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Depressiver Partner - Beziehungsfähig?

28. Oktober 2020 um 17:23 Letzte Antwort: 31. Oktober 2020 um 12:35

Liebe Community,

ich habe folgendes Problem mit meinem neuen Partner: Mir war von Anfang an klar, dass er psychisch nicht der stabilste ist, aber vor ein paar Wochen ist er in ein schlimmes depressives Tief gerutscht und ich bin nun sehr verunsichert bzw frage mich, ob seine Verhaltensweisen mit der Depression zusammenhängen oder nicht. 

Folgendes ist mir seit ich ihn kenne aufgefallen: Er hat in den letzten Monaten andauernd seine Jobs hingeschmissen, momentan ist er krankheitsbedingt wieder arbeitslos. Er schafft es seit Monaten micht, seine neue Wohnung fertig einzurichten, d.h. alles liegt irgendwo herum. Wie gesagt ist er seit einiger Zeit fast durchgängig arbeitslos, er hätte dafür also genug Zeit. 

Nun zu unserer Beziehung: Er ist auf jeden Fall ein sehr lieber Kerl, aber ich befürchte langsam, dass er momentan zu viele Probleme mit sich selbst hat, um überhaupt zu wissen was er will... Von Anfang hat war er oft recht distanziert und war zB auch froh darüber, dass wir momentan eine Fernbeziehung führen, da er sich von seiner letzten Beziehung (die seit 1,5 Jahren Geschichte ist) noch erholen müsse und seine Ruhe brauche. Seit ein paar Wochen schreiben wir uns nur noch sporadisch und telefonieren will er offenbar auch nicht mehr. In dieser Zeit hat er auch bereits zweimal infrage gestellt, ob er überhaupt eine Beziehung führen kann, was mir wiederum sehr weh getan hat. 

Habt ihr Erfahrungen mit sowas? Ich weiß nicht ob er sich wegen der Depression so verhält oder ob er abgesehen davon auch zu viele Probleme hat, um eine stabile Beziehung führen zu können. Was mich halt stutzig macht ist die dauernde Unzufriedenheit im Job/ die ständigen Jobwechsel und auch, dass er in gewisser Weise ein Suchtverhalten zeigt - Er hat lange geraucht, nun kämpft er seit ein paar Jahren plötzlich mit dem Gewicht, d.h. er hat innerhalb relativ kurzer Zeit wirklich viel zugenommen. 

Mir ist klar, dass man auch in schwierigen Zeiten zu seinem Partner stehen sollte und ich bin auch bereit das zu tun. Nur will er meine Hilfe offenbar nicht und ehrlich gesagt (auch wenn das vlt etwas egoistisch ist) will ich auf Dauer nicht einen Partner, der ständig irgendwelche Probleme hat, für sowas bin ich leider nicht die Richtige (zu sensibel, liebesbedürftig und selbst nicht immer ganz stabil). Was meint ihr dazu? Bin ich egoistisch weil ich so denke? 

Liebe Grüße 

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28. Oktober 2020 um 17:31
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Liebe Community,

ich habe folgendes Problem mit meinem neuen Partner: Mir war von Anfang an klar, dass er psychisch nicht der stabilste ist, aber vor ein paar Wochen ist er in ein schlimmes depressives Tief gerutscht und ich bin nun sehr verunsichert bzw frage mich, ob seine Verhaltensweisen mit der Depression zusammenhängen oder nicht. 

Folgendes ist mir seit ich ihn kenne aufgefallen: Er hat in den letzten Monaten andauernd seine Jobs hingeschmissen, momentan ist er krankheitsbedingt wieder arbeitslos. Er schafft es seit Monaten micht, seine neue Wohnung fertig einzurichten, d.h. alles liegt irgendwo herum. Wie gesagt ist er seit einiger Zeit fast durchgängig arbeitslos, er hätte dafür also genug Zeit. 

Nun zu unserer Beziehung: Er ist auf jeden Fall ein sehr lieber Kerl, aber ich befürchte langsam, dass er momentan zu viele Probleme mit sich selbst hat, um überhaupt zu wissen was er will... Von Anfang hat war er oft recht distanziert und war zB auch froh darüber, dass wir momentan eine Fernbeziehung führen, da er sich von seiner letzten Beziehung (die seit 1,5 Jahren Geschichte ist) noch erholen müsse und seine Ruhe brauche. Seit ein paar Wochen schreiben wir uns nur noch sporadisch und telefonieren will er offenbar auch nicht mehr. In dieser Zeit hat er auch bereits zweimal infrage gestellt, ob er überhaupt eine Beziehung führen kann, was mir wiederum sehr weh getan hat. 

