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Der richtige Weg

23. Oktober 2016 um 0:27 Letzte Antwort: 23. Oktober 2016 um 12:14

Liebe Community,

ich wende mich an euch, da ich aktuell nicht wirklich weiß, was ich tun soll. In diesem Forum sind bekanntermaßen viele Frauen und Mädels aktiv, deswegen denke ich, dass ihr mir hier vielleicht weiterhelfen könnt. Weil mein Problem recht komplex ist und tiefe Wurzeln hat, fange ich am besten ganz von vorne an.

Ich heiße Felix, bin 20 Jahre alt und studiere Wirtschaft. Ich habe meine persönlichen Lebensziele sehr hoch gesetzt, arbeite jedoch deutlich härter als der Durchschnitt meines Alters dafür und werde diese deswegen womöglich auch erreichen. Aus diesem Grund geht es mir aktuell persönlich eigentlich ganz gut. Doch wie es das Schicksal eben will, macht auch mir die Liebe hin und wieder zu schaffen, besonders in diesen Tagen. Dazu möchte ich mir Rat von euch einholen

Meine erste und bisher einzige Beziehung ist fast zwei Jahre her und dauerte leider nur etwa zehn Monate. Bevor wir zusammenkamen, waren wir gute drei Jahre lediglich befreundet, da wir beide charakterlich eher zurückhaltend und schüchtern waren. Sie ist ein Jahr jünger als ich und wohnt etwa 50km von mir entfernt, wir hatten uns also nicht besonders oft gesehen (max. 2x/Jahr) und über Facebook waren unsere Gespräche auch eher rar, aber dafür dann sehr lange. Immer wieder erzählte ich ihr von meinen Lebenszielen, was sie sehr begeistert haben muss. Die dreijährige, sehr innige Freundschaft war dadurch von permanentem Interesse beiderseits geprägt, da wir beide dachten, in der anderen Person jemanden gefunden zu haben, der einen versteht und dafür schätzt, wer man ist. Dies konnten wir beide von unserem zu dieser Zeit aktuellen Freundeskreis in dieser Ausprägung nicht erwarten. Doch unsere Freundschaft war etwas besonders, das war uns klar. Deswegen waren Treffen dann immer etwas sehr besonderes für uns beide und es war immer dieses gewisse Knistern in der Luft.

Als wir dann endlich zusammenkamen, war die erste Zeit natürlich so wie sie eben sein sollte. Leider konnten wir uns aufgrund der Entfernung nicht besonders oft sehen, dafür schrieben wir aber sehr oft. Das Gefühl des Frischverliebtseins hielt dann aber noch relativ lange dafür. Ihre Eltern waren erfolgreiche Unternehmer, und sie war mit ihrer jüngeren Schwester immer oft ins Geschäft eingebunden. Sie machten als Familie aber auch viele Reisen in die ganze Welt. Ihre Eltern und ihre Schwester standen aufgrund des nahezu perfekten Familienlebens immer an erster Stelle, was ich stets respektierte. Dennoch tat ich alles für sie und war sehr kreativ, nur um ihr zu zeigen, was ihr an mir lag. Und dass es nicht so schlimm fand, dass wir uns nicht so oft sahen.

Doch leider wurde mit der Zeit (nach etwa 5 Monaten) der Kontakt seltener, sie hatte immer weniger Zeit mich zu sehen. Sie war doch so unfassbar wichtig für mich und ich suchte immer das Gespräch, doch nie kam etwas konkretes dabei heraus. Ich tat alles um die Beziehung zu retten und war äußerst verzweifelt. Meine eigene Familie brach gerade auseinander und mein Freundeskreis löste sich auf. In dieser Zeit verlor ich alles und vor allem meine wichtigste Antriebsquelle - sie. Mit ihre letzten Worte an mich waren, dass es ihr unglaublich Leid täte, sie mich aber nicht verlieren wolle, weil ich ihr bester Freund sei...

Insgesamt vergingen weitere fünf Monate bis wir Schluss gemacht hatten. Ich war seelisch unglaublich am Boden, hatte meine Ziele aus den Augen verloren. Doch auch diese Zeit verging wieder. Ich überlegte trotzdem sehr oft und sehr lange, was eigentlich passiert ist, dass wir uns trennen mussten.
Irgendwann hatten wir wieder ab und zu Kontakt über Facebook oder haben uns auf Feiern der gemeinsamen Uni getroffen und geredet wie es denn aktuell beim anderen so läuft. Heute, fast zwei Jahre nachdem wir Schlussgemacht hatten, geht es mir sogar sehr gut. Das Studium neigt sich dem Ende zu, ich habe ein Praktikum bei einem renommierten Unternehmen der Luft- & Raumfahrt-Branche und sehr gute Chancen auf einen Einstieg. Meine Lebensziele scheinen so nah wie nie zu sein.
Dennoch ... nicht ein Tag verging, an dem ich nicht an sie gedacht habe, seitdem wir Schluss gemacht haben. Damit geht aber heute nicht mehr der innere Zwang einher, sie zu sehen. Es ist lediglich das Vermissen der gemeinsamen Zeit miteinander, was mir ein wenig zusetzt. Grundsätzlich ist es dahingehend aber okay, wie es aktuell ist. Wie ich aktuell fühle, weiß ich selbst nicht


Doch eine Zeit mit einem anderen Mädchen in der Zeit von August bis Anfang Oktober lässt mich erneut über das ganze Thema nachdenken. Hier die Geschichte:

