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Die Ambivalenz von Verherrlichung und Bemutterung

4. Juni 2014 um 0:21 Letzte Antwort: 5. Juni 2014 um 6:18

Hallo.

Ich lagere hier mal ein Thema aus dem Thread über Bedinungslose/Verdiente Liebe aus.

Wie dort ja beschrieben, habe ich einerseits die Sehnsucht danach verherrlicht zu werden, andererseits möchte ich aber auch Mutterliebe nicht missen.

Das ist aber für viele ein Widerspruch. Wer verherrlicht, der sieht sich meist unter einer Person. Wer bemuttert, der sieht sich meist über einer Person.

Als Lösung sehe ich mehreres.

1. Ich suche mir für jede Beziehung eine andere Person. So habe ich Mütter, wie auch Subs.

2. Die Person ist genau so ambivalent, wie ich und kann switchen.

3. Die Person ist so hörig, dass sie tut was ich verlange und switcht, wann ich es will. Ist eigentlich, wie 2. nur dass es hier anerzogen wurde, statt direkt von Herzen zu kommen. Aber solange die Hörigkeit von Herzen kommt, soll mir das genügen.

Ich brauche beides. Die Verherrlichung ist meine Triebfeder, mit der ich es schaffe jeden Tag ein noch besserer Mensch zu werden und mich für das Wohl der Welt einzusetzen. Aber ich leide auch sehr unter der Grausamkeit der Welt und sehne mich oft nach den Armen einer starken Frau, in denen ich Kraft schöpfen kann für meinen nächsten Kampf.

Ich bin nicht die einzige Person, die so fühlt. Ich habe das Thema schon bei Narzissten erlebt, wobei ich mich nicht als einer sehe, da ich mit meiner Eitelkeit nie wem schaden wollen würde, ziemlich reflektiert bin und es nicht gut finde, was so manch ein Narzisst seinen Mitmenschen antut.

Kann es vielleicht sein, dass meine Ansichten mit denen einer Frau identisch sind? Frauen sehnen sich auch nach einer beschützenden Instanz. Gleichzeitig können sie den Mann mit sozialem Geschick kontrollieren. Auch hier ist eine Kombination aus Machtbedürfnis und Schutzbedürfnis zu erkennen. Klar ist das ein bisschen übertrieben formuliert, aber es ist mir doch erwähnenswert oft aufgefallen.

Was denkt ihr über das Thema?

Denkt ihr, Menschen, wie ich haben Chancen?

Wenn ja, welche Tipps habt ihr?

MfG

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4. Juni 2014 um 13:16

...
Es ist schön deine Worte zu lesen.*lächel* Das macht mir Mut. Vorallem da Worte meistens dafür genutzt wurden, um mir meinen Mut zu rauben. Aber ich weiß, dass es immer wieder Menschen, wie Dich, geben wird und darum gehe ich weiter meinen Weg.

"Devot" ist vielleicht nicht das richtige Wort. Ich befinde mich dann in einer zwar dominanten, aber passiven Rolle in der ich die Kontrolle oberflächlich abgebe, die andere Person entscheiden und "führen" lasse, aber sie letztendlich meinem Regelwerk folgt. Aber vielleicht behalte ich mir ja doch einen kleinen Tropfen Devotion vor mit dem ich meinen Charakter versüße.~

Meist ist es so, dass ich am Anfang einer Beziehung 100% dom bin und dann sobald mich der Partner besser kennt und ich ihm vertraue dann auf ca ca 75% dom runtergehe. So fällt es den Frauen meist auch nicht schwer mich weiterhin als maskulines Wesen wahrzunehmen und freuen sich sogar, dass sie sich nicht nur so eintönig an mir ausleben können, sondern auch ihre Muttergefühle ausleben können. Und da ich eh keine Kinder will, kann ich die Mutterliebe ganz für mich alleine haben....