Habt ihr Erfahrungen mit sowas? Ich weiß nicht ob er sich wegen der Depression so verhält oder ob er abgesehen davon auch zu viele Probleme hat, um eine stabile Beziehung führen zu können. Was mich halt stutzig macht ist die dauernde Unzufriedenheit im Job/ die ständigen Jobwechsel und auch, dass er in gewisser Weise ein Suchtverhalten zeigt - Er hat lange geraucht, nun kämpft er seit ein paar Jahren plötzlich mit dem Gewicht, d.h. er hat innerhalb relativ kurzer Zeit wirklich viel zugenommen. 

Mir ist klar, dass man auch in schwierigen Zeiten zu seinem Partner stehen sollte und ich bin auch bereit das zu tun. Nur will er meine Hilfe offenbar nicht und ehrlich gesagt (auch wenn das vlt etwas egoistisch ist) will ich auf Dauer nicht einen Partner, der ständig irgendwelche Probleme hat, für sowas bin ich leider nicht die Richtige (zu sensibel, liebesbedürftig und selbst nicht immer ganz stabil). Was meint ihr dazu? Bin ich egoistisch weil ich so denke? 

Liebe Grüße 

Warum tut man sich sowas an? Außer dass er anscheinend nicht bösartig ist, hast du nichts Positives über ihn zu sagen. Du klingst eher wie jemand der Dinge regelt und auf die Kette bekommt, er wie eine Vollkatastrophe im freien Fall. Noch dazu scheint er nicht sonderlich an dir zu hängen. Nimm die Beine in die Hand und lauf!

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28. Oktober 2020 um 17:47
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Liebe Community,

ich habe folgendes Problem mit meinem neuen Partner: Mir war von Anfang an klar, dass er psychisch nicht der stabilste ist, aber vor ein paar Wochen ist er in ein schlimmes depressives Tief gerutscht und ich bin nun sehr verunsichert bzw frage mich, ob seine Verhaltensweisen mit der Depression zusammenhängen oder nicht. 

Folgendes ist mir seit ich ihn kenne aufgefallen: Er hat in den letzten Monaten andauernd seine Jobs hingeschmissen, momentan ist er krankheitsbedingt wieder arbeitslos. Er schafft es seit Monaten micht, seine neue Wohnung fertig einzurichten, d.h. alles liegt irgendwo herum. Wie gesagt ist er seit einiger Zeit fast durchgängig arbeitslos, er hätte dafür also genug Zeit. 

Nun zu unserer Beziehung: Er ist auf jeden Fall ein sehr lieber Kerl, aber ich befürchte langsam, dass er momentan zu viele Probleme mit sich selbst hat, um überhaupt zu wissen was er will... Von Anfang hat war er oft recht distanziert und war zB auch froh darüber, dass wir momentan eine Fernbeziehung führen, da er sich von seiner letzten Beziehung (die seit 1,5 Jahren Geschichte ist) noch erholen müsse und seine Ruhe brauche. Seit ein paar Wochen schreiben wir uns nur noch sporadisch und telefonieren will er offenbar auch nicht mehr. In dieser Zeit hat er auch bereits zweimal infrage gestellt, ob er überhaupt eine Beziehung führen kann, was mir wiederum sehr weh getan hat. 

Habt ihr Erfahrungen mit sowas? Ich weiß nicht ob er sich wegen der Depression so verhält oder ob er abgesehen davon auch zu viele Probleme hat, um eine stabile Beziehung führen zu können. Was mich halt stutzig macht ist die dauernde Unzufriedenheit im Job/ die ständigen Jobwechsel und auch, dass er in gewisser Weise ein Suchtverhalten zeigt - Er hat lange geraucht, nun kämpft er seit ein paar Jahren plötzlich mit dem Gewicht, d.h. er hat innerhalb relativ kurzer Zeit wirklich viel zugenommen. 

Mir ist klar, dass man auch in schwierigen Zeiten zu seinem Partner stehen sollte und ich bin auch bereit das zu tun. Nur will er meine Hilfe offenbar nicht und ehrlich gesagt (auch wenn das vlt etwas egoistisch ist) will ich auf Dauer nicht einen Partner, der ständig irgendwelche Probleme hat, für sowas bin ich leider nicht die Richtige (zu sensibel, liebesbedürftig und selbst nicht immer ganz stabil). Was meint ihr dazu? Bin ich egoistisch weil ich so denke? 

