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Die Jahre vergehen, ohne wirklich geliebt zu haben

16. Februar 2017 um 15:31

Hallo zusammen,
ich bin 47 Jahre alt und lebe seit 16 Jahren mit einem Mann zusammen, den ich nie wirklich von Herzen geliebt habe.
Wir kamen damals eher zufällig zusammen. Er war in eine Frau verliebt, die ihren Mann nicht für ihn aufgeben wollte. Ich war in einen Mann verliebt, der, ja was denn, eigentlich weiß ich nicht warum es nichts aus uns wurde. Ich wollte ihn nicht mehr anhimmeln, das hatte ich schon zu lange getan.
Jedenfalls gingen mein Partner und ich zusammen aus. Jeder wollte vergessen und sich ablenken. Wir verstanden uns gut, gingen zusammen essen oder kochten bei ihm Zuhause. Irgendwann hat er mich dann mal geküsst. Es war mir nicht unangenehm, und wir landeten auch im Bett. Auch das war nicht schlecht, aber ich hatte nie vor ewig zu bleiben.
Die Monate vergingen, wir wurden offiziell ein Paar, die Jahre vergingen wie im Flug.
Wir haben sehr schwierige Dinge zusammen gemeistert, schwere Krankheiten, berufliche Krisen, Sorgen und Nöte mit unseren Eltern und auch mit Freunden. Wir haben ein schönes Zuhause, sein Zuhause denn wir leben mit seiner Familie unter einem Dach. Unsere Familien sind zusammen gewachsen und wir feiern immer große Familienfeste und die Eltern helfen sich auch untereinander und telefonieren viel, die Mütter halt.
In all den Jahren fühlte ich mich gut aufgehoben, hatte mein Nest, hatte ein gutes Leben. Ich will anmerken, ich bin finanziell nicht abhängig, überhaupt nicht.
Aber ich liebte ihn nie so wie es jeder Mensch verdient hat geliebt zu werden. Das mir die Lust auf Sex verging begann bereits vor über 10 Jahren. Damals war ich sehr krank und deshalb war daran gar nicht zu denken. Und danach kam das Bedürfniss bei mir nicht mehr zurück. Ich mag Sex, ich mochte ihn gerne und oft und lang ... . Aber nicht mehr mit ihm. Er ist nicht ungepflegt oder so, eher das Gegenteil. Einige Jahre habe ich es noch als Pflichtübung mit ihm gemacht, zwischenzeitlich noch 2 - 3 im Jahr, diese Jahr jedenfalls noch nicht. Ich kann diesbezüglich auch nicht mehr auf ihn zugehen, ich kann und will es einfach nicht. Wir haben uns schon ewig nicht mehr richtig geküsst, gekuschelt haben wir noch nie. Dafür ist er nicht der Typ.

Vor 3 Jahren hatten wir eine ernsthafte Krise. Ich bin vorübergehend ausgezogen und dachte eigentlich "wenn nicht jetzt, wann dann". Und ich bin zurück. Er tat mir leid, er bettelte um eine 2. Chance, die jeder verdient hat. Er hat auch aus seinen Fehlern gelernt, die Dinge von damals haben sich nie mehr wiederholt. Ich bin auch zurück gegangen um festzustellen ob mir wirklich nichts an ihm liegt. Heute kann bzw. muss ich sagen, nein, mir liegt wirklich nicht viel an ihm. Sicher, er soll glücklich sein und jemanden lieben können der ihm genau das zurück gibt. Und er liebt mich auch über alles, und nimmt es klaglos hin das wir keinen körperlichen Kontakt haben. Es ist ihm egal, Hauptsache ich bin bei ihm.
Manchmal wünsche ich mir er würde eine andere Frau kennen lernen und mich zum Teufel jagen.

Nein, ich bin nicht krank, es ist wissenschaftlich bewiesen das viele Menschen so denken, es gab Phasen in denen ich mir vorstellt wie es wäre wenn er sterben würde. Diese Vorstellung ist aber zu abstrakt und (zum Glück) nicht vorstellbar und unfühlbar. Jedenfalls könnte ich in meinem geliebten Zuhause bleiben und er wäre einfach nicht mehr da.

Was hält mich in diesem Leben? Ich kann es euch nicht sagen. Ich denke und ticke richtig, und wirklich alles spricht dafür diese Beziehung zu beenden. Aber ich bringe es nicht fertig. Warum auch immer.

