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Depressive Freundin zieht sich zurück

5. Mai 2011 um 14:42

Hallo Leute,

ich wende mich jetzt mal an die anonyme Öffentlichkeit mit meinem Problem da ich nicht mehr weiter weiß,

Ich (35) bin mit meiner Freundin (35) seit drei Jahren zusammen. Sie leidet an schweren Depressionen und war immer wieder deshalb in Behandlun. Wir hatten immer viel Spaß wenn es ihr gut ging, aber wenn sie diese dunklen Phasen hatte, wollte sie niemanden sehen und hat heimlich gelitten.

Ich versuche nun schon seit Ewigkeiten ihr klar zu machen, dass ich zu ihr stehe, egal was sie tut oder wie oft sie weint oder wie depressiv sie auch sein mag. Aber für sie ist es das Schlimmste, wenn ich mitbekomme das sie wieder den ganzen tag geweint hat oder nichts unternehmen konnte. Sie tut mir so leid, ich weiß nicht wie ich ihr helfen kann.

Mein standpunkt ist dieser:
"Ich lasse nicht zu dass du aufgibst, mit mir oder ohne mich denn ich glaube an dich und habe auf dich gesetzt"

Sie sagt auch ich gebe ihr kraft, aber wenn sie in so einem Stimmungsloch ist, ist wieder Sense und ich komme nicht mehr an sie ran. Ich bleibe bei ihr, das steht fest aber, und das hätte ich nie für möglich gehalten, mir gehen die Ideen und langsam auch die kräfte aus,

Weiß jemand wie man da vorgehen sollte oder an wen man sich noch wenden könnte?

Liebe grüße
Sven

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5. Mai 2011 um 14:57

Schwere situation
hallo sven!

das ist eine wirklich schwierige situation. ich weiß wovon ich spreche, da ich selbst schwere depressionen und borderline habe und bei mir ging es sogar soweit, dass ich mich von meinem freund getrennt habe, da ich es nicht mehr aushalten konnte ihn so hilflos zu sehen und daran schuld zu sein.
ich kann dir nur empfehlen nicht aufzugeben und dir ggf. selbst hilfe bei einem psychologen zu holen.
zeig ihr dass sie dir wichtig ist, aber dränge dich ihr nicht auf.
zeig ihr dass du ihr helfen möchtest und vor allem, dass sie bei dir sein darf wie sie ist und sich nicht verstellen muss und versuche ihr klar zu machen,dass sie sich für nichts schämen braucht.
aber alles in allem wirst du das wahrscheinlich schon tun...
war sie denn mal stationär in einer klinik? oder teilstationär in einer tagesklinik?mir hat das ganz gut geholfen. auch in sachen beziehung und offenheit.

ich wünsche dir alles gute.

schwubdiwubla

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5. Mai 2011 um 15:26
In Antwort auf salka_12492453

Schwere situation
hallo sven!

das ist eine wirklich schwierige situation. ich weiß wovon ich spreche, da ich selbst schwere depressionen und borderline habe und bei mir ging es sogar soweit, dass ich mich von meinem freund getrennt habe, da ich es nicht mehr aushalten konnte ihn so hilflos zu sehen und daran schuld zu sein.
ich kann dir nur empfehlen nicht aufzugeben und dir ggf. selbst hilfe bei einem psychologen zu holen.
zeig ihr dass sie dir wichtig ist, aber dränge dich ihr nicht auf.
zeig ihr dass du ihr helfen möchtest und vor allem, dass sie bei dir sein darf wie sie ist und sich nicht verstellen muss und versuche ihr klar zu machen,dass sie sich für nichts schämen braucht.
aber alles in allem wirst du das wahrscheinlich schon tun...
war sie denn mal stationär in einer klinik? oder teilstationär in einer tagesklinik?mir hat das ganz gut geholfen. auch in sachen beziehung und offenheit.

ich wünsche dir alles gute.

schwubdiwubla

Leben mit depressiven Menschen
Hi schwubdiwubla,

genau das ist es, was mir so nahe geht. Dieses ganze "Unsere Liebe ist stärker als alles"-Gequatsche von mir geht ihr sicher schon auf die Nerven, weil es im grunde meine Hilflosigkeit ausdrückt und keine echte praktiable Hilfe für sie ist, Aber ich bin kein Psychologe, ich will auch nicht ihr Therapeut sein sondern ihr Freund.

