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Die Ehe meiner Freundin wird langsam für mich zur Belastung

7. April 2012 um 4:42

Klingt komisch, aber so langsam belastet mich die Ehe meiner Freundin. Ok - so langsam ist dabei noch untertrieben. Ich habe mich schon ein Stück weit abgegrenzt.

Dennoch gab es heute abend wieder ein Gespräch, nachdem ich sie am Liebsten geschüttelt hätte. Ich würde ihr so gerne ein bißchen mehr Selbstbewusstsein einimpfen aber sie scheint das gar nicht zu wollen. Es tut mir unendlich leid, das mit ansehen zu müssen.

Die Eheprobleme bestehen schon seit Jahren. Da ist Feuer und Wasser aufeinander getroffen. Es hält jetzt schon 13 Jahre, aber beide sind super unglücklich. Diese Jahre sind eher erkämpft, als erlebt.

Warum die 2 sich nicht trennen? Ich habe keinen blassen Schimmer. Angst auf beiden Seiten schätze ich. Die machen sich gegenseitig das Leben zur Hölle, aber gehen will keiner. Er "wohnt" fast nur noch in seinem Arbeitszimmer - schläft dort auch oft auf der Couch, aber fühlt sich vernachlässigt, wenn sie morgens ins Kinderzimmer geht zum weiterschlafen, weil er seinen laut brummenden Wecker 100 mal auf Schlummer stellt. Dann wirft er ihr vor sie würde "Kind" spielen, weil sie halt im Kinderbett ihrer Tochter weiterschläft (sie hat Schichtdienst).

Ihr Schwiegervater hat heute zu ihr gesagt, dass er und seine Frau auch schon nicht mehr schlafen können wegen den ganzen Problemen (Dahin geht sie oft mit ihren Sorgen, weil sie sich dort Hilfe erhofft) Jeder der involviert ist, wird auf eine Belastungsprobe gestellt. Ich habe bisher mit niemandem drüber geredet außer jetzt hier. Kann ich auch nicht, weil ich sie nicht reinreiten möchte, falls jemand aus dem Bekanntkreis trascht. Und davon muss man ja leider ausgehen.

Sie ist nicht einfach - bzw. war es nicht. Sie hat natürlich ihre Fehler gemacht. Wie jeder Mensch. Aber sie versucht ihr Bestes. Er aber teilt nur noch aus, ist nicht bereit miteinander zu reden und zur Paartherapie geht sie allein. Sein Lieblingssatz ist "Du hast es schon in der Hochzeitsnacht versaut" und "seit 13 Jahren bist du so und so.. blabla" Die Therapie - es scheint fast so als wäre es ein Weg für sie, sich noch mehr für ihn zu verdrehen. Sei geht dorthin und zu erfahren wie sie besser mit ihm umgehen kann. Ich hatte gehofft, dass sie lernt mehr auf sich zu achten.

Beispiel gestern (ist nur eine kleine Sache "eigentlich"): Sie kommt aus dem Urlaub (eigenen Ferienhaus). Die Toilette war verstopft, was fast jedes Jahr nach dem Winter der Fall ist. Ein abzusehendes Übel sozusagen. Sie rief den Klempner. Als der weg war tropfte der Wasserkasten, aber es hätte dann halt einen Zuschlag gekostet, den erneut herzuholen (war nach 20 Uhr als es ihr auffiel). Da ihr Mann recht geizig ist und ziemlich ungehalten werden kann, hat sie sich nicht getraut wieder den Klempner anzurufen und versucht das selbst in die Hand zu nehmen. Wegen der ganzen Aufregung und weil ihre beiden pubertierenden Mädels (11 und 13) dazu noch sehr belastend sind zur Zeit (kennen ja vielleicht einige), hat sie nicht daran gedacht einfach das Wasser abzustellen. Also wurde mit Küchenhandtüchern abgedichtete. Ja.. verrückt, aber ich kanns auch verstehen. Wenn sie ihren Mann anruft kriegt sie eine Standpauke vom Feinsten (du bist zu blöde... etc.) und zwischendrin stressen die Kids, dazu noch Koffer packen und schon die Arbeit wieder im Kopf (Wochenenddienst über Ostern). Das Hirn ist wer weiß wo, aber nicht da wo er sein sollte. Warum er sie nicht daraufhingewiesen hat? Sie soll halt lernen mal nachzudenken, sagt er.

