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Die lieben Eltern

2. Januar 2012 um 1:25 Letzte Antwort: 12. Januar 2012 um 2:42

Hallo Forumler,

mein erster wirklich privater Fred... Ich versuche mich kurz zu halten. Hätte gerne mal gewusst, wie meine Situation neutrale Menschen beurteilen.

Ich bin 26 und habe in meinem Leben aufgrund starker psychischer Probleme (Soziale Phobie, Depressionen, Essstörung) bisher nicht viel erreicht. Ich habe eine Ausbildung angefangen und wegen o.g. Schwierigkeiten abgebrochen. Nach zwei Krankenhausaufenthalten und zahlreichen Therapiesitzungen habe ich eine neue Ausbildung begonnen. Die ich, im August 2011, 4 Monate vor der Abschlussprüfung ebenfalls aus gesundheitlichen Gründen unterbrochen habe (ich möchte diese gern beenden sobald es mir besser geht!). Das zur Vorgeschichte...

Ich führe seit 1,5 Jahren eine Fernbeziehung mit meinem Freund. Er lebt in NRW (wie auch meine Eltern) und ich lebe in Hessen. Schon seit Jahren möchte ich gerne nach NRW in die Nähe meiner Eltern ziehen, aber leider hat es bisher nie geklappt. Mich hält hier nichts, ich habe eine Freundin hier die ich wirklich vermissen würde, ansonsten ist mein soziales Netz in NRW und ich fühle mich sehr einsam hier in Hessen.

Nun ist es so, dass man als ALG II. Empfängerin nicht einfach umziehen darf und gute Gründe vorweisen muss. Ich möchte aber definitiv hier weg, weil es auch meine Beziehung unheimlich belastet und meine Depressionen immer schlimmer werden. Meine Eltern haben mir immer signalisiert, dass sie mich unterstützen und sich freuen, wenn ich nach NRW komme. Sie haben ein großes Haus mit einer komplett abgeschlossenen Dachgeschosswohnung, die sie hin und wieder auf Zeit vermieten und als "Gästezimmer" nutzen.

Heute habe ich über meinen konkreten Wunsch gesprochen meine Ausbildung in NRW zu beenden (was auch kein Problem darstellen würde) und umzuziehen. Ich habe gefragt, ob sie mich erstmal als Mieterin im Dachgeschoss aufnehmen. Da hieß es sofort, "nein, das ist keine gute Idee.", haben mir jedoch finanzielle Unterstützung zugesagt. Eine Stunde später kam eine E-Mail dass sie auch das mit der finanzielle Hilfe revidieren. Sie würden sich zwar freuen, wenn ich komme und helfen auch beim Umzug, aber sie denken, wenn das Arbeitsamt nicht zustimmt kann das nicht gut gehen (das AA würde lediglich nicht für die Umzugskosten aufkommen. Ich würde mich ganz normal in NRW neu anmelden und bekäme dann ALG II). Außerdem bräuchten sie die Wohnung für Gäste und Familie.

Ich bin ziemlich enttäuscht darüber um ehrlich zu sein. Vielleicht sollte ich dazu sagen, dass die Frau meines Vaters meine Stiefmutter ist. Sie wissen, wie schlecht es mir hier geht und haben mir immer Hilfe zugesichert, aber jetzt wo es akut wird sind sie nicht da. Ich habe nie erlebt wie es ist eine Familie zu haben. Bin teilweise im Heim großgeworden. Emotionale Unterstützung gabs nie, aber ich hatte immer die neusten Buffalos... falls Ihr wisst was ich meine?! Ich will nicht undankbar sein, aber ich denke mir:

Ein Kind ist eine Verantwortung fürs Leben. Sollten Sie mir nicht irgendwie helfen? Ich fühl mich momentan ganz klein mit Hut und mir ist alles zuviel. Klar, ich bin Erwachsen, aber ist es so viel verlangt mir unter die Arme zu greifen? Ich könnte noch so viel erklären, aber ich mach hier mal einen Cut und warte ab, ob und, wenn ja, was von Euch kommt.

Wer auch immer durchgehalten hat...danke fürs Lesen und für jede Antwort.

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2. Januar 2012 um 2:20

Hallo Pfefferminzteebeutel
erstmal danke, dass Du Dir die Zeit genommen hast meinen Text zu lesen!

