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Die Leidenschaft fehlt ihm und es liegt nicht an mir...

4. Juni 2006 um 23:01

Hallo ihr lieben!
Ich (28) bin gerade im Pfingsturlaub und habe eben lange mit meinem Freund (33) am Telefon über Gott und die Welt geschwätzt. Am Ende meinte er, dass ihm so langweilig sei und es extrem komisch wäre: bei seinen Ex-Freundinnen habe er nie so sehr die Geborgenheit und die Intensität gefühlt wie bei mir. Dafür aber hätten wir halt sehr wenig Sex und die Leidenschaft würde ihm fehlen.

Das ist ein Schlag ins Gesicht

Mir ist völlig klar, dass wir sehr wenig Sex haben (im Schnitt alle 2 Wochen), aber das liegt eigentlich nicht an mir!!

Es ist so, dass ich die Pille nicht vertrage weil ich darunter permanent blute. Also habe ich sie nun nach langem Experimentieren abgesetzt.
Ich habe durchaus Lust auf Sex, aber GANZ oft fangen wir an zu kuscheln und wenn es ein wenig heißer wird, steht er plötzlich auf und sagt er würde nun duschen gehen. Oder er würde nun schlafen wollen... Das habe ich bisher noch NIE erlebt und jedesmal stehe ich dann da mit einem riesigen Fragezeichen auf der Stirn.
Er findet mich attraktiv und er liebt es mir mir zu knutschen. Außerdem mag er meinen Körper und faßt mich auch wirklich gerne an, aber warum will er so selten Sex??
Ich meine ok, unter der Pille und den damit verbundenen Schwierigkeiten war es oft doof und stressig. Jetzt nehme ich sie nicht mehr und natürlich ist das Risiko einer Schwangerschaft damit größer. Das macht die Sache auch nicht leichtern.
Es hat mich nur sehr verletzt, dass er gesagt hat, früher seien seine Beziehungen viel leidenschaftlicher gewesen und er wüßte selbst nicht warum das jetzt nicht wäre. Aber es fehlt ihm.
Fühl mich gerade ziemlich elend und weiß nicht wie ich damit umgehen soll. Natürlich ist mir das alles auch schon länger aufgefallen und in früheren Gesprächen war es ihm immer unangenehm und er ist ausgewichen. Einmal hat er gesagt, dass er sich selber Sorgen machen würde, weil er so wenig Lust hätte. Ich werde aber das Gefühl nicht los, dass es an mir liegt. Warum weiß ich allerdings wiederum nicht. Ich bin sehr gepflegt und auch wirklich nicht häßlich.
Das habe ich noch nie erlebt. Meine bisherigen Männer waren das genaue Gegenteil.

Kennt das vielleicht jemand? Oder kann jemand etwas dazu sagen??

Vielen Dank schonmal!!!

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5. Juni 2006 um 10:57

Ich glaube das liegt nicht an dir
Also mit ziemlicher Sicherheit liegt es nicht an dir, natürlich kann man hier kein Pauschalurteil fällen, doch in dieser Hinsicht bin ich mir sicher.

Es gibt meiner Meinung nach 2 Möglichkeiten die ich persönlich in Betracht ziehen würde.

1. kann es vielleicht sein dass er mit sich selbst ein Problem hat ??
Speziell möchte ich jetzt auf das Thema männliche Sexualität zu sprechen kommen.
Es gibt viele Gründe warum ein Mann in deiner beschriebener Situation einen Rückzieher machen könnte.
War bei den letzten Mal als ihr Sex hattet vielleicht irgendwas anders als sonst?
- kürzer als sonst?
- länger als sonst?
- intensiver oder weniger ?

Stell dir diese Fragen mal ganz ehrlich, vielleicht kommst du schon allein drauf.
Es ist manchmal sehr kompliziert hinter diese Fassade zu sehen, da Männer sowas wie "Angst vorm zu früh kommen" niemals von alleine ins Gespräch bringen würden.

2.ist es oft so dass sich Männer sehr schnell unter Stress setzen wenn sich so was stressiges und abtörnendes wie dieses Problem mit deiner Pille abzeichnet.
Vielleicht gibt sich das auch von alleine wieder, nachdem das Problem jetzt behoben wurde.

Bei dem männlichen Geschlecht ändert sich im Laufe der Jahre auch einiges(genauso wie eine Frau ihre hormonell bedingten Veränderungen durchläuft, passiert dass da auch)
Vielleicht hat sich sein sexueller Trieb verringert,wäre denkbar dass er dem sehr nachtrauert.

