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Die sich-selbst-erfüllende-Prophezeiung oder: wie mache ich meine Beziehung kaputt

4. November 2005 um 16:11 Letzte Antwort: 7. Dezember 2010 um 17:56

Hallo ihr Lieben!

Nach einer längeren Pause schreibe ich nun auch mal wieder. Auch wenn ich eigentlich keine Antwort erwarte, so denke ich doch, dass sich der ein oder andere mit dem folgenden identifizieren kann und vielleicht hilft es ja auch ein bischen.

Der folgende Text deckt sich zwar z.T. mit mir und meiner Person, er ist jedoch übertrieben und fiktiv zuende gesponnen...

Bei mir selber fällt mir immer wieder auf, dass ich in harmlosen Dingen die mein Freund sagt oder macht, das schlimmste sehe und auch erwarte. Als sei es mir überhaupt nicht vergönnt auch mal einfach ein bischen Glück zu haben und geliebt zu werden. Nach dem Motto: ES MUSS DOCH EINEN HAKEN GEBEN! Ich warte förmlich nur auf den Tag, an dem er mir wegen einer anderen den Laufpaß gibt und bis es soweit ist, mache ich ihm das Leben unbewußt und ungewollt schwer, in dem ich ihn häufig bohrend nach irgendwelchen Frauen frage, mit denen er auf der Arbeit zutun hat, indem ich wütend werde, wenn er eine SMS von seiner besten Freund bekommt, indem ich ihn dauernd frage, ob er die oder die attraktiv findet..........usw. Die Folge ist, dass er aufhört mir Dinge zu erzählen - nicht weil mir das Erzählte Grund zur Eifersucht geben würde, sondern weil ich daraus einen Elefanten mache und er schlichtweg keine Lust hat auf Ärger und Stress. Da beißt sich die Katze in den Schwanz, denn das habe ich natürlich auch wieder nicht gewollt und es paßt mir noch weniger. Also schaukelt sich das ganze immer weiter auf, bis er völlig den Respekt vor mir verliert und sich schlussendlich eine andere Frau sucht, weil die Liebe in der Käfighaltung verflogen ist und all das den ganzen Reiz zerstört hat.
Und natürlich: ich habe es ja gewußt! Ich wußte, das der Tag kommt an dem er sich eine Andere suchen würde, ich wußte es von vorn herein! Ich habe eben kein Glück.



Das nennt man wohl die sich-selbst-erfüllenden-Prophezeiung und es passiert immer ud immer wieder. Bis einem vielleicht klar (gemacht) wird, dass er einen womöglich nie verlassen hätte, wenn sie nicht von vorn herein mit ihrer Eifersucht die Beziehung mit Vollgas gegen die Wand gefahren hätte.

Bei mir selber habe ich Tendenzen in diese Richtung festgestellt. Ich vertraue ihm oft nicht, obwohl ich keinerlei Grund dazu habe. Ich treibe ihn in die Enge und er zieht sich folglich weiter vor mir zurück, was in mir wieder Panik auslöst und ich erdrücke ihn weiter aus Verzweiflung. Das ist tödlich für eine Beziehung und ich muss nun selber sehen, dass ich an mir arbeite und die Beziehung nicht kaputt mache, nur weil ich der Meinung bin, sowieso nie Glück zu haben.
Wenn es ganz schlimm ist, dann überlege ich sogar manchmal die Beziehung zu beenden - weil er es ja sowieso irgendwann tun wird und dann kann ich es auch schon vorweg nehmen.

Ganz schön bekloppt Oder typisch Frau?