Die Ausbildung ist eigentlich eine Umschulung, finanziert über einen Bildungsgutschein vom Arbeitsamt. Es gibt mehrere Fachschulen die diese Umschulung anbieten. Ob das Arbeitsamt nun in NRW an die 1,5 Jahre Umschulung anknüpft oder in Hessen ist denen dabei egal. Auch von der IHK sowie der Schule aus wäre ein Umzug kein Problem. Hab mich dahingehend schon informiert. Das heißt allerdings auch, dass es aus Amtsicht kein Grund darstellt umzuziehen. Meine einzige Chance ist, dem Amt klarzumachen dass es gesundheitlich "notwendig" ist. Ich hoffe da mit einem ärztlichen Attest weiterzukommen.

Das ich die Tochter bin und somit ja auch zur Familie gehöre hab ich mir auch schon gedacht, aber ich glaube meine Eltern haben einfach Angst, dass ich Ihnen auf der Tasche liegen könnte. Solange es mir gut geht ist alles toll. Als ich meinen Schulabschluss mit 1,0 bestanden habe, war ich DIE Vorzeigetochter und jetzt, wos mir schlecht geht, will man mich lieber auf Abstand halten. So fühle ich mich momentan.

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2. Januar 2012 um 2:32

Liebe Sappho88
danke auch Dir fürs lesen!

Dein Beitrag ist sehr verständlich und ich weiß genau was Du mir mitgeben möchtest. Du hast Recht! Es ist nur so schwer sich von der Hoffnung zu verabschieden jemals noch so etwas wie "Familie" kennenzulernen. Ich hatte in dem Fall sicherlich auch die Hoffnung (wenn auch nur übergangsweise) etwas nachholen zu dürfen.

Ich bewunder Dich dafür, dass Du es geschafft hast Deinen Seelenfrieden gefunden zu haben und möchte Dich dazu beglückwünschen. Du bist eine starke Frau.

Dir auch, alles Liebe!

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3. Januar 2012 um 23:10

Hallo arabella115
vorab vielen Dank für Deine Meinung. Ich möchte gern einiges davon aufgreifen:

Ich bin auch nicht der Meinung, dass die Eltern dem Kind immer und überall unter die Arme greifen müssen. Mir ist bewusst, dass ich Erwachsen bin und mein Leben selbst regeln können muss. Ich fühle mich allerdings etwas zu unrecht angegriffen mit deiner Beschuldigung man könnte doch auch endlich mal erwarten, dass ich etwas alleine geregelt bekomme. Ich habe nie Unterstützung gehabt, weder von meiner Mutter (leiblich) noch von meinem Vater. Er hat sich als ich vier Jahre alt war aus dem Staub gemacht und lange nichts von sich hören lassen. Später war ich, wie schon kurz erwähnt, im Heim und bin dann mit 17Jahren in die eigene Wohnung gezogen. Ich war schon sehr früh (zwangsläufig) sehr selbstständig. Das Verhältnis zu meinem Vater hat sich erst vor ca. 7Jahren gebessert und ich habe wieder mehr Kontakt aufgebaut.

Meine Ausbildung ist eine schulische Ausbildung (genau genommen eigentlich Umschlung) die ich ohne Probleme an einer Schule in NRW beenden kann. Ich habe diesbezüglich mit der IHK und der Schule in NRW schon gesprochen. Natürlich wäre es besser gewesen, wenn ich die Schule in Hessen beendet hätte, aber es ging nunmal nicht mehr. Ich erwarte auch nicht, dass jmd der nie mit psychischen Problemen zu kämpfen hatte in seinem Leben, das versteht.

Ich verharre auch nicht im "Jammertal", ich wünschte mir lediglich, dass meine Eltern mich unterstützen bei dem Umzug und mir vorübergehend (natürlich nicht kostenlos, ich würde Miete zahlen) im Dachgeschoss ein Unterschlupf gewährt hätten. Da sie das nicht wollen, kam die Idee von MEINER STIEFMUTTER mit der finanziellen Unterstützung. Ich wollte nie Geld!

Es geht insgesamt auch mehr um die emotionale Unterstützung, um das Dasein, wenn ich sie brauche. Ich hoffe das ich Dir meine Situation etwas klarer machen konnte.

