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Die Liebe und Leidenschaft in der Krise, was kann man tun?

27. Juli 2005 um 5:12

Hallo,

ich (31) bin mit meiner Freundin (29) seit rund 2 Jahren zusammen.
Ich hatte (und habe) das Gefühl, dass wir beidseitig Glückstreffer füreinander sind, auf nahezu allen Ebenen sind wir auf einer Wellenlänge (auch ihre Meinung).
Seit einiger Zeit zieht sie sich jedoch zurück, was mit zunächst fremd war und Fragezeichen aufgeworfen hat.

Ich bin eher nüchtern, mitunter emotionslos (zumindestens verglichen mit ihr - dafür aber gefühlstief).
Dies hat sie mir auch desöfteren angekreidet (nicht vorgewurfen, sondern eher als Wunsch geäussert).
In der letzten Zeit bin ich dann auch mehr aus mir raus gekommen (was mich nicht wirklich Überwindung gekostet hat, denn ich bin nicht verklemmt, sondern selbstbewusst, eben nur ruhiger). Das Gleichgewicht des Verlangens ist seit einigen Wochen nicht mehr so gegeben, wie es sein soll.
Wir konnten jederzeit offen über alles Angenehme und Unangenehme reden, nur eben zuletzt, in den letzten 2 Monaten, war dies nicht mehr möglich, da ich an sie nicht mehr richtig rankam. Sie war dünnhäutiger mir gegenüber, traf sich viel öfters mit ihren Freundinnen (was auch von Anfang an so sein sollte, jeder sollte seine eigen Rückzugs- und Ausgleichswelt haben). Zudem auffällig flüchtig, nicht mehr spontan.

Um eines klarzustellen, es gab sicher keine Seitensprünge auf beiden Seiten, es ist nichts Unfaires geschehen, eben nur das Verlangen von ihrer Seite nach mir liess nach. Gestern haben wir uns dann lange und aussführlich darüber unterhalten, sie kann sich den Lustverlust auch nicht erklären, würde gerne neue Leidenschaft zulassen, kann aber nicht aus ihrer Haut. Es ist halt wie es ist. Und dass Liebe und die dazugehörigen Hormonbewegungen im Körper ihre eigenen Gesetze haben ist ja nun auch nichts neues.

Sie möchte mich nicht verletzen und hat auch durchaus Interesse die Beziehung weiter zu führen - eben nur nicht so. Sie "badet gern in Gefühlen", sind diese weg ist auch gewissermassen die Grundlage weg. Die Basis ist nicht gestört, einzig die Emotionen von ihrer Seite erkaltet, so dass sie von sich aus nicht mehr Interesse an Sex hat - so dass man es in den letzten 2 Monaten an einer Hand abzählen kann. Sie ist selbst natürlich auch nicht glücklich momentan, sehr sprunghaft und die Stimmung wechselt oftmals täglich von "normal bis geistig angeregt" zu "depressiv oder flüchtend". Wir haben gestern auch das Thema Trennung angesprochen (über dass sie bis dahin noch nicht nachgedacht hatte, weil sie es verdrängt hatte - ich spreche gerne Dinge an, also auch dieses "Tabu" als Konsequenz ihrer Gefühle und unseres jetzigen Beziehungsstandes). Die Trennung steht nun im Raum, ist aber völlig offen. Wie gesagt, menschlich ziehen wir uns nach wie vor an, können uns vertrauen. Und ich bin nach wie vor Feuer und Flamme - zumal mit dem Bewusstsein, dass sie die richtige ist.

Nun meine Frage, was kann man machen?

Ist eine Trennung das beste, in der Hoffnung, dass man dann merkt, was man am anderen hatte? Ist ja gleichzeitig auch risikoreich, sie ganz zu verlieren...

Zeitliche Trennung? Klingt wie ein Kompromiss, der aber nicht sehr erfolgsversprechend sein mag...

Weitermachen und hoffen, dass es sich hierbei um eine große Stiimungsdelle handelt und es dann weitergeht? Schmetterlinge wie am ersten Tag kann man natürlich nicht dauerhaft erhalten, aber doch kann es (wieder) ein schönes gemeinsames Beisammensein werden...

Alternativen, die mir nicht bewusst sind? Andere Möglichkeiten?

Ich kann mich eigentlich auch ziemlich gut in meine Mitmenschen hineinversetzen, werde selbst oft als Ratgeber gefragt, aber hier bin ich grad nicht weit genug weg vom Geschehen, um die richtige Entscheidung zu treffen. Zumal ich mich als Mann sowieso (leider) nie wirklich in die Gefühls- und Gedankenwelt einer Frau hineinversetzen können werde. Gibt es solche extrem(er)en Schwankungen, die sich wieder (von selbst) ausbügeln?

Wenn es also jemanden gibt, der diesen Fall kennt oder sich (als Frau) in die Situation hineinversetzen kann, dann wäre ich derjenigen (oder demjenigen) wirklich dankbar, wenn mir jemand einen kleinen Wink geben könnte, der mir auf die Sprünge hilft.
Momentan kann ich natürgemäss leider auch nicht der agilste und auraversprühendste Mensch sein, was die Situation ja nun auch nicht verbessert.