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7. November 2005 um 17:29

Hey Blaubart!
Danke für diesen schönen Text Du hast recht, die Basis für diese Form der Angst ist bereits in Kindertagen geschaffen worden, nur ist man irgendwann erwachsen und muss lernen in der richtigen Form damit umzugehen und sich nicht eventuell sogar schöne und aussichtsreiche Beziehungen zu zerstören. Das ist schwer, denn Eifersucht/Kontrollzwang ist ein Gefühl und nur sehr begrenzt eine Entscheidung - die ich dann auch nur sehr begrenzt bewußt steuern oder sogar negieren kann.
Ich neige dazu sehr viel nachzudenken und bin (zumindest was mich und meine Zukunft angeht) ein absoluter Pessimist. Wahrscheinlich auch nur aus der Angst heraus, dass es tatsächlich schief gehen könnte und dann ist die Fallhöhe eben (vermeintlich) geringer. Letztlich gilt es aber genau diese negativen Gedanken zu kontrollieren und umzudenken. An dem Punkt fällt mir ein völlig triviales, aber 100% zutreffendes Sprichwort ein:

>> Achte auf deine Gedanken, denn sie werden deine Worte. Achte auf deine Worte denn sie werden deine Handlungen, achte auf deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheit. Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter. Achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal <<

Es ist wirklich banal, aber hier passt es einfach hin. Letzten Endes sind es die Gedanken, die der Anfang vom Ende waren.

Du hast im letzten Teil so schön geschrieben "[...]Vorerst gebe dich mit dem zufrieden, was alles bereits vorhanden ist. Es ist doch genug da![...] Und Du hast recht damit, denn mein armer Freund macht soviel Gutes und Nettes für mich, das ich in meiner negativen Gedankenwelt oft untergrabe.

Ich danke Dir!
*O*

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6. Dezember 2010 um 18:37

Sich-selbst-erfüllende-Prophezeiung

Hallo Du, bin auf deinen Eintrag aufmerksam geworden weil ich mich auch in einem ähnlichen "Erkenntnisprozess" befinde

hab von meiner Psychologin ein sehr interessantes Buch empfohlen bekommen: Jeffrey E. Young und Janet S. Klosko: "Sein Leben neu erfinden. Wie Sie Lebensfallen meistern. Den Teufelskreis selbstschädigenden Verhaltens durchbrechen... und sich wieder glücklich fühlen."

... das kann man sich auch aus der Bibliothek ausleihen. Da staunt man beim Lesen echt nicht schlecht, woher sowas kommt und wie man damit umgehn kann.

Liebe Grüße, Lilie

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6. Dezember 2010 um 22:16

Ohhh,
wie bekannt...
Ehrlich, ich weiß nicht, was man als frau dazu sagen könnte. Ich denke, das gehört etwa dazu, wenn frau eine unterordnete Rolle spielt und der Mann dominiert. Oder wenn die Frau den Mann tatsächlich liebt und hat Angst, ihn zu verlieren.
Kann auch anders sein, wenn die Frau depressiv ist. Kommt drauf an...
Aber der Hinweis aufs Buch war echt nett, danke!

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6. Dezember 2010 um 22:35

Du sprichst mir aus der Seele
wobei ich noch nicht ganz fertig bin mit meinen Gedanken. Einerseits denke ich, dass ich das Ende meiner Beziehung gerade durch so ein Verhalten förmlich herbeigeführt habe.Andererseits glaube ich auch, dass meine negative Einstellung tatsächlich begründet war. Mir fehlten oft Kleinigkeiten, die ich in einer Partnerschaft wichtig finde, um dem anderen zu zeigen, dass man sich respektiert. Und wenn das fehlt, dann wird Misstrauen gesät und ich fange dann an nachzugrübeln und vielleicht auch nach zu forschen - was ja alles nur noch schlimmer macht. Die selbsterfüllende Prophezeiung liegt m. E. darin, dass ich mir ewig zuviele Gedanken um alles und jedes mache - wenig einfach mal "stehen" lassen kann. Das bringt oft zu viel Diskussion und Verwirrung. Was ich daraus gelernt habe? Das es nicht der richtige Zeipunkt für mich und diese Beziehung. Es soll noch etwas Besseres kommen - mein Glück eben

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7. Dezember 2010 um 15:09

Typisch Frau? Nein...
Mein Ex hat das auch gemacht. Egal was ich gemacht habe - sobald er nicht die volle Aufmerksamkeit hatte oder ich mal stiller war, bekam ich einen anderen Mann verpasst.

