Home / Forum / Liebe & Beziehung / Die lieben Finanzen...

Die lieben Finanzen...

9. Dezember 2010 um 17:28

Hallo,
mich würde mal eure Meinung zu folgender Sache interessieren.
Kurze Vorgeschichte:
Ich (31)und mein Freund sind noch nicht soooo lange zusammen, knapp 3 Monate. Allerdings habe ich zum ersten Mal seit langem bei einem Mann wieder ein extrem gutes Gefühl, wir passen super zusammen, haben eine tolle Zeit, können stundenlang reden, es ist einfach richtig gut (voll verliebt, sozusagen). Auch von seiner Seite aus kommt unglaublich viel zurück, es geht im genauso wie mir.

Zu meinem Wehwechen: er hat finanzielle Probleme der Art, daß er ältere Schulden abbezahlen muss (was bisher ganz gut geklappt hat), das ist noch nicht das Problem.
Allerdings sind jetzt einige saublöde Sachen dazwischengekommen, für die er nichts kann, die aber bei ihm finanziell ein zusätzliches großes Loch reissen. (Ich will das hier nicht so breittreten, aber es sind wirklich Sachen, die jedem passieren können, hohe Rechnung von der Autowerkstatt zb. usw).

Einige dieser Altlasten bewältigt er per Ratenzahlung, aber das "neueste" Paket ist jetzt einfach zu viel um es mal locker abzuzahlen- er bemüht sich sehr, das alles auf die Reihe zu kriegen, wo immer Geld reinkommt, nimmt er es zur "Schuldentilgung".

Durch diese besagten größeren Beträge, die jetzt schlagartig über ihn reingebrochen sind, sieht es aber für den nächsten Monat dermaßen übel aus, daß es ihn langsam auch seelisch/psychisch mitnimmt.
Sprich: die noch zu zahlenden Raten (Schulden) verzögern sich wieder und das ganze könnte langsam unangenehm werden.
ich bin im Moment relativ flüssig und erwarte im Februar eine wirklich große Summe aus einem aufgelösten Sparvertrag.
Ich weiß, das da sein Stolz nicht mitmacht und er das selbst schaffen will, ich hab ihm auch schon bissl was geliehen, und nun hab ich ihm halt angeboten, bevor es wirklich SO ernst wird (daß er z.b. die Miete nicht zahlen kann im nä. Monat), dann helf ich ihm aus.
Es ist eine heikle Situation, er fühlt sich schlecht weil er mich "mit reinzieht" wie er sagt, ich will ihm helfen OHNE nur die Mitleidstour zu fahren.
ich seh es halt praktisch: bei mir abzuzahlen ist einfacher für ihn als bei einer Firma abzustottern wo dann Mahnungen usw. anfallen können. Bei mir hat er halt keinen Zeitdruck usw.
Aber ich will ihn da nicht drängen, weil ich Angst hab, daß er gar nicht mehr mit mir drüber redet. Leider weiß ich nicht, um welche Summen es sich konkret handelt. Dann könnte zumindest ICH das relaxter sehen und ihn auch aufbauen, weil ich dann wüsste, ob ich ihm den weiterhelfen kann.

Er sieht momentan einfach kein Ufer, weil immer, wenn er sich freut, daß er in 2-3 MOnaten alle Schulden los ist, wieder so ein Schlag kommt.
Und ich bin mir einfach unsicher, wie ich mich verhalten soll, ohne ihn zusätzlich zu "belasten". Der Mann ist mir unglaublich wichtig, er sagt immer, es hilft ihm schon zu wissen, daß ich ihm zuhöre und für ihn da bin.
Aber bevor es wirlklich dramatisch wird bei ihm, neige ich dazu, lieber konkret auszuhelfen...
Sehr verzwickt...
Wie würdet Ihr das sehen, euch verhalten?
Würd mich sehr über eure Meinung / Tipps freuen.
Dankeschön

PS: Es sind wohl keine Summen im 10.000-Bereich.
Wie gesagt, ich weiß die genauen posten nicht, aber mehr als alles zusammen 2000 werden es wohl nicht sein.
Also nichts, was gemeinsam nicht zu schaffen wäre...

