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Deutsch-griechische Eheprobleme

2. Mai 2014 um 10:02 Letzte Antwort: 5. Mai 2014 um 1:32

Hallo,

ich wollte Euch um Rat fragen, da ich wirklich sehr verzweifelt bin. Seit 2005 bin ich mit einer Griechin verheiratet, wir haben uns 1999 kennengelernt. Viele der Probleme, die wir haben, sind sicherlich kulturell bedingt, da bin ich mir sicher. Ich bin eher kühl, diskret, berechnend, vernuenftig, vorausschauend, intellektuell habe mich mit viel Energie aus einem Arbeitermilieu in einen internationalen Beruf hineingearbeitet. Sie dagegen kommt aus einer Familie mit ehemals viel Geld, das sie dann verloren haben. Hinzu kommt, dass ihr Vater (Alkoholiker) die Mutter geschlagen hat. Meine Frau selbst ist (vielleicht deshalb) etwas unkontrolliert, emotional, spontan, und neigt leider zu aggressiven Ausbrüchen.

Wir haben zwei Kinder (zwei Buben, 6 und 7 Jahre alt). Allerdings haben wir uns auch seit einiger Zeit nicht mehr viel zu sagen. Um es kurz zu machen: fuer sie ist die wichtigste Person in ihrem Leben ihre Mutter; alle Urlaube werden in Griechenland verbracht (die Mutter hat es so arrangiert, dass sie ein Ferienhaus neben ihrem eigenen gebaut hat). Die Erziehung der Enkelkinder wird stark von ihr beeinflusst; meine Meinung zählt nicht. Die Großmutter überhäuft unsere Kinder mit Spielsachen, auch elektronische, vor denen die Kinder dann Stunden verbringen, keine Hausaufgaben machen wollen usw. Sie will sich ihre Liebe regelrecht "erkaufen". Schon als die Kinder noch klein waren lief ständig die Glotze, es wurden nur Süßigkeiten gekauft (oft hinter meinem Rücken) usw. Kurz, sie hat, in ihrem Alter, keine Ahnung und deshalb auch kein schlechtes Gewissen, was eine ausgewogene Erziehung oder die gesunde Ernährung der Enkelkinder betrifft.

Hinzu kommt, dass meine eigene Mutter (die deutsche Oma) die Enkelkinder im besten Fall fuer ein paar Tage im Jahr sieht die griechische Oma ist dagen dauer-praesent. Natuerlich handelt es sich hier um ein kulturelles Problem die Abnabelung von der Familie und die Frage, wie eng man mit den Eltern verbunden sein soll, wenn man selber Vater oder Mutter geworden ist. Aber das hier geht entschieden zu weit ich werde nur noch als Anhaengsel betrachtet wir sind keine griechisch-deutsche Familie, wir sind eine griechisch Familie mit einem deutschen Papa!

Wirklich schlimm ist aber die Aggressivität meiner Frau, die sie in den letzten Jahren entwickelt hat. Seit ungefaehr eineinhalb Jahren ist sie so gewalttaetig geworden, dass ich mich vor ihr manchmal schützen muss. Ich bin im eigenen Haus von ihr mit einem Messer bedroht worden, sie hat mehrere Dinge nach mir geworfen, Moebel, Geschirr usw. zerstoert, sie hat mir in der Oeffentlichkeit ins Gesicht gespuckt, sie hat mich koerperlich angegriffen, so dass es sichtbare Spuren hinterlassen hat. Bei all diesen Angriffen habe ich versucht, ruhig und besonnen zu reagieren was mir meistens gelungen ist. Ich habe jedenfalls niemals Gewalt als Gegenreaktion gegen sie angewendet.