Wir oft habe ich schon anderen geraten ihr Leben so zu leben wie sie es sich ausmalen. Wir haben alle nur das eine. Ich weiß es, aber selber krieg ich es nicht auf die Reihe.

Vielleicht lebt auch jemand so wie ich? Hat jemand etwas dazu zu sagen? Ich habe meine Geschichte geschrieben weil sich wohl sehr viele Menschen die Fragen stellen "gehen oder bleiben?". Man kann auch zu lange bleiben, zu viele Züge verpassen und über sich selbst Enttäuscht sein. Großen Gedanken und Worten folgen bei mir leider keine großen Taten.
 

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17. Februar 2017 um 8:35

ich frage mich, wie dein Leben aussehen müsste, damit du es als erstrebenswert erachten würdest. ​An deinem Leben scheint dir ja nicht so viel zu liegen, anders kann ich es mir nämlich nicht erklären, wie man 16 Jahre lang mit jemandem zusammen ist, den man nicht liebt.

​Aber für dich scheint ja alles okay zu sein. Also mach einfach so weiter bis zur Rente!

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17. Februar 2017 um 9:50

Sie soll ihn betrügen?
Dann lieber eine Beziehungspause wo sie das machen kann...

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17. Februar 2017 um 10:11

Das ist ja sehr traurig
Wie stellst du dir das denn vor? Das es dein Leben lang so weiter geht? Und am Ende, was ist dann? Du blickst zurück auf ein Leben, dass dich nicht erfüllt hat. Im Gegensatz zu deinem Partner bekommst du dann keine 2. Chance. Was hindert dich am Verlassen? Dein gemachtes Nest? Jedes Ende ist ein Neuanfang. Jeder Neuanfang eine Chance, ein Abenteuer. Man ist nie zu alt für Abenteuer und Neues, oder? Vor was hast du Angst? Kannst du das schildern?

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17. Februar 2017 um 11:16

Ja herrentag2 tschuldigung, bin hier noch nicht so lange und hab' noch nicht so den Überblick! Dickes Sorry!!!

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17. Februar 2017 um 11:47

Jeder schafft sich seine eigene Hölle !

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17. Februar 2017 um 16:25

Ich tu ihm nicht weh und es unser Nest, bzw. habe ich eins daraus gemacht. Aber unterm Strich gehört alles ihm, denn es ist sein Eigentum. Ich müsste alles zurück lassen und hätte nur das was ich damals mitgebracht habe. Aber das sind nur materielle Dinge diesich ersetzen lassen. Ich denke, mein Hauptproblem ist zu viel Loyalität. Wir mussten viele schlimme Dinge miteinander erleben, die uns stärker gemacht haben. Aber, vielleicht verwechsle ich Loyalität und Anstand mit Verbundenheit und stelle meine Bedürfnisse hinten an.

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17. Februar 2017 um 16:28
In Antwort auf py158

ich frage mich, wie dein Leben aussehen müsste, damit du es als erstrebenswert erachten würdest. ​An deinem Leben scheint dir ja nicht so viel zu liegen, anders kann ich es mir nämlich nicht erklären, wie man 16 Jahre lang mit jemandem zusammen ist, den man nicht liebt.

​Aber für dich scheint ja alles okay zu sein. Also mach einfach so weiter bis zur Rente!

Mein Leben ist nicht schlecht. Und ich habe mich schon oft gefragt ob es "normal" ist oder  ob ich Vorstellungen habe die zu hoch angesetzt sind. Kompromisse muss man machen, aber wo fängt die Selbstaufgabe an?

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17. Februar 2017 um 16:42

Ich hatte vor uns Guten Sex und auch mit ihm hatte ich den. Ich war 31, ein wildes Huhn, hatte ne Menge Spaß hier und da. Aber irgendwann gings damit bergab auf null, unter null.
Als ich die schlimme Krankheit hatte, also Krebs, hat jeder Arzt mit mir über Sex und jetzt bloß nicht schwanger werden geredet. Mir war nach allem, nur nicht nach Sex. Und er wollte mir zeigen das er mich trotz Chemotherapie begehrt. Ich fand das abstoßend, vielleicht auch weil ich mich abstoßend fand. Aber ich fand zurück ins Leben, jedoch hat mich die Wichtigkeit von Sex danach eher gestört. Wenn man um sein Leben kämpft und der eine erzählt dir pass auf beim ...., und dein Partner will auch noch ständig mit dir "Glatzkopf", kotzendem Glatzkopf. Ich fand das damals unmöglich, egoistisch und gräßlich. Ich habe Wut und Ekel geweint. 

