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Depressiver Partner trennt sich und hat sofort eine Neue

5. April 2018 um 17:07

Hallo alle zusammen,
ich bin neu hier. Ich würde gerne meine Geschichte mit euch teilen und vielleicht habt ihr ja Ratschläge oder ähnliche Erfahrungen gemacht.
Ich (29) kenne meinen Exfreund (32) nun ein Jahr. Wir haben zunächst über 800 Kilometer hinweg eine lockere Affäre geführt. Diese war von extremer Nähe und extremer Distanz geprägt. Er konnte sich überhaupt nicht binden. Wir haben uns alle zwei Wochen gesehen und nach wunderschönen Wochenenden - ich war einem Mann noch nie so nah, hat er sich wieder enorm distanziert und zweimal auch etwas mit anderen Frauen gehabt. Irgendwann habe ich ihn gefragt, was das zwischen uns ist, er sagte, dass er sich nicht binden könnte. Wenn er schon an eine Beziehung denken würde, schnürt sich bei ihm alles zusammen. Es brach mir das Herz. Drei Wochen hatten wir keinen Kontakt. Er fiel in eine depressive Phase. Nach drei Wochen hatten wir gemeinsame Konzertkarten. Er kam zu mir und wir gingen zum Konzert. Sofort sagte er, dass er sich in mich verliebt habe und mit mir zusammen sein möchte. Ich gab ihm eine Chance. Seine depressive Phase war verschwunden. Dann führten wir 3 Monate eine wunderschöne Beziehung, da er selbstständig ist, war er alle zwei Wochen für eine Woche bei mir. Wir waren sehr eng und sehr vetraut. So etwas habe ich noch mit einem Mann gehabt. Dann fuhren wir für zwei Wochen zusammen in den Urlaub. Es war traumhaft. Direkt nach dem Urlaub verfiel er wieder in die Depression. Warum weiß ich nicht. Vielleicht weil er keine Aufträge bekommt und nichts zu tun hat. Dadurch natürlich auch in finanzieller Not ist. Auch seine beste Freundin hatte sich zu dem Zeitpunkt abgewandt. Sie war in ihn verliebt und konnte nicht ertragen, dass es nun mich gab. Er machte per Telefon Schluss, weil er nichts mehr für mich empfand - eine Woche nach dem Urlaub. Einen Tag später überredete ich ihn zu mir zu kommen, ich machte mir Sorgen. Er hatte auch von Selbstmord gesprochen. Er kam und war ein  Häufchen Elend. Zitterte, konnte mir nicht in die Augen schauen, zuckte zusammen, wenn ich ihn berrührte. ich baute ihn drei Tage auf. Seine Gefühle für mich kamen wieder und wir führten für 1,5 Monate die Beziehung wunderschön weiter. Er ging nun zur Therapie. Dann kam die nächste depressive Phase. Er war bei mir, machte Schluss und sagte Sachen wie: Er habe nie etwas für mich empfunden, ich solle ihn endlich in Ruhe lassen und und und. Er hat mich extrem verletzt. Er bleib weitere vier Tage und starrte vier Tage von meinem Sofa an die Wand. Nach seiner Abreise bekam ich einen Brief, dass er keine Beziehung führen könnte, weil er nichts empfindet und nichts geben könnte, aber er möchte mich als Mensch nicht verlieren und ich sollte über eine Freundschaft nachdenken. Ich war geschockt und verletzt. 1,5 Monate meldete ich mich einmal pro Woche bei ihm, um zu schauen wie es ihm geht. Ich wusste, dass weder Familie noch Freunde wissen, dass er depressiv ist. Er ist nach außen ein super Schauspieler. Er meldete sich nie bei mir. 1,5 Monate machte er nicht viel, saß zuhause rum, aber er schien dankbar, dass ich noch an ihn denke. Dann irgendwann sagte er mir er nehme noch Antidepressiva und es gehe ihm besser. Er habe nun auch jemand Neues kennen gelernt. Das brach mir Herz. Monatelang ging ich mit ihm durch seine dunkelsten Phasen und sobald es ihm besser geht, sortiert er mich aus und ersetzt mich. Warum? Zwei Monate zuvor - drei Tage vor der Trennung - sagte er mir noch, dass er mich so sehr liebe und ich der wichtigste Mensch für ihn sei. Stimmte das alles nicht? Ich verstehe es nicht? Wie kann ich ihm jetzt nur so egal sein? hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?

