Home / Forum / Liebe & Beziehung / Die Kehrseite der Medalie

Die Kehrseite der Medalie

22. Dezember 2006 um 16:26

möchte Euch an dem Teilhaben lassen was ich kürzlich gelesen habe und ich dem voll und ganz zustimmen muss -solange man vom Übermächtigen Verliebtsein -rosa rote Brillen vorerst verschont bleibt.

Ist es wirklich so? Hand aufs Herz. Jeder setzt andere Prioritäten im Leben und hat die verschiedensten Ansprüche an einen Partner.
Jeder Ratgeber, jeder Psychater rät einen an edlen Ansprüchen festzuhalten. Nicht etwa wie, er sollte groß und dunkle Augen haben, das ist Quatsch. Nein was ich meine sind die edlen Charaktereigenschaften.

Viele hassen es alleine zu sein, sie können sich so gar nicht mit den Gedanken anfreunden Single zu sein. Sie hassen es alleine aufzustehen, sie hassen es alleine zu frühstücken, sie hassen es das sie niemand umarmt, sie hassen es wenn andere sie ansprechen warum sie noch immer alleine sind, sie hassen es wenn sie niemand anspricht warum sie alleine sind....ich weiß ich weiß ich weiß das kann sehr schlimm sein. Aber noch schlimmer ist es mit den falschen Mann zusammenzusein, der das Gefühl der Einsamkeit noch verstärkt und man sich ständig zusammenreisen muss um doch noch ein wenig Liebe zu erhaschen. Da ist es viel schöner alleine vorm Kamin zu sitzen und einen Tee zu trinken, anstatt mit Bauchschmerzen ins Bett zu gehen, weil dein Gegenüber dich unmöglich behandelt und Du eigentlich etwas besseres verdient hast.

Aber was ist bloß los mit der Frauenwelt? Nur weil momentan nicht der passende Mann einen über den Weg läuft, fangen sie auf einmal an alles über Bord zu werfen und schrauben alle "edlen Charakteransprüche" zurück. Nur um nicht alleine zu sein, nur um nicht dem Monster der Einsamkeit zu begegnen, nehmen sie in Kauf mit einen Egoisten, Durchgeknallten, emotionell nicht verfügbaren, mit anderen Frauen flirtender oder sarchastischen Mann zusammenzusein. Und die Liste der Ausreden, die Frauen für ihre sogenanten Traummänner haben ist einfach unglaublich aber wahr. So ist das immer: Frauen haben nicht nur beim Bügeln, Waschen, Kindererziehen, Einkaufen, Sockenschublade-Aufräumen die Nase vorn, sondern auch beim Erfinden von mildernden Umständen für männliches Fehlbetragen. Unter den Entschuldigungs-Favoriten sind auch: "Er hat seine vergangene Beziehung noch nicht verarbeitet. Er ist noch nicht bereit für eine feste Beziehung." Oder - der Klassiker: "Er hat Angst vor Nähe." Wie die Spinne in der Yucca-Palme, "ein echter Großstadt-Mythos", so Greg Behrendt der Schreiber des Buches welches ich gelesen habe.
Mag sein das derjenige wirklich ihr Traummann ist, weil sie so verliebt ist und weil sie kein Single sein will, aber muss man sich denn immer und immer wieder deswegen verletzen lassen?

Ausgerechnet die Betroffenen sind es, die für fast alle männlichen Mängel und Schwächen mehr mildernde Umstände geltend machen als George W. Bush für seinen Einmarsch in den Irak. Dabei würde es doch genügen, denselben Mann, der eben noch behauptet hat, viel zu viel um die Ohren gehabt zu haben, um anzurufen, dabei zu beobachten, wie er am gleichen Abend Himmel und Hölle in Bewegung setzt, weil er für ein an sich schon ausverkauftes Länderspiel noch Karten besorgen möchte.


Ich selbst glaube nicht an Märchenprinzen, versteht mich nicht falsch. Jeder hat Fehler und Macken. Aber keiner sollte einen anderen Menschen so verletzen das er sich jedesmal mieß fühlt wenn man mit ihm zusammen ist. Und dennoch bleiben die meißten Frauen bei Ihren Freund, weil sie den Singlestand und die Einsamkeit fürchten, nehmen sie in Kauf das sie sich zurückgesetzt, nicht verstanden und mieß behandelt werden.