Mehr lesen

9. Dezember 2010 um 19:10

Mmh, das ist 'ne schwierige Kiste...
...ich kann mich da gut reinversetzen, weil mein Partner mal in 'ner ähnlichen Situation steckte und ich da auch anfangs diese "wir setzten uns zusammen und regeln das"-Akribie an den Tag gelegt habe. Würde ich nicht nochmal machen.

Vorab: Wir sind zusammen und glücklich und er ist mittlerweile finanziell saniert.
Aber wenn ich eins gelernt hab in den letzten Jahren dann Folgendes: So gerne man auch hilft und gibt und unterstützt, wenn einem jemand am Herzen liegt- man sollte sich niemals Projekte suchen, die einem gar nicht zugetragen wurden. Das bringt eine Beziehung ins Ungleichgewicht.

Will sagen: Wenn er sich z.Zt. pausenlos sorgen will, wie er aus dem Schlamassel rauskommt, du ihm bereits angeboten hast, auszuhelfen und er das nicht will- lass' ihn.
Er ist 31 und erwachsen, er kann selbst denken und die Pro und Contras der Optionen, die er zur Verfügung hat, abwägen.

Wenn er für sich entschieden hat, dich da mit reinzuziehen, geht für ihn nicht- dann wird es auf irgendeiner Ebene auch so sein, egal ob dir das jetzt unter finanziell-existenziellen Gesichtspunkten sonderlich schlau vorkommt.

Signalisier' ihm generelle Unterstützungs- und Gesprächsbereitschaft, aber reiß' das nicht an dich.
Ich glaube, Partnerschaft funktioniert am allerbesten auf Augenhöhe- jemanden zu sehr in eine Richtung schieben zu wollen, in die er (noch) nicht gehen will -egal, ob aus Empathie, Fürsorge, Organisationsgeschick oder blanker Berechnung- bringt langfristig oft mehr Ärger mit sich als kurzfristigen Nutzen. Er wird schon nicht untergehen.
Liebe hilft 'ne Menge, wirst sehen.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

10. Dezember 2010 um 12:39
In Antwort auf miran_12177138

Mmh, das ist 'ne schwierige Kiste...
...ich kann mich da gut reinversetzen, weil mein Partner mal in 'ner ähnlichen Situation steckte und ich da auch anfangs diese "wir setzten uns zusammen und regeln das"-Akribie an den Tag gelegt habe. Würde ich nicht nochmal machen.

Vorab: Wir sind zusammen und glücklich und er ist mittlerweile finanziell saniert.
Aber wenn ich eins gelernt hab in den letzten Jahren dann Folgendes: So gerne man auch hilft und gibt und unterstützt, wenn einem jemand am Herzen liegt- man sollte sich niemals Projekte suchen, die einem gar nicht zugetragen wurden. Das bringt eine Beziehung ins Ungleichgewicht.

Will sagen: Wenn er sich z.Zt. pausenlos sorgen will, wie er aus dem Schlamassel rauskommt, du ihm bereits angeboten hast, auszuhelfen und er das nicht will- lass' ihn.
Er ist 31 und erwachsen, er kann selbst denken und die Pro und Contras der Optionen, die er zur Verfügung hat, abwägen.

Wenn er für sich entschieden hat, dich da mit reinzuziehen, geht für ihn nicht- dann wird es auf irgendeiner Ebene auch so sein, egal ob dir das jetzt unter finanziell-existenziellen Gesichtspunkten sonderlich schlau vorkommt.

Signalisier' ihm generelle Unterstützungs- und Gesprächsbereitschaft, aber reiß' das nicht an dich.
Ich glaube, Partnerschaft funktioniert am allerbesten auf Augenhöhe- jemanden zu sehr in eine Richtung schieben zu wollen, in die er (noch) nicht gehen will -egal, ob aus Empathie, Fürsorge, Organisationsgeschick oder blanker Berechnung- bringt langfristig oft mehr Ärger mit sich als kurzfristigen Nutzen. Er wird schon nicht untergehen.
Liebe hilft 'ne Menge, wirst sehen.