Zuhause angekommen erzählt sie ihm - ängstlich, vorsichtig, bloß nichts Falsches sagen - wie immer - von dem Wasserkasten. Er rastet aus, wirft ihr die Kosten vor und dass er nun wegen ihrem Unvermögen morgen dorthin fahren muss. Außerdem hätte sie doch wohl in den Baumarkt fahren um die nötigen Teile zu kaufen und das selbst reparieren können. Ähm. Ja. Sicher. Wozu gibts den Klempner-Beruf, wenn jeder das alleine machen kann???

Als sie ihm dann sagte, dass sie sowas halt nicht könne, knallte er ihr an den Kopf "Du kotzt mich an".

Das nächste was von ihm kam war "kannst du mich nach XY (Ort) fahren".
Sie: Ja, warum?
Er: "Ich will da halt hin." Keine weitere Information.

Und sie macht das. Ohne mit der Wimper zu zucken oder zu fragen warum. Auch aus Angst ihn sauer zu machen, weil er was erklären soll. .

Wo er hinwollte, erfuhr sie erst als er ihr den Weg dririgierte. Sie traut sich eh nicht fragen weil er dann wieder zickig wird und sie mit Worten runterputzt. Er dreht alles hin und her.

Er wollte in die Kneipe seines Cousins. Wo ist das Problem zu sagen "Ich möchte zu "B" in die Kneipe, kannst du mich da hinfahren?" Nein, er eiert rum, redet in Rätseln und sie darf nicht fragen. Dann wird er motzig und erklärt sie für blöd. Er redet wirklich in Rätseln. Durfte ich selbst schon erfahren. Er gab eine selbsterdachte "Weisheit" bezüglich Männer und Frauen zum Besten und selbst nach 5-maligem Nachfragen meinerseits, bekam ich keine vernünftige Antwort. Mein Freund - der ihn kaum kennt - war dabei und fragte mich hinterher ob er kifft oder sowas. Tut er nicht. Das sagte aber schon eine Menge aus.

ICH sitze hier mit Wut im Bauch. Mein Freundin sagt nur "ich versuche ruhig zu bleiben und nichts zu sagen, sonst hab ich morgen wieder Streit. Hoffentlich ist er nicht zu betrunken wenn er heim kommt". Wieder nur Angst vor der Auseinandersetzung.

Einerseit habe ich Wut wegen seinem Verhalten, aber eigentlich mehr wegen meiner Freundin. Weil sie das alles mitmacht, sich so behandeln lässt und ihm zum Dank dann wieder in den Hintern kriecht. Sie weiß auch wie ich darüber denke, weil ich eh den Mund nicht halten kann.

Er streicht die Haustür Und fragt nicht mal ob sie mit der Farbe einverstanden ist. Dazu noch ne simple Lasur, weils billiger ist. Nächstes Jahr nach dem Winter sind das wie hingesch*ssen aus. Sie fands blöd. Aber anstatt was zu sagen, sagt sie "sieht gut aus, danke dass du das gemacht hat". Weil sie denkt, dass alles besser wird, wenn sie ihn ständig lobt. Er wirft ihr übrigens vor, dass er in ihren Augen nie was richtig kann UND, dass sie "ständig" über seinen Kopf hinweg entscheidet (alle Versuche ihn mit einzubeziehen enden in "kannst du nichts alleine machen?"). Aha. Er hat sich dann auch noch beschwerrt, dass sie die Schleifarbeiten nicht übernommen hat und er alles allein machen musste.

Wie gesagt - sie kam gestern aus dem Urlaub mit den Kindern (zu dem er nicht mitwollte) und musste dann heute arbeiten. Bis Sonntagabend im Schichtwechsel spät-früh, früh-spät. Freie Zeit ist so gut wie nicht vorhanden und äußert sich in Kinder bespaßen (dafür hat er ja keine Zeit), kochen und putzen weil er nichts weggeräumt hat bei seiner Schleiferei und alles vollgestaubt ist.

