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Depri-Phase

25. Oktober 2002 um 20:04

Hallo an die,die das hier lesen!

Es passt vielleicht nicht hier rein,aber ich möchte es trotzdem veröffentlichen.
Letzten Monat war ein guter Freund zu Besuch.
Wir schäkerten rum und machten Witze.
Dabei dachte ich mir,dass ich ihn ja am liebsten einfach mal umarmen möchte,weil ich ihn so gerne habe und davor lange nicht gesehen hatte.
Der Gedanke wurde aber dann auch gleich wieder verworfen,wir machten Quatsch und ich traute mich dann irgendwie nicht mehr so recht,weil ich dachte,es passte jetzt irgendwie nicht.
Zwei Tage später ruft mich meine Mutter an,und erzählt mir,dass er jetzt tot sei.
Herzstillstand.Einfach so-Im Schlaf.Zuerst wollte ich es nicht glauben,wie konnte ich?
Ich konnte es mir einfach nicht klarmachen-dass dieser Mensch jetzt weg ist und nie wieder kommt.
Ich dachte mir,vielleicht fällt es mir leichter,wenn ich mich von ihm verabschieden würde.
Bin also auf den Friedhof.
Er lag da,als ob er schlafen würde,mit seinem Lieblingsbuch untern Arm.
Das konnte ich mir dann aber doch nicht ansehen und bin raus.
Ich wollte,ich hätte ihn noch mal umarmt und ihm gesagt,wie gerne ich ihn hatte.
Eine Woche später- Hatte es so halb verdaut,dass Ronny nicht mehr da ist.
War gerade in Essen,meine schwester Besuchen.
Da kam schon die nächste schlechte Nachricht:
Mein Onkel,der mich grossgezogen hatte,war nun auch bei einer Operation gestorben.
Ich dachte echt,ich dreh jetzt durch.
Auf der Beerdigung von ihm,kam mir dann auch noch mal alles von letzter Woche mit Ronny.
Ich glaube,ich werde langsam aber sicher total depressiv.
Seitdem bin ich antriebslos und träge,ständig müde.
Andauernd stelle ich mir die gleichen Fragen,warum ich eigentlich nicht aus allem entfliehen kann.
Wenn ich nachts auf der strasse laufe,wünsche ich mir,dass der mann auf der anderen Strassenseite mich vergewaltigt und umbringt.
Ich sitze bei meinem Freund und wir unterhalten uns,plötzlich dreh ich mich um und muss losheulen-ohne Grund.
Ich hab das Gefühl,unsere Beziehung ist total am Ende-obwohl nichts vorgefallen ist.
Ich versteh mich einfach selbst nicht mehr.
Es ist nicht so,dass ich total am trauen bin,aber die Ereignisse haben mich in ein tiefes Loch geschleudert,aus dem ich mir im Momentr einfach nicht raushelfen kann.
Ich rede mit niemandem darüber.
Gib mich als die sympathische Freundin,die für jeden ein offenes Ohr hat und insgeheim kotzt es mich sowas von an,dass sie nicht bemerken,dass ich total am Verzweifeln bin,Suizidgedanken mit mir rumschleppe.
So kann es echt nicht weitergehen.War schon mal vor zwei Jahren heftigst depressiv,möchte dass nicht wieder sein.Aber ich merke,es kommt langsasm wieder.
Plötzlich denke ich grundlos total negativ über mich,meine Mitmenschen usw.Es ist einfach nur alles sinnlos,deke ich.Wozu heute noch etwas erledigen,wenn ich eh bald weg bin.(Solche sachen)
Aber irgendwie will ich auch nicht,dass es jemand aus meinemBekanntenkreis weiss,da es eh nicht ernstgeniommen werden würde.Irgendwie wird das jetzt ein Endlos Beitrag und ich hab den Faden verloren.