Ihre Frustration kommt meiner Meinung daher, dass sie sich als Mutter nicht anerkannt fühlt und physisch/psychisch sehr gestresst ist. Hinzu kommt, dass sie nicht arbeitet und sie keine große Perspektive fuer sich selbst sieht. Selber ist sie nicht in der Lage, sich beruflich Perspektiven zu erschaffen. Mehrere Bewerbungen scheiterten schon an der Organisation; so wurden Bewerbungsfristen verpasst usw. Manchmal glaube ich, dass sie nicht wirklich an einer Rückkehr ins Berufsleben interessiert ist. Sie ist auch nicht glücklich, glaube ich, dass sie nicht in Griechenland leben kann. Hinzu kommt, dass sie mit den Kindern sehr schnell die Geduld verliert und sehr laut wird, was bei den Kindern natürlich die gleiche Reaktion hervorruft. Wenn ich sie bitte, nicht zu schreien, richtet sich ihre Wut sofort gegen mich

Meine Situation laesst mich staendig an Trennung/Scheidung denken. Allerding moechte ich meine beiden Soehne nicht in diese Lage bringen (ich bin selber ein Scheidungskind). Ich fuerchte auch, dass sie mir, in ihrem Rachegefuehl, die Kinder wegnehmen wird; zu ihrer Mutter ziehen wird und ich keine Chance mehr haben werde, fuer die Kinder zu sorgen und sie zu erziehen.
Ich fuerchte, dass es wenig Perspektiven fuer uns gibt. Ich habe schon alle moeglichen Versuche unternommen, Hilfe zu mobilisieren: ihre Mutter, ihre Schwester, ihren Bruder sie reagieren alle nicht, vermutlich weil sie zu peinlich beruehrt sind (so etwas ist Tabu in ihrer Kultur); eine Psychologin, die mir zu einer Paartherapie geraten hat (als ich das meiner Frau vorschlug, hat sie mich ausgelacht und gesagt ich möchte sie in eine Klappsmühle stecken); andere Freunde und Bekannte, die auch nicht sicher sind, wie man das Problem am besten angehen soll.

Ich bin nicht voellig verzweifelt aber ich will auch nicht mehr Lebenszeit mit jemand verbringen, die mich nicht liebt, die keine gemeinsamen Ziele hat, die nicht vernuenftig mit Konflikten umgehen kann, und die ihre eigene Mutter wichtiger findet als ihren Mann. Ich fühle mich etwas "verraten", weil ich so viel in diese Beziehung investiert habe; und jetzt bekomme ich nur Gewalt und Unverstaendnis zurueck (ich habe ein grosses Haus gekauft, ich gebe mein ganzes Geld fuer ein schoenes Leben fuer sie und die Kinder aus, ich spare für ihre Zukunft usw.).

Ich danke Euch allen fuer Eure Meinung und Euren Kommentar.

Frank

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2. Mai 2014 um 12:48

Mensch, das hört sich nicht gut an...
aber so wie es aussieht, hast du nur 2 Möglichkeiten: wegzugehen, zu bezahlen, dich scheiden zu lassen, die Kinder nur selten bis gar nicht zu sehen aber wieder zu neuen Ufern aufzubrechen und vielleicht eine neue Lebenspartnerin zu finden.....oder du verharrst in deinem Elend bis die Kinder aus dem Haus sind...An deiner Stelle würde ich mich mal mit einem Scheidungsanwalt unterhalten bezüglich der Folgen einer Scheidung...da gibt es nämlich echt miese Tricks, die auch Frauen mal gern anwenden und der Mann trotz hohem Einkommen arm wie eine Kirchenmaus dasteht, das Haus weiter abbezahlt und trotzdem die Kinder verliert...ich könnte dir Geschichten erzählen...meine Freundin hat gerade ein umgekehrtes Problem...da ist es die italoamerikanische Verwandtschaft und der aggressive Mann...sie hat schon die Reisepässe und die Geburtsurkunden der Kinder versteckt, damit er sie nicht heimlich in die USA entführt....