Ich komm mir vor wie in einem schlechten Film. Das grenzt doch schon an Terror oder seh nur ich das so???

Ich sage schon lange, dass mir das eine Nummer zu groß ist, aber so richtig wegschalten kann ich das nicht. Sie ist schließlich seit vielen Jahren meine beste Freundin. Ich kann sie nicht einfach so wegschieben und sagen "geht mich nichts an".

Ich würde mich sooo freuen, wenn sie endlich etwas bissiger werden würde, aber sie traut sich nicht. Sie geht zur Therapeutin, macht autogenes Training und versucht wirklich alles. Aber es bringt absolut nichts. Mir wärs am Liebsten wenn sie ihn mal auflaufen lässt. Damit er weiß, was er da verliert. Aber wieder steht die blöde Angst ihr im Weg. Sie fährt ihn in die Kneipe, obwohl sie eine heiden Angst hat, dass er sich da jemand anderen anlacht oder er sie wieder traktiert wenn er betrunken ist. D.h. sie schäft die ganze Nacht nicht und muss um 5 hoch. Ich hätte dem gezeigt wo sein Fahrrad steht (dazu hatte er keine Lust - da fragt er lieber die Frau, die ihn so ankotzt... UND DIE MACHT DAS AUCH NOCH ) Er hat sie schon mal nachts um 4 geweckt um ihr zu sagen wie blöd er sie findet und was sie alles falsch macht. Obwohl er wusste, dass sie um 6 zum Dienst muss. Und ihr Job ist auch alles andere als leicht (Behindertenpflegerin).

Es ist immer das Gleiche. Ihre Angst. Angst vor dem Alleinsein, Angst alleinerziehend zu sein und es nicht zu schaffen, Angst keinen mehr abzukriegen (und sie sieht wirklich nicht schlecht aus und kann sich für 48 noch super sehen lassen). Dabei ist sie so eine starke Frau und würde ein Leben allein mit links drehen. Gut verdienen tut sie zudem noch. Es gibt eigentlich nichts, was sie dort halten sollte. Gar nichts. Sie wäre ohne ihn sooo gut dran. Selbst wenn er sich weigern sollte Unterhalt zu zahlen (was eh wegen seinem Geiz schwierig werden wird). Ich weiß nur nicht wie ich ihr das klarmachen soll.

Sie mal mitzureissen und abzulenken ist auch schwierig, da er so eifersüchtig ist und uns seit Jahren jede Unternehmung vermiest (wieder hat sie Angst vor dem Stress danach). Wir sind beide Fussballfans und gehen gerne ins Stadion. Das letzte was ich von ihm hörte war, dass die Leute da ja alle Hooligans wären... richtig gelesen .... und er Angst hätte, dass sein Frau verprügelt wird und will daher nicht, dass sie dorthin geht. (Ich bin 39, sie 48 und wir haben ganz normale Sitzplatzkarten) Ich hab echt gedacht ich hör nicht richtig. So ungefähr läuft das ab, wenn er was nicht will. Argumente hat man nicht - die erfindet man je nach Situation. Sie will ihn nicht verärgern und fügt sich.

Sie nimmt ihn also grundsätzlich mit (obs mir passt oder nicht) um ihm zu beweisen, dass es nicht so ist und dann mault er so lange rum, bis sie resigniert und die zwei nach Hause fahren. Sie möchte einfach mal einen schönen Abend mit ihm haben und etwas unternehmen. Klappt mit ihm aber nunmal nicht. Er mäkelt eh die ganze Zeit nur rum und vermiest die Stimmung, bis alle genervt sind.

Warum bleibt sie denn bei ihm? Ich kapier das nicht. Wie nehm ich ihr diese verdammte Angst?