LG

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3. Januar 2012 um 23:54

@arabella115
Du hast Deine Einstellung zum Thema psychische Erkrankungen und die wirst Du auch nicht ablegen. Das ist ok, ich nehm das so an. Mir geht es allerdings in diesem Fred nicht darum, warum ich meine Ausbildung nicht geschafft habe oder ob es sinnvoll wäre sie in Hessen zu beenden. Ich werde sie beenden und da geht es erstmal vordergründig nicht darum wann und wo! Mir geht es um die zwischenmenschliche Beziehung zwischen Eltern und Kindern. Darauf kannst Du Dich irgendwie nicht so richtig einlassen, hab ich das Gefühl. Jeder Mensch hat Bedürfnisse und ich denke das ist auch normal. Muss man wirklich IMMER und in jeder Lebenslage alleine klarkommen? Man darf auch mal um Hilfe bitten, finde ich.

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4. Januar 2012 um 1:46

Aktueller Stand
ich habe meine Eltern nochmal angeschrieben (ich war ehrlich gesagt zu feige mir am Telefon einen möglichen, weiteren Korb abzuholen) und ihnen versucht zu erklären, warum es mir so wichtig ist umzuziehen. Daraufhin kamen diverse Vorwürfe. Ich würde sie ja nur als "Bank mit unbegrenzten Mitteln" sehen und darüber sollte ich mir mal Gedanken machen. Meine Eltern haben mir einmal in meinem Leben einen Kredit gegeben, den ich jetzt in Raten wieder abzahle. Es ging damals um den Führerschein. Dafür bin ich auch sehr dankbar, aber das bekam ich nun gestern aufs Brot geschmiert. Sie hätten damals ja auf ihren Mosel-Urlaub verzichtet um mir dieses Geld zukommen zu lassen. Ob mir das überhaupt klar wäre. Ich will wirklich nicht undankbar erscheinen, aber ich ging davon aus, wenn sie das Geld nicht haben, geben sies mir auch nicht. Dann hätte ich das natürlich akzeptiert. Von einem Urlaub war nie die Rede.

Auch jetzt seh ich sie ja nur als Bank, weil ich SCHON WIEDER Geld will. Für einen Umzug, nachdem meine Existenz ja überhaupt nicht gesichert sei. Sie denken ich liege ihnen dann komplett auf der Tasche. Das Argument kann ich nicht nachvollziehen. Ich bekomme dort genauso Hilfe vom Arbeitsamt wie hier. Außerdem kann ich nur nochmal wiederholen: ICH wollte kein Geld, ich wollte nur bei ihnen unterkommen eine zeitlang!

Ich kann mir nicht helfen, für mich sind das alles Ausreden und da steht was anderes hinter. Was meint Ihr dazu?

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4. Januar 2012 um 14:03

"Warum ziehst du nicht (zumindest übergangsweise) zu ihm?"
Er ist seit Januar 11 ausgelernter KFZ-Mechatroniker, findet aber trotz großer Bemühungen keinen Job und verdient daher auch nicht genug Geld um sich eine Wohnung leisten zu können. Er lebt somit noch bei seinen Eltern. Da er 24 ist, darf er auch nicht auf Hilfe vom Amt hoffen. Unter 25 muss man gute Gründe nachweisen, warum ein Leben im Elternhaus nicht möglich ist. Die gibt es nicht. Dort unterkommen geht allerdings auch nicht, weil die Wohnung dafür viel zu klein ist.

Es tut gut verstanden zu werden. Danke für Deine Worte!

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4. Januar 2012 um 14:05

@bengelll
wie kommst Du denn darauf, dass Pfefferminzteebeutel und arabella115 die gleiche Person sind?

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4. Januar 2012 um 14:13

Danke fürs Mut machen arabella115
ich akzeptiere Deine Meinung natürlich. Wenn ich nur "Bartgeschmiere" gewollt hätte, hätte ich nicht diesen Thread erstellt. Verschiedene Menschen, bedeutet verschiedene Meinungen und Ansichten. Das ist auch gut so! In einigen Teilen geb ich Dir ja auch Recht. Man muss in die Zukunft schauen und sich nicht mit der Vergangenheit aufhalten. Du bist wahrscheinlich um einiges stärker als ich es bin. Ich brauch einfach noch eine Weile bis ich an dem Punkt bin, an dem Du stehst. Ein bisschen mehr Verständnis/Toleranz für Menschen die anders denken als Du wäre wünschenswert, aber das ist nur MEINE Meinung.

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4. Januar 2012 um 14:22

.....
Hi Silentsoul,

es ist echt traurig zu lesen, dass es solche Eltern gibt, die ihre Kinder so im Stich lassen wenn es drauf ankommt. Zumal es ja so scheint, dass es für sie gar nicht so ein Problem geben dürfte mit der Wohnung.