Liebe Grüße 

Ich kenne mich mit Depression nicht aus und auch bei mir wurde mal eine mittelschwere Depression diagnostiziert von der ich aber nicht viel bemerkte, da ich meinen Alltag unverändert lebte und meinen Hobbys nachwievor unverändert nachging. Ich vermute dass jeder Mensch unterschiedlich mit Konflikten und Problemen umgeht und die Diagnose dadurch unterschiedlich zum Ausdruck kommt. 

Ich bin schon einige Male Männern begegnet, denen ich eine Depression und einiges mehr unterstellen würde, weil ich nicht nachvollziehen kann wie Mann sein Leben danach ausrichten kann, von einer Frau quasi gerettet/zum Leben erweckt zu werden... 

Ich würde mir das nicht antun. Wer keine Motivation hat und kein Lebensmut, der gehört in professioneller Händen, nicht in einer Beziehung. 

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29. Oktober 2020 um 15:35
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Ich kenne mich mit Depression nicht aus und auch bei mir wurde mal eine mittelschwere Depression diagnostiziert von der ich aber nicht viel bemerkte, da ich meinen Alltag unverändert lebte und meinen Hobbys nachwievor unverändert nachging. Ich vermute dass jeder Mensch unterschiedlich mit Konflikten und Problemen umgeht und die Diagnose dadurch unterschiedlich zum Ausdruck kommt. 

Ich bin schon einige Male Männern begegnet, denen ich eine Depression und einiges mehr unterstellen würde, weil ich nicht nachvollziehen kann wie Mann sein Leben danach ausrichten kann, von einer Frau quasi gerettet/zum Leben erweckt zu werden... 

Ich würde mir das nicht antun. Wer keine Motivation hat und kein Lebensmut, der gehört in professioneller Händen, nicht in einer Beziehung. 

Vielen Dank für deine ehrliche Rückmeldung  

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29. Oktober 2020 um 15:39
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Warum tut man sich sowas an? Außer dass er anscheinend nicht bösartig ist, hast du nichts Positives über ihn zu sagen. Du klingst eher wie jemand der Dinge regelt und auf die Kette bekommt, er wie eine Vollkatastrophe im freien Fall. Noch dazu scheint er nicht sonderlich an dir zu hängen. Nimm die Beine in die Hand und lauf!

Danke dir Warum ich mir das antue, frag ich mich langsam auch. Ich war halt sehr verliebt und wir haben viele Gemeinsamkeiten, er ist auch sehr lieb, aber offenbar passt zu vieles doch wieder nicht. Und ja, ich würd schon sagen, dass ich meine Angelegenheiten auf die Reihe bekomme ;D 

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29. Oktober 2020 um 23:33
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Danke dir Warum ich mir das antue, frag ich mich langsam auch. Ich war halt sehr verliebt und wir haben viele Gemeinsamkeiten, er ist auch sehr lieb, aber offenbar passt zu vieles doch wieder nicht. Und ja, ich würd schon sagen, dass ich meine Angelegenheiten auf die Reihe bekomme ;D 

Liebe userin,

Antidepressiva haben Nebenwirkungen, Gewichtszunahme und Libidoverlust vor allem.

Da du dir klar darüber bist, daß du weder Therapeutin noch Versorgerin eines großen Kindes sein kannst, bleibt dir nichts anderes übrig, als weiterzuziehen.

Freundliche Grüße,

Pi


 

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30. Oktober 2020 um 9:31

Hallo Userin(mitdenvielenZiffernhintendran),

ist dein Freund in fachlicher Behandlung (Psychiater, Therapeut)?

Wo deine Grenzen sind, das Ganze mitzumachen, kannst nur du allein beurteilen, lass dich da bitte nicht moralisch unter Druck setzen, sondern schau, was du kannst und willst.

Für mich wäre ein ganz wesentlicher Aspekt, ob der Partner bereit ist für Veränderungen und Verbesserungen. Eine Depression kann den Antrieb komplett lahmlegen, da sind dann trotz zeitlicher Ressourcen oft auch die einfachsten Dinge nicht mehr möglich. Ebenso wie eine Dauergrübelschleife das Verarbeiten einer länger zurückliegenden gescheiterten Beziehung verhindern kann.