Vielleicht sprichst du ihn einfach mal an bei der nächsten Gelegenheit?!
Damit würdest du dir (und Ihn) bestimmt viel nachdenken und Ballast vom Herzen nehmen.

Mach aber den Fehler nicht und mach ihm irgendwelche Vorwürfe !
Ich denke nicht dass er es mit absicht macht um dir zu schaden, also solltest du ihm auch nicht das Gefühl geben.

Gib ihm das Gefühl du verstehst ihn, bist ihm nicht böse, aber sorgst dich um eure Beziehung.
Zeig ihm dass er mit dir über alles reden kann indem du ihm auch ein intimes Problem von dir anvertraust(bitte ihn am besten um Rat in so einer Sache)das schafft die Vertrauensbasis um auf sein Problem zu kommen.

Probiers bitte, sei ruhig und verständnisvoll.
Würde mich auch freuen wenn du in dieser Sache weiterberichten würdest.

Liebe Grüße, lass dich drücken...

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5. Juni 2006 um 14:41

@ Cefeu & Pnooky
Erstmal vielen lieben Dank für eure netten Antworten!!

Wir haben gestern Nacht noch einmal telefoniert und darüber gesprochen.
Es ist so, dass seine Ex-Freundin ihn ziemlich mies belogen und vera*scht hat. Die Trennung war extrem übel und er hatte lange daran zu knacken, weil er ihr 100%ig vertraut hatte.
Wir sind kurz nach dieser Trennung schon mehr oder weniger zusammen gekommen. Ich denke, dass er hätte viel mehr Zeit gebraucht um diese Enttäuschung zu verarbeiten, aber das läßt sich nun nicht mehr ändern.

Trotz dieses turbulenten Beginns haben wir alles ganz gut hinbekommen und sind stark zusammen gewachsen. Die Trennung von seiner Ex hat sich im letzten Sommer von Mai bis Juli etwa hingezogen. Seit August sind wir nun zusammen.

Er sagt selber, dass er das Gefühl hat, seine Leidenschaft sei mit der Trennung von seiner Ex gestorben und er weiß nicht warum.
Mittlerweile ist die Geschichte wirklich passé, auch wenn er immernoch ab und an Alpträume hat, in denen diese Frau vorkommt, aber er trauert nicht mehr und sie haben auch seit der Trennung keinen Kontakt mehr. Alles was er noch hat ist eine enorme Wut auf diese Frau.

Vielleicht hat es wirklich noch mit dieser Trennung bzw. Enttäuschung zu tun. Ich stelle mir das ein wenig so vor, wie bei einem schönen Lied, das ein Paar immer gemeinsam gehört hat. Trennt man sich dann und läuft die Trennung womöglich noch übel ab, dann mag man das Lied nicht mehr und kann es auch oft jahrelang nicht mehr leiden. Kennt ihr das?

Ob sich das beim Sex auch so verhalten kann weiß ich nicht, aber es ist meine einzige Erklärung momentan...


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7. Juni 2006 um 2:56

Aus der anderen Perspektive...
Hallo oyster26,

vielleicht hilft Dir mein Beitrag weiter. Ich (28 m) befinde mich nämlich in genau der entgegengesetzten Position. Meine Freundin ist 33 und klagt über zu wenig Sex. Und mittlerweile findet dieser auch nur noch ein Mal im Monat statt. Ich muss dazu sagen, dass ich schon immer weniger Sex wollte und brauchte als meine Partnerin, in allen Beziehungen die ich bis jetzt hatte. In meinem Bekanntenkreis ist es fast immer anders herum. Von daher gehe ich mal davon aus, dass ich ein schwachen Sexualtrieb habe, aber dennoch, früher, in anderen Beziehungen, ging es manchmal ganz schön zur Sache, vor allem in meiner letzten gescheiterten Beziehung. Die damalige Freundin hat mich teilweise sogar zum Sex genötigt, war sehr wild und es hat eine Zeit lang auch im Bett geklappt. Bis es mir zuviel wurde. Das war auch einer der Hauptgründe warum die damalige Beziehung auseinander gegangen ist, wie sie mir selbst sagte (wir sind auch jetzt noch befreundet).