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5. April 2018 um 17:42

liebe biene88,

es tut mir leid für Dich, diese Erfahrung machen zu müssen. Aber bei psychischen Störungen gibt es nunmal genau diese Probleme in Beziehungen.

Depressionen lassen Gefühle wie Liebe nur bedingt zu - für einen gesunden Menschen nur schwer verständlich. Egal, wie viel Mühe Du Dir gibst - ein Mensch mit Depressionen lebt in seiner eigenen Welt. Antidepressiva sind lediglich ''Stimmungsaufheller'', die vorübergehend dafür sorgen, dass der Depressive auch mal eine zeitlang innerlich zur Ruhe kommt. Wie alle Medikamente beinhaltet das Mittel leider auch etliche Nebenwirkungen, die einige Depressive dazu veranlassen, das Medikament nicht mehr weiter einzunehmen.

All Deine Mühen sind zum Scheitern verurteilt und machen es dem Depressiven nur noch schwerer, eine feste Beziehung zu führen. Niemand möchte permanent vom schlechten Gewissen geplagt sein.

Und Du hast es selbst gemerkt, wie unsicher er Dir gegenüber immer wieder ist. Das wird Euch beiden zuletzt eher schaden als helfen.

Nimm die Trennung an und behalte ihn in guter Erinnerung

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5. April 2018 um 19:21

Hey, ich finde, dass du schon viel zu viel mitgemacht hast. Er ist die fremdgegangen, dann war es wieder schön, dann war er abweisend, dann wieder nicht... Depression hin oder her: so hättest du dich nicht von ihm behandeln lassen müssen. So viel Stress in einer so kurzen Beziehung, bitte tu dir das in Zukunft von niemandem mehr an.
Und jetzt starte neu durch, finde jemanden, der weniger wankelt und versuch, diesen Mann zu vergessen. Der hat dir nicht gut getan und war deshalb einfach nicht der richtige.

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5. April 2018 um 21:15
In Antwort auf biene-88

Hallo alle zusammen,
ich bin neu hier. Ich würde gerne meine Geschichte mit euch teilen und vielleicht habt ihr ja Ratschläge oder ähnliche Erfahrungen gemacht.
Ich (29) kenne meinen Exfreund (32) nun ein Jahr. Wir haben zunächst über 800 Kilometer hinweg eine lockere Affäre geführt. Diese war von extremer Nähe und extremer Distanz geprägt. Er konnte sich überhaupt nicht binden. Wir haben uns alle zwei Wochen gesehen und nach wunderschönen Wochenenden - ich war einem Mann noch nie so nah, hat er sich wieder enorm distanziert und zweimal auch etwas mit anderen Frauen gehabt. Irgendwann habe ich ihn gefragt, was das zwischen uns ist, er sagte, dass er sich nicht binden könnte. Wenn er schon an eine Beziehung denken würde, schnürt sich bei ihm alles zusammen. Es brach mir das Herz. Drei Wochen hatten wir keinen Kontakt. Er fiel in eine depressive Phase. Nach drei Wochen hatten wir gemeinsame Konzertkarten. Er kam zu mir und wir gingen zum Konzert. Sofort sagte er, dass er sich in mich verliebt habe und mit mir zusammen sein möchte. Ich gab ihm eine Chance. Seine depressive Phase war verschwunden. Dann führten wir 3 Monate eine wunderschöne Beziehung, da er selbstständig ist, war er alle zwei Wochen für eine Woche bei mir. Wir waren sehr eng und sehr vetraut. So etwas habe ich noch mit einem Mann gehabt. Dann fuhren wir für zwei Wochen zusammen in den Urlaub. Es war traumhaft. Direkt nach dem Urlaub verfiel er wieder in die Depression. Warum weiß ich nicht. Vielleicht weil er keine Aufträge bekommt und nichts zu tun hat. Dadurch natürlich auch in finanzieller Not ist. Auch seine beste Freundin hatte sich zu dem Zeitpunkt abgewandt. Sie war in ihn verliebt und konnte nicht ertragen, dass es nun mich gab. Er machte per Telefon Schluss, weil er nichts mehr für mich empfand - eine Woche nach dem Urlaub. Einen Tag später überredete ich ihn zu mir zu kommen, ich machte mir Sorgen. Er hatte auch von Selbstmord gesprochen. Er kam und war ein  Häufchen Elend. Zitterte, konnte mir nicht in die Augen schauen, zuckte zusammen, wenn ich ihn berrührte. ich baute ihn drei Tage auf. Seine Gefühle für mich kamen wieder und wir führten für 1,5 Monate die Beziehung wunderschön weiter. Er ging nun zur Therapie. Dann kam die nächste depressive Phase. Er war bei mir, machte Schluss und sagte Sachen wie: Er habe nie etwas für mich empfunden, ich solle ihn endlich in Ruhe lassen und und und. Er hat mich extrem verletzt. Er bleib weitere vier Tage und starrte vier Tage von meinem Sofa an die Wand. Nach seiner Abreise bekam ich einen Brief, dass er keine Beziehung führen könnte, weil er nichts empfindet und nichts geben könnte, aber er möchte mich als Mensch nicht verlieren und ich sollte über eine Freundschaft nachdenken. Ich war geschockt und verletzt. 1,5 Monate meldete ich mich einmal pro Woche bei ihm, um zu schauen wie es ihm geht. Ich wusste, dass weder Familie noch Freunde wissen, dass er depressiv ist. Er ist nach außen ein super Schauspieler. Er meldete sich nie bei mir. 1,5 Monate machte er nicht viel, saß zuhause rum, aber er schien dankbar, dass ich noch an ihn denke. Dann irgendwann sagte er mir er nehme noch Antidepressiva und es gehe ihm besser. Er habe nun auch jemand Neues kennen gelernt. Das brach mir Herz. Monatelang ging ich mit ihm durch seine dunkelsten Phasen und sobald es ihm besser geht, sortiert er mich aus und ersetzt mich. Warum? Zwei Monate zuvor - drei Tage vor der Trennung - sagte er mir noch, dass er mich so sehr liebe und ich der wichtigste Mensch für ihn sei. Stimmte das alles nicht? Ich verstehe es nicht? Wie kann ich ihm jetzt nur so egal sein? hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?

