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Der tag x rückt näher und ich weiß nicht, wie ich mich verhalten soll

24. April 2003 um 9:43

hallo zusammen,

habe vor einiger zeit schon einmal gepostet unter dem titel ist es egoistisch von mir?.
ich bin jetzt total zerrissen mit meinen gefühlen. mein freund und ich haben die wohnung bekommen. in 5-6 monaten können wir sie beziehen. darüber freue ich mich riesig. planen und und reden sehr viel über die einrichtung, etc. alles super.

jetzt die kehrseite. ich weiß nicht, wie ich es meiner familie beibringen soll, daß ich ausziehen werde. unser ganzes leben ist so strukturiert und organisiert, daß ich für den großteil des haushalts und den einkauf zuständig bin, da meine mutter krank ist und dies aus den gesundheitlichen gründen nicht schafft. mein einer bruder (20) kann aus beruflichen gründen das nicht übernehmen. er arbeitet im einzelhandel, muß also jeden tag bis 20:00 uhr arbeiten und ist dann erst immer gegen 21:00 uhr zu hause. und der andere (16) soll diese verantwortung noch nicht auf sich nehmen. auch finanziell würde es schlechter aussehen, da ich einen teil zu hause abgebe. mein vater ist nicht bereit mehr zur verfügung zu stellen. entweder kommen wir mit dem aus, was er gibt (was in augen eines anwaltes schon mehr als genug wäre, da er die miete, den unterhalt für meinen jüngsten bruder und die wöchentlichen einkäufe für ca. 600 EUR im monat bezahlt).

ich habe angst, daß alles zusammen brechen wird. wir haben uns damals, wie mein vater ausgezogen ist, geschworen, daß wir immer zusammenhalten werden, egal was kommt. zu diesem zeitpunkt war ich noch nicht mit meinem freund zusammen.

auch habe ich angst, daß mir meine familie diesen entschluss sehr übel nehmen würde, von wegen ich lasse sie im stich usw. ich liebe meine familie über alles aber ich kann doch so nicht weitermachen. erst gestern hatte ich wieder einen streit mit meiner mutter, von wegen ich wäre ja kaum zu hause (was auch stimmt, bin jeden tag bei meinem freund und nur 1-2 std. zu hause und mache dort nur das notwendigste im haushalt) und meine interessen würden sich nicht um die familie drehen, etc. wie soll das denn erst werden, wenn ich ausgezogen bin? will meine familie dann kein wort mehr mit mir reden? mich verstoßen?

sie müssen doch akzeptieren, daß ich nicht für immer zu hause bleiben werde und mein eigenes leben leben will.
ist es verantwortungslos sie einfach zurück zu lassen?
ich weiß nicht was ich machen soll. ich wünsche mir nichts sehnlicher, als in harmonie mit meiner familie und meinem freund zu leben.

ich werde auch mein auto verkaufen und mir mit meinem freund ein auto teilen, damit ich mir die miete leisten kann. d. h. ich werde auch nicht mehr so flexible sein und mal eben zu meiner familie fahren können.

lieben dank für eure unterstützung.
gruß

willow

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24. April 2003 um 10:40

Das läßt sich bestimmt regeln!
Liebe Willow,

schwierig ist dein Situation sicherlich. aber es gibt auch bestimmt eine Lösung.

Zuerst einmal, wie weit ist eure Wohnung denn weg? Du wirst ja sicherlich nicht aus der Welt sein.

Momentan habt ihr alles gut organisiert. Das einzige Problem ist, das neu zu organisieren.

Wenn du Angst vor der Reaktion deiner Familie hast, dann setze dich jetzt schonmal hin und überlege, wie sich alles in zukunft gestalten könnte, damit du Vorwürfen, du würdest sie im Stich lassen gleich etwas entgegen setzen kannst.

Hier noch ein paar Anregungen, wie ihr neu organisieren könntet:

1. gebe ich Nenja recht, was deinen älteren Bruder betrifft.
2. denke ich mit 16 kann man sehr wohl schon Aufgaben übernehmen. Nicht alles, ganz klar, aber schon gewisse Verpflichtungen.
3. was dich angeht, vielleicht kannst du mit deinem freund eine Tag vereinbaren, an dem du das Auto haben kannst, dann fährst du heim, machst den Wocheneinkauf, kannst dich um bestimmte wichtige Dinge kümmern etc. Die Einkäufe, die neben diesem Wocheneinkauf anfallen, die könnte dann z. Bsp. einer deiner Brüder übernehmen.
4. mit dem Geld findet sich bestimmt auch eine Lösung. Listet nochmal alle Einkünfte und alle Ausgaben auf und schaut dann, wie sich das regeln läßt.

Wichtig ist, dass ihr euch gemeinsam hinsetzt, schaut wie es derzeit organisiert ist und dann schaut, wie ihr die Aufgaben umverteilen könnt.
Und wie gesagt, mache die schonmal Gedanken für dich, damit du alle Vorwürfe niederschmettern kannst, vonwegen du würdest die Familie im Stich lassen.
Du wirst sehen, alles wird sich regeln lassen und wenn es erst einmal ein paar Wochen so läüft, wird alles klappen wie bisher.

Viele Grüße und alles Gute
Kiddy

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24. April 2003 um 17:11

Denk' auch an dich

Hallo Willow,

eigentlich kann ich mich den anderen nur anschließen. Da sind doch nun wirklich schon sehr gute Ideen gekommen.
Außerdem hat jeder ein Recht auf sein eigenes Leben, auch du.

Viel Glück, Lisa

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25. April 2003 um 8:19

Ihr habt recht.
vielen dank ihr lieben

ja, ihr habt recht. ich mache mich einfach selber verrückt. es ist halt alles nicht sehr einfach für uns alle immer gewesen. hatte vorher schon sehr viele probleme, die wir, weil wir zusammen gehalten haben, gelöst haben.
und jetzt kommt der tag, wo ich aus dieser gemeinschaft ausbrechen werde. ich weiß nicht, ob ihr dieses gefühl kennt. ich komme mir vor, wie jemand, der ein verbrechen begangen hat.
und dann habe ich auch noch die unart an mir, probleme vor mich her zu schieben
aber ich glaube mit euren lösungsansätzen werde ich das hoffentlich schaffen.
und aus der welt bin ich auch nicht. ich werde nur ca. 30 km weiter weg wohnen. außerdem gibt es noch telefon und internet.

nochmals danke
lg
willow

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