Das sind aber keine Ausreden, um im Ist-Zustand zu verharren. Deswegen die Frage: Will dein Partner etwas verändern? Ist er bereit, sich dort, wo er das aus eigener Kraft nicht schafft, Hilfe zu holen? Und um das deutlich zu machen: Für diese Hilfe bist nicht du zuständig. Du kannst ihm maximal aufzeigen, wo er Hilfe bekommen kann (wenn man "Kassenärztliche Vereinigung" in eine Suchmaschine eingibt, kommt man auf die für die eigene Region zuständige Website, über die man Fachärzte und Therapeuten suchen kann). Mach dir klar, dass immer dann, wenn du deinen Partner regelmäßig entlastest, es Auswirkungen auf seine (mangelnde) Änderungsbereitschaft hat.

Pass auf dich auf. Viele Angehörige von Menschen mit Depressionen sprechen davon, dass Depressionen "ansteckend" sind. Nicht wörtlich, aber der dauerhafte Umgang mit depressiv eingefärbten Wahrnehmungen anderer drückt oft auch die eigene Stimmung.

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30. Oktober 2020 um 10:26
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Liebe Community,

ich habe folgendes Problem mit meinem neuen Partner: Mir war von Anfang an klar, dass er psychisch nicht der stabilste ist, aber vor ein paar Wochen ist er in ein schlimmes depressives Tief gerutscht und ich bin nun sehr verunsichert bzw frage mich, ob seine Verhaltensweisen mit der Depression zusammenhängen oder nicht. 

Folgendes ist mir seit ich ihn kenne aufgefallen: Er hat in den letzten Monaten andauernd seine Jobs hingeschmissen, momentan ist er krankheitsbedingt wieder arbeitslos. Er schafft es seit Monaten micht, seine neue Wohnung fertig einzurichten, d.h. alles liegt irgendwo herum. Wie gesagt ist er seit einiger Zeit fast durchgängig arbeitslos, er hätte dafür also genug Zeit. 

Nun zu unserer Beziehung: Er ist auf jeden Fall ein sehr lieber Kerl, aber ich befürchte langsam, dass er momentan zu viele Probleme mit sich selbst hat, um überhaupt zu wissen was er will... Von Anfang hat war er oft recht distanziert und war zB auch froh darüber, dass wir momentan eine Fernbeziehung führen, da er sich von seiner letzten Beziehung (die seit 1,5 Jahren Geschichte ist) noch erholen müsse und seine Ruhe brauche. Seit ein paar Wochen schreiben wir uns nur noch sporadisch und telefonieren will er offenbar auch nicht mehr. In dieser Zeit hat er auch bereits zweimal infrage gestellt, ob er überhaupt eine Beziehung führen kann, was mir wiederum sehr weh getan hat. 

Habt ihr Erfahrungen mit sowas? Ich weiß nicht ob er sich wegen der Depression so verhält oder ob er abgesehen davon auch zu viele Probleme hat, um eine stabile Beziehung führen zu können. Was mich halt stutzig macht ist die dauernde Unzufriedenheit im Job/ die ständigen Jobwechsel und auch, dass er in gewisser Weise ein Suchtverhalten zeigt - Er hat lange geraucht, nun kämpft er seit ein paar Jahren plötzlich mit dem Gewicht, d.h. er hat innerhalb relativ kurzer Zeit wirklich viel zugenommen. 

Mir ist klar, dass man auch in schwierigen Zeiten zu seinem Partner stehen sollte und ich bin auch bereit das zu tun. Nur will er meine Hilfe offenbar nicht und ehrlich gesagt (auch wenn das vlt etwas egoistisch ist) will ich auf Dauer nicht einen Partner, der ständig irgendwelche Probleme hat, für sowas bin ich leider nicht die Richtige (zu sensibel, liebesbedürftig und selbst nicht immer ganz stabil). Was meint ihr dazu? Bin ich egoistisch weil ich so denke? 

Liebe Grüße 

Hmm klingt eher als braucht er ne Auszeit um das Richtige für sich zu finden. 

Also erschlagen vom Leben und wieder aufstehen unter Druck ist schwer der Hammer der ihn erschlagen hatt liegt noch auf den Rücken. 

Einmal komplett runter fahren und dann mit kleinen Schritten wieder hoch. 

Alles was er übereilt macht ist ohne Fundament. Deswegen schmeißt er auch die Jobs. Einen Job zu finden der einen erfüllt und weiter bringt wäre erstmal wichtig. 
Wenn ich mich hinschleifen muss 
Ist es nicht der richtige oder nicht mehr der Richtige. 