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17. Februar 2017 um 16:51

Beim Lesen dieses Themas, da wird einem plötzlich bewusst, dass man in relation zu anderen absolut alles richtig gemacht hat anstatt seine wertvolle Zeit zu vergeuden. 

16 Jahre, heiliges Blechle. 

Was bist auch du für ein Mensch, dass du es schaffst dich so aus der Gewohnheit raus gehen zu lassen und einem anderen Menschen seine wertvolle Zeit raubst nur damit es dir gut geht.

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17. Februar 2017 um 16:54

Ihr könnt es glauben oder nicht. Eine Affäre kann ich mir nicht vorstellen. Manchmal habe ich das Gefühl das ich unsichtbar bin. Vielleicht habe ich meine Ausstrahlung verloren oder bin tatsächlich alt und hässlich geworden. Ich bin Sternzeichen Löwe, dem nachgesagt wird er betritt nicht einfach den Raum, sondern er kommt herein und jeder nimmt ihn wahr. Und das hatte ich auch mal drauf. Ich war ein hübsches, beliebtes Ding, Sally ist in the house, und lecker schaut sie aus. Heißer Feger, stolz und unnahbar. Und wem sie her Gunst schenkt der hat viel Spaß mit ihr. Und heute? Mein Selbstbewusstsein gleich null, und flirten hab ich total verlernt. Ich bin ja so stumpf das ich es nicht mal merke wenn jemand mit mir flirtet. 
Vielleicht hab ich auch nur die Midlfecrises und versuche mich gegen das älter werden aufzubäumen.  

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17. Februar 2017 um 16:57

...und der arme Kerl rennt dir auch noch hinterher und möchte dir nach der Chemo ein gutes Gefühl geben. Mei, den hast freili ned verdient. Anstatt froh drüber zu sein, dass man dich trotz Krankheit begehrt und unterstützt ist es auch ned recht. 
Was soll er denn auch machen?
Ignorieren ist ned Recht. Lieben ist ned Recht. Dir den Hof machen ist scheiße und lieben tust ihn auch ned. Was willst jetzt eigentlich hören? - Hast du gut gemacht? Bist ein armes Hascherl?

Ne echt, raub dem armen Kerl ned noch mehr Zeit, geh aber bleib auch da wo du bist.
Am besten erzählst auch grad noch alles, was du hier losgelassen hast, damit der Kerl gar ned mehr auf die Idee kommt dich anzusprechen und zurückzuholen. 

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17. Februar 2017 um 17:10

Wozu dieser Thread? Vielleicht bin ich auf der Suche nach Antworten die ich mir nicht geben kann oder will. Sollte ich die besten Jahre meines Lebens verschwendet haben wäre das mein persönlicher Supergau. Lerne ich diese Zeit zu schätzen, sie war ja nicht nur schlecht, aber gestehe mir jetzt das Recht ein weiter zugehen, ich stehe an einer Kreuzung und nehme den Weg ohne ihn. Kann bzw. darf man alles hinter sich lassen und schaff man es sich dabei nicht schlecht zu fühlen? Was bin ich für ein Mensch, der Loyalität, Vertrauen, Liebe und Hilfsbereitschaft hinter sich lässt weil ich nicht glücklich bin und mein Bauch mir sagt, es könnte auch anders sein. 
Wer war schon mal an diesem Punkt, wer hat Bilanz gezogen und den Mut aufgebracht bei null und nichts neu anzufangen. Wer ist oder war sich selbst so nah um feststellen zu können, ja alles ist gut wie es ist, oder nein nichts ist gut. 

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17. Februar 2017 um 17:10

Wozu dieser Thread? Vielleicht bin ich auf der Suche nach Antworten die ich mir nicht geben kann oder will. Sollte ich die besten Jahre meines Lebens verschwendet haben wäre das mein persönlicher Supergau. Lerne ich diese Zeit zu schätzen, sie war ja nicht nur schlecht, aber gestehe mir jetzt das Recht ein weiter zugehen, ich stehe an einer Kreuzung und nehme den Weg ohne ihn. Kann bzw. darf man alles hinter sich lassen und schaff man es sich dabei nicht schlecht zu fühlen? Was bin ich für ein Mensch, der Loyalität, Vertrauen, Liebe und Hilfsbereitschaft hinter sich lässt weil ich nicht glücklich bin und mein Bauch mir sagt, es könnte auch anders sein. 
Wer war schon mal an diesem Punkt, wer hat Bilanz gezogen und den Mut aufgebracht bei null und nichts neu anzufangen. Wer ist oder war sich selbst so nah um feststellen zu können, ja alles ist gut wie es ist, oder nein nichts ist gut. 