Danke für die Tipps
Ich hab nochmal mit ihm gesprochen, jetzt kenne ich auch erstmal die "Problemsumme" für den kommenden Monat und ich muss sagen, das beruhigt mich sehr.
Weil ich jetzt definitiv WEISS, daß ich ihm aushelfen könnte, wenn auch nicht mit der Gesamtsumme, aber auf jeden Fall mit der Hälfte.
Ich hatte ja bissl die Angst, daß es eine Summe ist, bei der ich auch nicht viel machen kann. Ist es aber nicht. Zwar "autsch", aber keine Katastrophe. Da leben andre Menschen mit mehr Schulden und sind trotzdem noch nicht am Ende.

Ich hab mich auch dazu entschieden, ihn nicht zu überrennen bzw. ihn als "bevormundeten Trottel dastehen zu lassen, der nix selbst auf die Reihe kriegt".
Nein, untergehen wird er nicht, davon bin ich auch überzeugt, jetzt wo ich weiß, wie hoch der Betrag ist. Es wird ein verdammt harter Monat, ich hoffe, er kann die Ratenzahlungen mal aussetzen bzw. nach hinten schieben, dann müssten wir bzw. er das "irgendwie" auf die Reihe kriegen.

Ich werd ihm auf jeden Fall zeigen, daß er meine totale Unterstützung hat, ich hinter ihm stehe und ihm auch (nicht nur finanziell, sondern auch seelisch) den Rücken stärken kann und werde, und daß ich für ihn da bin.

Aber du hast mich echt aufgebaut, dankeschön

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

10. Dezember 2010 um 17:54
In Antwort auf monat_12243645

Danke für die Tipps
Ich hab nochmal mit ihm gesprochen, jetzt kenne ich auch erstmal die "Problemsumme" für den kommenden Monat und ich muss sagen, das beruhigt mich sehr.
Weil ich jetzt definitiv WEISS, daß ich ihm aushelfen könnte, wenn auch nicht mit der Gesamtsumme, aber auf jeden Fall mit der Hälfte.
Ich hatte ja bissl die Angst, daß es eine Summe ist, bei der ich auch nicht viel machen kann. Ist es aber nicht. Zwar "autsch", aber keine Katastrophe. Da leben andre Menschen mit mehr Schulden und sind trotzdem noch nicht am Ende.

Ich hab mich auch dazu entschieden, ihn nicht zu überrennen bzw. ihn als "bevormundeten Trottel dastehen zu lassen, der nix selbst auf die Reihe kriegt".
Nein, untergehen wird er nicht, davon bin ich auch überzeugt, jetzt wo ich weiß, wie hoch der Betrag ist. Es wird ein verdammt harter Monat, ich hoffe, er kann die Ratenzahlungen mal aussetzen bzw. nach hinten schieben, dann müssten wir bzw. er das "irgendwie" auf die Reihe kriegen.

Ich werd ihm auf jeden Fall zeigen, daß er meine totale Unterstützung hat, ich hinter ihm stehe und ihm auch (nicht nur finanziell, sondern auch seelisch) den Rücken stärken kann und werde, und daß ich für ihn da bin.

Aber du hast mich echt aufgebaut, dankeschön

Siehste? Wird schon...
Das klingt doch alles schon viel besser. Harte Monate bringen einen schließlich nicht gleich um... uns haben diese Zeiten im Nachhinein sogar echt gut getan; für das Vertrauen ineinander und auch für den eigenen Mumm im Umgang mit den unwegsameren Geländestrecken im Leben.
Alles Gute!

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

10. Dezember 2010 um 18:24

Geld und Liebe passen nicht zusammen
Hhm... beim Geld ausleihen bin ich etwas skeptisch, vor allem wenn ihr nicht so lange zusammen seid und wahrscheinlich noch nicht so gut kennt. Ich möchte nicht den Teufel an die Wand malen oder behaupten, dass das der Fall bei euch sein könnte, aber man hört immer wieder von Fälle wo Männer Frauen auf dieser Art ausnehmen. Über Geldsorgen sprechen, dann so tun als wäre er zu Stolz um das Geld anzunehmen à la *das kommt nicht in Frage!* Bis Du ihn praktisch bittest ihn das Geld schenken zu dürfen. Muss nicht sein, kann aber sein,

Wenn er berufstätig ist oder jemand hätte der für ihn bürgt. Warum kann er nicht ein kleiner Kredit bei der Bank in anspruch nehmen? Bei 2000,00 wird doch nicht schwierig sein. Abgesehen davon ist ein fester Kredit wesehntlich günstiger als die Konto-Überziehungsgebühren.