Erstmal eigene Fähigkeiten erkennen und darauf was aufbauen wäre wichtig. 

Erwartungshaltungen von aussen 
Müssen weg. 
Das ist der unnötige Druck der ihn am Boden hält

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30. Oktober 2020 um 22:48
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Hallo Userin(mitdenvielenZiffernhintendran),

ist dein Freund in fachlicher Behandlung (Psychiater, Therapeut)?

Wo deine Grenzen sind, das Ganze mitzumachen, kannst nur du allein beurteilen, lass dich da bitte nicht moralisch unter Druck setzen, sondern schau, was du kannst und willst.

Für mich wäre ein ganz wesentlicher Aspekt, ob der Partner bereit ist für Veränderungen und Verbesserungen. Eine Depression kann den Antrieb komplett lahmlegen, da sind dann trotz zeitlicher Ressourcen oft auch die einfachsten Dinge nicht mehr möglich. Ebenso wie eine Dauergrübelschleife das Verarbeiten einer länger zurückliegenden gescheiterten Beziehung verhindern kann.

Das sind aber keine Ausreden, um im Ist-Zustand zu verharren. Deswegen die Frage: Will dein Partner etwas verändern? Ist er bereit, sich dort, wo er das aus eigener Kraft nicht schafft, Hilfe zu holen? Und um das deutlich zu machen: Für diese Hilfe bist nicht du zuständig. Du kannst ihm maximal aufzeigen, wo er Hilfe bekommen kann (wenn man "Kassenärztliche Vereinigung" in eine Suchmaschine eingibt, kommt man auf die für die eigene Region zuständige Website, über die man Fachärzte und Therapeuten suchen kann). Mach dir klar, dass immer dann, wenn du deinen Partner regelmäßig entlastest, es Auswirkungen auf seine (mangelnde) Änderungsbereitschaft hat.

Pass auf dich auf. Viele Angehörige von Menschen mit Depressionen sprechen davon, dass Depressionen "ansteckend" sind. Nicht wörtlich, aber der dauerhafte Umgang mit depressiv eingefärbten Wahrnehmungen anderer drückt oft auch die eigene Stimmung.

Vielen Dank für die Rückmeldung. Ja, er ist schon seit einigen Jahren in Behandlung und momentan wieder regelmäßig in Kontakt mit seinem Therapeuten. Er will auch was ändern (sagt er zumindest).

Mein Problem ist vlt auch nicht unbedingt nur die Depression an sich, sondern, dass er offenbar nicht weiß, was er will. Er weiß eben zB nicht ob er momentan eine Beziehung führen kann/will und noch einige andere Sachen, das zieht sich so durch. Vlt ein harmloses Beispiel - Er hat mal den Vorschlag gemacht, dass wir am darauffolgenden Samstag einen Ausflug machen könnten, ich war einverstanden. Plötzlich war keine Rede mehr vom Ausflug, ich war verwirrt und er meinte, dass er oft Dinge sagt, die er dann nicht so ernst meint... Solche Verhaltensweisen stören mich und ich kann mich dann ja nie darauf verlassen, dass er meint, was er sagt... Ich weiß eben nicht ob das irgendwie mit den Depressionen zusammenhängen könnte oder ob er immer so "sprunghaft" ist. 

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31. Oktober 2020 um 11:38

Liebe Userin,

Womit es zusammenhängt, dass er so sprunghaft ist, wird sich nicht vollends ergründen können und bedarf wahrscheinlich so 1500 Therapiestunden Psychoanalyse.

Die Frage ist ja viel mehr, willst du jemanden, der mit vielen Dingen des Lebens offensichtlich nicht klar kommt, dein Leben teilen und damit seine Probleme auch zu deinen machen?

Wir haben alle hier und da ein paar Engstellen bei den Ressourcen. Zum Beispiel mag ich keine Routine und fange aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen immer wieder an, Abläufe zu überwerfen. Es ist im höchsten Maße ineffizient manchmal, aber zumindest langweile ich mich nicht so. Falls mein Partner ein höchst strukturierter Mensch wäre, dem Abläufe heilig sind, wäre das natürlich eine Herausforderung für die Beziehung, aber er und ich hätten die Ressourcen, uns aufeinander einzustellen, weil wir unser Leben ja gestalten wollen. 