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17. Februar 2017 um 17:11

ich glaube Du hättest in jede Beziehung das gleiche Problem: nämlich die Unzufriedenheit mir Dir selbst. Hier geht es nicht wirklich um den Partner und Deiner möglichen Liebe zu ihm. Man kann nur jemand anderen lieben, wenn man zuerst einmal auch sich selbst liebt. Und das tust Du nicht.

Für mich hört sich das bei dir schon eher wie eine milde Depression an. Ich denke Du solltest mal Kontakt zu einem Psychologen aufnehmen und Dir Rat einholen, wie Du aus Deinem Loch wieder herauskommst.

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18. Februar 2017 um 9:28

Vielleicht rutsche ich wirklich in eine Depression rein. Es gab in letzter Zeit immer mal wieder Dinge, nicht meinen Partner betreffend, die mich irgendwie kalt gelassen haben, mit denen ich mich nicht befassen wollte weil mir es zu viel geworden wäre, das jetzt auch noch stemmen zu müssen.
Ich habe seit über 20 Jahren eine eigene kleine Firma, in die ich wirklich viel Zeit investieren muss. In meinem Privatleben muss ich auch sehr vieles allein schaffen, unsere Eltern werden langsam alt, d.h. sie brauchen immer mehr Unterstützung und manches Mal passieren Sachen bei denen ich schreiend davon rennen könnte. Die Organisation unseres Alltags bleibt auch überwiegend an mir hängen. Manchmal führt sich mein Partner wie ein Kleinkind auf und ich wünsche mir einen Mann der mir auch einfach mal was abnimmt und mich nicht immer nur darauf aufmerksam macht was noch erledigt werden sollte. Früher hat mir das nichts ausgemacht, ich habe gern alles geregelt weil es einfach meinem Charakter entspricht und ich am Ende des Tages, wenn ich mir alles nochmal so durch den Kopf gehen lasse, meine Zufriedenheit und Bestätigung hatte wenn ich vieles, aber sicher nicht alles, gut hinbekommen habe. Ich stelle sicher nicht den Anspruch auf Perfektion an mich, aber jeh mehr ich vom Tagesprogramm abhaken kann desto zufriedener bin ich.
Und seit einiger Zeit lässt meine Ausdauer und mein Wille mich immer mehr im Stich. Ich bin dann müde, einfach nur müde, geistig und körperlich. Und dann empfinde ich auch keine Freude mehr. Es gab in letzter Zeit ein paar Erfolge auf beruflicher Ebene, früher als ich noch lockerer drauf war hätte ich da gleich mal ein Faß aufgemacht und abgefeiert. Heute sehe ich es als logische Konsequenz an weil ich mich echt rein gekniet habe und trotz Rückschläge mich ins Thema verbissen habe.
Wahrscheinlich kommt jeder irgendwann einmal an einen Punkt im Leben wo er sich nicht nur frischen Wind, sondern einen richtigen Wirbelsturm wünscht, der Hirn und Herz mal richtig durchschüttelt. Man zieht jeden Tag von früh bis spät sein Programm durch und fällt abends ins Bett, Tag für Tag, Jahr für Jahr. Man funktioniert und stumpft dabei ab.
Entweder bin ich wirklich auf dem Weg in die Depression, oder zumindest in einen Burnout oder Midlifecrises, oder ich steuer auf den Tag zu an dem ich alles fallen lasse um nochmal komplett neu anzufangen. Raus aus dem Sicherheitsdenken und der Komfortzone, raus aus diesem lähmenden Alltags-Einheitsbrei, und wahrscheinlich auch raus aus einer Beziehung die sich nach nichts mehr anfühlt.
Auch wenn ich hier herbe Worte über mich lesen kann, jede harte Kritik und jeder gut gemeinte Rat bewirkt etwas und schuppst zumindest eine Denkweise an. Es gibt so viele Seiten ein Problem zu betrachten, hier habe ich weitere Blickwinkel bekommen.

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18. Februar 2017 um 0:37
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