinem Partner eine tiefe Sinn- und Lebenskrise aus, in der er sein gesamtes Leben einschließlich unsere Partnerschaft in Frage stellte. Irgendetwas schien ihm im Leben zu fehlen, was er nicht durch mich kompensieren konnte.

Wenige Monate später fiel er in eine schwere Depression, die auch medikamentlös und im Rahmen einer Psychotherapie behandelt wurde. In dieser für uns alle sehr schweren Zeit stand ich ihm bedingungslos zur Seite, schenke ihm meine ganze Liebe und versuchte alles Menschmögliche, um ihn wieder aus seinem tiefen Loch herauszuholen.

Leider entdeckte ich in dieser Zeit durch einen Zufall, dass er über meihrere Monate hinweg eine Affäre mit einer anderen Frau hatte und in einer anderen Stadt ein Parallelleben neben unserer Beziehung laufen hatte. Dass die Beziehung zu dieser Frau, die er wohl auch als Sprungbrett in ein "anderes Leben" gebrauchte, nicht klappte, verstärkte seine Depression noch mehr. Es zeigte ihm gleichzeitig, dass irgendetwas bei uns ja nicht stimmen könne, denn sonst hätte er diese Affäre nicht begonnen udn sich nicht verliebt.

Trotz alledem begegnete ich ihm weiterhin mit vollem Verständnis und Mitgefühl, da ich sah wie er litt und unsere zahlreichen Gespräche zum Vorschein gerbacht hatten, dass die Gründe für mein Ausbrechen nicht in unserer Beziehung liegen, die nach beidseitigem Einschätzen keine nennenswerten Defizite aufweist und in der wir lange Zeit auch beide glücklich waren, sondern vielmehr in ihm selbst liegen.

Um es auf den Punkt zu bringen: Er glaubt, dass ihm in seiner persönlichen Entwicklung ein wichtiger Schritt fehlt, den er vor unserer Beziehung nicht gelebt hat und jetzt unbedingt "nachholen" muss. Dieser Schritt ist "Alleinsein", "auf eigenen Füßen stehen", seine "Austobphase" nachholen - im Alter von 34 Jahren. Man muss dazu sagen, dass ich seine erste Beziehung bin und er auch nie eine eigene Wohnung hatte. Aufgrund dieses Nachholbedarfs sah er dann in einer Trennung zu mir die einzige Möglichkeit, sich selbst wieder zu finden.

Ab Mitte November vollzog sich dann eine "Trennung" innerhalb unseres Hauses, wo mein Partner sich ein eigenes Zimmer einrichtete und abends dortin zurückzog, um sich zu sortieren und wiederzufinden. Unsere anderen Aktivitäten im Rahmen der Familie liefen weiter - insgesamt stellte sich wieder im Januar ein gewisses Gleichgewicht her (die Depressionen wurden immer schwächer), von dem ich glaubte, es könnte eine gute Basis darstellen, sich gemeinsam zu sortieren und zu schauen, wohin das Ganze steuern würde. Ich war bereit, dazu viel Geduld aufzubringen, arbeitete daran, mein verloren gegangenes Vertrauen wiederaufzubauen und akzeptierte seinen Rückzug, der ihm in diesem Moment guttat.

Doch kaum hatte sich die situation wieder ein wenig stabilisiert, trat erneut eine Geliebte in "unser" Leben. Ich sage bewusst "unser" Leben, denn mein Lebensgefährte führt nun regelmäßige nächtliche Dauertelefonate mit ihr, baut also derzeit ein beziehungsähnliches Verhältnis auf - und das vor meinen Augen und Ohren. Das Ganze fühlt sich für mich wie eine Mischung aus schallender Ohrfeige und Stich ins Herz an. bin zutiefst enttäuscht, vor allem über die Tatsache, unserer wirklich bislang sehr schönen und harmonischen Beziehung nicht einmal eine klitzekleine Chance gegeben zu haben und unseren Traum vom gemeinsamen Altwerden im eigenen Haus (vor genau einem Jahr bekamen wir werst die Schlüssel) und einem gemeinsamen Nest für unser Kind nun so mit Füßen zu treten. Das, was uns noch vor kurzen heilig und unantastbar war, was uns beide mit Glück erfüllt hatte, unsere gemeinsame Vision - sie liegt jetzt wie Dreck am Boden und wird mit Füßen getreten.

