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Depressiver Freund bricht Kontakt ab

21. September 2016 um 8:23 Letzte Antwort: 21. September 2016 um 12:11

Morgen alle miteinander,

ich weiß einfach nicht mehr weiter. Mein Freund (25) und ich (25) waren 4 Monate zusammen. Wir waren ein paar Jahre vorher schon befreundet. Ich dachte in der Beziehung lief alles gut. Wir hatten nie streit oder Meinungsverschiedenheiten. Es gab zwar ein paar Kleinigkeiten, die mich zwar gestört hatten, aber nicht so dermaßen, dass ich sie angesprochen habe. Und dann kam der Tag wo sich alles änderte. Er machte mir Vorwürfe das mir die Beziehung egal wäre. Ich ihm nicht mehr so oft schreiben würde, wie früher. Ich gebe zu, das sich da was geändert hatte, aber das kam nicht nur von mir alleine. Er gab mir drei Tage Zeit darüber nachzudenken. Als wir uns wieder trafen, zählte ich ihm die, meiner Meinung nach Kleinigkeiten, auf, um ihm zu zeigen, dass auch er die Beziehung vernachlässigt hat. Er schaute mich geschockt an. Dann redete er irgendetwas davon, dass er endlich dachte angekommen zu sein. Dass er mich nicht verletzten wollte und das er das so nicht mehr kann. Ich wusste nicht was los sei. Dann fuhr er auch. Daraufhin kam ich nicht mehr an ihn ran. Ans Telefon ging er nicht. Auf Nachrichten reagierte er nicht. Ich suchte den Kontakt daraufhin zu einer Freundin von ihm. Sie meinte ich solle mir keine Sorgen machen, er bräuchte ein wenig Zeit und würde sich dann bei mir melden. Es vergingen fast zwei Wochen, bis er sich dann meldete und ein weiteres Treffen wollte.

Er erklärte mir, dass er krank sei. Dass er nicht der sei, den ich kennen gelernt habe. Das er in Wirklichkeit ein sehr schlechter Mensch wäre, der sein Leben nicht auf die Reihe bekommt und ständig Menschen verletzten würde, obwohl er das nicht will. Ich solle mich ein für alle Mal von ihm fern halten und ihn vergessen. Er würde mich zwar sehr vermissen und es zerreißt ihn aber es wäre besser für mich. Er will mir nicht wieder wehtun. Er würde sich nun komplett zurückziehen. Jeglichen menschlichen Kontakt abbrechen. Das wäre das Einzige was er tun könne. Dann könne er niemanden mehr weh tun. Ich kam bei dem Gespräch überhaupt nicht an ihn ran. Alles was ich sagte, verneinte er. Er machte komplett zu. Er zog sich selber so dermaßen runter. Er stieg dann in sein Auto und fuhr weg. Ich war so dermaßen geschockt.
Den Tag darauf schrieb ich ihm eine Nachricht nach der anderen. Keine sehr gute Idee. Und dann dachte ich erst richtig nach. Erst dann hatte ich begriffen was los war. Erst dann sah ich die Anzeichen die er die ganzen Jahre über hatte, welche auf eine vermutliche Depression hinwies. Ich schäm mich so dafür, dass ich es nicht eher begriffen habe.

Jetzt weiß ich einfach nicht was ich machen soll. Ich habe ihm geschrieben, dass ich wahrscheinlich weiß, was los ist und er sich jederzeit bei mir melden kann wenn er jemanden zum Reden braucht. Das er mir sehr wichtig ist und ich für ihn da sein werde, wenn er das möchte.

Ich weiß, er wird nun ein wenig Zeit und Abstand brauchen. Aber denkt ihr er wird sich irgendwann noch mal bei mir melden? Oder habe ich mich nun komplett falsch verhalten und habe ihn nun komplett verloren? In erster Linie geht es mir nicht um die Beziehung, sondern um ihn.

Ich hoffe ihr habt einen Rat für mich.

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21. September 2016 um 9:20

Liebe Giuiliett!
Darf ich fragen, was Dein Freund beruflich macht?

lib

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21. September 2016 um 9:20

Liebe Giuiliett!
Darf ich fragen, was Dein Freund beruflich macht?

lib

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21. September 2016 um 9:36

Ich habe etwas sehr aehnliches erlebt
Den Narzissmus weiter unten glaube ich eher nicht, Ferndiagnosen sind aber immer schwer, weshalb alles nur spekulativ ist.

Mir ging es mal ähnlich wie deinem Freund. Er wirft dir mangelnde Zuwendung vor. Die Ursache ist, dass er sich selbst hasst, er kann sich nicht selbst lieben. Deswegen sollst du das fuer ihn uebernehmen. Das geht aber nicht. Er muss wieder lernen sich selbst Wert zu schaetzen, vorher macht eine Beziehung keinen Sinn.