Vielen Dank
Hanno

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27. Juli 2005 um 7:10

Trennung?
Guten Morgen!

Warum denn gleich solche Gedanken? nee........

Bist Du schon mal auf die Idee gekommen, dass Deine Freundin vielleicht irgend etwas bedrückt?

Ich kann dazu nur sagen: Nur sprechenden Menschen kann geholfen werden.
Frage sie einfach was los ist. Warum verhält sie sich so?
Will sie nicht antworten oder wiegelt alles ab, lass dem Mädel Zeit.
Ich würde ihr aber sagen, dass sie sich auf Dich zu 100 % verlassen und vertrauen kann und das Du für sie da bist (wenn es denn so ist).

LG

Elli1967

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27. Juli 2005 um 14:02

Danke für gut gemeinte Ratschläge
Erstmal vielen Dank Euch beiden für die gut gemeinten Ratschläge. Vielleicht ist was wahres dran und es braucht einfach nur Zeit.

Momentan haben wir auch eine ähnliche Situation wie beschrieben, sie ist für ein paar Tage zu den Eltern, ich melde mich nicht, sie meldet sich, wenn sie mag. Wie ich ihr aber auch so eigentlich immer eine "lange Leine" gelassen habe.

Ein anderes Problem, was wir aber immer positiv ausgelebt haben ist, dass ich Optimist bin, und sie immer nach der Zukunft fragt, also Unklarheiten im Leben immer von der pessimistischen Seite gesehen hat. Ich bin also immer die treibende Kraft gewesen, von der sie am Ende (auch nach eigenen Aussagen) im Sog der Ideen immer profitiert hat und viele schöne Momente erlebt hat.

Dieser Pessimismus macht mir im Moment Sorgen, Fragen von ihr wie "wie soll es denn wieder bergauf gehen, wo doch dieletzte Beziehung (ihre) zum Schluss 5 Jahre verschenkte Zeit war - warum soll es jetzt besser werden?". Gegenargumente, dass jede Beziehung eine andere ist und eine Chance verdient hat werden angenommen und verstanden, aber teils auch wieder schnell durch andere (pessimistischere) Einstellungen abgelöst, speziell jetzt ist nicht gerade geradlinig. Zumal sie sehr belesen ist und u.a. Literatur liesst, in der die Hormonkurve von Beziehungen behandelt wird und i.d.R. immer den gleichen Lauf nimmt, in Schüben abbauend, bis keine Verlangen mehr da ist und auch nicht wieder zu bekommen ist. Meine Meinung dazu ist, dass da sicher viel Wahrheit dahinter steckt, aber Liebe und Zuneigung sind nicht nur Hormone. Literatur, die dem Leser eigentlich vormacht, dass Beziehungen hormonelle Sackgassen sind, in meinen Augen recht negative Literatur, von ihr aber aufgesogen.
Meine Meinung: Im Leben braucht man auch Träume - und wenn man zusammen passt, dass meistert man auch das, zumindestens ist es einen (etwas ausdauernderen) Versuch wert, wenn man sich sonst sehr gut ergänzt und beflügelt und zumindestens bislang die Wünsche des Partner auch ohne Worte erkannt hat.

Dies versuchen zu vermitteln ist eine Sache - die Gefahr dabei zu Klammern ist die andere.
Wie gesagt, das Gleichgewicht des Verlangens ist momentan gekippt, und ich weiss auch, dass das nicht gut ist und fühle mich in der Situation nicht wohl, zumal diese Appelle an sie optimistischer zu sein je nach Situation auch als Drängen aufgefasst werden können - eine Klette möchte ich nicht sein. Kämpfen ohne Bedrängen ist eine schwierige Gratwanderung.

Vielleicht, geht es ja weiter und wird gut, meine Angst ist nur, dass es aus ist, bevor man es wirklich versucht hat. 2 Monate unausgefüllte Beziehung nach knapp 2 Jahren wäre schon recht früh für einen Schlussstrich. Und hierbei bemerke ich auch, dass mein Optimismus hier nichts bringt, da ich es ja nicht in der Hand habe und eigentlich zum Nichtstun verdammt bin.

Ich würde ihr so gerne etwas Optimismus auf den Weg mitgeben, aber speziell jetzt, fehlende Glückshormone, Ungewissheit,... das ist idealer Nährboden für ihre pessimistische Gedankenwelt (man könnte auch sagen, fehlender Mut und Angst vor Wiederholung der Erlebnisse ihrer vorherigen Beziehung).
Leider!

Nochmals vielen Dank für alle, die sich diese subjektiven Sorgen durchlesen und auch etwas dazu schreiben oder geschrieben haben.