Aber jetzt ist es ganz anders, meine derzeitige Freundin nötigt mich nicht, sondern redet mehr. Sie will es ausdiskutieren. Ehrlich gesagt, so komisch das auch klingen mag, aber Sex ist mir fast unwichtig geworden. Mir sind nur noch Zärtlichkeiten, Streicheleinheiten etc. wichtig (ich kann ihr minutenlang in die Augen schauen). Sex empfinde ich als Last. Wir beide wissen, dass es an mir liegen muss, da sie ein Bild von einer Frau ist und daher ein ziemlich großes Selbstbewusstsein hat. Seit einiger Zeit löchert sie mich recht intensiv, fragt nach, ob ich Probleme habe usw. Vor 5 Tagen war sie soweit, mich zum Arzt zu schicken, da in meinem Alter sexuelle Unlust nicht normal sei schon gar nicht als Mann! Ich wollte und will nicht. In so vielen Foren liest man Klagen von Frauen wegen sexueller Überforderung durch ihre Partner. Warum ist sie nicht einfach froh, dass nur einmal im Monat was läuft. Ich hatte ihr auch angeboten sie manuell zu befriedigen, wenn sie es will. Darauf hat sie gar nicht reagiert, nicht mal ein schiefer Blick; sie blieb völlig unbewegt, als hätte ich gar nichts gesagt.
Ehrlich gesagt, könnte ich meinetwegen auch nur einmal im Vierteljahr Sex haben. Doch das Problem ist, dass sie wesentlich mehr will anstatt weniger, genau wie Du. Ähnlich wie Dein Freund habe ich mir auch Sorgen gemacht, warum die Lust immer weiter zurück gegangen ist. Erst habe ich es auf meine extensiven sportlichen Aktivitäten geschoben, aber dies dann wieder verworfen. Ich weiß es nicht genau, aber es kommt mir so vor, als wäre meine Lust in dem Maße gesunken, wie meine Liebe zu ihr gestiegen ist. Letztere ist inzwischen so groß, dass man sie nicht in Worte fassen kann. Diese übergroße Liebe scheint einen Großteil meiner Lust einfach auszulöschen. Ich betrachte sie aber nicht als Schwester; Mutter etc. (der Vergleich wird ja immer gerne gemacht, wenn es im Bett nicht läuft), sondern wirklich als meine Lebensgefährtin als Frau. Mich interessieren auch nicht im Geringsten andere Frauen, was die sexuelle Ebene angeht. Ich bin total auf meine Freundin fixiert und trotzdem ...
Ich weiß auch nicht wie ich damit umgehen soll, ich bin da mitten drin und ich habe das Gefühl, dass bald eine Bombe platzen und sie mich zu irgendwas zwingen wird.

Du siehst also, das Problem kennt jemand anders auch ganz genau, bloß halt von der anderen Seite aus. Ich kann Dir bloß versichern, dass es keinesfalls an Deiner Attraktivität liegt. Es ist sein Problem. Meine Freundin ist schon fast zu attraktiv für Sex und trotzdem verhalte ich mich so. Zumindest deswegen musst Du Dir keine Gedanken machen.

Ich hoffe meine verfahrene Situation hat Dir ein wenig weiter geholfen.


@ pnooky

Dein verständnisvoller Beitrag hat mich mehr als positiv überrascht. Danke.

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7. Juni 2006 um 7:36

Angst vor Verantwortung ?

Ihr seid beide in dem Alter, wo es meist um Familiengründung geht denn die biologische Uhr tickt.Bewußt oder unbewußt steckt das jedem im Hinterkopf. Ich kenne viele Männer, mich eingeschlossen, die sich vor einer Verantwortung für eine Familie erst mal drücken wollen weil es belastet. Auch wenn sie im Gespräch ganz anders darüber tönen. Selbst wenn Kinderkriegen bei euch kein Thema sein sollte ist es ohne Verhütung manchmal schwierig für Männer beim Sex dann ein Risiko einzugehen. Wenn er dazu noch sein Vertrauen in seiner letzten Beziehung verloren hat... so könnte er Angst haben vorschnell und ungewollt Vater zu werden und vermeidet den Geschlechtsverkehr.

Frag ihn mal, ob es so was sein kann.

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7. Juni 2006 um 9:22

@ all
vielen lieben Dank für Eure netten Beiträge! Zu einigen möchte ich gerne noch etwas kommentieren.