Mache dir keine Vorwuerfe wegen der Anzeichen, die werden in den seltensten Fällen wahrgenommen.

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21. September 2016 um 10:33
In Antwort auf lightinblack

Liebe Giuiliett!
Darf ich fragen, was Dein Freund beruflich macht?

lib

Darf ich fragen, was Dein Freund beruflich macht?
Beruflich hatte er schon immer einige Schwierigkeiten zu überwinden. Wir haben zusammen den technischen Assistenten gemacht. Er hatte aber vorzeitig abgeborchen um eine Lehre als KFZ-Mechaniker anzufangen. Den Ausbildungsort hat er zwischenzeitlich gewechselt. Nachdem er ausgelernt war haben sie ihn nicht übernommen und er hatte Probleme was anders zu finden, daher war er einige Monate Arbeitslos. Dann wurde er als Leiharbeiter von Firma zu Firma geschickt. Momentan arbeitet er als Prüfer in einer Pumpenfirma. Innerhalb eines Jahres ist er vom Leiharbeiter zum Festangestellten und dann zum Monteur geworden (befristet). Leider hat er mir beim letzten Treffen mitgeteilt, das es der Firma momentan nicht gut geht und bereits alle Leiharbeiter gehen mussten und er befürchtet er sei der nächste.

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21. September 2016 um 10:36
In Antwort auf mindbody

Ich habe etwas sehr aehnliches erlebt
Den Narzissmus weiter unten glaube ich eher nicht, Ferndiagnosen sind aber immer schwer, weshalb alles nur spekulativ ist.

Mir ging es mal ähnlich wie deinem Freund. Er wirft dir mangelnde Zuwendung vor. Die Ursache ist, dass er sich selbst hasst, er kann sich nicht selbst lieben. Deswegen sollst du das fuer ihn uebernehmen. Das geht aber nicht. Er muss wieder lernen sich selbst Wert zu schaetzen, vorher macht eine Beziehung keinen Sinn.

Mache dir keine Vorwuerfe wegen der Anzeichen, die werden in den seltensten Fällen wahrgenommen.

Dem stimme ich zu...
... völlig und ebenfalls aus Erfahrung.

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21. September 2016 um 10:41
In Antwort auf mindbody

Ich habe etwas sehr aehnliches erlebt
Den Narzissmus weiter unten glaube ich eher nicht, Ferndiagnosen sind aber immer schwer, weshalb alles nur spekulativ ist.

Mir ging es mal ähnlich wie deinem Freund. Er wirft dir mangelnde Zuwendung vor. Die Ursache ist, dass er sich selbst hasst, er kann sich nicht selbst lieben. Deswegen sollst du das fuer ihn uebernehmen. Das geht aber nicht. Er muss wieder lernen sich selbst Wert zu schaetzen, vorher macht eine Beziehung keinen Sinn.

Mache dir keine Vorwuerfe wegen der Anzeichen, die werden in den seltensten Fällen wahrgenommen.

Ich habe etwas sehr aehnliches erlebt
Um die Beziehung geht es mir in erster Linie auch nicht, sondern um ihn. Mir ist erst einmal wichtig generell wieder kontakt zu ihm zu finden. Aber ich befürchte, das ich da einfach nur warten kann, da ich ihn sonst zu sehr bedränge und das will ich ja nicht. Und ihm dann anbieten, das wir das zusammen schaffen, das ich ihn unterstütze und helfe, als gute Freundin. Mehr kann ich dann leider auch nicht tun. Er hat mir im letzten Gespräch auch gesagt, das er Hilfe von Psychologen nicht annehmen will. Weil er denen die Schuld gibt, das seine Familie so auseinander gebrochen ist. Seine Schwester musste damals eingeliefert werden. Sie hatte starke psychische Probleme und wollte ihn mit einem Messer töten. Und seine Mutter will mit ihm seit Jahren nichts mehr zu tun haben. Seine Eltern haben sich vor ca. 4 Jahren getrennt. Er lebt mit seinem Vater zusammen.