Meiner Bitte, die Telefonate mit der anderen wenigstens nicht in unserem Haus zu führen, kommt er nicht nach. Er möchte sich nicht vor die Haustüre stellen oder sonst irgendwohin, er hätzte das gleich Recht wie ich, im Haus mit "Freunden" zu telefonieren. Zugegeben: das Haus gehört und beiden und ist - da wir es erst kürzlich erworben haben - auch nicht ohne Verlust verkaufbar und somit nicht möglich. Die Möglichkeit, dass er sich ein Zimmer nimmt, ist ebenfalls finanziell nicht gegeben. Außerdem möchten wir beide weiterhin für unser Kind das gemeinsame Heim erhalten und weiterhin als Familie zusammensein. Auf der anderen Seite weiß ich nicht, ob er so etwas wirklich von mir verlangen kann - es grenzt tatsächlich an Masochismus und ich habe Angst, dass wir in dieser Situation den gegenseitigen Respekt voreinander verlieren und uns für später alle positiven Optionen - wie Neuanfang oder wenigstens einmalige Freundschaft - verbauen. Mein Partner fordert "Kompromissbereitschaft" von mir, aber wie weit soll ich gehen - bis zur Selbstaufgabe, bis ich schließlich ganz krank werde und nicht mehr kann?

Merkwürdigerweise (und ich glaube, dass spricht auch für die solide Basis unserer Beziehung) ist uns die Kommunikationsfähigkeit und ein noch immer liebevoller, verständnisvoller Umgang miteinander nie abhanden gekommen. Gerade das macht es so schwer - so sehen, wie viel Reichtum wir hatten/haben und er nun die Perlen vor sie Säue schmeißt.

Es würde mich sehr interessieren, welche Meinung Ihr aus sozusagen "neutraler" Sicht zu diesem Thema habt!

Anouschka

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11. Februar 2009 um 14:23

Schwierig
ist das allemal, hat er sich den klar entschlossen,das er nicht mehr will oder ist es teilweise nur eine Phase.Ich finde es auch rücksichtslos von ihm,das er im Haus mit der anderen telefoniert.Mein Ex hat mich auch verlassen für eine andere,täglich sehe ich seinen Wagen 100m von meinem Haus stehen,weil sie dort wohnt,hatte ihm auch ges. das ich es rücksichtslos finde,warum er mir das so präsentieren muss, sagte er stellt ihn dann woanders hin,tut er aber nicht.Männer sind einfach so...die sind dann in dem Moment emotional so kalt, das denen alles egal ist. Ich meine, die lösen sich anders...und nur wegen der Familie zusammen sein,bringt auf dauer nichts, es tut dir nur weh und er lebt sein leben in vollen zügen, du solltest schauen,ob es wirklich nur ne Phase ist, und dann ggfs. kämpfen oder wirklich abschliessen und schauen, wie man das regelt,mit dem Haus,Kind,usw.

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11. Februar 2009 um 15:22


sei mir nicht böse.
Ich kann mir deinen text noch nicht mal ganz durchlesen, er hat eine geliebte, du bist abe total ruhig und mitfïhlend und verstehst dass es nix mit dir zu tun hat. Mädel , was ist los mit dir?!
und dann macht er es vor deinen augen, du hast das erste mal j schon verzeiehen und ihn verstanden, also warum solll er jetzt was ändern.
Bis du echt durch haus gelaufen und warst immer ruhig. bist nie ausgerastet, hast alle so hingenommen, ich versteh schatzu du bist depressiv, geh nur fremd.
und dann soll er beim 2 mal rucksicht auf dich nehmen,.
is klar.
steh deine frau, oder such dir auch ne affaire, aber erzähl bitte nicht dass du ihn verstehst, den er hat ja so viele probleme.
tritt ihm im arsch und fang neu an