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4. Juni 2014 um 14:09

....
"Auch wenn ich weit davon entfernt bin, meinem Mann "Mutterliebe" entgegenzubringen... Das würde unserer Beziehung schließlich jegliche erotische Komponente stehlen... "

Und was ist wenn er Dich bevätern würde? Stiehlt das auch den erotischen Reiz? Oder ist es der Frau vorbehalten "verkindlicht" zu werden?

"Bei uns ist es vielmehr so, daß die "Bewunderung" beidseitig ist, und zwar jeweils auf die Stärken des anderen gerichtet, das, was quasi unsere Ergänzung darstellt..."

Einerseits denke ich, diese Balance könnte die optimale Lösung sein, denn nur was Balance hat kann lange bestehen. Aber irgendwie würde mir da doch das Extreme fehlen. Ich will es intensiv.

"Wir "bemuttern" einander nicht, aber wir sind achtsam miteinander... "

Auch hier könnte das Konzept das vielleicht beständigste sein. Es sollte ja klar sein, dass man auf einander achtet. Aber auch hier merkte ich, dass es die Menschen sind, die für mich in den Tod ziehen würden, während sie mich selbst in Sicherheit wissen wollen, die mein Herz zum pochen bringen.

"Auf den ersten Blick scheinst Du sicher sehr "dominant", selbstbewußt, mit beiden Beinen im Leben stehend, bestimmt und mit Ziel... Wenn man allerdings schaut, wo Deine wirklichen Sehnsüchte sind, dann wirkt es alles doch sehr viel zerbrechlicher, als Du Dich nach außen hin zu geben versuchst.."

Ja, das könnte so wirken und vielleicht ist es sogar so, ohne dass ich es bisher rausfand. Aber bei mir ist das noch einmal was Spezielles. Ich habe den Großteil meines Lebens alleine und einsam gelebt und wollte mir beweisen, dass ich es alleine schaffen kann. Und ich tat es ohne dass ich Schaden nahm. Aber ich wurde extrem kalt und wirklich glücklich war ich nicht. So hab ich meine Emotionen wieder zu gelassen, aber kann sie deaktivieren, wenn es sein muss.

Den Rest poste ich mal im Thread über bedingungslose Liebe.

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4. Juni 2014 um 14:13
In Antwort auf lilian_12953535

...
Es ist schön deine Worte zu lesen.*lächel* Das macht mir Mut. Vorallem da Worte meistens dafür genutzt wurden, um mir meinen Mut zu rauben. Aber ich weiß, dass es immer wieder Menschen, wie Dich, geben wird und darum gehe ich weiter meinen Weg.

"Devot" ist vielleicht nicht das richtige Wort. Ich befinde mich dann in einer zwar dominanten, aber passiven Rolle in der ich die Kontrolle oberflächlich abgebe, die andere Person entscheiden und "führen" lasse, aber sie letztendlich meinem Regelwerk folgt. Aber vielleicht behalte ich mir ja doch einen kleinen Tropfen Devotion vor mit dem ich meinen Charakter versüße.~

Meist ist es so, dass ich am Anfang einer Beziehung 100% dom bin und dann sobald mich der Partner besser kennt und ich ihm vertraue dann auf ca ca 75% dom runtergehe. So fällt es den Frauen meist auch nicht schwer mich weiterhin als maskulines Wesen wahrzunehmen und freuen sich sogar, dass sie sich nicht nur so eintönig an mir ausleben können, sondern auch ihre Muttergefühle ausleben können. Und da ich eh keine Kinder will, kann ich die Mutterliebe ganz für mich alleine haben....

?
Warum sollte eine Frau denn ihre Mutterliebe an dir ausleben?

Bemuttern heißt nicht nur das Essen kochen und die Klamotten waschen, sondern auch darauf einzuwirken, dass du brav dieses und jenes tust, dich an die Regeln hältst und brav bist. Ich bemuttere mein Kind, weil es noch zu klein und unreif für eigene, weitreichende Entscheidungen ist. Ihm wird also nicht nur das Essen serviert und die Kleidung gewaschen, sondern es hat sich auch von mir lenken und führen zu lassen, weil ich eben seine Mutter bin. Ist sowas für einen erwachsenen Mann erstrebenswert für ein unmündiges Kind gehalten zu werden, was bemuttert werden muss?