Ich bin da. Geh sogar nachts um 4 ans Telefon, nehm die Kinder wenns brennt, ich bin selbst alleinerziehend (Partnerschaft, aber nicht mit dem Kindsvater) und weiss das es geht. Ich bin unternehmungslustig, kenne ne Menge netter Menschen und würde sie so gerne mal mitreissen. Aber wieder hat sie Angst, dass es zuhause Ärger gibt, wenn wir zusammen weggehen. Ich versuche ihr Mut zu machen so gut ich kann. Aber sie bleibt auf der Stelle stehen. Ich weiß nicht warum.

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7. April 2012 um 12:58

Vielen Dank
Geduld habe ich. Ich hör mir das schon seit Jahren an. Aber es wird immer schlimmer eigentlich. Ich hoffe wirklich, dass es irgendwann Klick im Kopf macht. Dass das Zeit braucht, weiß ich.

Heute morgen rief sie wieder weinend an. Er hat dies, jenes,welches gesagt. Ich habe ihr erzählt wie wütend ich gestern eigentlich auf sie war, weil sie sich das alles gefallen lässt.

Sie sagt mir auch, dass sie möchte, dass ihr jemand hilft. Nur kann das weder ich, noch ihre Schwiegermutter. Wir sind ja nunmal keine Profis. Ich wüsste gar nicht wo ich ansetzen soll. Zudem habe ich das Gefühl, dass sie mitten in einer Depression steckt. Ich hoffe die Seiten helfen da etwas weiter.

Ich habe sie heute morgen darum gebeten, sich nach einem Psychologen zu erkundigen. Sie sagt daraufhin, dass sie ja bereits bei der Eheberatung war und ihr Mann ja leider nichts davon wissen will. Ich hab ihr gesagt, dass es mir gar nicht um ihn geht. Meinetwegen kann der in seinem Arbeitszimmer verstauben. Sie solle die Therapie FÜR SICH machen um wieder auf die Beine zu kommen.

Und das war ein springender Punkt. Ihr ganzer Tag dreht sich nur um ihn. Sie selbst vergisst sich dabei total.

Sie war so panisch vorhin, dass sie ihm - nachdem er ihr wieder Vorwürfe an den Kopf knallte - sein Geburtstagsgeschenk nun zu Ostern schenken wollte um ihn friedlich zu stimmen. Weil er ihr vorwarf, dass er ihr ja sowieso egal wäre. Damit wollte sie ihm beweisen, dass es nicht so ist. Das ist totaler Blödsinn und wenn er des Denkens mächtig ist, dann weiß er das auch. Als sie ihm sagte, dass sie mit den Nerven runter ist, sagte er ihr, dass wäre gelogen. Das Geschenk bleibt jetzt liegen. Das konnte ich ihr ausreden.

Ich hab sie gefragt ob sie ihre Kinder auch für schlechtes Benehmen mit Geschenken belohnt. Ich glaube was ich damit sagen wollte ist durchgedrungen..

Ein Narzisst? Hm... er wurde erst in den letzten Jahren so. Narzisst ist man doch sein ganzes Leben bereits oder?

Ich werde mich mal nach den Infoseiten umsehen und ihr die per Mail rüberschicken.

Und was die Sache mit der Konfrontation des Misshandlers betrifft.... ich war vor ein paar Wochen kurz davor ihn mir zu greifen. Ein Glück, dass ich das nicht gemacht habe. Sie hat aber seine Eltern gebeten mal mit ihm zu reden. Die scheinen sich aber auch nicht so recht zu trauen. Mich hat auch mein ungutes Gefühl davon abgehalten. Vielleicht geht seinen Eltern das ähnlich?

Kontrollieren tut er sie nicht. Kontakte verbietet er ihr auch nicht - er manipuliert da eher. Wenn wir telefonieren sagt er ihr, dass wir ja bestimmt über ihn lästern oder ob sie ihn nun bereits bei jedem schlecht geredet hat. Er gibt ihr also ein schlechtes Gefühl und wir telefonieren eigentlich nur, wenn er er nicht in der Nähe ist. Sobald er kommt, legt sie auf.

Sie redet ihn ja nicht mal schlecht. Dann wären wir ja schon einen Schritt weiter.






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