Ich habe ihr ja immer gesagt; "Ich will das ganze programm und ich will, verzeih, auch deine depression und will hören wie du weinst". Aber sie will für mich eine aktive und lustige und liebevolle Frau sein. Das alles ist sie auch für mich aber durch ihre Erkrankung ist sie auch so viel mehr. ich spüre dass in ihr so massive kräfte wirken die alles kaputtmachen könnten sogar unsere beziehung. Manchmal habe ich angst dass sie die beziehung beendet wenn sie vermutet dass ich es tue. ich mag da gar nicht dran denken, es wäre so bitter für mich, denn natürlich hatte ich gedacht, ich der "Tolle freund" kann ihr helfen zu genesen.

ja sie war schon in verschiedenen stationären einrichtungen von tagesklinik weiß ich nichts, vielleicht ist das eine möglichkeit.

Lieben gruß,
Sven

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5. Mai 2011 um 15:29

SHG vielleicht?
Hi,
es gibt extra Selbsthilfegruppen für Angehörigen von Leuten mit Depressionen. Vielleicht würde Dir das helfen, neue Ideen oder neue Kraft zu schöpfen.
Falls es das in Deiner Nähe nicht gibt, würde ich mal mit einem Psychotherapeuten reden, ob er einen Rat weiß oder eine Adresse, an die Du Dich wenden kannst.
Oder bei einer SHG für Depressive zumindest anfragen, ob sie Angebote oder Ansprechpartner für Angehörige haben.
Falls Du in der Kirche aktiv oder zumindest noch Mitglied bist, kannst Du Dich vielleicht auch an einen Seelsorger wenden.
Auf Dir lastet ja auch ein ziemlicher Druck, den Du irgendwie aushalten musst.

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5. Mai 2011 um 15:34
In Antwort auf morty_12557928

Leben mit depressiven Menschen
Hi schwubdiwubla,

genau das ist es, was mir so nahe geht. Dieses ganze "Unsere Liebe ist stärker als alles"-Gequatsche von mir geht ihr sicher schon auf die Nerven, weil es im grunde meine Hilflosigkeit ausdrückt und keine echte praktiable Hilfe für sie ist, Aber ich bin kein Psychologe, ich will auch nicht ihr Therapeut sein sondern ihr Freund.

Ich habe ihr ja immer gesagt; "Ich will das ganze programm und ich will, verzeih, auch deine depression und will hören wie du weinst". Aber sie will für mich eine aktive und lustige und liebevolle Frau sein. Das alles ist sie auch für mich aber durch ihre Erkrankung ist sie auch so viel mehr. ich spüre dass in ihr so massive kräfte wirken die alles kaputtmachen könnten sogar unsere beziehung. Manchmal habe ich angst dass sie die beziehung beendet wenn sie vermutet dass ich es tue. ich mag da gar nicht dran denken, es wäre so bitter für mich, denn natürlich hatte ich gedacht, ich der "Tolle freund" kann ihr helfen zu genesen.

ja sie war schon in verschiedenen stationären einrichtungen von tagesklinik weiß ich nichts, vielleicht ist das eine möglichkeit.

Lieben gruß,
Sven

Ist sie denn...
in einer laufenden Therapie? Mit Medikation und Terminen bei Therapeuten?

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5. Mai 2011 um 15:41
In Antwort auf sorrel_12132319

Ist sie denn...
in einer laufenden Therapie? Mit Medikation und Terminen bei Therapeuten?

Ja, ist sie
Sie macht Verhaltenstherapie, ein Psychologin in der klinik meinte aber wohl mal dass ihr tiefenpsychologisch geholfen werden muss. sie nimmt täglich medikamente - cipramil und remergil für die nacht.

Lieben gruß
Sven

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5. Mai 2011 um 15:57
In Antwort auf morty_12557928

Ja, ist sie
Sie macht Verhaltenstherapie, ein Psychologin in der klinik meinte aber wohl mal dass ihr tiefenpsychologisch geholfen werden muss. sie nimmt täglich medikamente - cipramil und remergil für die nacht.

Lieben gruß
Sven

Dann würde...
...ich mal versuchen, mit diesem Therapeuten zu sprechen. Nicht über Deine Freundin, das wird er ja nicht dürfen, sondern darüber, wie Du Dich am besten in dieser Situation verhältst und wie Du selber gesund bleibst.