Ich kann das nachvollziehen, wie es dir jetzt geht. Habe ähnliches durch. Nur mit dem anderen Aspekt, dass MEINE ELTERN mich total unterstützen.

Ich bin mittlerweile 34 Jahre alt, seit 1,5 Jahren von Hartz4 abhängig. Habe vor 4 Jahren ca. noch 100 km entfernt gewohnt von meiner ganzen Familie, bedingt wegen eines jobs den ich in der anderen Stadt hatte. Als ich den Job verlor, hing ich dort fest irgendwie. Ich hatte dort zwar meine Wohnung, war aber die gesamte Zeit über wieder bei meinen Eltern, hauste auf einer ausklappbaren Liege in meinem "alten Kinderzimmer" was dann das Büro und Esszimmer war. Wir teilten uns alle die 3-Zimmer Wohnung. In meiner eigenen Wohnung fühlt eich mich einfach nur total einsam. Es kam hinzu dass ich psychosomatische Beschwerden bekam (1 Jahr lang Dauerkopfschmerzen , Darmblutungen etc). Mein Arzt riet mir dazu schleunigst zuzusehen, dass ich wieder zu meiner Familie ziehe, weil diese Beschwerden ein Zeichen dafür sind, dass ich mich in der derzeitigen Situation nicht wohl fühle.

Wie es der zufall wollte, ergab sich die Gelegenheit, dass meine eltern zusammen mit meinem Bruder und seiner Familie ein 3 Familien Haus kauften. Dort konnte ich eine eigene Wohnung beziehen.

Aber WIE krieg ich diese Wohnung nun beim Amt durch. DAS waren auch damals meine Bedenken. Denn diese Wohnung sind über 60 qm. Als Single darf man ja nur irgendwas zwischen 40 - 50 qm haben. So, wir haben uns beraten lassen. Meine Eltern haben einen Mietvertrag mit mir geschlossen. Ich zahle Miete, die aber weit unter dem regionalen Mietspiegel hier liegt. Fakt ist, das Amt zahlt meine Wohnung, weil sie für mich die günstigste Variante ist, da ich für eine viel kleinere Wohnung aber weitaus mehr zahlen müßte als das jetzt tue.
Könntest du das mit deinen Eltern nicht so vereinbaren, dass ihr einen günstigen Mietvertrag aufsetzt und du solange bei Ihnen wohnst bis du eine sichere neue Arbeitsstelle gefunden hast?

Umzug bezahlt zwar auch das Jobcenter, aber wenn du denen klar machst dass dir deine Eltern das finanzieren könnten, dann brauchen die ja nicht für dich zahlen. Außerdem ist das mit dem zurückbezahlen des Geld innerhalb von Verwandtschaft imemr einfacher, wegen den Zinsen etc...und man ist zeitlich gesehen flexibler.

Aber wegen Abgruch der Ausbildung: hmmm mit meinem Wissen von heute, würde ich dir auch trotz Depressionen etc raten die 4 Monate durchzuziehen und dann richtig durchzustarten mit Jobsuche in deiner Heimat. Meinste nicht das würdest du noch hinkriegen - durchstehen? Oder ist es wirklich so schlimm? Ich habe damals in der ausbildung am Ende hin auch arge Problem mit Mobbing gehabt und wollt enur weg aus dem Laden. es war kurz vor der Prüfung - mir ging es total mies abe richhabe mich hingequält, weil ich einfach nur bestehen wollte um nicht mehr hingehen zu müssen. Und ich habe es geschafft

welche konkreten Gründe geben deine Eltern denn an, weswegen Sie dir keine Geld geben wollen?

LG angellaney

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4. Januar 2012 um 17:05

....
ich widerum finde schon, dass Eltern dafür da sind einen auch zu unterstützen, wenn Erwachsene Kinder eben nicht mehr alleiine klar kommen. Wir, also die Kinder, kümmern uns ja dann auch später um sie wenn sie pflegebedürftig sind und lassen sie nicht im Stich. Also sollte zumindest nicht so laufen.

Ich bin auch schon erwachsen. Aber, wenn man seelisch mal ganz tief unten ist und auch wenn man nur mit knappen finanziellen Mitteln auskommen muß, finde ich es sehr schön wenn die Eltern auch dann noch für einen da sind und einen mitunterstützen. Es erleichtert vieles - denn Ärger mit den Ämtern kann auch ganz schön an den Kräften zehren.