Also Mädels, folgendes Fazit habe ich noch gelesen:
Männer können, wenn sie wollen: Anrufen, Heiratsanträge machen, die Kinder vom Kindergarten abholen, zuhören, sich an Herzenswünsche erinnern, länger als fünf Minuten Sex haben und sich zum kompletten Idioten machen, wenn sie richtig verliebt sind. "Wenn sie es ernst meinen", so Greg Behrendt. "Tun sie es nicht, meinen sie es eben nicht ernst." So einfach ist das. Oder wäre es jedenfalls, wenn es nicht so schwer wäre, sich von der Hoffnung zu verabschieden, daß er sich ändern wird, daß er ganz tief innen, in einem seiner dunkelsten Seelenwinkel, dort, wo er selbst so selten hin kommt wie in die Waschküche, unglaubliche Gefühle für uns hegt. Die wird er bestimmt zeigen. Irgendwann. Wenn man nur lange genug wartet. Wenn man nur genug Verständnis für seine Bindungsängste aufbringt und stets an der Verbesserung des häuslichen Service arbeitet. Andernfalls müßte man sich eingestehen, vielleicht doch nicht so geliebt zu werden. Aber genau das scheint das Problem zu sein. Hinter all der Milde, mit der Frauen Männer betrachten als wären die kleinen Jungs in viel zu großen Hosen, steckt die Angst, zurückgewiesen zu werden, der Liebe nicht wert zu sein, die Hoffnung zu verlieren, daß es diesmal der Richtige sein könnte.

Ich bin voll der Meinung. Aber ich habe ganz ehrlich etwas Angst das es mich wieder mal voll erwischt und ich alle Ansprüche über den Jordan werfe. Ich hoffe das ich diesmal standhaft bleibe. Lieber alleine sein, als wie sich jedes Mal über solche, wie bereits erwähnte Sachen das Leben zur Hölle zu machen.

LG Blossom

Würde mich freuen wenn ich von Euch diesbezüglich ein paar Erfahrungen hören könnte und eure Meinung dazu hören.






Mehr lesen

22. Dezember 2006 um 17:05

Hallo Blossom
in vieler Hinsicht hast du sicherlich Recht. Es gibt zu viele Frauen, die für Männer, die sich nicht ins Zeug legen, viel zu viel machen!! Ich selber will mich da nicht ausschließen! Aber es ist nicht immer so wie du schreibst. Ich habe es schon oft erlebt, dass man einem Mann erstmal auf die Sprünge helfen muss (ich meine damit am Anfang, bevor man richtig zusammen ist). Das war bei einigen Freundinnen von mir so - und die sind jetzt glücklich, dass sie um ihren Freund gekämpft haben. Ich meine nicht, dass man einem Mann monatelang hinterher rennen sollte!!! Er sollte natürlich schon Interesse zeigen und Aufmerksamkeit entgegenbringen. Ansonsten hat das sowieso keinen Sinn. Natürlich können die Männer Gott weiß was anstellen, wenn sie wirklich verliebt sind Aber viele Frauen machen es den Männern auch zu leicht und geben ihnen das Gefühl, dass sie gar nichts in die Beziehung investieren müssen. Das ist ein Problem...

Und Single sein ist doch toll Aber es stimmt, dass viele Frauen (aber ich kenne genauso gut Männer) das ganz schlimm finden und ständig deshalb deprimiert sind und ihre Ansprüche runterschrauben. Ich persönlich bin schon sehr lange Single und werde meine Ansprüche auch nicht zurückschrauben! Habe gerade einen Mann kennengelernt, der auch erstmal keine Beziehung möchte. Und auch, wenn einige von euch jetzt die Hände überm Kopf zusammenschlagen Ich treffe mich mit ihm und genieße die schöne Zeit, aber ich renne ihm bestimmt nicht hinterher
Schöne Weihnachten an alle!!!!
Lg Ann

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

22. Dezember 2006 um 18:08

Du sprichst mir aus der Seele...
...ich hatte vor ein paar Jahren mal so eine Beziehung, in der schlichtweg null (naja...wenig, jedenfalls) Engagement von seiner Seite kam, und was habe ich mir nicht alles zurechtgelabert, um diese simple Tatsache nicht zur Kenntnis nehmen zu müssen- er hat Probleme, er ist einfach unsicher, usw. usf.
Fakt ist: Er wollte einfach nicht wirklich, bzw. er wollte was Hübsches als Anhängsel, aber keine Beziehung, oder jedenfalls nicht das, was ich darunter verstehe.