Was würde er machen wenn er solo wäre?

Liebe Grüße

Leonina

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

13. Dezember 2010 um 9:25

Naja...
Danke für die ehrliche Meinung

Nein, es geht nicht so sehr um die Schulden, es geht mehr und die aktuellen Raten, die eben nicht von ihm selbst verschuldet wurden (aber das sind - wie ich ja jetzt weiss - keine horrenden Summen).

Und das Problem war bzw ist halt, daß er durch die alten Schulden (die er schon zu 95% abgezahlt hat) keine Rücklagen hat, um eben solche "unerwarteten Katastrophen" abzufangen.

Seine alten Schulden sind sein Problem, das seh ich genauso

Sparen tut er wie blöd, also es ist nicht so daß er sich was kauft, was er sich nicht leisten kann. Er hat auch nach wie weiterhin vor kein Geld von mir gekriegt bzw. genommen.

Mehr als ich gut verschmerzen könnte, würd ich eh net leihen, sollte es soweit kommen.
Ich bin da aber jemand, (und ich hab es auch net soooo dicke, ganz normales Gehalt), wenn ich ihm jetzt z.B. 300,- leihen würde und es wäre schluss, dann wäre mir das Geld relativ scheissegal. Ist einfach so. Mag ne bekloppte Einstellung sein, aber ob und wann ich das dann wieder kriege, ist mir schnuppe.
Enweder bin ich dann so angepisst, daß ich nie wieder was von ihm hören / sehen will, oder wir trennen uns im Guten, und dann denk ich mir, na gut, solls halt so sein, entweder er kanns zahlen oder net.
Dann hab ich sozusagen in ein paar wunderschöne Monate investiert - ist mir lieber als in Klamotten
Aber wie gesagt, diese eigenwillige Sichtweise teilt nicht jeder *gg*

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

13. Dezember 2010 um 12:34
In Antwort auf monat_12243645

Danke für die Tipps
Ich hab nochmal mit ihm gesprochen, jetzt kenne ich auch erstmal die "Problemsumme" für den kommenden Monat und ich muss sagen, das beruhigt mich sehr.
Weil ich jetzt definitiv WEISS, daß ich ihm aushelfen könnte, wenn auch nicht mit der Gesamtsumme, aber auf jeden Fall mit der Hälfte.
Ich hatte ja bissl die Angst, daß es eine Summe ist, bei der ich auch nicht viel machen kann. Ist es aber nicht. Zwar "autsch", aber keine Katastrophe. Da leben andre Menschen mit mehr Schulden und sind trotzdem noch nicht am Ende.

Ich hab mich auch dazu entschieden, ihn nicht zu überrennen bzw. ihn als "bevormundeten Trottel dastehen zu lassen, der nix selbst auf die Reihe kriegt".
Nein, untergehen wird er nicht, davon bin ich auch überzeugt, jetzt wo ich weiß, wie hoch der Betrag ist. Es wird ein verdammt harter Monat, ich hoffe, er kann die Ratenzahlungen mal aussetzen bzw. nach hinten schieben, dann müssten wir bzw. er das "irgendwie" auf die Reihe kriegen.

Ich werd ihm auf jeden Fall zeigen, daß er meine totale Unterstützung hat, ich hinter ihm stehe und ihm auch (nicht nur finanziell, sondern auch seelisch) den Rücken stärken kann und werde, und daß ich für ihn da bin.

Aber du hast mich echt aufgebaut, dankeschön

Skeptisch sein
Viele Schuldner verniedlichen, verheimlichen den wahren Schuldenberg, Nicht nur vor dem Partner, sondern auch vor sich selbst. Oft ist in Wahrheit der Betrag viel höher, als man "gesteht".

Ich würde an Deiner Stelle auf jeden Fall betreffend des Betrags sehr sehr skeptisch sein.

Muss ich noch extra dazusagen, dass es nicht mit dem Charakter eines Menschen zu tun hat, da kann man noch so nett, so brav, so super sein - das wahre Ausmaß verheimlichen sie fast alle.

Und plötzlich findet sich ein Post, die ungeöffnet war, die verloren war, die günstigerweise "übersehen" wurde.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

Frühere Diskussionen
Noch mehr Inspiration?
pinterest

Das könnte dir auch gefallen