Lg angellaney

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5. Januar 2012 um 23:42

Hallo wildwater
Ich werde auch versuchen meine Kinder (hab noch keine und werd auch keine bekommen in nächster Zeit) selbstständig zu erziehen und ihnen beizubringen, dass man sich im Leben "durchbeissen" muss. Das ist eine wichtige Erkenntnis und nur so ist man gewappnet für die Höhen und Tiefen im Leben. Allerdings werde ich für meine Kinder da sein, wenn es ihnen schlecht geht und sie wirklich meine Hilfe brauchen. Da ist es mir dann auch egal, ob sie 19 oder 35 sind. Ich bleibe dabei... Ich finde das gehört sich so als Eltern.

Schön, dass Du Deinen Weg so gut gemeistert hast!

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6. Januar 2012 um 0:01
In Antwort auf melva_12844684

.....
Hi Silentsoul,

es ist echt traurig zu lesen, dass es solche Eltern gibt, die ihre Kinder so im Stich lassen wenn es drauf ankommt. Zumal es ja so scheint, dass es für sie gar nicht so ein Problem geben dürfte mit der Wohnung.

Ich kann das nachvollziehen, wie es dir jetzt geht. Habe ähnliches durch. Nur mit dem anderen Aspekt, dass MEINE ELTERN mich total unterstützen.

Ich bin mittlerweile 34 Jahre alt, seit 1,5 Jahren von Hartz4 abhängig. Habe vor 4 Jahren ca. noch 100 km entfernt gewohnt von meiner ganzen Familie, bedingt wegen eines jobs den ich in der anderen Stadt hatte. Als ich den Job verlor, hing ich dort fest irgendwie. Ich hatte dort zwar meine Wohnung, war aber die gesamte Zeit über wieder bei meinen Eltern, hauste auf einer ausklappbaren Liege in meinem "alten Kinderzimmer" was dann das Büro und Esszimmer war. Wir teilten uns alle die 3-Zimmer Wohnung. In meiner eigenen Wohnung fühlt eich mich einfach nur total einsam. Es kam hinzu dass ich psychosomatische Beschwerden bekam (1 Jahr lang Dauerkopfschmerzen , Darmblutungen etc). Mein Arzt riet mir dazu schleunigst zuzusehen, dass ich wieder zu meiner Familie ziehe, weil diese Beschwerden ein Zeichen dafür sind, dass ich mich in der derzeitigen Situation nicht wohl fühle.

Wie es der zufall wollte, ergab sich die Gelegenheit, dass meine eltern zusammen mit meinem Bruder und seiner Familie ein 3 Familien Haus kauften. Dort konnte ich eine eigene Wohnung beziehen.

Aber WIE krieg ich diese Wohnung nun beim Amt durch. DAS waren auch damals meine Bedenken. Denn diese Wohnung sind über 60 qm. Als Single darf man ja nur irgendwas zwischen 40 - 50 qm haben. So, wir haben uns beraten lassen. Meine Eltern haben einen Mietvertrag mit mir geschlossen. Ich zahle Miete, die aber weit unter dem regionalen Mietspiegel hier liegt. Fakt ist, das Amt zahlt meine Wohnung, weil sie für mich die günstigste Variante ist, da ich für eine viel kleinere Wohnung aber weitaus mehr zahlen müßte als das jetzt tue.
Könntest du das mit deinen Eltern nicht so vereinbaren, dass ihr einen günstigen Mietvertrag aufsetzt und du solange bei Ihnen wohnst bis du eine sichere neue Arbeitsstelle gefunden hast?

Umzug bezahlt zwar auch das Jobcenter, aber wenn du denen klar machst dass dir deine Eltern das finanzieren könnten, dann brauchen die ja nicht für dich zahlen. Außerdem ist das mit dem zurückbezahlen des Geld innerhalb von Verwandtschaft imemr einfacher, wegen den Zinsen etc...und man ist zeitlich gesehen flexibler.