Danach war ich dann ziemlich lange Single- und durfte mir STÄNDIG anhören, ich sei beziehungsphobisch, meine Ansprüche seien zu hoch, blablabla. Nun bin ich überglücklich mit dem Jetzigen und das Umfeld ist erstaunt, weil er nämlich gar kein steinreicher Posterboy mit Doktortitel und Haus in der Toscana ist oder wasweißich, sondern ein ganz normaler Typ, der genauso in mich verschossen ist wie ich in ihn.

Das ist allerdings- und da liegt ein weiterer Knackpunkt- sterbenslangweilig. Nicht für mich, ich bin einfach happy- aber für die Freundinnen. Keine Tragödien, keine durchheulten Nächte, keine Krisenräte mit den Mädels. Und, ganz ehrlich: Manchen meiner Freundinnen (und ich mag sie furchtbar gern, wirklich!) würde das fehlen, glaube ich. Die lieben ihr Drama auch ein Stück weit, weil jeder sie bedauert, wenn sie sich mal wieder richtig aufgeopfert haben und ihnen sagt, sie seien doch viel zu gut für ihren Partner...und wenn man selbst dann sagt "er liebt Dich nicht, verlass' ihn",bekommt man wieder zu hören,man sei herzlos und habe außerdem gut reden, schließlich habe man ja soo einen lieben Freund...
Nunja, die Singlephase zuvor war ja auch nicht immer spaßig. Aber ich wäre lieber zehn Jahre lang Single, als dieselbe Zeit mit jemandem zu verschwenden, dem offensichtlich nichts an mir liegt. Wozu hat man schließlich Freundinnen...

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

22. Dezember 2006 um 21:31

Guter Beitrag...
Jetzt frag Dich aber mal, wozu das so ist.

Eigentlich, und das ist ja das Gemeine daran, ist es ja so, daß das vermeintliche "Opfer" dem "Täter" sogar in die Hand spielt.

Solange Frau oder Mann (ja, denn es gibt auch solche Frauen!) sich ein solches Verhalten bieten läßt, hat der andere keinen Grund etwas daran zu ändern oder sich zu ändern. Er/Sie kommt doch so prima durchs Leben.


Lieber Gruß, Pennywise

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

23. Dezember 2006 um 20:16

Aber ist ja wie..
..am anfang apfel22 gesagt hat, ein verhältnis kann mit und ohne liebe schwer sein...aber man sollte ein unterschied dazwischen wissen....

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

23. Dezember 2006 um 22:29

Dem schließe
ich mich ausnahmslos an! Genauso ist es.

Schließlich muß man doch auskosten, das arme, arme Opfer zu sein!

Lieber Gruß, Penny

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

23. Dezember 2006 um 23:08


ja das buch habe ich auch gelesen. ich fand es sehr erfrischend, und so logisch!! deiner meinung bin ich auch!! weihnachtlcihe grüsse!!

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

11. Januar 2007 um 14:07

Danke für Eure Antworten
danke für Eure ehrlichen Antworten.

Und wer mir zustimmen möchte, lasst nicht zu das die Basis einer Beziehung auf Sand oder schlüpfrigen Boden erbaut wird. Das bedeutet den notwendigen und den eigenen Ansprüchen an eine Beziehung niemals nachgeben, das beugt nicht nur Enttäuschungen vor sondern ist auch eine Bereicherung und ein guter Grundstock für eine glückliche Beziehung.

Wenn der eine Mann dem notwendigem nicht entspricht, so kommt eines Tages jemand der wohl dem entspricht, auch wenns erst im hohen Alter ist.

Blossom

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

Frühere Diskussionen
Diskussionen dieses Nutzers
Noch mehr Inspiration?
pinterest

Das könnte dir auch gefallen