@ Muddel & Katzenmann
Es stimmt, ich denke die Tatsache, dass ich die Pille nicht vertrage macht einen enormen Teil des Problems aus. Er kann nicht abschalten und hat im Hinterkopf die Sorge, dass etwas passieren könnte. Wir sind beide noch an der Uni. Er promoviert gerade und hat keine Ahnung ob er nach der Promotion einen Job bekommt.Da wäre ein Kind jetzt nicht angebracht und abtreiben würde ich auf keinen Fall...

@ Lastrain
Deinen Beitrag finde ich sehr interessant und aus meiner Warte kann ich da nur sagen, dass das darüber Reden - wie Deine Freundin es macht - nur dann hilfreich ist, wenn KEINERLEI Vorwürfe oder Forderungen entweder explizit geäußert werden, oder auch nur subtil mitschwingen!! Auch ein zuviel-reden bewirkt eher das Gegenteil.
Du fühlst Dich doch unter Druck gesetzt, oder? Hast Du Sorge, dass sie Dich verlassen könnte weil ihr der Sex fehlt?
Mein Freund und ich haben darüber gesprochen und mein Eindruck ist, dass ihm am meisten geholfen ist, wenn ich ihn so annehme und liebe wie er ist.
Du hast Recht damit, dass ich es genieße einen Freund zu haben dem Kuscheln und Zweisamkeit viel wichtiger ist als Sex. Ich bin auch kein Mensch der täglich oder 5 mal die Woche Sex braucht. Mir würde es 1-2 mal die Woche reichen, aber ich merke halt, dass in seinem Kopf etwas blockiert. Er hat mir gesagt, dass in seinen vergangenen Beziehungen der Sex sich auf etwa 2mal die Woche belief - also der "Oberhengst" war er wohl noch nie.

@ Acecat
Das ist in der Tat ein Problem! Die Sichersten Mittel sind nunmal die Pille und die Spirale/Kupferkette.
Alles hormonelle vertrage ich nicht und ich bin es auhc dermaßen leid damit weiter rumzuexperimentieren, weil mein Körper es eindeutig nicht annimmt.
Die Spirale kommt für mich nicht in Frage und andere Mittel...?! Tja, da bleibt nicht viel.
Ich habe einen sehr stabilen und regelmäßigen Zyklus, also wenn es nach mir ginge würde ich Kalender und Temperaturmethode kombinieren und gut.
Aber dabei kann er nicht abschalten/ sich fallen lassen weil er dem nicht traut

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7. Juni 2006 um 10:57

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@ Oyster26

Vielen Dank, dass Du mir versuchst zu helfen, doch es ist Dein Thread. Ich werde wohl einen eigenen aufmachen, da mich das Problem immer stärker belastet und es sich zuzuspitzen scheint. Vielleicht magst Du mir dann dort ja mit Ratschlägen zur Seite stehen. Würde mich jedenfalls darüber freuen. (Deine Fragen an mich nehme ich dahin mit.)
Also wieder zurück zu Dir.
Ihn zu lieben so wie er ist, ist eine bemerkenswerte Einstellung, selbst wenn es nur versucht wird. Dies heißt ja nicht gleich, kompromisslos alle Fehler mitzuschlucken. In einer Beziehung gibt es daher immer ein wenig Arbeit. Nur sollte eben diese Grundhaltung ständig mitschwingen, wenn man den Fehlern, Macken etc. des Partners begegnet. Das ist unglaublich viel wert. Denn dann ist die Gefahr, den anderen zu verletzen viel geringer. Dein Freund hört sich für mich nach einem Kopfmensch mit gleichzeitig viel Gefühl an. Tja, so bin ich leider auch veranlagt. Wir sind beide auch Akademiker. Sie ist sogar promoviert. Der Kopf ist in einigen Situationen einfach nur störend, vor allem beim Sex. Möglicherweise geht es ihm da genauso. Und da er früher auch nur 1-2 mal in der Woche Sex hatte, ist bei ihm das Verlangen scheinbar auch nicht so stark ausgeprägt. Zumindest reicht es nicht aus, den übermächtigen Kopf abzuschalten.
Dass das Problem in Deinem Falle zum Teil mit einer drohenden, potentiellen Vaterschaft verbunden ist, kann natürlich auch gut sein. In meinem Fall spielt dies z.B. gar keine Rolle.
Eine (für mich wichtige) Frage noch am Schluss: Ich gehe davon aus, dass Ihr offiziell gleichberechtigt seid, doch was sagt Dir Dein Gefühl? Wer ist der Stärkere in Eurer Beziehung?

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