In deinem Fall sehe ich aber keine Ansätze, wie der Mann gestalten will. Er weiß weder selbst, was er will, noch hätte er die Potenz, diesen Willen umzusetzen. Das heißt, er überlässt es anderen, oder würde es am liebsten anderen überlassen, wie sein Leben verläuft. Selbst ist er unfähig dazu. Ob das jetzt die Depression ist oder ein Charakterzug, ist wirklich völlig unwichtig. Es geht darum, dass du hier ständig ins Leere greifst, und keine Ahnung hast, wen du da neben dir hast. 

Das ist nicht sehr schön und wenn mir jemand zweimal sagt, er wisse nicht, ob er eine Beziehung führen kann, oder sagt, er wäre froh, dass er Distanz zu mir hat, dann würde ich sehr schnell das Weite suchen. BIst du dir selbst so wenig wert, dass für dich die "Krümel", die er für dich hat, genug sind? Oder siehst du in ihm ein Projekt, dass du fertig kriegen willst, damit dann der Traummann rauskommt? Beide Beweggründe wären fatal für deine Zukunft. Und nur darum gehts.
 

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31. Oktober 2020 um 11:42

Oder er ist Wassermann die sind so von Natur aus 😉

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31. Oktober 2020 um 11:52
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Oder er ist Wassermann die sind so von Natur aus 😉

Ich kenne viele Wassermänner und -frauen und nein, das kann ich nicht bestätigen

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31. Oktober 2020 um 12:35
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Liebe Userin,

Womit es zusammenhängt, dass er so sprunghaft ist, wird sich nicht vollends ergründen können und bedarf wahrscheinlich so 1500 Therapiestunden Psychoanalyse.

Die Frage ist ja viel mehr, willst du jemanden, der mit vielen Dingen des Lebens offensichtlich nicht klar kommt, dein Leben teilen und damit seine Probleme auch zu deinen machen?

Wir haben alle hier und da ein paar Engstellen bei den Ressourcen. Zum Beispiel mag ich keine Routine und fange aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen immer wieder an, Abläufe zu überwerfen. Es ist im höchsten Maße ineffizient manchmal, aber zumindest langweile ich mich nicht so. Falls mein Partner ein höchst strukturierter Mensch wäre, dem Abläufe heilig sind, wäre das natürlich eine Herausforderung für die Beziehung, aber er und ich hätten die Ressourcen, uns aufeinander einzustellen, weil wir unser Leben ja gestalten wollen. 

In deinem Fall sehe ich aber keine Ansätze, wie der Mann gestalten will. Er weiß weder selbst, was er will, noch hätte er die Potenz, diesen Willen umzusetzen. Das heißt, er überlässt es anderen, oder würde es am liebsten anderen überlassen, wie sein Leben verläuft. Selbst ist er unfähig dazu. Ob das jetzt die Depression ist oder ein Charakterzug, ist wirklich völlig unwichtig. Es geht darum, dass du hier ständig ins Leere greifst, und keine Ahnung hast, wen du da neben dir hast. 

Das ist nicht sehr schön und wenn mir jemand zweimal sagt, er wisse nicht, ob er eine Beziehung führen kann, oder sagt, er wäre froh, dass er Distanz zu mir hat, dann würde ich sehr schnell das Weite suchen. BIst du dir selbst so wenig wert, dass für dich die "Krümel", die er für dich hat, genug sind? Oder siehst du in ihm ein Projekt, dass du fertig kriegen willst, damit dann der Traummann rauskommt? Beide Beweggründe wären fatal für deine Zukunft. Und nur darum gehts.
 

Vielen Dank für die ausführliche Rückmeldung und die Bestätigung meiner Bedenken. Ich bin jemand, der manchmal etwas überreagiert (schnell beleidigt ist zB), aber es freut mich zu hören, dass auch Andere sein Infragestellen der Beziehung und den Wunsch nach Distanz alles andere als normal finden. 

Du hast leider auch Recht, aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen neige ich zu Männern, die mir nur "Krümel" anbieten können, wie du es so schön nennst. Warum das so ist, weiß ich nicht, aber ich habe auch aus diesem Grund den Beitrag hier veröffentlicht - um andere Meinungen einzuholen, die mir dabei helfen, die richtige Entscheidung zu treffen. 

Ehrlich gesagt habe ich mich emotional schon etwas von ihm distanziert, weil ich diesen Teufelskreis von Männern, die mir nicht gut tun, wohl unbewusst durchbrechen will... Ich bin nur nicht jemand, der alles sofort hinschmeißt, aber ich denke darauf wird es wohl dennoch hinauslaufen... 

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