Aber wegen Abgruch der Ausbildung: hmmm mit meinem Wissen von heute, würde ich dir auch trotz Depressionen etc raten die 4 Monate durchzuziehen und dann richtig durchzustarten mit Jobsuche in deiner Heimat. Meinste nicht das würdest du noch hinkriegen - durchstehen? Oder ist es wirklich so schlimm? Ich habe damals in der ausbildung am Ende hin auch arge Problem mit Mobbing gehabt und wollt enur weg aus dem Laden. es war kurz vor der Prüfung - mir ging es total mies abe richhabe mich hingequält, weil ich einfach nur bestehen wollte um nicht mehr hingehen zu müssen. Und ich habe es geschafft

welche konkreten Gründe geben deine Eltern denn an, weswegen Sie dir keine Geld geben wollen?

LG angellaney

Hallo liebe angellaney
Danke für Deine Offenheit. Ich habe ja schon in einem anderen Beitrag am Rande mitbekommen, dass es Dir ebenfalls nicht gut geht. Ich hoffe Du konntest mittlerweile eine geeignete Therapieform und vorallem eine Dir sympathische Therapeutin finden!

An Deiner Situation (bitte versteh mich nicht falsch. Ich denke Du weißt wie ich es meine) wird mir bewusst, dass es vielleicht gar nicht so schlecht ist, wenn ich etwas Abstand von meinen Eltern gewinne. Natürlich hätte ich gern etwas "heile Familie" nachgeholt, die ich in der Kindheit nicht hatte, aber letzten endes passt das heute einfach nicht mehr. Zumindest für mich nicht. Abhängigkeiten sind ja generell schwierig, egal ob von den Eltern oder vom Partner. Ich war (aufgrund meiner Einsamkeit seit frühster Kindheit) immer ein sehr autonomer Mensch und hab meine Dinge irgendwie selbst geregelt. Auch, wenn die Sehnsucht immer da war auch mal etwas "abgenommen" zu bekommen habe ich regelrechte Panik bei Kontrollverlusten. Unter meiner Dominanz leidet mein Freund ab und an *g*

Zu Deiner Frage mit der geminderten Miete... Seit gestern Abend weiß ich, dass es nicht wirklich darum geht, ob das Arbeitsamt Schwierigkeiten machen könnte oder dass meine Eltern durch das Vermieten "Wohnen auf Zeit" mehr Einnahmen hätten als mit meiner Miete. Es geht ihnen darum, dass ich im Haus wäre. Es ist ihnen einfach zu nah! Das hat meine Stiefmutter mir nun klar gemacht. Das muss ich akzeptieren, auch wenns weh tut (und es tut verdammt weh schon wieder so abgewiesen zu werden). Ich versuchen es jetzt anders zu sehen. Ich nehme was ich kriegen kann und alle Hoffnungen werde ich begraben. Wird mit Sicherheit einige weitere Therapiestunden brauchen.

Ich wünsche Dir alles Gute und viel Kraft!

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6. Januar 2012 um 0:02

Liebe slusia
Du schreibst mir aus der Seele. Vielen Dank für Deinen Beitrag

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12. Januar 2012 um 2:42

Entschuldige bitte die verspätete Reaktion arabella115
mein Freund war die Tage bei mir und da gehe ich nicht ins Internet

Hättest Du mir von Anfang an diesen Text geschrieben wärst Du auch nicht "angepfiffen" worden. Ich habe verstanden was Du mir sagen wolltest. Deine Beiträge haben mich nicht runtergezogen. Ja, ich war traurig und enttäuscht, aber ich bin (momentan) nicht labil. Die Sorge kann ich Dir nehmen Vielleicht ist es auch für Dich eine Chance zu reflektieren und zu erkennen, wie Du auf Andere wirkst und was Du für Gefühle in Deinem Gegenüber auslöst mit Deinen Worten.

Ich habe mich mittlerweile wieder gefasst. Das Trauern hat gut getan. Für Eure Worte und Eure Anteilnahme möchte ich mich nochmals bedanken! Ich habe nun alle weiteren Schritte eingeleitet. Habe mit meiner Ärztin wegen einem Attest gesprochen und Kontakt zum Arbeitsamt aufgenommen. Ich suche jetzt nach Wohnungen und habe vor, ende diesen, anfang nächsten Monats meine Wohnung zu kündigen. Egal, ob das Amt einem Umzug zustimmt oder nicht. Irgendwie wirds schon gehen. Einen günstigen Transporter habe ich zumindest schonmal (frühere Arbeitsstelle meines Freundes) und die Kaution kann ich zur Not über eine Bürgschaft laufen lassen.

Manchmal braucht es einfach etwas Zeit um neu durchzustarten. Sei nicht immer so streng mit Dir. Auch Du darfst mal schwach sein arabella115...

Liebe Grüße

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