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21. September 2016 um 10:57
In Antwort auf ruta_11949958

Ich habe etwas sehr aehnliches erlebt
Um die Beziehung geht es mir in erster Linie auch nicht, sondern um ihn. Mir ist erst einmal wichtig generell wieder kontakt zu ihm zu finden. Aber ich befürchte, das ich da einfach nur warten kann, da ich ihn sonst zu sehr bedränge und das will ich ja nicht. Und ihm dann anbieten, das wir das zusammen schaffen, das ich ihn unterstütze und helfe, als gute Freundin. Mehr kann ich dann leider auch nicht tun. Er hat mir im letzten Gespräch auch gesagt, das er Hilfe von Psychologen nicht annehmen will. Weil er denen die Schuld gibt, das seine Familie so auseinander gebrochen ist. Seine Schwester musste damals eingeliefert werden. Sie hatte starke psychische Probleme und wollte ihn mit einem Messer töten. Und seine Mutter will mit ihm seit Jahren nichts mehr zu tun haben. Seine Eltern haben sich vor ca. 4 Jahren getrennt. Er lebt mit seinem Vater zusammen.

Das Problem ist nur...
... dass Du da nicht wirklich helfen und unterstützen kannst.

Du bist kein Arzt, kein Psychologe, kein Therapeut, Du kannst ihm genauso wenig bei der Heilung helfen, wie Du es bei einem gebrochenen Bein oder Bauchkrämpfen könntest.

Zudem stehst Du ihm so nahe, dass die Gefahr besteht, dass Du mit hinein gezogen wirst - und das würde häßlich statt hilfreich, auch wenn hilfreich die Absicht ist. Für Euch beide.

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21. September 2016 um 11:09
In Antwort auf avarrassterne1

Das Problem ist nur...
... dass Du da nicht wirklich helfen und unterstützen kannst.

Du bist kein Arzt, kein Psychologe, kein Therapeut, Du kannst ihm genauso wenig bei der Heilung helfen, wie Du es bei einem gebrochenen Bein oder Bauchkrämpfen könntest.

Zudem stehst Du ihm so nahe, dass die Gefahr besteht, dass Du mit hinein gezogen wirst - und das würde häßlich statt hilfreich, auch wenn hilfreich die Absicht ist. Für Euch beide.

Du bist kein Arzt, kein Psychologe, kein Therapeut
Das ist voll und ganz richtig und diese Rolle habe ich auch nicht vor zu übernehmen. Ich will aber wenigsten Versuchen ihn dazu zu bringen, das er sich von Fachleuten helfen lässt. Das die Gefahr besteht das ich da mit hinunter gezogen werde, ist nicht auszuschließen. Ich habe mitlerweile viele solcher Leute um mich herum. Auch arbeite ich in einer Einrichtung, die unter anderem mit psychisch kranken Menschen zu tun hat. Bisher hat es mir noch nicht geschadet, wobei man behaupten kann was noch nicht ist, kann ja noch werden. Ein sehr guten Freund ist Borderliner und hat sich von mir helfen lassen. Er ist nun in Behandlung.

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21. September 2016 um 12:11
In Antwort auf ruta_11949958

Darf ich fragen, was Dein Freund beruflich macht?
Beruflich hatte er schon immer einige Schwierigkeiten zu überwinden. Wir haben zusammen den technischen Assistenten gemacht. Er hatte aber vorzeitig abgeborchen um eine Lehre als KFZ-Mechaniker anzufangen. Den Ausbildungsort hat er zwischenzeitlich gewechselt. Nachdem er ausgelernt war haben sie ihn nicht übernommen und er hatte Probleme was anders zu finden, daher war er einige Monate Arbeitslos. Dann wurde er als Leiharbeiter von Firma zu Firma geschickt. Momentan arbeitet er als Prüfer in einer Pumpenfirma. Innerhalb eines Jahres ist er vom Leiharbeiter zum Festangestellten und dann zum Monteur geworden (befristet). Leider hat er mir beim letzten Treffen mitgeteilt, das es der Firma momentan nicht gut geht und bereits alle Leiharbeiter gehen mussten und er befürchtet er sei der nächste.

Vor etwa 20 Jahren
warf mein Freund (Ich bin m) und NICHT homosexuell veranlagt. (Ja ich muss das immer dazu schreiben, sonst bekomme ich wieder hunderte von PNs), alles hin und zog sich zurück. Er wollte nichts mehr wissen. Sein Job (Koch, das leidige Thema), kotzte ihn derart an, dass er von niemandem mehr was wissen wollte. Er war wirklich total am Ende und ich dachte, jetzt bringt er sich um. Ich ließ ihn einfach in Ruhe und ging alleine zum Angeln. Selbst auf die Fische hatte er einen Hass. Dann rief mich seine Freundin an, weil sie sich Sorgen um ihn machte. "So kenne ich ihn gar nicht, lib!" - "Lass` ihn in Ruhe" sagte ich zu ihr, "der normalisiert sich schon wieder." Das Gleich empfehle ich auch Dir. Vielleicht wird alles noch schlimmer, wenn Du ihn bedrängst!?

Liebe Grüße,

lib

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