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2. Mai 2014 um 20:09

....
hallo,

ich bin deutsche und mit einem griechen seit 23 jahren zusammen und 17 davon verheiratet.

griechen haben sich zwar nach außen hin hier angepaßt, aber wenn man mit einem griechen oder einer griechin verheiratet ist, erwartet die familie im hintergrund fast vollständige assimilation, vor allem in der sprache,allerdings zumeist nicht in der religion.

man kann sich bis zu einem gewissen grad anpassen, aber nicht bei allem und vor allem nicht dauerhaft.

ich habe meinen mann geheiratet als ich jung und naiv war. das war okay so, ich bereue das keineswegs. auch heute noch würde ich ihn heiraten, allerdings würde ich mich nicht mehr taufen lassen, nicht kirchlich heiraten und meine kinder würden auch nicht getauft werden. es waren halt zugeständnisse an die familie und wie gesagt, jung.... naiv.

das heißt, ich meide kirche wo es geht und auch, wenn ich dort im dorf bin und eine taufe steht an, von jemandem, den ich nicht kenne, dann gehe ich halt nicht mit.
bei der erziehung der kinder ist es ganz klar gewesen zuhause haben wir das sagen und wir waren uns einig. als sie klein waren ausgewähltes fernsehen und süßigkeiten in maßen. ich habe ganz oft den eindruck bei südländischen familien ( die, die ich kenne) läuft ganz oft die flimmerkiste ohne sinn und verstand einfach nebenbei.
das kann ich nicht verstehen und würde das richtig ätzend finden, wenn meine kinder damit zugeballert werden. auch heute noch zappen meine kinder nicht mit der fernbedienung durch die kanäle. das finde ich richtig gut.

bei meinen schwiegereltern lief eher mal die kiste über den tag und ich habe dann angefangen zu motzen. entweder man schaut wirklich mal einen film oder die kiste bleibt aus. dann brauchen die kinder auch nicht da sein, wenn man sie nicht beachtet und sie nur nebenher laufen.

essen ist halt so eine sache. ich stehe ja wie bei allem auf das goldene mittelmaß. ich bin keine ökotante, die möglichst zucker weglässt, und ganz böse, keine süßigkeiten an die kinder verteilt, aber nicht dauernd die kinder mit was zu essen in der hand sehen muss, egal ob gesund oder ungesund. es gibt feste mahlzeiten und ein bis zwei snacks (darunter auch was ungesundes) über den tag und feste rituale. das brauchen kinder rituale und aktives dabei sein.

und was ganz wichtig ist: die eltern müssen sich einig sein, was die anderen denken ist unwichtig.
schwierig ist es, wenn, wie in eurem falle deine schwiegermutter das sagen hat. da würde ich mich halt fragen mit wem ich verheiratet wäre.

und wieso werden nur alle urlaube in griechenland gemacht? du bist deutsch, geht ja auch mal in deutschland oder in jedem anderen land eurer wahl. mir ist klar, dass familie wichtig ist, aber das habe ich relativ schnell eingestellt. jedes zweite jahr, in ordnung, nicht jedes jahr. das geht gar nicht, zumal familienurlaub in der größenordnung kein urlaub, sondern durchaus auch anstrengend sein kann und kochen, waschen und putzen bei der familie betrachte ich nicht als urlaub. als zumutung eher, auch wenn ich meine griechische verwandschaft sehr mag.
mein mann hat es auch verstanden. es hat eine weile gedauert, aber da wäre ich sehr, sehr unleidlich geworden.

habt ihr es von anfang an so gehalten?

ich kann dir ehrlich gesagt keinen rat geben und sehe da nicht viel erfolg, wenn sie nicht willens ist daran was zu ändern. ihre körperlichen angriffe sind respektlos und anspucken ...widerlich, ehrlos. nein.

die frage ist, ob du deinen kindern das länger zumuten willst. lieber ein schrecken mit ende als ein schrecken ohne ende.