Er erzählte mir sicher 2 mal die Woche, daß ich ja eh bald einen anderen haben würde und mich dann von ihm trenne. Ich war so genervt, daß ich mich immer weiter zurückzog. Und umso drängeliger, wütender und phantasievoller wurde er. Auf einer Feier fragte mich mal jemand nach der Uhrzeit (er wollte seine Freundin vom Dienst abholen), woraufhin mein Ex total ausflippte, mir diesen Mann als meinen neuen Freund unterjubelte und ihm auch noch an die Gurgel wollte.

Ich hab mich dann getrennt. Aber ohne einen anderen zu haben. Ich glaub das hat sein ganzes Konzept durcheinander gebracht. Aber er hat natürlich nie eingesehen WARUM die Beziehung kaputt ging. Schuld war irgendwer anderes. Und außerdem hat er es ja eh immer gewusst, daß ich schluss mache.

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7. Dezember 2010 um 15:16
In Antwort auf zaynab_12937335

Typisch Frau? Nein...
Mein Ex hat das auch gemacht. Egal was ich gemacht habe - sobald er nicht die volle Aufmerksamkeit hatte oder ich mal stiller war, bekam ich einen anderen Mann verpasst.

Er erzählte mir sicher 2 mal die Woche, daß ich ja eh bald einen anderen haben würde und mich dann von ihm trenne. Ich war so genervt, daß ich mich immer weiter zurückzog. Und umso drängeliger, wütender und phantasievoller wurde er. Auf einer Feier fragte mich mal jemand nach der Uhrzeit (er wollte seine Freundin vom Dienst abholen), woraufhin mein Ex total ausflippte, mir diesen Mann als meinen neuen Freund unterjubelte und ihm auch noch an die Gurgel wollte.

Ich hab mich dann getrennt. Aber ohne einen anderen zu haben. Ich glaub das hat sein ganzes Konzept durcheinander gebracht. Aber er hat natürlich nie eingesehen WARUM die Beziehung kaputt ging. Schuld war irgendwer anderes. Und außerdem hat er es ja eh immer gewusst, daß ich schluss mache.

Ahhh
Mein Ex war GENAU so, inklusive der Uhrzeitgeschichte!!! Ich dachte immer, ich wär die einzige "Dumme", die so einen Typen ertragen hat und sich hat einschränken lassen, bzw eben den ganzen Stress hatte.

Die Initialen deines Freundes waren nicht zufällig F.P.?

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7. Dezember 2010 um 17:56
In Antwort auf hagir_11941073

Ahhh
Mein Ex war GENAU so, inklusive der Uhrzeitgeschichte!!! Ich dachte immer, ich wär die einzige "Dumme", die so einen Typen ertragen hat und sich hat einschränken lassen, bzw eben den ganzen Stress hatte.

Die Initialen deines Freundes waren nicht zufällig F.P.?


Nein. Das sind nicht seine Initialien. Was dann wohl heißt, daß es mehrere solcher Männer gibt und mehrere so dumme Hühner wie uns.

Wobei.... Dumm würde ich das gar nicht nennen. Es ist ja die Unsicherheit des Partners und am Anfang versucht man noch ihm die zu nehmen indem man ihm ständig alles erzählt, ihn überall hin mitnimmt etc. und hofft, daß er es endlich kapiert. Aber irgendwann reichts dann einfach und man geht wieder seinen gewohnten Weg.

Das war ja sein Problem. Ich hab mich eben nicht einschränken lassen. Warum auch? Er hat doch eh immer gedacht ich betrüg ihn. Ob ich zuhause war (man kann ja Männer übers Netz kennenlernen) oder mit Freunden unterwegs. Also wars ja egal - Ärger hatte ich eh. Erzählt hab ich irgendwann logischerweise auch nichts mehr (wo ich hingehe und mit wem z.B.). Dann hatte ich den Stress wenigstens erst hinterher und nicht schon vorab.

Ich konnte ihm nicht helfen und er wollte sich nicht helfen. An seinem Misstrauen war ich natürlich schuld. Warum auch immer. Wohl einfach weil ich eben ne Frau bin und uns darf man(n) halt nicht trauen.

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