Eine gesunde Beziehung sollte doch auf Augenhöhe stattfinden. Viele Wünsche eines Kindes kann ich aber nicht ernstnehmen und versage sie. Keine Augenhöhe!

Darüber hinaus fände ich es höchst unerotisch, wenn sich ein Mann bemuttern lassen will. Der wirkt unreif und faul, was definitiv nicht attraktiv ist.

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4. Juni 2014 um 18:05

...
Ich will schon auf eigenen Beinen stehen und mich versorgen können. Nur manchmal will ich abschalten. Wieder zu Hause einziehen wär nichts.

Vielleicht siehst Du es zu mütterlich. Es ist eher eine mütterliche Nuance die ich suche, statt eine vollwertige Mutter. Hauptsächlich devot, aber dann doch mit der mütterlichen Sorge.

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4. Juni 2014 um 18:10
In Antwort auf fusselbine

?
Warum sollte eine Frau denn ihre Mutterliebe an dir ausleben?

Bemuttern heißt nicht nur das Essen kochen und die Klamotten waschen, sondern auch darauf einzuwirken, dass du brav dieses und jenes tust, dich an die Regeln hältst und brav bist. Ich bemuttere mein Kind, weil es noch zu klein und unreif für eigene, weitreichende Entscheidungen ist. Ihm wird also nicht nur das Essen serviert und die Kleidung gewaschen, sondern es hat sich auch von mir lenken und führen zu lassen, weil ich eben seine Mutter bin. Ist sowas für einen erwachsenen Mann erstrebenswert für ein unmündiges Kind gehalten zu werden, was bemuttert werden muss?

Eine gesunde Beziehung sollte doch auf Augenhöhe stattfinden. Viele Wünsche eines Kindes kann ich aber nicht ernstnehmen und versage sie. Keine Augenhöhe!

Darüber hinaus fände ich es höchst unerotisch, wenn sich ein Mann bemuttern lassen will. Der wirkt unreif und faul, was definitiv nicht attraktiv ist.

..
So gesehen hast Du Recht.

Ich erkenne, dass Bemuttern nicht gleich Bemuttern ist.

Werde dazu gleich mehr schreiben.

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4. Juni 2014 um 18:17

...
Mir ist aufgefallen, dass es viele Formen der Bemutterung gibt.

Wie ein kleinkind will ich nun nicht behandelt werden, dass man füttern muss.. Eher Nägel machen.

Es geht mehr eher um die intensive Liebe, die höher als die Liebe in der Romantik auf mich wirkt. Das kann ja auf den Alltag eines erwachsenen Mannes ganz anders aussehen. ZB Trost, wenn es im Job nicht gut lief oder die Optimierung meiner Businessgarderobe. Oder aber auch halt eine Person die immer an meiner Seite ist, wenn ich mal krank wäre.

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4. Juni 2014 um 18:51

...
Geld ist aber so oberflächlich. Ich will, dass es von Herzen kommt

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5. Juni 2014 um 6:18

Tach lenienne,
dein Beitrag ist ein gutes Beispiel dafür, was die Richter gemeint haben könnten, wenn sie von einem "Recht auf Vergessen" sprachen: ich könnte mir vorstellen, dass dir dieses Geschreibsel in einigen Jahren peinlich sein wird(zurecht, wie ich meine), und dann ist es doch tröstlich, dass die Menschheit vergessen kann.

Mein Tipp an dich lautet: werde älter, werde erwachsen und lerne beizeiten, deine Klappe in passenderen Momenten aufzureißen, als hier mit dieser Diskussion.

Mit anderen Worten: du bist auf dem Holzweg, aber sowas von...

Freundliche Grüße,
Christoph

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