@wirdsonix:

"Wenn "Frau" auf 180, dann ist es für sie erschreckend und ein Zeichen von nicht vorhandener Liebe wenn der Partner logisch durchdacht agiert."

anspucken, körperliche übergriffe und mit einem messer berohen bezeichnest du als auf 180 bzw. emotional, impulsiv und lebensfroh.

aha, bezeichnend!

er wird sicher seinen anteil daran haben, aber es muss nicht nüchterne, rationale denkweise und handeln sein, haben auch südländer (meiner z.b.). ich habe nirgendwo gelesen, dass er gegenüber seiner frau nichts empfindet, denn sonst würde er diesen text nicht schreiben.

thalia




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3. Mai 2014 um 11:30

...
du hast folgendes geschrieben:

"Emotionale Südländerin trifft auf europäische "Kälte". Ich denke sie erfriert bei Dir innerlich. Wenn SIE emotional wird, wirst Du wohl eher durchdacht und redest sie mit Argumenten tot.
So gut im Beruf eine gewisse Abstandshaltung und emotionslosigkeit ist - so abtörnend ist es für eine impulsive, lebensfrohe Frau.
Wenn "Frau" auf 180, dann ist es für sie erschreckend und ein Zeichen von nicht vorhandener Liebe wenn der Partner logisch durchdacht agiert."

das hat der threadersteller geschrieben:

"Wirklich schlimm ist aber die Aggressivität meiner Frau, die sie in den letzten Jahren entwickelt hat. Seit ungefaehr eineinhalb Jahren ist sie so gewalttaetig geworden, dass ich mich vor ihr manchmal schützen muss. Ich bin im eigenen Haus von ihr mit einem Messer bedroht worden, sie hat mehrere Dinge nach mir geworfen, Moebel, Geschirr usw. zerstoert, sie hat mir in der Oeffentlichkeit ins Gesicht gespuckt, sie hat mich koerperlich angegriffen, so dass es sichtbare Spuren hinterlassen hat. Bei all diesen Angriffen habe ich versucht, ruhig und besonnen zu reagieren was mir meistens gelungen ist. Ich habe jedenfalls niemals Gewalt als Gegenreaktion gegen sie angewendet."

aha. ich lese also, was ich will.

sehr schön!

dir sollte klar sein, dass auch gewalt gegenüber männern von frauen ein strafdelikt ist.


ich weiß nicht, wer da im recht ist, er beschreibt nur seine seite. logisch.

aber: es gibt für mich keinen grund körperlich oder dem anderen gegenüber in der form, wie er es beschrieben hat, übergriffig zu werden, egal ob von männlicher oder von weiblicher seite.
das ist respektlos und in keiner weise zu rechtfertigen. es gibt, auch von ihrer seite aus, immer eine haustür, die man von außen schließen kann. andersherum gilt dasselbe auch für ihn...natürlich.

und probleme löst man nicht, in dem man sich schlägt etc. sondern in dem man sich an einen tisch setzt. natürlich schlagen emotionale wogen mal hoch und ja, man verletzt sich auch mal (verbal!!!), aber auch das im rahmen, ansonsten sollte die beziehung beendet werden, da sie für beide parteien ungesund ist.

wenn du eine derartige partnerschaft bevorzugst, bleibt dir das ja unbenommen, aber vielleicht solltest du derartige ungesunde tipps nicht im netz verteilen.

thalia




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5. Mai 2014 um 1:32

Die kinder kommen bald in das alter
wo sie selbst entscheiden können , bei welchem elternteil sie bleiben wollen.
da ihr das gemeinsame sorgerecht habt, kann sie nicht einfach so nach griechenland abhauen.
eine trennung würde ich schon ins auge fassen, ihr das auch so sagen,wenn sie nicht an eurer ehe was ändert, zb ne eheberatung/therapie.
ich denke mal sie tanzt dir etwas auf der nase rum , weil du einfach zu wenig "mann" in ihren augen bist. hau mal auf den tisch! und setz ihr die pistole auf die brust... du bist in der besseren position. bei einer trennung müsste sie wieder arbeiten gehen, das haus müsste verkauft werden und sie müsste sich selbst kümmern.

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