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11. Februar 2009 um 15:29
In Antwort auf seeta_12474930


sei mir nicht böse.
Ich kann mir deinen text noch nicht mal ganz durchlesen, er hat eine geliebte, du bist abe total ruhig und mitfïhlend und verstehst dass es nix mit dir zu tun hat. Mädel , was ist los mit dir?!
und dann macht er es vor deinen augen, du hast das erste mal j schon verzeiehen und ihn verstanden, also warum solll er jetzt was ändern.
Bis du echt durch haus gelaufen und warst immer ruhig. bist nie ausgerastet, hast alle so hingenommen, ich versteh schatzu du bist depressiv, geh nur fremd.
und dann soll er beim 2 mal rucksicht auf dich nehmen,.
is klar.
steh deine frau, oder such dir auch ne affaire, aber erzähl bitte nicht dass du ihn verstehst, den er hat ja so viele probleme.
tritt ihm im arsch und fang neu an


ich kanns gar nicht hören.
was ist los mit dir, du willst einen netten ton beibehalten und den respekt nicht verlieren? was für ein respekt,.
er telefoniert mit seinen lovers vor ding. oh ja, jetzt merke ich den respekt auch.
dir gefällts, bleib bei mir.
lass dich weiter erniedrien, betrügen und für dumm verkaufen.
es kann da nur ein paar Gründe geben, um bei so einen menschen zu bleiben.
-man ist zu doof um alleine klar zu kommen,
-man ist abhämgig von ihm
-man hat angst oder ist zu faul um sein eigenes leben zu leben.
bitte, lass dich nicht länger erniedrigen.
du wirst ja wohl familie haben, wenn ihr es nicht verkaufen könnt, soll er zu seiner familie gehen oder scheiss egal mach was...
lass dich doch nicht so offensichtlich demutigen

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12. Februar 2009 um 0:23

Körperlich ist sie unsichtbar, die Geliebte...
Auch wenn sicherlich viel Wahrheit in einzelnen Aspekten steckt, die Du erwhnst, möchte ich doch zu einigen Punkten stellung nehmen und sie richtigstellen:

"Kompromisse": Sie sind nicht das Ende einer jenen Beziehung, sondern die Voraussetzung, dass 2 Menschen eine langjährige Beziehung führen können. Wenn jeder nur an swich denkt, rennen beiden nur gegen die Wand - und Krisen wird es immer geben, die herausfordern.

"Der Hauskauf: für mich Erfüllung, für ihn Albtraum": Nein, gatnz und gar nicht. Der Hauskauf wurde von ihm voran getrieben nicht von mir. Er freutre sich auf den neuen Lebensabschnitt, war dazu mit allen Konsequenzen bereit. Das war nicht der Punkt. Außerdem macht es sicherlich mehr "Spaß" für ein eigenes Haus einen monatlichen Kredit - sozusagen in die eigene Tasche zu zahlen -als der Pflicht einer monatlichen -sozusagen "weggeschmissenen" Miete nachzukommen und bis zum Tod immer weiterzuzahlen. Das Haus war für uns die Erfüllung einer gemeinsamen Vision - die Probleme kamen später und haben ihre Wurzeln woanders.

"Kein selbstloses Geben und Nehmen in der Liebe": Nein, natürlich nicht. Was ist schon absolut "selbstlos" in einer Beziehung??? Dennoch ist es auch eine Form der Loyalität, besonders dann, wenn der Partner schwer krank (Depressionen mit Selbsttötungsäußerungen) ist - icvh denke, das sollte man niemanden hängen lassen, schon gar nicht, die Person, die man liuebt. Auch wenn sie einen verletzt. Natürlich ist das kein Deal, im Gegenzug Liebe zu bekommen .
- aber einfach eine Selbstverständnlichkeit in einer akuten Krisensituation.

Kann es sein, dass Du noch sehr jung bis?

LG, Andrea

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