Eine Beziehung zu psychisch Erkrankten ist niemals einfach. Da kannst du noch so stark sein, es wird nicht reichen, solange der Erkrankte sich nicht behandeln lässt. War er denn in Behandlung? Manche schleppen sich ja ohne durchs Leben, mehr schlecht als recht, aber solange sie nicht die Einsicht haben hilft es nichts. Er muss es für sich machen. Auch nicht dafür, um eine Beziehung zu retten.

Mach dir nicht zu viele Gedanken um ihn. Menschen die Selbstmord androhen, setzen es meistens nicht wirksam um. Außerdem sollte man sich davon niemals in seinem Handeln beeinflussen. Dies nur am Rande .

Trage ihm nichts nach. Er ist nicht er selbst, in seinen depressiven Phasen. Irgendwann wird er es wieder schmerzlich bereuen, aber bitte führe dir dann vor Augen, dass es genauso weiter gehen würde und frage dich, ob du diese Energie wirklich dafür hergeben möchtest. Über kurz oder lang wirst du daran zugrunde gehen. Pass auf dich auf.

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6. April 2018 um 12:39

Vielen Dank für die lieben Antworten. Ihr habt wahrscheinlich alle sowas von recht. Es ist nur so verdammt schwierig, das alles zu verstehen. Diese Ambivalenz! Die Liebe in guten Zeiten und die totale Gleichgültigkeit mir gegenüber in schlechten Zeiten. Auch nach 2 Monaten denke ich Tag und Nacht an ihn und die gesamte Geschichte.
Mir war auf jeden Fall nicht bewusst, dass ich ein Helfersyndrom habe. Ich bin da ja so reingeraten. Hatte vorher nie Kontakt mit einer Depression. Wusste also nicht, was mich erwartet. Ich habe auf jeden Fall immer aus Liebe gehandelt und nicht, weil ich mir etwas beweisen wollte. Aber nochmal würde ich das nicht machen. Man kann zwar nicht alle Depressiven über einen Kamm scheren, aber ich würde nie wieder etwas mit einem psychisch kranken Mann anfangen. Das hat mich kaputt gemacht.

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6. Juni um 18:17

Hi, darf ixh fragen was noxh passiert ist? Hat er sich wieder gemeldet oder ist er noxh mit der neuen zusammen? Habe eine sehr ähnlixhe Situation gerade.. er ist depressiv geworden und es gab immer ein hin und her seitdem. Dann vor einigen tagen wollte er es endgültig beenden, hat geweint und mich nach einer langen Diskussion blockiert. Er meinte auch er hätte jemaden kennengelernt die er interessant findet. Es bricht mir das herz.. kein mensch kennt mixh so wie er und ixh weiss dass er sich nur mir mit seiner krankheit anvertraut hat.. 

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