Hanno

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27. Juli 2005 um 20:06
In Antwort auf elias_12096624

Danke für gut gemeinte Ratschläge
Erstmal vielen Dank Euch beiden für die gut gemeinten Ratschläge. Vielleicht ist was wahres dran und es braucht einfach nur Zeit.

Momentan haben wir auch eine ähnliche Situation wie beschrieben, sie ist für ein paar Tage zu den Eltern, ich melde mich nicht, sie meldet sich, wenn sie mag. Wie ich ihr aber auch so eigentlich immer eine "lange Leine" gelassen habe.

Ein anderes Problem, was wir aber immer positiv ausgelebt haben ist, dass ich Optimist bin, und sie immer nach der Zukunft fragt, also Unklarheiten im Leben immer von der pessimistischen Seite gesehen hat. Ich bin also immer die treibende Kraft gewesen, von der sie am Ende (auch nach eigenen Aussagen) im Sog der Ideen immer profitiert hat und viele schöne Momente erlebt hat.

Dieser Pessimismus macht mir im Moment Sorgen, Fragen von ihr wie "wie soll es denn wieder bergauf gehen, wo doch dieletzte Beziehung (ihre) zum Schluss 5 Jahre verschenkte Zeit war - warum soll es jetzt besser werden?". Gegenargumente, dass jede Beziehung eine andere ist und eine Chance verdient hat werden angenommen und verstanden, aber teils auch wieder schnell durch andere (pessimistischere) Einstellungen abgelöst, speziell jetzt ist nicht gerade geradlinig. Zumal sie sehr belesen ist und u.a. Literatur liesst, in der die Hormonkurve von Beziehungen behandelt wird und i.d.R. immer den gleichen Lauf nimmt, in Schüben abbauend, bis keine Verlangen mehr da ist und auch nicht wieder zu bekommen ist. Meine Meinung dazu ist, dass da sicher viel Wahrheit dahinter steckt, aber Liebe und Zuneigung sind nicht nur Hormone. Literatur, die dem Leser eigentlich vormacht, dass Beziehungen hormonelle Sackgassen sind, in meinen Augen recht negative Literatur, von ihr aber aufgesogen.
Meine Meinung: Im Leben braucht man auch Träume - und wenn man zusammen passt, dass meistert man auch das, zumindestens ist es einen (etwas ausdauernderen) Versuch wert, wenn man sich sonst sehr gut ergänzt und beflügelt und zumindestens bislang die Wünsche des Partner auch ohne Worte erkannt hat.

Dies versuchen zu vermitteln ist eine Sache - die Gefahr dabei zu Klammern ist die andere.
Wie gesagt, das Gleichgewicht des Verlangens ist momentan gekippt, und ich weiss auch, dass das nicht gut ist und fühle mich in der Situation nicht wohl, zumal diese Appelle an sie optimistischer zu sein je nach Situation auch als Drängen aufgefasst werden können - eine Klette möchte ich nicht sein. Kämpfen ohne Bedrängen ist eine schwierige Gratwanderung.

Vielleicht, geht es ja weiter und wird gut, meine Angst ist nur, dass es aus ist, bevor man es wirklich versucht hat. 2 Monate unausgefüllte Beziehung nach knapp 2 Jahren wäre schon recht früh für einen Schlussstrich. Und hierbei bemerke ich auch, dass mein Optimismus hier nichts bringt, da ich es ja nicht in der Hand habe und eigentlich zum Nichtstun verdammt bin.

Ich würde ihr so gerne etwas Optimismus auf den Weg mitgeben, aber speziell jetzt, fehlende Glückshormone, Ungewissheit,... das ist idealer Nährboden für ihre pessimistische Gedankenwelt (man könnte auch sagen, fehlender Mut und Angst vor Wiederholung der Erlebnisse ihrer vorherigen Beziehung).
Leider!

Nochmals vielen Dank für alle, die sich diese subjektiven Sorgen durchlesen und auch etwas dazu schreiben oder geschrieben haben.

Hanno

Einige anmerkungen:
wo genau seht ihr den zusammenhang zwischen liebe und verlangen?
und was ist eure basis wenn ihre emotionen erkaltet sind?

"wie soll es denn wieder bergauf gehen, wo doch dieletzte Beziehung (ihre) zum Schluss 5 Jahre verschenkte Zeit war - warum soll es jetzt besser werden?". das ist in meinen augen kein argument sondern ein unlogisches wirrwarr ich würde sie fragen warum sie nicht zwischen der ex- beziehung und der aktuellen differenzieren kann.

"Hormonkurve von Beziehungen behandelt wird und i.d.R. immer den gleichen Lauf nimmt, in Schüben abbauend, bis keine Verlangen mehr da ist und auch nicht wieder zu bekommen ist." wenn sie das glauben will- wie stellt sie sich eine längerfristige beziehung vor?

"Und hierbei bemerke ich auch, dass mein Optimismus hier nichts bringt, da ich es ja nicht in der Hand habe und eigentlich zum Nichtstun verdammt bin."- that's life- mache dinge muss man(n) aushalten können!


sparkling

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