Danke fürs Zuhörn(Lesen)

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26. Oktober 2002 um 1:58

Hi sunny
erinnere dich doch an die schönen tage. an einen menschen sollte man sich immer positiv erinnern. wenn ich sterben würde wünsche ich mir das mein schatz kurz weint und dann an unsere schöne zeit zurückdenkt und lächelt. ich will nicht das sie jeden tag weint ok wenn sie mal möchte mal kurz aber nicht immer sie soll glücklich bleiben. denke dein freund und dein onkel hätten sicher den gleichen wunsch an dich gehabt. denke im positiven an sie lass ein paar tränchen kullern und den rest des tages lebe so glücklich wie nur möglich denn das ist was sie sich wünschen würden.

trauer noch ein bissel das tut gut nur rutsch nicht ab das hätten die beiden nie gewollt

ich drück dich ganz fest auf das du wieder lächelst

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26. Oktober 2002 um 13:41

Hallo ihr Lieben!
Danke,für eure lieben Beiträge!
Wenn ich es so lese,was ihr darüber denkt und ich weiss-es ist doch nachvollziehbar,was ich fühle und es nicht total der Schwachsinn ist,dann fühle ich mich gleich besser!
Ich habe auch schon ansatzweise versucht,mit meinem Freund darüber zu reden,das war am Anfang,als das alles passierte.
Er sagte mir,er könnte mich voll und ganz verstehen,aber er könnte den schmerz den ich habe einfach nicht nachempfinden,weil er diese Menschen nicht nicht gekannt hat und es ihn einfach kalt lassen würde.Das habe ich ihm auch nicht übel genommen.
Denn ich weiss ja,wenn MIR etwas egal ist,dann kann ich einfach nicht so tun,als ob nicht.nur dann war ich halt der Meinung,dass das Thema Fehl am Platz wäre und es sowieso nicht ernstgenommen würde.
Die schönen Gedanken an diese Menschen werde ich nicht vergessen.Z.B,dass Ronny NIE seine schlechte Laune gezeigt hat,dass wenn-er trotzdem noch lachen konnte.Dass er immer so freundlich war.
Dass er jedem immer so geholfen hat,wo es ging und dass wir uns immmer so gut verstanden haben und manchmal einfach nur totgelacht habben,über völlig belanglose Dinge und dass wir uns deshalb als "Lach-Tauben" bezeichnet haben.
Dass er in letztzer Zeit oft den Wunsch nach einer eigenen familie geäussert hat usw. das fällt einem dann alles wieder ein.
Umso schwerer fällt es dann,sich zu sagen "Der ist tot!"
Man fragt sich,warum-warum gerade ein Mensch,der einfach nur gut zu jedem war und doch nur glücklich sein wollte.
Das mit meinem Onkel,war ein bisschen anders.
Ich war früher Immer bei ihm und seiner Familie.
Von klein auf,als ich ein Säugling war.
So mit 11,12 hat das dann nachgelassen.
Er hatte dann einen schlaganfall bekommen,konnte nicht mehr richtig sprechen und sass im Rollstuhl.
War aber,als das passierte,das gleiche wie mit Ronny,dass einem alles einfällt usw.
Die Leute in meinem Umfeld haben einfach keine ahnung von dem,was ich fühle.
Ich kann mich nicht mit ihnen in der fröhlichen Runde hinsetzen und dann einfach "Hey Leute-ich kanns nicht mehr!"
Aber tut schon mal gut,dass überhaupt rauszulassen.Es einfach mal niederzuschreiben,was ich empfinde.Dann habe ich das Gefühl,dass es nicht mehr so tief in mir drin ist.
Ich weiss auch,dass Ronny es nicht gewollt hätte,dass wegen ihm Leute depressiv werden.
Sein Bruder hat zu mir gesagt,wenn Ronny wüsste,wie wir alle um ihn weinen,dann würde er selber weinen.
Bei meinem Onkel weiss ich auch,dass es eine Erlösung von ihm war...
Es ist so schwer ,zu sagen,das Leben geht doch noch weiter.
Ich finde es schön,dass ich mich dazu äussern konnte.
Das hat mir echt schon ein bisschen geholfen! Danke.

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