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5. Mai 2011 um 17:05

*Ich drück Dich und schenke Dir Kraft*
Hallo Sven,


ich lebe seit 7 Jahren mit meinem Partner zusammen, er ist auch depressiv. Durch viel Verständnis und auch mal in Ruhe lassen, ist es bei ihm etwas besser geworden. Er schließt sich nicht mehr Tage lang ein, höchstens noch einen Tag + Nacht. Er hat einen Schlussstrich mit alten Freunden/Bekanntschaften gemacht, die ihn emotional runtergezogen ahben, da keiner an ihn geglaubt hat wie er ist. Was ihm noch geholfen hat, war ein Treffen beim (makrobiot.) Lebensberater- auch wenn das jetzt für Dich wie Hokuspokus klingt: Naturheilverfahren sind oft effektiv, sonst probierts mal mit Bachblüten.

*Jeder Mensch will einfach nur geliebt werden*
Irgendwann einmal, oft durch unbewusste falsche Erziehung(Auch wenn Eltern lieb sind) werden Schemata im Gehirn festgesetzt, weshalb ein Mensch in Phasen fallen kann-oft auch, weil sein Unterbewusstsein Vergangenes durchmacht, ohne dass der Betroffene es selber mitbekommt. Daher ist auch Hypnose öfters hilfreich/unterstützend.

Mir persönlich hat damals der Austausch mit Gleichgesinnten geholfen, übers Internet, oder in Gruppensitzungen. Bitte schließe dich früh jemanden an, ich habe es fast zu spät gemacht und habe heute selber manchmal mit meinen Launen zu kämpfen, da auch ich meine Kraftquellen wieder füllen muss.

Ach ja, mein Partner meditiert mittlerweile, ich mache Pilates-es hilft wirklich ungemein!!

Alles Liebe Dir und ganz viel Kraft!

LG Lilli Kaktus

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5. Mai 2011 um 20:55
In Antwort auf ilinca_12049860

*Ich drück Dich und schenke Dir Kraft*
Hallo Sven,


ich lebe seit 7 Jahren mit meinem Partner zusammen, er ist auch depressiv. Durch viel Verständnis und auch mal in Ruhe lassen, ist es bei ihm etwas besser geworden. Er schließt sich nicht mehr Tage lang ein, höchstens noch einen Tag + Nacht. Er hat einen Schlussstrich mit alten Freunden/Bekanntschaften gemacht, die ihn emotional runtergezogen ahben, da keiner an ihn geglaubt hat wie er ist. Was ihm noch geholfen hat, war ein Treffen beim (makrobiot.) Lebensberater- auch wenn das jetzt für Dich wie Hokuspokus klingt: Naturheilverfahren sind oft effektiv, sonst probierts mal mit Bachblüten.

*Jeder Mensch will einfach nur geliebt werden*
Irgendwann einmal, oft durch unbewusste falsche Erziehung(Auch wenn Eltern lieb sind) werden Schemata im Gehirn festgesetzt, weshalb ein Mensch in Phasen fallen kann-oft auch, weil sein Unterbewusstsein Vergangenes durchmacht, ohne dass der Betroffene es selber mitbekommt. Daher ist auch Hypnose öfters hilfreich/unterstützend.

Mir persönlich hat damals der Austausch mit Gleichgesinnten geholfen, übers Internet, oder in Gruppensitzungen. Bitte schließe dich früh jemanden an, ich habe es fast zu spät gemacht und habe heute selber manchmal mit meinen Launen zu kämpfen, da auch ich meine Kraftquellen wieder füllen muss.

Ach ja, mein Partner meditiert mittlerweile, ich mache Pilates-es hilft wirklich ungemein!!

Alles Liebe Dir und ganz viel Kraft!

LG Lilli Kaktus

Depressivität und Beziehungen
Danke, lillikaktus, das macht mir Mut. Bin grade wieder total den Tränen nahe, wenn ich denke, dass sie in mir den hilflosen Freund sieht, der an ihrer Krankheit scheitert. Ich weiß, wir können es schaffen, ich gebe ihr alle Zeit und jeden Freiraum, den sie benötigt. Natürlich nehme ich sie auch in die Pflicht. Wenn sie Abmachungen nicht einhält, spreche ich schon offen an, was nicht so geht. Ich glaube, ihr hilft es, in einem System zu sein, in dem es feste Regeln gibt! Aber es ist schwer, zu akzeptieren, dass es etwas gibt, das ich ihr nicht geben kann - die Heilung von dieser besch..... Krankheit.

Drück dich zurück
Sven

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Freundin klammert und kontrolliert mich
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1. Januar 2012 um 14:38
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