Sie war eine Freundin eines Freundes. Ne kleine Mrs. Happy, mit der man sehr viel Spaß haben konnte (und damit meine ich nicht Sex). Wir hatten uns auf örtlichen Volksfesten getroffen, getrunken und viel gelacht. Seitdem wir uns auf dem Volksfest kennengelernt haben, haben wir sehr viel miteinander geschrieben und mir wurde klar, dass auch wir charakterlich sehr viel gemeinsam hatten, was sie für mich natürlich interessant machte. Wir schreiben beinahe jeden Tag miteinander und trafen uns wieder. Sie kam für mich natürlich zunächst als Freundin in Frage, doch ich lasse mir hier lieber etwas mehr Zeit - wie eben bei meiner ersten Freundin.
Im September begann mein Praktikum, wodurch ich sehr beschäftigt bin und nicht viel Zeit habe. Mir war dann mittlerweile auch klar, dass sie mehr von mir wollte und ihr Gesprächsbedarf mit mir sprich dementsprechend - aber so stark, dass es mir sehr unangenehm war. Sie war nicht auf meiner Wellenlänge und unsere Interessen deckten sich nicht. Somit versuchte ich etwas auf Abstand zu gehen, da sie mir immer weiter schrieb. Ich hoffte dadurch zu erreichen, dass auch sie ihren "Mund" etwas drosselte - allerdings traf der gegenteilige Fall ein. Sie schrieb nun den ganzen Tag Nachrichten, allerdings war ich bloß 2x täglich online.
Eines Tages, nach einem harten Arbeitstag, dachte ich mir bloß, dass sie mir nur noch wahnsinnig auf die Nerven ging.

Ich dachte am selben Tag noch viel darüber nach und verglich auch die Situation mit meiner ersten Freundin. Wie konnte das sein, dass sie mir so auf die Nerven ging? Sie wurde doch quasi meine beste Freundin, wieso nervt sie mich jetzt nur noch? Wieso will ich bloß noch so selten antworten? Wieso möchte ich sie auch nicht mehr sehen? In dem Moment, wo ich diese mit der Situation von vor 2 Jahren verglich, bin ich wahnsinnig erschrocken und wurde total perplex.

Mir wurde klar, dass dies die absolut selbe Situation war, wie vor zwei Jahren. Nämlich die Zeit, in der meine erste Freundin und ich kurz davor waren, Schluss zu machen. Bloß umgekehrt. Jetzt war ich derjenige, der auf Abstand ging und nicht mehr wollte. Plötzlich konnte ich mich in sie hineinversetzen und erkennen, wie schwer es war, der Person die man eigentlich mochte, etwas schreckliches antun zu müssen, weil man leider selbst gefühlstechnisch dazu gezwungen war, es zu beenden.
Genau wie die kürzlich kennengelernte Freundin hatte auch ich damals so extrem geklammert, dass es der Beziehung sehr geschadet hatte. Heute ist mir klar, dass ich so nicht mehr bin und mittlerweile durch meine Erfahrungen sehr selbstständig geworden bin. Aber an die Erkenntnis gelangt zu sein, dass man bloß selbst daran Schuld gewesen ist, dass einen das Glück verlassen hat, zerfrisst mich nun abends und lässt mich kaum einschlafen.


Mein Bauchgefühl sagt mir, dass ich mit meiner ersten Freundin ein Treffen vereinbaren soll, um mich einfach bei ihr zu entschuldigen, dass ich durch mein Verhalten nicht nur unsere Beziehung, sondern auch unsere bedingungslose Freundschaft zerstört hatte. Mir wurde klar, dass die ganze Sache auch ihr noch recht lange stark zugesetzt hatte. In unseren Gesprächen, welche wir zwischen unserer Trennung und heute geführt haben, hatte ich angedeutet, dass wir wieder mehr machen sollten. Dass sie darauf nie eingegangen ist, wundert mich jetzt nicht mehr.
Ich möchte mit offenen Karten spielen und ihr von der Sache mit diesem anderen Mädchen erzählen, wie ich darauf gekommen bin. Auch, dass ich mir aus dem Gespräch keine neue Beziehung erhoffe, sondern bloß, dass ich mir wünschen würde, dass wir wieder an einer neuen Freundschaft arbeiten würden, da uns immer sehr viel verbunden hat. Aus diesem Grund bin ich ihr das eigentlich auch schuldig und fühle mich dazu verpflichtet, ihr das zu sagen ...

Deswegen die Frage an die Damen, die Gott sei Dank bis hier noch mitgelesen haben: Soll ich auf mein Bauchgefühl hören und das Gespräch vereinbaren? Ist es eurer Meinung nach richtig, dass ich mich bei ihr aufrichtig entschuldigen möchte, dass ich so viel kaputt gemacht habe? Hätte das einen Sinn? Ich bin kein schlechter Mensch, nur möchte ich einfach mal das Richtige machen 
Wir sind aktuell ja noch "befreundet" (wenn man das überhaupt so nennen darf). Wir schreiben alle 2-4 Monate mal ein bisschen. Sind also nicht im gegenseitigen Hass auseinander gegangen.



Sorry für den ewig langen Text, ich möchte nur, dass ihr euch in meine schwierige Situation hineinversetzen könnt  Aber ich bin für jede Hilfe dankbar, die mich den richtigen Weg gehen lässt!

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23. Oktober 2016 um 11:57

ich hab leider die Hälfte überflogen weil zu viel Text, aber ein Gespräch ist immer gut.

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23. Oktober 2016 um 12:14

Sprich mit ihr, um zumindest die scheinbar gute Freundschaft zu erhalten. Was ich aber nicht verstehe ist, wie 50km so ein Hindernis sein können. Das ist mit Auto, Bus, Bahn maximal ne Stunde Weg. Die würde es sich selbst für ein Abendessen lohnen, wenn wirklich Interesse besteht.

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